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Hühner halten Artgerechte Hühnerhaltung: Was Anfänger beachten sollten

hühner halten
Hühner sind keine Einzelgänger, sie leben am liebsten in Gruppen
© andrea lehmkuhl - Shutterstock.com
Der Trend zum eigenen Huhn hält an. Doch bei der Hühnerhaltung werden oft grundlegende Fehler gemacht. Wir erklären, was Sie in Puncto Futter, Hühnerstall und Auslauf beachten müssen, wenn Sie Hühner im Garten halten möchten und welche rechtlichen Vorgaben gelten

Hühner halten im Garten? Dafür braucht es Platz!

Dass Hühner nur auf großen Bauernhöfen ein schönes Leben führen können, ist ein verbreiteter Irrglaube. Auch im heimischen Garten fühlen sich Hühner durchaus wohl. Wer ein paar Rahmenbedingungen beachtet, kann problemlos zuhause im Grünen ein paar Hühner halten.

Bevor die neuen Mitbewohner einziehen, muss ein passendes Gehege her. So klein ein Huhn auch ist - es ist ein Tier und braucht genug Platz zum Umherlaufen, Scharren und Picken.

Als Richtwert für die private Hühnerhaltung gilt: Für ein Huhn sollte man etwa zehn Quadratmeter Freilauffläche einplanen, wobei mehrere Hühner sich eine Freilauffläche teilen können, da ja nie zwei Tiere auf dem gleichen Fleck stehen.

Grundsätzlich benötigen große Hühnerrassen natürlich mehr Platz als kleinere. Bemessen Sie also den Auslauf für die Hühner möglichst großzügig!

Und der Hahn?

Viele Hühnerhalter fragen sich zu Beginn: Brauche ich neben den Hühnern auch einen Hahn? Und möchte ich überhaupt einen? Streng genommen benötigen Hennen keinen Hahn, um Eier zu legen. Sofern Sie nicht züchten möchten, ist ein Hahn zur Hühnerhaltung also nicht notwenig.

Allerdings übernimmt ein Hahn in der Hühnerschar in der Regel die Anführerrolle, er fungiert als Streitschlichter und hält die Hühner zusammen. In einer reinen Hennenhaltung wird ein besonders dominantes Huhn diese Rolle übernehmen.

Bauer füttert Hennen mit Getreide
Je nach Hühnerrasse unterscheiden sich die Tiere nicht nur im Aussehen, sondern haben auch ganz unterschiedliche Eigenschaften
© Pencil case - Shutterstock

Gerade in städtischen Gegenden werden es die Nachbarn danken, wenn kein krähender Hahn in die Nachbarschaft zieht. Wenn aber ein Hahn Teil der Gruppe werden soll, gilt als idealer Besatz ein Hahn auf zehn Hühner - weniger Hühner können, je nach Potenz des Hahnes, Stress für die Hennen bedeuten.

Stall und Auslauf sichern: Schutz vor Fuchs und Co.

Damit die Hühner nicht nach dem Einzug sofort wieder davonflattern, sollte der Auslauf am Hühnerstall mindestens mit einem stabilen Zaun umfriedet werden. Je nach Flugfähigkeit der Hühnerrasse muss der Zaun mehr oder minder hoch gezogen werden.

Wichtig ist eine ausreichende Zaunhöhe auch, um die Hühner vor Fressfeinden wie Füchsen und Mardern zu schützen. Noch sicherer, auch zum Schutz vor Greifvögeln, sind zu allen Seiten eingezäunte Gehege.

Wichtig ist außerdem ein ausreichend tiefer Untergrabschutz im Boden, damit sich Feinde nicht unter dem Zaun ihren Weg ins Gehege und in den Hühnerstall buddeln.

Der passende Außenbereich: Platz zum Scharren und Picken

Der Bereich im Garten für die Hühner sollte nicht nur aus Rasen bestehen. Die Tiere lieben es, im Boden nach Nahrung zu scharren und zu picken. Ein monotoner Auslauf sorgt bei Hühnern hingegen für Langeweile. Neben Rasenflächen und Erde zum Scharrenhelfen trockene Erde oder Sand dem Federvieh, um sich bei einem ausgiebigen Staubbad von Parasiten zu befreien. Auch Büsche und Sträucher mögen Hühner, um sich verstecken zu können.

Die richtige Unterbringung: Tipps für den Hühnerstall

Auch Hühner mögen ein Dach über dem Kopf - vor allem nachts. Ein solider Hühnerstall muss aus Sicht des Huhns zwar keinen Schönheitspreis gewinnen, aber einige Details müssen beim Bau oder Kauf dennoch beachtet werden. Ein artgerechter Hühnerstall benötigt:

  • eine ausreichende Größe: auf einem Quadratmeter finden maximal drei mittelgroße Hühner oder fünf Zwerghühner Platz
  • die richtige Lage: Ausrichtung der Frontseite nach Südosten
  • Legenester für die Eiablage
  • Sitzstangen mit Kotbrett, je Huhn etwa 25 cm Sitzstange
  • eine ausreichende, zugfreie Belüftung: eine Lüftungsklappe sorgt für Luftaustausch
  • eine Isolierung, um die Hühner besonders im Winter vor Kälte zu schützen
  • einen passenden Bodenbelag, zum Beispiel Holzmulch oder Sand. Auch Stroh ist geeignet, muss aber trocken bleiben
  • genügend Futtergefäße und Trinkschalen
  • ein verschließbares Schlupfloch zum Auslauf des Geheges
Frau hält Schale mit Hühnereiern in der Hand
Wer sich Hühner anschafft, sollte auch die Menge an potenziellen Eiern im Blick haben. Wenn es doch zu viele sind, sind Nachbarn dankbare Abnehmer
© PattyPhoto - Shutterstock

Das Futter: Was Hühner gern fressen

Neben der richtigen Unterbringung und dem täglichen Auslauf gehören auch der Zugang zu frischem Wasser und natürlich das richtige Futter zu einer artgerechten Hühnerhaltung.

Beim Scharren und Picken im Boden finden Hühner Insekten und Samen. Spezielle Körnermischungen, Obst und Gemüse sowie Muschelgritt gehören ebenfalls auf den Speiseplan.

Auch Haferflocken und aufgeweichtes Brot mögen Hühner zwischendurch sehr gern. Und wer seinen Hühnern etwas ganz Besonderes auftischen möchte, versucht es mit schmackhaften Mehlwürmern.

Übrigens: Die Fütterung eignet sich auch bestens zur Beschäftigung des Federviehs! Eine simple, aber effektive Methode ist es, Futter erhöht aufzuhängen. So müssen die Hühner springen oder sich einen Weg ausdenken, um an die Leckerbissen zu kommen. Ganze Salatköpfe oder Äpfel lassen sich leicht an einer Schnur befestigen.

Auch Stroh- oder Heuballen, in denen Körner oder andere Leckereien versteckt werden, sind eine beliebte Abwechslung. Die Hühner lieben es, den Ballen auseinander zu rumpfen, um an das Futter zu gelangen. Das beschäftigt sie stundenlang.

Die richtige Pflege und Stallreinigung

Hygiene ist bei der Hühnerhaltung das A und O, um Krankheiten und Parasiten zu vermeiden. Bei der Stallreinigung müssen folgende Aufgaben jeden Tag erledigt werden:

  • Einsammeln der frischen Eier
  • Reinigung von Wasserschale und Futternapf mit heißem Wasser
  • Frisches Trinkwasser bereitstellen
  • verschmutzte und feuchte Einstreu entfernen
  • frische Einstreu einfüllen
  • gegebenenfalls den Boden reinigen

Alle paar Tage müssen außerdem die Sitzstangen im Stall gesäubert und der Auslauf von Kot befreit werden. Die Legeboxen sollten alle zwei bis drei Wochen gründlich gereinigt und mit frischem Stroh ausgelegt werden. Der Stall sollte zudem jedes Jahr innen neu gekalkt werden.

Rechtliches rund um die Hühnerhaltung

Beim Thema Hühnerhaltung gibt es viele rechtliche Vorgaben zu beachten. Hier die wichtigsten im Überblick:

  1. Für Hühner gilt die Meldepflicht. Die Tiere müssen beim zuständigen Veterinäramt und der Tierseuchenkasse registriert werden.
  2. Hühnerhalter sind verpflichtet, Hahn und Henne regelmäßig gegen die Newcastle-Krankheit impfen zu lassen.
  3. Für einen feststehenden Hühnerstall kann eine Baugenehmigung erforderlich sein. Infos hierzu liefert das zuständige Bauamt.
  4. Hühner gelten als Kleintiere. Daher dürfen Privatmenschen auch in reinen Wohngebieten ohne extra Genehmigung Hühner halten.

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