Königliches Sinaia

Reisebericht

Königliches Sinaia

Reisebericht: Königliches Sinaia

Als "Perle der Karpaten" ist Sinaia in ganz Rumänien bekannt. Das Bergstädtchen mit seinen 11.000 Einwohnern und vielen, überwiegend einheimischen Touristen und Wochenend-Ausflüglern, wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

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Sinaia-Villa 1

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„Eine Nacht in Sinaia lohnt, denn es gibt eine große Fülle von Unterkünften in modernen Villen und schönen Altbauten – in allen Preisklassen. Rund 25 Hotels, 50 Pensionen und 50 Villen konkurrieren um die Gunst der Gäste“. So steht’s im Reiseführer. Und wir waren in solch einer Villa untergebracht. Ursprünglich wollten wir in ein Hotel, aber ausgerechnet jetzt war in Sinaia ein Musik-Festival und kaum ein Zimmer zu kriegen.

Nun ja, dann auf in die Villa. Zwar kann man in Rumänien in einfacheren Unterkünften sehr preisgünstig unterkommen, das gilt aber nicht für die besseren Unterkünfte in den Städten. Und vor allem nicht für Villen in Sinaia. Da kann man durchaus von westlichem Preisniveau (bzw. nur wenig darunter) ausgehen.

Teure Unterkunft, dafür aber stilvoll. Hier ein paar Bilder davon.



Sinaia-Villa 2



Schloss Peles

Carol I. vor seinem Schloss

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Das in den 1880er Jahren erbaute Schloss war die Sommer-Residenz der rumänischen Königsfamilie und gilt als eine Art „Neuschwanstein der Karpaten“. Wir waren an einem Montag da. Das hatte den Nachteil, dass die Innenräume nicht besichtigt werden konnte und den Vorteil, dass wenige Besucher da waren. Immerhin durften wir auf das Gelände.



Schloss Peles



Innenhof Schloss Peles 1

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Nach der Gründung des Staates Rumänien unter Fürst Alexandru Ioan Cuza wurde der reformfreudige Fürst erst mal gestürzt (siehe Reisebericht „Mitten in der Walachei“, Seite 2). Die zerstrittenen Bojaren-Familien kamen immerhin zur Einsicht, dass nur ein Ausländer ihre Machtkämpfe beenden könne und beauftragten Napoleon III. von Frankreich mit der Königssuche.



Innenhof Schloss Peles 2



Innenhof Schloss Peles 6

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Und Napoleon wählt seinen Verwandten Karl Eitel Friedrich Zephyrinus Ludwig von Hohenzollern-Sigmaringen, der als Carol I. 1866 zum König von Rumänien gekrönt wird. Es lohnt sich nicht unbedingt, sich über das rumänische Königshaus Gedanken zu machen. Zum einen war das stellenweise peinlich, was die da aufgeführt haben, zum andern nicht wirklich gut für Rumänien. Dazu kommt, dass kein einziger Tropfen rumänischen Blutes in den Adern des rumänischen Königshauses fließt. Nach der Abdankung des letzten Königs im Jahr 1947 weinten dem Königshaus nur wenige Rumänen nach.



Innenhof Schloss Peles 7



Königin Carmen Silva bei der...

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In der sozialistischen Zeit diente das Schloss zu repräsentativen Zwecken. Unter anderem war hier US-Präsident Gerald Ford zu Gast. Heute gehört das Schloss wieder der Königsfamilie, die hier aber nicht wohnt, sondern das Schloss an den Staat „vermietet“.



Wächter des Schlosses



Basedow-Löwe 1

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Im Agrarland Rumänien hatte die sozialistische Staatsform nur wenige Anhänger. Bei allem Ärger über das System oder die Funktionäre vor Ort – den König wollte keiner zurück. Zumindest keiner vom Volk. Nach Ende des Sozialismus gibt es zumindest eine nennenswerte Kraft, die positiv vom Königshaus spricht: die Rumänisch- Orthodoxe Kirche. Und die hat nun mal gewaltigen Einfluss und predigt gerne in den Kirchen vom „guten König“, der schon immer auf der Seite der Kirche war.

Heutzutage gibt es wieder Königs-Denkmäler, Straßen werden nach den Königen benannt und die Leser von den „Klatschblättern“ freuen sich über „Königs“.



Basedow-Löwe 2



Schloss Pelisor

Wappen-Bär

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Unweit des großen Schlosses ist das kleinere Schloss Pelisor, das als Sommer-Residenz für den Thronfolger diente.



Schloss Pelisor


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Kommentare

  • Zaubernuss

    Wieder einmal mehr erzählst Du uns aus Rumänien mit grosser Sachkenntnis und streust aussagekräftige Bilder ein, die den Text ergänzen. Was Du über die verschiedenen Brote, Hostien, erzählst, ist sehr merkwürdig ! Die Popen scheinen ja immer noch dazu beizutragen, dass nicht alle Gläubigen gleichgestellt sind, nicht einmal vor Gott, so scheint es mir...
    LG: Ursula

  • Blula

    Lieber Edwin!
    Ich kann mich den Worten von @Zaubernuss/Ursula nur anschließen. Du öffnest uns mit Deinen Berichten über Rumänien quasi die Tür zu einem Land, das in den Augen vieler Mitmenschen nicht unbedingt zu den touristischen highlights gehört. Man kann Dir nur dafür danken. Es ist unschwer zu erkennen, wie verbunden Du Dich mit diesem Land fühlst. Kaum ein anderer außer Dir hätte diese Sachkenntnis.
    LG Ursula

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