Aktiv unterwegs Klettersteige in Deutschland: Zehn Touren, die sich lohnen

Schroffe Landschaften, großartige Ausblicke und Adrenalin pur: Klettersteige boomen - auch in Deutschland. Wer etwas Mut und Fitness mitbringt, erklimmt dank Sprossen, Tritten und Drahtseilen auch steile Felswände. Wir stellen zehn abwechslungsreiche Klettersteige in ganz Deutschland vor
Mindelheimer Klettersteig, Kleinwalsertal

Auf dem Mindelheimer Klettersteig bieten sich atemberaubende Ausblicke auf die Allgäuer Bergwelt

Mindelheimer Klettersteig, Kleinwalsertal

In den Allgäuer Alpen verläuft einer der bekanntesten und beliebtesten Klettersteige Deutschlands: Auf dem Mindelheimer Klettersteig erwartet Sportler ein angenehmer Wechsel aus ruhigen Wanderpassagen und kleinen Kletterherausforderungen, gepaart mit phänomenalen Ausblicken über die Alpen. Einige Stellen, wie überhängende Wände und meterbreite Felsscharten, kosten Ungeübte etwas Überwindung - Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind auf dieser Route ein Muss.

  • Strecke: 4,6 Kilometer, Dauer: 6-7 Stunden

Mittelrhein-Klettersteig, Mittelrheintal

Im Mittelrheintal befindet sich am Bogen der größten Rheinschleife ein Klettersteig, der hervorragend für Familien und Kletteranfänger geeignet ist. Zehn Eisenleitern und 130 Trittbügel helfen, die steilen Felsstufen des Mittelrhein-Klettersteigs oberhalb von Boppard zu überwinden und bis hinauf auf den Hang zu gelangen. Von hier oben werden müde Kletterer mit einem fantastischen Ausblick über die Rheinschleifen und Weinhänge belohnt. Nach einer Stärkung folgt man dem ausgeschilderten Wanderweg zurück nach Boppard oder nimmt ab der Bergstation die "Sesselbahn Boppard" hinunter ins Mühltal.

  • Strecke: 5,2 Kilometer, Dauer: 2-3 Stunden
Pidinger Klettersteig, Bayern

Der Pidinger Klettersteig bietet einige spektakuläre Passagen

Pidinger Klettersteig, Bayerische Alpen

Der Pidinger Klettersteig am Hochstaufen gehört zu den schwierigsten Steigen Deutschlands und eignet sich daher nur für erfahrene Klettersteiggeher. Ganze 1100 Meter Stahlseil wurden für den Bau des Klettersteigs installiert, der mit beeindruckenden Tiefblicken in wunderschöne Alpenlandschaften lockt. Nach einem kraftraubenden Anstieg über Kletterpassagen werden Sportler unterhalb des Hochstaufener Gipfels mit einer Einkehrmöglichkeit im Reichenhaller Haus belohnt. Von der Terrasse bietet sich ein Panoramablick auf die Berchtesgadener und die Chiemgauer Alpen.

  • Strecke: 12,6 Kilometer, Dauer: 6-7 Stunden

Salewa Klettersteig, Allgäu

Ein Klettersteig für geübte Kletterer und Jugendliche ab zwölf Jahren ist der Salewa Klettersteig am Iseler, dem Hausberg von Oberjoch und Bad Hindelang. Der Klettersteig verläuft in Fels- und Schrofengelände, weshalb mit einer gewissen Steinschlaggefahr gerechnet werden muss. Ein Kletterhelm ist Pflicht! Hat man den Aufstieg zum Gipfelkreuz des Iselers geschafft, wird man mit einem Ausblick belohnt, der jede Anstrengung vergessen lässt: Die Häuser im Tal sind nur noch winzige Punkte und die Landschaft gleicht einer perfekten Miniaturwelt.

Hinweis: Aus Wildschutzgründen darf der Salewa Klettersteig nur vom 1. Juni bis zum 10. November begangen werden!

  • Strecke: 2,6 Kilometer, Dauer: 3-4 Stunden
Haentzschelstiege

Die Häntzschelstiege ist der wohl bekannteste Klettersteig des Elbsandsteingebirges

Häntzschelstiege, Sächsische Schweiz

Vom Fuße des Bloßstocks, dem nördlichsten Felsen der Affensteine in der Sächsischen Schweiz, führt die Häntzschelstiege bis hinauf zum Gipfel des Langen Horns. Der Klettersteig ist in einen oberen und einen unteren Abschnitt aufgeteilt, zwischen denen die Obere Affensteinpromenade verläuft. Wer mag, kann also auch nur den ersten Teil der Häntzschelstiege erklettern und den Rest des Aufstiegs wandernd zurücklegen. Der kurze Klettersteig ist fast durchgehend mit Drahtsteilen gesichert und mit Klammern und Leitern versehen. Er eignet sich daher auch für Anfänger und Jugendliche, die das Klettern ausprobieren möchten. Dabei sollte man nicht vergessen, ab und an einen Blick zurück über die Schlucht zu werfen - Schwindelfreiheit vorausgesetzt!

  • Strecke: 700 Meter, Dauer: etwa 45 Minuten

Alpspitz Ferrata, Wettersteingebirge

Die markante Klammern-Eisenleiter des Klettersteigs Alpspitze ist ein Klassiker unter den Klettersteigen in den bayerischen Alpen und führt direkt hinauf zum Alpspitzgipfel in 2628 Meter Höhe. Mit ihren Tritten und Drahtseilen ist die Alpspitz Ferrata bestens ausgebaut und daher auch für Einsteiger zu empfehlen. Der Anstieg des Klettersteigs verspricht atemraubende Aussichten und am Gipfelkreuz bietet sich ein Panoramablick über das Wettersteingebirge. Eine beliebte Tour führt von der Bergstation der Alpspitzbahn am Osterfelderkopf zum Klettersteig und hinauf auf den Gipfel, bevor es über den Nordwandsteig wieder zurück zum Startpunkt geht.

  • Strecke: 3,3 Kilometer, Dauer: 4 Stunden
Mittenwalder Höhenweg, Klettersteig, Oberbayern

Wer sich für einen Aufstieg auf dem Mittenwalder Höhenweg entscheidet, wird mit traumhaften Fernblicken belohnt

Mittenwalder Höhenweg, Karwendel

An der Bergstation Karwendelbahn im westlichen Teil der Karwendel-Nordkette beginnt ein beliebter Klassiker unter den deutschen Klettersteigen. Auf dem Mittenwalder Höhenweg wird man mit grandiosen Ausblicken ins Karwendel und auf die umliegenden Bergketten belohnt. Der populäre Klettersteig ist zudem ein perfekter Anfänger-Steig: Neulinge bekommen viele Gelegenheiten, um sich mit dem Gehen am Drahtseil und leichten Kletterpassagen an Leitern im Felsen vertraut zu machen. Wer den Massen im Sommer entgehen möchte, sollte allerdings früh aufstehen!

  • Strecke: 12 Kilometer, Dauer: 7 Stunden

Mauerläufer-Klettersteig,

Wer eine echte Herausforderung und einen Klettersteig mit vielen Schwierigkeiten sucht, der kommt am Mauerläufer-Klettersteig nicht vorbei. Während populäre Klettersteige mit zahlreichen Eisen in den Fels geschlagen wurden, kommt der Mauerläufersteig in der Nordwand des Bernadeinkopfs mit sehr wenig Eisen, dafür mit möglichst viel Fels aus. Keine Klammern oder Tritthilfen helfen Kletterern hier beim Erklimmen der Felswand - hier ist Technik gefragt. Die Route folgt der Felsstruktur und große Tritte sorgen beim Umhängen der Karabiner für die nötige Sicherheit.

  • Strecke: ca. 400 Meter, Dauer: 5 Stunden
Bergsteigerin auf dem Klettersteig zur Zugspitze, Höllental, Deutschland

Die Bergtour durch das Höllental bis hinauf zur Zugspitze ist landschaftlich abwechslungsreich

Durch die Höllentalklamm zur Zugspitze

Abwechslungsreich, aussichtsreich, abenteuerreich - so lässt sich die konditionell anspruchsvolle Bergtour durch die Höllentalklamm bis hinauf auf den Gipfel der Zugspitze am besten beschreiben. Die beliebte Route führt zunächst von Hammersbach gemütlich durch das Höllental, folgt über einen Holzweg dem wilden Bergbach entlang durch die Enge der Höllentalklamm und hinauf zur "Höllentalangerhütte" auf 1387 Metern Höhe. Wer mag, kann hier übernachten und am nächsten Tag die restlichen, knapp 1600 Höhenmeter zum Gipfel in Angriff nehmen.

Der zweite Teil erfordert eine sehr gute Kondition, Klettergeschick und starke Nerven. Über Leitern und Eisenstifte führt der Klettersteig durch das Moränengelände, steil bis unter die senkrechten Wände des Riffelkamms und vorbei an plätschernden Gletscherspalten bis auf den Gipfel der Zugspitze.

  • Strecke: 9,5 Kilometer, Dauer: 8 Stunden

Hochthronsteig bei Berchtesgaden

Der Berchtesgadener Hochthronsteig gehört zu den schönsten Klettersteigen Bayerns. Die imposante, senkrechte Linienführung durch die Ostwand des Berchtesgadener Hochthrons macht ihn so besonders. Der Weg ist meist ab Anfang Juni begehbar. Auf 1894 Metern lockt die Berghütte Stöhrhaus des Alpenvereins zur Erholung nach einem anspruchsvollen Aufstieg. Mehrere ausgesetzte Passagen in der steilen Kalkwand lassen ein richtiges Klettergefühl aufkommen und erfordern auch Kraft und Ausdauer in den vertikalen Abschnitten. Daher ist der Klettersteig nur für erfahrene, trittsichere und schwindelfreie Bergsteiger mit guter Kondition zu empfehlen.

  • Strecke: 10,7 Kilometer, Dauer: 7-8 Stunden
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