Outdoor Die fünf schönsten Aktivitäten im Südwesten Irlands

Sattgrüne Wälder, schroffe Bergflanken und tiefblaue Seen – das alles zeichnet die zerschlissene Südwestküste Irlands aus. Für Aktivurlauber ist die Grafschaft Kerry ein Paradies. Mit diesen fünf Outdoor-Aktivitäten lässt es sich am besten erkunden
Gap of Dunloe, Irland

Eine kurvenreiche Straße führt durch die eindrucksvolle Dunloe-Schlucht

In diesem Artikel
Mit dem Fahrrad durch den Gap of Dunloe
Wandern in den MacGillycuddy’s Reeks
Surfen am Inch Beach
Kajakfahren am Caragh Lake
Spazieren oder Reiten am Rossbeigh Beach

Im Nordwesten Europas ragt die irische Insel wie ein moosgrüner Stein aus dem Wasser. Die Natur ist allgegenwärtig. Saftige Felder ziehen sich wie Patchwork-Decken über die Hügel, Schafe und Kühe weiden unter jahrhundertealten Baumriesen und halbhohe Natursteinmauern umrahmen schlichte Cottages. 

Während im Inland weite Täler und Hochebenen das Panorama prägen, wird die Landschaft im Südwesten des Landes durch die imposanten Anhöhen der MacGillycuddy's Reeks unterbrochen. Über 19 Kilometer erstreckt sich der Gebirgszug über die Halbinsel Iveragh. Ringsum haben das wechselhafte Klima und der tosende Atlantik über Jahrtausende hinweg, dramatische Schluchten, tiefblaue Seen und einsame Buchten geschaffen. Hollywoodklassiker wie Star Wars nutzten diese weltentrückte Landschaft bereits als Drehkulisse. Für Urlauber hingegen bietet die wild-romantische Szenerie das ganze Jahr über Anreiz zum Wandern, Fahrradfahren oder Surfen.

Mit dem Fahrrad durch den Gap of Dunloe

Bei trockenem Wetter lohnt sich eine ausgiebige Fahrradtour durch die saftig grünen Hochebenen Irlands. Eine der beliebtesten Routen für Fahrradfahrer führt durch die eindrucksvolle Dunloe-Schlucht. Eine kurvenreiche Landstraße passiert auf der elf Kilometer langen Strecke gleich fünf Bergseen, zahlreiche Schafweiden und letztlich die „Wishing Bridge“. Der Legende nach, soll die alte Steinbrücke lang ersehnte Wünsche erfüllen können. Doch selbst wenn dem nicht so sein sollte, dient die Flussüberführung als wunderschönes Fotomotiv.

In den Sommermonaten kann es auf dem schmalen Gebirgspass allerdings etwas voller werden. Wer Touristengruppen vermeiden will, sollte eine Route um den Caragh Lake planen. Hier genießt man die mit Azaleen bewachsenen Landstraßen fast für sich alleine. Die Fahrradstrecken sind anstrengend und bei den Anhöhen kommt man schnell ins Schwitzen, aber die Aussicht auf die Berg- und Seelandschaft ist jede Mühe wert. Wer dem Weg nach Glencar folgt, erreicht nach kurzer Zeit die Brücke Blackstones. Im Schatten alter Baumriesen findet man hier einen perfekten Ort zum Verweilen.

Fahrräder lassen sich bei Killorglin General Cycles für rund 18 Euro pro Tag mieten. Die Auswahl reicht von Mountainbikes über Rennräder bis zu E-Bikes.

Carrantuohill, Kerry, Irland

Wandern in den MacGillycuddy’s Reeks

Wie ein kolossales Denkmal ragt der Carrantuohill in den wolkenverhangenen Himmel. Er ist das Herzstück der MacGillycuddy’s Reeks, mit einer Höhe von 1039 Metern der höchste Berg des Landes und für die meisten Urlauber das Haupreiseziel in Kerry.

Für Wanderer gibt es sechs bevorzugte Routen zum Gipfel des Bergriesen. Der beliebteste und auch direkteste Weg führt über die „Devils Ladder“ – eine 300 Meter steile Teufelsschlucht, die Wanderer auf allen vieren zum Gipfelkreuz bringt. Wer neben dem Carrantuohill auch die zweit- und dritthöchsten Gipfel Irlands erklimmen will, wählt die szenische Route des „Stumpa an tSaimh Ridge“. Der Wanderweg führt durch dramatische Felsschluchten und über steil abfallende Bergkämme, weshalb Schwindelfreiheit und ausreichend Wandererfahrung Grundvoraussetzung sind.

Obwohl die beeindruckende Kulisse der MacGillycuddy’s Reeks viele Urlauber dazu veranlasst große Mühen auf sich zu nehmen, sollten ungeübte Wanderer das Bergmassiv nicht alleine besteigen, sondern auf einen erfahrenen Bergführer zurückgreifen. Ein Großteil der Reeks befindet sich im Privatbesitz und verfügt über nur wenig Beschilderung. Außerhalb der Hauptsaison kann es vorkommen, dass man sich auf den unbefestigten Wanderwegen alleine wiederfindet.

Das Team von Kerry Climbing bietet zu jeder Jahreszeit geführte Wanderungen oder Kletterkurse in allen Schwierigkeitsgraden an.

Surfen am Inch Beach

Fast fünf Kilometer weit erstreckt sich der Inch Beach entlang der irischen Landzunge in der Bucht von Castlemaine. Begrünte Dünen säumen das Hinterland, die Reeks thronen am Horizont und die Atlantikwellen rollen hier in symmetrischen Reihen an den weißen Sandstrand. Mit wenigen Besuchern, flachem Wasser und regelmäßigem Wellengang bietet der Inch Beach die besten Voraussetzungen zum Surfen. Anfänger probieren ihr Glück im hüfttiefen Wasser, während Profis in der Nähe schroffer Klippen die besten Wellen jagen.

Die Szenerie wird neben vereinzelten Cafés und Wohnwagen vor allem von zwei bunten Containern unterbrochen, die unmittelbar auf dem Sand platziert wurden. Hier haben Tom und Tim vor einigen Jahren ihre Kingdom Waves Surfschule eröffnet. „Die Atmosphäre ist ungezwungen und die Landschaft dazu einfach traumhaft schön“, schwärmt Tim, der an diesem Strand mit sieben Jahren seine erste Welle geritten ist. Heute bietet er an diesem Strand auch Surfkurse für Kinder an.

Obwohl das Wetter auf dem nordischen Inselstaat nicht den besten Ruf genießt, macht für viele Urlauber vor allem die Kombination aus guten Wellen und eindrucksvoller Landschaft den gewissen Reiz aus. Für eine Auswahl an Surfboards und extradicken Neoprenanzügen ist bei Tom und Tim gesorgt – so bleibt man von der Kälte des Ozeans auch während der Wintermonate verschont.

Carrantuohill
Carrantuohill
Die Deutsche, die auf einen Hügel stieg und als Irin herunterkam
Der Südwesten Irlands ist die Heimat der schroffen Reeks und des höchsten Bergs des Landes. Unsere Autorin hat den Carrantuohill bestiegen. Noch mehr als von Wetter und Aussicht, wurde sie dabei von sich selbst überrascht

Kajakfahren am Caragh Lake

Eingebettet zwischen den gewaltigen Bergflanken der Reeks und den Buchenwäldern des Killarney National Parks, liegt der Caragh See. Mit seinem seichten Gewässer und abgelegenen Buchten bietet der tiefblaue Bergsee fernab der schroffen Atlantikküste einen geeigneten Ort für Wassersportler. Während in den Sommermonaten Segelboote ihre Runden ziehen und sich die Picknickstellen am Ufer des Caragh Lake füllen, genießt man in den Frühlings- und Herbsttagen Einsamkeit und Ruhe – insbesondere mit dem Kanu oder Kajak. Wer in den Morgenstunden hinauspaddelt, hat gute Chancen, Seeadler zu beobachten. Im Frühjahr besiedeln zudem Königslachse die Gewässer. Nach dem Fang wird der Lachs noch am gleichen Tag in den angrenzenden Restaurants serviert.

Das Cappanalea Outdoor Activity Centre vermietet Kayaks, Kanus und auch Stand-Up-Paddle-Boards. Viele der Buchten am Caragh Lake sind windstill, was es Urlaubern ermöglicht, auch bei schlechterem Wetter noch aufs Wasser hinaus zu paddeln.

Rossbeigh Becah, Kerry, Irland

Kilometerweit ziehen sich die Ausläufer des Rossbeigh Beach entlang der Küste und laden zu ausgedehnten Touren zu Fuß oder zu Ross ein

Spazieren oder Reiten am Rossbeigh Beach

Der rund elf Kilometer lange Rossbeigh Beach gehört mit seinem puderweißen Sand und dem seichten tiefblauen Meerwasser zu einem der schönsten Strände Südirlands. Durch die gewaltigen Klippen der Reeks bleibt die Bucht größtenteils windgeschützt und lockt in der Sommersaison viele Urlauber an, die sich nach einer Abkühlung sehnen. In der Nebensaison hingegen teilt man sich den weitläufigen Strand, fast ausschließlich mit Reitern und ihren Pferden, die gelegentlich im Galopp durch die Gischt preschen. Wer den Strand zu Fuß erkundet und der Landzunge fast bis zum Ende folgt, hat die Chance das Schiffswrack der „Sunbeam“ zu besichtigen. Seit 1903 ragen bei Niedrigwasser die hölzernen Überreste des Schoners wie Rippenknochen aus dem Sand hervor.

Das Rossbeigh Beach Trekking Centre bietet unterschiedliche Reittouren an, die unter anderem auch den „Geheimstrand“ von Rossbeigh besichtigen – eine Bucht auf der Rückseite der Landzunge, die sich nur während der Flut mit Wasser füllt.

Zur Startseite
GEO Reise-Newsletter