Einmal rund - mit dem Wohnmobil durch Island

Reisebericht

Einmal rund - mit dem Wohnmobil durch Island

Reisebericht: Einmal rund - mit dem Wohnmobil durch Island

Im Juni 2015 gings für uns einmal um Island: auf der Ringstraße mit dem Wohnmobil. Von Keflavik gings über die Halbinsel Reykjanes nach Reykjavik. "Golden Circle", Vik, Skaftafell und Jökulsarlon waren die großen Themen im Süden der Insel, bevor es über Egisstadir und Borgarfjördur Eystri in den deutlich kälteren Norden ging. Über Myvatn und Snaefelsnes gings zurück nach Keflavik.

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02.06.2015

Ankunft in Keflavik

neuer Leuchtturm von Gardur

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Endlich ist es soweit. Auf diesen Urlaub haben wir uns schon seit Wochen vorbereitet, Reiseführer und Reiseberichte gewälzt, Routen zusammengestellt, die Wettervorhersagen verfolgt - was zu einer echten Vorfreude halt so alles dazugehört.
Wir landen am frühen Nachmittag in Keflavik, bei leichter Bewölkung und etwa 8°C.
Am Ausgang nimmt uns eine freundliche Mitarbeiterin von Touring Cars ab und bringt uns zur Wohnmobilvermietung.
Nach einer gründlichen Einweisung und dem "Damage-Check" übernehmen wir ein fast neues Wohnmobil (etwa 4000 km) vom Typ T135. Die Besonderheit gegnüber den bisherigen Fahrzeugen: Es hat eine separate Duschkabine in der Nasszelle, ein großer Vorteil!
Da es häufig Windwarnungen geben kann und man mit derartigen Fahrzeugen Windgeschwindigkeiten ab ca. 15 m/s meiden sollte, bekommen wir ein Tablet mit, damit wir für derartige Meldungen erreichbar sind. Gegen geringen Aufpreis können wir es als Hotspot für iPad und netbook benutzen.
Da sich die Windmeldungen heute im kritischen Bereich bewegen, fahren wir einkaufen und suchen schon bald den Campingplatz in Gardur auf, der auch von Kria-Tours für die erste Nacht empfohlen wurde. Eigentlich ist es kein richtiger Campingplatz, sondern eine kostenlose Stellfläche am Nord-West-Zipfel von Reykjanes, ohne Strom, aber mit zwei beheizten WCs und einer großen Spüle. Die Lage ist recht reizvoll zwischen zwei Leuchttürmen in einem Vogelbeobachtungsgebiet.
Durch den Wind ist es ziemlich kalt und ungemütlich. Da nachts Temperaturen um 2°C angekündigt sind und das Wohnmobil ab 5°C das Wasser ablässt, heizen wir auch über Nacht Wasser und Fahrzeug.



am Leuchtturm



03.06.2015

Halbinsel Reykjanes

Der Wind hat deutlich nachgelassen, die Wolken haben sich verzogen. Wir starten in einen sonnigen Tag.
Für heute steht eine Fahrt über die Halbinsel Reykjanes auf dem Programm.

Die Fahrt führt durch verschiedenste Formen von Lavafeldern, riesige Ausdehnungen eines unwirklichen Nichts.

- Erster Anlaufpunkt ist die "Brücke zwischen den Kontinenten". Hier ist symbolisch eine Brücke über den Graben zwischen der eurasischen und der nordamerikanischen Kontinentalplatte gebaut. Dieser Graben zieht sich quer durch Island und ist an mehreren Stellen deutlich sichtbar. Die Platten driften pro Jahr etwa 2,5 cm auseinander.

Ganz nett, aber nicht unbedingt umwerfend!
Von hier aus sieht man übrigens zur Insel Eldey, einem Vogelschutzgebiet vulkanischen Ursprungs.
Vom Parkplatz aus erkennt man schon das nächste Ziel:

- Die Geothermalfelder bei Gunnuhver
Über einen Holzsteg kann man die qualmenden, zischenden und nach faulen Eiern riechenden "Mud Pools" besichtigen.
Ein sehr beeindruckender Einstieg in dieses Thema, das für Islands Energie-und Warmwasserversorgung eine große Rolle spielt.
An einer Stelle sind Reste des Wegs erkennbar, der im Herbst 2014 durch die Enstehung eines neuen Schlammgeysirs zerstört wurde.

- Was natürlich nicht fehlen darf: der Besuch der "Blauen Lagune"!
Wir folgen dem Tipp im Resiseführer und verzichten hier auf den Besuch des Thermalbades. Der Parkplatz ist voller Reisebusse, abschreckend genug!
Durch den natürlichen Teil dieser Lagune führt ein Spazierpfad. Die Sinther-Ablagerungen im Wasser und die moosbewachsenen Lavafelder sind sehenswert. Mit ein bißchen Phantasie kann man in diesen bizarren Formen durchaus verschiedenste Trolle erkennen.

- Höhepunkt für heute ist das Geothermalgebiet Krýsuvík.
Die Farben und Formen hier sind unbeschreiblich. Wir lassen uns ausgiebig Zeit, uns dieses Gebiet anzusehen ud auf uns wirken zu lassen. Überall gibt es neue Eindrücke dieser blubbernden und zischenden Bereiche.

Abends fahren wir nach Reykjavik, um auf dem Campingplatz am Stadtrand zu übernachten.
Temperatur: ca. 15°C, fast windstill.



Krýsuvík



Reykjavik

4.6. Reykjavik

Heute ist ein Stadtbummel durch Reykjavik angesagt.
Wir parken am Hafen und beginnen mit der Besichtigung der Harpa, einer Konzerthalle in moderner Architektur. Beeindruckend und sehr sehenswert!
Da es mittlerweile anfängt, leicht zu regnen, lassen wir uns hier Zeit. Mittags gibts eine Kleinigkeit (Döner, Fischsuppe, Tee, Cola) in einem Café - und sind schnell mal 40 Euro los!
Die Kirche Hallgrímskirkja mit Rundblick vom Kirchturm darf natürlich auch nicht fehlen.
Wir beenden schließlich unsere Stadtbesichtigung mit einem Besuch der Perlan, einem Heißwasserspeicher hoch über der Stadt.
Parken und Eintritt sind übrigens kostenlos, ebenfalls die sehr sauberen öffentlichen Toiletten. Nur der Kirchturm kostet Eintritt.

Wir übernachten eine zweite Nacht auf dem Campingplatz in Reykjavik.



Jetzt schon an Weihnachten denken!



05.06.2015

Golden Circle

Ein sonniger Tag, Temperaturen um die 12°C!

Pingvellir mit der Alemännerschlucht, Geysir und Gulfoss sind heute unsere Ziele.

Ein Spaziergang bei Pingvellir, durch die Schlucht und zum Silfragraben ist sehr eindrucksvoll. Rauhe Lava und fast liebliche Auenlandschaft treffen aufeinander.
Am Silfragraben treffen wir auf Taucher, die gerade begeistert von einem Tauchgang zurückkommen. Die Sicht beträgt hier fast 100 m in die Tiefe!

Eine ganz andere Faszination geht von den Geysiren aus: Der "große" Geysir, Namensgeber aller Geysire, ist zwar mittlerweile nicht mehr aktiv, aber sein etwas kleinerer Nachbar Strokkur macht seinen Job zuverlässig.
Etwa alle 5 Minuten spritzt eine 20 m hohe Fontäne von heißem Wasser in die Höhe. Aber diese Fontäne ist nicht das eigentliche Schauspiel: kurz bevor das Wasser hochschießt, bildet sich eine türkisblaue Wasserblase. Schließlich platzt sie und gibt die Fontäne frei. Gesehen? Ja, schon, aber das will ich nochmal sehen! So geht das eine ganze Weile immer und immer wieder!
Irgendwann können wir uns losreißen und einen Rundgang über das Gelände machen, bvor wir zum Gulfoss weiterfahren.

Wir haben Glück: die Nachmittagssonne beleuchtet die Gischt und es gibt einen herrlichen Regenbogen. Nachdem wir uns den Wasserfall von allen möglichen Seiten angesehen haben, stellt sich die Frage: wo wollen wir übernachten? Wie weit wollen wir heute noch fahren? Da es schon relativ spät geworden ist und es uns hier gefällt, übernachten wir hier auf dem Parkplatz. (Wir erkundigen uns sicherheitshalber im Ausflugscafé, aber das ist vollkommen legal!)
Wir sind zwar nicht die Einzigen hier über Nacht, aber es bleibt schön ruhig und hat eine einzigartige Atmosphäre.



geplatzt


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Kommentare

  • weltreisen

    ein interessanter reisebericht mit schönen bildern - wenn es nur nicht so kalt dort wäre...
    inge

  • GabiT

    Ja, ich glaube, die Temperaturen schrecken viele ab. Für mich war das eher beruhigend, da ich sehr schnell unter hohen Temperaturen leide. Aber der Schneefall am Myvatn war dann doch etwas zu ungemütlich.

  • ouzo

    Ein sehr schöner Reisebericht - wir waren Ende Mai auf Island und er hat großartige Erinnerungen an eine fantastische Landschaft geweckt... Da bekommt man Lust, gleich wieder hin zu fahren!
    Übrigens: Hinter einem Wasserfall entlang zu laufen ist etwas ganz Tolles - Wir waren klitschnass, es war kalt aber wir haben uns gefreut wie Kinder - das sollte man nicht verpassen!
    LG Ouzo

  • GabiT

    Hallo Sandy,
    danke für dein Feedback zu meinem Bericht.
    Das Stichpunktartige ist durchaus gewollt, um das Wichtigste überschaubar zusammengefasst rüberzubringen. Sonst ist die Gefahr groß, dass man irgendwann nicht mehr weiterliest. (So gehts mir zumindest)
    LG Gabi

    Ich bin schon auf Beiträge von dir gespannt!

  • GabiT

    Hallo Ouzo,
    ja, uns gehts genauso! Vor allem bei der Hitze sehne ich mich nach kühleren Gefilden...und die Eindrücke waren einfach überwältigend.
    Das mit dem Wasserfall stimmt schon. Aber wir waren noch etwas übersättigt von den vielen Wasserfällen in den Urlauben vorher. Gerade Norwegen und Kanada haben da ja auch einiges zu bieten. Da waren die neuen Themen diesmal verlockender.
    Danke und liebe Grüße
    Gabi

  • reisefreudig

    Servus Gabi, obwohl in keiner Hinsicht ein "Wohnmobil"-Freak, trotzdem war es sehr interessant an dieser "Wohnmobil"-Reise mit Euch dabei zu sein. Meine Kinder reisen auch so wie Ihr. Danke zur Idee, diese Insel muß ich erst noch "knacken" ( aber mit Hotel und Mietwagen, ha,ha, ), für mich ein reiner 5* - Bericht,
    lg Harald

  • GabiT

    Danke Harald!
    Wir hatten auch lange überlegt, ob Wohnmobil oder eine andere Art zu reisen, auch wegen der Möglichkeit, ins Hochland zu fahren.
    Aber Hochland- da fehlt uns die Erfahrung mit solchen Touren und 4X4-Fahrzeugen.
    Uns gefällt halt die Unabhängigkeit durch das Wohnmobil, hat aber sicher auch seine Nachteile.
    Hotel und Mietwagen geht sicherlich auch sehr gut, Icelandair bietet z.B. eine Vielzahl an Hotels an markanten Orten, B&B ist auch eine Alternative. Die Isländer sollen sehr gastfreundlich sein!
    LG Gabi

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  • Blula

    Liebe Gabi!
    Ja, diesem Bericht von Dir habe ich natürlich quasi schon entgegengefiebert, nachdem ich ja in letzter Zeit bereits so 'peu à peu' Deine interessanten Aufnahmen von dieser Reise betrachten durfte. Am meisten würden mich ja auf Island die Geysire beeindrucken. Die Faszination dieser Naturschauspiele sollte man wirklich einmal live erleben, denke ich. Schon allein Dein Bericht darüber hat mich begeistert. Und Island bietet ja darüber hinaus noch so viel mehr, so würde ich auch gerne mal die Eisberge am Jökulsarlon sehen und die niedlichen Papageientaucher. Ich glaube ich ziehe mich irgendwann mal warm an und mach doch mal eine Reise in den hohen Norden.... nach Island.
    Danke für diesen tollen Reisebericht!
    LG Ursula

  • cablee

    Hallo Gabi,

    als Womo-Reisende habe ich natürlich ein besonderes Interesse an Beschreibungen dieser Art. Danke fürs Mitnehmen und die Einblicke in eure Erlebnisse.
    Und ich muss sagen: ganz nach meinem Geschmack!
    LG
    Gila

  • GabiT

    Hallo Ursula, hallo Gila,

    ganz herzlichen Dank!
    Ich denke, wenn man sich auf das nordische Klima einstellen kann, wird man belohnt!
    -Außerdem: auch wenns kalt ist, besonders nachts, ist es immerhin fast durchweg hell! ;)
    LG Gabi

  • Schalimara

    Das Wohnmobil scheint für diese Lande eine gute Idee zu sein. Man ist halt völlig unabhängig. Toller Reisebericht mit schönen Fotos, die trotz Kälte Lust auf Island machen.

  • Ra2006

    Servus Gaby
    toller Reisebericht, als ich in Island war, auch im Juni, hatten wir 3Tage Regen und 3 Tage Sonne, trotzdem hat mir die Reise gut gefallen. Viele Leute schreckt das Wetter, eine Bekannte von hat aber in Island einen
    Sonnenbrand bekommen, 30 Grad.
    LG René

  • windweit

    Liebe Gabi,
    Island ist so beeindruckend, daß mir das Wetter bei meinem eigenen Besuch vor vielen Jahren (fast) egal war und so ist es Euch offensichtlich auch ergangen. Ein Sehnsuchtsziel auch nach der Reise, oder?!
    Nicht nur in den Fotos, auch in den Bildern, die Deine Erzählung in mir erzeugt hat, finden sich meine eigenen Erinnerungen wieder und noch viel mehr.. Mir war der Bericht zu kurz, ich will mehr (Das ist als Lob gemeint :-). Und ich glaube ich will mal wieder hinfahren - nach Island.
    LG Gabi

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  • Justyna_K

    Hallo Gabi,
    ich war schon zwei Mal auf Island (2014/2015) und bin begeistert von diesem Land. Dein Reisebericht mit vielen schönen Fotos hat mir sehr gut gefallen. Danke für die schönen Erinnerungen!!!

    LG,
    Justyna

  • GabiT

    Liebe Schalimara, lieber René, liebe Gabi, liebe Justyna,

    ganz herzlichen dank für Euer nettes Feedback.
    Ja, ich denke, mit dem Wohnmobil hat man, zumindest auf der Ringstraße, die größte Unabhängigkeit. Da es zu dieser Zeit nirgends richtig voll war, waren auch die meisten Campingplätze sehr ansprechend und sauber.
    Das Wetter ist wohl tatsächlich der Punkt, der viele Urlauber abschreckt. Auch mein Freundeskreis reagiert diesbezüglich sehr unterschiedlich. Aber wer einmal dort war, ist absolut begeistert. Danke Gabi, für dein Lob. Ich weiß nicht, ob der Bericht allem so gerecht wird, wie es war. Es geht eine unglaubliche Faszination von dieser Insel aus, die einen regelrecht in ihren Bann zieht. Warum, lässt sich nicht immer in Worte fassen. Wer weiß- vielleicht haben ja die Trolle und Elfen hier ihre Hand im Spiel ;)

    LG Gabi

  • auf-Achse-sein.de

    Einen schönen Reisebericht und ein paar wirklich tolle Bilder hast du da! Obwohl wir auch gerne mit dem Wohnmobil unterwegs sind, schreckt uns hier das Wetter etwas ab. Schlechtes Wetter können wir zwar ertragen - aber nur, wenn es verhältnismäßig warm ist. Dennoch lädt der Bericht und die Bilder ein, sich darüber nochmal Gedanken zu machen.
    ´LG
    Christa

  • GabiT

    Danke, Christa. Das mit dem Wetter ist auf Island absolute Glückssache. Der Sommer war 2015 allerdings auch für isländische Verhältnisse relativ kalt. Wir hatten immerhin das Glück, dass es nur phasenweise geregnet hat und viele trockene Abschnitte dabei waren. Es gibt auch Berichte, wo von 14 Tagen waagerechtem Regen dei Rede ist...und mit WoMo ist der Wind auch häufig ein Problem.
    LG Gabi

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