Chronische Rückenschmerzen Rückenleiden: Wie Psyche und Schmerz zusammenhängen

Die Psychologin Monika Hasenbring erforscht an der Ruhr-Universität Bochum den Zusammenhang zwischen Psyche und Schmerz. Im Kurzinterview beantwortet sie fünf Fragen zur Schmerztherapie bei Rückenleiden
Rückenleiden

Wenn Rückenschmerzen chronisch werden, hat das häufig psychische Ursachen

GEO: Wie entstehen chronische Kreuzschmerzen?

Monika Hasenbring: Kreuzschmerz geht oft auf jahrelange Fehlbelastung zurück. Wenn er chronisch wird, hat das aber meist psychische Ursachen. Ein Faktor kann etwa Stress sein.

Wieso belastet Stress das Kreuz?

Chronischer Stress senkt den Cortisolspiegel des Blutes, was zu Depressionen oder Angstzuständen führen kann. Wer Stimmungstiefs erlebt, empfindet Beschwerden als noch bedrohlicher, was wiederum neuen Stress auslöst. So kommt ein Teufelskreis in Gang.

Wie lässt sich dieser Kreislauf durchbrechen?

Wie sich ein Rückenschmerz entwickelt, hängt vor allem und entscheidend davon ab, wie der Patient reagiert. Einige Menschen vermeiden vorsichtshalber jede weitere Bewegung. Damit schwächen sie aber ihre Muskeln und ziehen sich vor lauter Angst immer weiter zurück.

Wäre es besser, den Schmerz zu ignorieren?

Nein, das führt dazu, dass man den Bewegungsapparat übermäßig belastet und dadurch zunehmend gereizt wird.

Auch wer sich gezielt ablenkt, über Wochen oder Monate hinweg, etwa mit fordernden Aufgaben im Beruf, läuft Gefahr, dass seine Rückenschmerzen chronisch werden.

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Was hilft stattdessen?

Wer Kreuzschmerzen hat, sollte frühzeitig in eine Therapie einsteigen, Geduld für die Behandlung mitbringen und prüfen, inwieweit Stress oder psychische Belastung die Ursache für den Schmerz sein könnte. Trotzdem ist es wichtig, immer in Bewegung zu bleiben – und zwar möglichst so, dass es Spaß macht.

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