Hühner halten Artgerechte Hühnerhaltung: Tipps für Anfänger

Der Trend zum eigenen Huhn hält an. Doch bei der Haltung werden oft grundlegende Fehler gemacht. Wir erklären, was Sie beachten müssen, wenn Sie Hühner im Garten halten möchten
hühner halten

Hühner sind keine Einzelgänger, sie leben am liebsten in Gruppen

Hühner halten im Garten? Dafür braucht es Platz!

Dass Hühner nur auf großen Bauernhöfen ein schönes Leben führen können, ist ein verbreiteter Irrglaube. Auch im heimischen Garten fühlen sich Hühner durchaus wohl - wenn man ein paar Rahmenbedingungen beachtet.

Bevor die neuen Mitbewohner einziehen, muss ein passendes Gehege her. So klein ein Huhn auch ist - es ist ein Tier und braucht genug Platz zum Umherlaufen, Scharren und Picken.

Als Richtwert für die private Hühnerhaltung gilt: Für ein Huhn sollte man etwa zehn Quadratmeter Freilauffläche einplanen, wobei mehrere Hühner sich eine Freilauffläche teilen können, da ja nie zwei Tiere auf dem gleichen Fleck stehen.

Grundsätzlich benötigen große Hühnerrassen natürlich mehr Platz als kleinere. Bemessen Sie also den Auslauf möglichst großzügig!

Und der Hahn?

Viele Hühnerhalter fragen sich zu Beginn: Brauche ich einen Hahn? Und möchte ich einen? Streng genommen benötigen Hennen keinen Hahn, um Eier zu legen. Sofern Sie nicht züchten möchten, ist ein Hahn daher nicht notwenig.

Allerdings übernimmt ein Hahn in der Hühnerschar in der Regel die Anführerrolle, er fungiert als Streitschlichter und hält die Schar zusammen. In einer reinen Hennenhaltung wird ein besonders dominantes Huhn diese Rolle übernehmen.

Gerade in städtischen Gegenden werden es die Nachbarn danken, wenn kein krähender Hahn in die Nachbarschaft zieht. Wenn ein Hahn Teil der Gruppe werden soll, gilt als idealer Besatz ein Hahn auf zehn Hühner - weniger Hühner können, je nach Potenz des Hahnes, Stress für die Hennen bedeuten.

Das Gehege sichern: Schutz vor Fuchs und Co.

Damit die Hühner nicht nach dem Einzug sofort wieder davonflattern, sollte der Auslauf mindestens mit einem stabilen Zaun umfriedet werden. Je nach Flugfähigkeit der Rasse muss der Zaun mehr oder minder hoch gezogen werden.

Wichtig ist eine ausreichende Zaunhöhe auch, um die Hühner vor Fressfeinden wie Füchsen und Mardern zu schützen. Noch sicherer, auch zum Schutz vor Greifvögeln, sind zu allen Seiten eingezäunte Gehege.

Wichtig ist auch ein ausreichend tiefer Untergrabschutz im Boden, damit sich Feinde nicht unter dem Zaun ihren Weg ins Hühnergehege buddeln.

Der passende Außenbereich: Platz zum Scharren und Picken

Der Bereich im Garten für die Hühner sollte nicht nur aus Rasen bestehen. Die Tiere lieben es, im Boden nach Nahrung zu scharren und zu picken. Ein monotoner Auslauf sorgt hingegen für Langeweile. Neben Rasenflächen und Erde zum Scharren helfen trockene Erde oder Sand dem Federvieh, um sich bei einem ausgiebigen Staubbad von Parasiten zu befreien. Auch Büsche und Sträucher mögen Hühner, um sich verstecken zu können.

Die richtige Unterbringung: Tipps für den Hühnerstall

Auch Hühner mögen ein Dach über dem Kopf - vor allem nachts. Ein solider Hühnerstall muss aus Sicht des Huhns zwar keinen Schönheitspreis gewinnen, aber einige Details müssen beim Bau oder Kauf dennoch beachtet werden. Ein artgerechter Hühnerstall benötigt:

  • eine ausreichende Größe: auf einem Quadratmeter finden maximal drei mittelgroße Hühner oder fünf Zwerghühner Platz
  • die richtige Lage: Ausrichtung der Frontseite nach Südosten
  • Legenester für die Eiablage
  • Sitzstangen mit Kotbrett, je Huhn etwa 25 cm Sitzstange
  • eine ausreichende, zugfreie Belüftung: eine Lüftungsklappe sorgt für Luftaustausch
  • eine Isolierung, um die Hühner besonders im Winter vor Kälte zu schützen
  • ein passender Bodenbelag, zum Beispiel Holzmulch oder Sand. Auch Stroh ist geeignet, muss aber trocken bleiben
  • genügend Futtergefäße und Trinkschalen
  • ein verschließbares Schlupfloch zum Außenbereich

Das Futter: Was Hühner gern fressen

Neben der richtigen Unterbringung und dem täglichen Auslauf gehören auch der Zugang zu frischem Wasser und natürlich das richtige Futter zu einer zur artgerechten Hühnerhaltung.

Beim Scharren und Picken im Boden finden Hühner Insekten und Samen. Spezielle Körnermischungen, Obst und Gemüse sowie Muschelgritt gehören ebenfalls auf den Speiseplan.

Auch Haferflocken und aufgeweichtes Brot mögen Hühner zwischendurch sehr gern. Und wer seinen Hühnern etwas ganz Besonderes auftischen möchte, versucht es mit schmackhaften Mehlwürmern.

Übrigens: Die Fütterung eignet sich auch bestens zur Beschäftigung des Federviehs! Eine simple, aber effektive Methode ist es, Futter erhöht aufzuhängen. So müssen die Hühner springen oder sich einen Weg ausdenken, um an die Leckerbissen zu kommen. Ganze Salatköpfe oder Äpfel lassen sich leicht an einer Schnur befestigen.

Auch Stroh- oder Heuballen, in denen Körner oder andere Leckereien versteckt werden, sind eine beliebte Abwechslung. Die Hühner lieben es, den Ballen auseinander zu rumpfen, um an das Futter zu gelangen. Das beschäftigt sie stundenlang.

Weisse und braune Eier
Endlich verstehen
Darum gibt es weiße und braune Hühnereier
Ein Ei gleicht dem anderen? Nicht ganz! Es kursieren viele Gerüchte, weshalb Hühner verschiedenfarbige Eier legen. Wir verraten Ihnen, welche Theorie stimmt

Die richtige Pflege und Stallreinigung

Hygiene ist bei der Hühnerhaltung das A und O, um Krankheiten und Parasiten zu vermeiden. Bei der Stallreinigung müssen folgende Aufgaben jeden Tag erledigt werden:

  • Einsammeln der frischen Eier
  • Reinigung von Wasserschale und Futternapf mit heißem Wasser
  • Frisches Trinkwasser bereitstellen
  • verschmutzte und feuchte Einstreu entfernen
  • frische Einstreu einfüllen
  • gegebenenfalls den Boden reinigen

Alle paar Tage müssen außerdem die Sitzstangen im Stall gesäubert und der Auslauf von Kot befreit werden. Die Legeboxen sollten alle zwei bis drei Wochen gründlich gereinigt und mit frischem Stroh ausgelegt werden. Der Stall sollte zudem jedes Jahr innen neu gekalkt werden.

Rechtliches rund um die Hühnerhaltung

Beim Thema Hühnerhaltung gibt es viele rechtliche Vorgaben zu beachten. Hier die wichtigsten im Überblick:

  1. Für Hühner gilt die Meldepflicht. Die Tiere müssen beim zuständigen Veterinäramt und der Tierseuchenkasse registriert werden.
  2. Hühnerhalter sind verpflichtet, Hahn und Henne regelmäßig gegen die Newcastle-Krankheit impfen zu lassen.
  3. Für einen feststehenden Hühnerstall kann eine Baugenehmigung erforderlich sein. Infos hierzu liefert das zuständige Bauamt.
  4. Hühner gelten als Kleintiere. Daher dürfen Privatmenschen auch in reinen Wohngebieten ohne extra Genehmigung Hühner halten.

Weitere Infos zu diesem Thema finden Sie hier.