Südafrika malariafrei - mit Kindern Afrika erleben

Reisebericht

Südafrika malariafrei - mit Kindern Afrika erleben

Reisebericht: Südafrika malariafrei - mit Kindern Afrika erleben

Ein Kontinent in einem Land - so wirbt Südafrika um seine Touristen. Und tatsächlich hat das Land eine solche Vielfalt an Landschaftsformen (Gebirge, Wüsten, Savannen, immergrüne Landstriche, 2 Ozeane, mit Kapstadt die 'schönste Stadt der Welt'...) und Bevölkerungsgruppen zu bieten, wie sie normalerweise nur ein ganzer Kontinent präsentieren kann. Verlockung genug für die ganze Familie!

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Prolog

Zwei Beweggründe habe ich, hier und heute einen Reisebericht über Südafrika zu schreiben. Zum einen natürlich die nahende Fußball-WM, durch die das Land als Reiseziel in aller Munde ist. Zum anderen wurde ich inspiriert durch die Umfrage zum Thema "Reisen mit Kindern", die die Redaktion gerade gestartet hat. Vor allem die Kommentare dazu haben mich ermuntert, unsere Erfahrungen zu diesem Thema hier zu veröffentlichen.

"Südafrika, mit den Kindern? Seid ihr verrückt? Die Kriminalität! Malaria! Durchfall! Gefährliche Tiere!" Das bekommen wohl alle Familien von den Großeltern zu hören, wenn sie mit ihren Kindern eine Reise nach Südafrika planen. Die Verlockungen des Landes waren für uns aber größer als die gesammelten Argumente aller heimischen Bedenkenträger und so planten wir sehr sorgfältig eine FAMILIENGERECHTE Rundreise durch das spannende Land.



Eine Malariaprophylaxe wollten wir unseren damals 7 und 11 Jahre alten Söhnen nicht zumuten - nicht für einen freiwilligen Urlaubsaufenthalt, dazu sind die Nebenwirkungen einfach zu groß. Es gibt aber in Südafrika viele Regionen, die malariafrei sind und vom Tier- und Landschaftserlebnis her mindestens so viel zu bieten haben wie der Krüger-Nationalpark, der für uns nicht in Frage kam.
Diese Gebiete sind zum einen die gesamte Kapregion und zum anderen die Waterberge und Pilanesberg nordwestlich von Johannesburg.
Für Kinder sind natürlich die Safaris der Höhepunkt einer solchen Reise, deshalb entschieden wir uns für den umgekehrten Reiseverlauf wie sonst üblich:
Wir starten in Kapstadt, erkunden zunächst die Kapregion, wenden uns dann nach Osten, die Garden Route entlang. Erst in der zweiten Woche beginnt der Safariteil, die Reise steigert sich also für die Kinder von Tag zu Tag und endet in den Waterbergen in zwei spektakulären Parks. Zurück fliegen wir ab Johannesburg.

Die ganze Reiseabfolge erwies sich im Nachhinein als so gelungen, dass ich sie in Form eines Tagebuches hier präsentieren möchte - gewürzt mit einigen Erlebnissen, aber gemeint als umfassender Reisetipp, zur Nachahmung für Familien absolut empfohlen.

Selbstverständlich kann der Bericht keinen Reiseführer ersetzen, schon gar nicht eine Sicherheits- oder Impfberatung, ich möchte lediglich einige unserer Erlebnisse und Erfahrungen schildern.



Cape Town

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Kapstadt

Twelve Apostles

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Freitag, 11. April

Ein sehr relaxter Nachtflug bringt uns nach Kapstadt. Keine Langeweile - gut geschlafen nach dem letzten Schultag vor den Osterferien. Keine Zeitverschiebung, kein Jetlag. Es ist morgens 9 Uhr und der Tag in Afrika kann beginnen.
Am Flughafen übernehmen wir unseren Mietwagen, einen hochbeinigen Toyota mit gutem Ausblick in die afrikanische Welt.



Wichtigster Teil der Einweisung: "Schließen Sie ihr Auto immer ab. Drücken Sie einmal die Fernbedienung - Auto ist zu. Drücken Sie nochmal - Alarmanlage ist an. Vergessen Sie das nie!"
Nein - das vergessen wir nie. Wir sind ja in der Hochburg der Kriminalität.



Capetown - Waterfront

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Kein Problem unsere Pension zu finden. Ein kleines Haus am Fuß des Tafelberges, von zwei jungen Frauen designt und geführt. Alles sehr stylisch, geschmackvoll afrikanisch.
(www.welgelegen.co.za)
Mangels Jetlag voller Tatendrang machen wir uns nach dem Auspacken auf den Weg Richtung Downtown/Waterfront, die ganze Long Street runter. Zu Fuß. Ohne Kamera. Nur eine Handvoll Bargeld in der Hosentasche. Wir rechnen fest damit, ausgeraubt zu werden bis aufs Hemd.

Am Greenmarket Square hat unser Jüngster zwar schon sein gesamtes Urlaubstaschengeld in eine Herde handgeschnitzter Giraffen umgesetzt, wir bleiben ansonsten aber völlig unbehelligt. Wider Erwarten immer noch im Besitz unserer Barschaft erreichen wir die Waterfront. Bummeln, schauen uns um. Afrika haben wir uns anders vorgestellt, das hier erinnert eher an San Francisco, Fisherman's Wharf. Der Einstieg in dieses Land erweist sich als ausgesprochen easy! Noch nicht mal beim Essen fühlen wir uns touristisch geneppt.



Kap der Guten Hoffnung

Samstag, 12. April
Der Blick aus dem Fenster zeigt uns, dass eine Auffahrt auf den Tafelberg unmöglich ist: dicke Wolken verhüllen die Bergstation. Also auf zur Kaprundfahrt!
Gar nicht weit von Kapstadt gibt es einige sehr angesehene Weingüter. Kein Spaß für Kinder, den Eltern bei der Weinprobe zuzuschauen, deshalb haben wir uns darauf geeinigt, NUR EIN EINZIGES anzuschauen, das aber ohne Gequengel. So landen wir in Buitenverwachting, besichtigen, kosten, kaufen. Der Vorrat sollte eigentlich für die ganze Reise reichen, überlebte aber die erste Woche nicht...
Weiter Richtung Kap. Kleiner Tipp: im Uhrzeigersinn fahren. In Südafrika herrscht Linksverkehr, also hat man das Meer und damit die Aussicht auf der "richtigen" Seite.



Quo vadis?



"Wer bist du denn?"

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Nächster Halt: Simonstown. Der Ort auf der Welt, an dem sich am einfachsten freilebende Pinguine beobachten lassen. Eine Kolonie Brillenpinguine lebt am Strand vor der Stadt.
Die putzigen Kerlchen siedeln längst nicht nur auf ihrem zugewiesenen Felsen - sie haben Straßen, Vorgärten und Carports beschlagnahmt, sehr zur Freude unserer Kinder, viel weniger erbaulich aber für die Anwohner. Pinguine stinken abscheulich...



"Schon wieder nur ein Homo...

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Die Weiterfahrt zum Kap verläuft auch nicht ganz reibungslos - Wegelagerer der afrikanischen Art halten uns auf!
Das Kap selber kosten wir bis zur letzten Spitze aus - eine Wanderung über den Felsen, die jedem Spaß macht. Auch wenn an dieser Stelle nicht Atlantischer und Indischer Ozean aufeinanderprallen, wie hin und wieder dargestellt - der Ort ist spektakulär.



Weidetiere

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Noch eine tierische Begegnung auf der Rückfahrt. Unweit des Nationalparks am Kap der Guten Hoffnung liegt eine von Deutschen betriebene Straußenfarm. Die besichtigen wir am Nachmittag. Um es vorweg zu nehmen: sie hat uns besser gefallen als später die berühmten Farmen in Oudtshoorn.



"Was guckst du?"

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STRAUSSENFACTS:
Strauße sind komplett verwertbar (Eier, Federn, Leder, Fleisch).
Ein Auge ist größer als das Hirn.
Strauße sind so blöd, dass sie sich jeden Tag mit demselben Trick die Eier klauen lassen und neue legen, bis zu 85 Stück pro Saison.
Das Ei ist extrem cholesterinhaltig, die Schale mit 2 mm so dick, dass ein Mensch darauf stehen kann.
Der Fuß hat 2 Krallen - eine zum Stehen, eine zum Balancieren.



Sonntag, 13. April
Aus dem Fenster freier Blick auf den Tafelberg, juhuu! Leider stellt sich schnell heraus, dass es stürmt und die Bahn nicht hinauffährt. Alternative: mit dem Auto auf den Signal Hill. Die sturmklare Aussicht ist herrlich, den Tafelberg müssen wir aber auf den nächsten Besuch verschieben ...
Früher fand man sich auf dem Signal Hill zum Sundowner ein. Sonnenuntergang hinter Robben Island, der Gefängnisinsel, auf der Nelson Mandela einsaß. Davon sollte man inzwischen Abstand nehmen - in der Dunkelheit ist es hier zu gefährlich. AN DIESE SICHERHEITSRATSCHLÄGE SOLLTEN SICH REISENDE UNBEDINGT HALTEN - so harmlos und friedlich sich diese Orte auch tagsüber präsentieren.
P.S. Wir sind immer noch nicht ausgeraubt worden ...


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Kommentare

  • Blula

    Liebe Ildiko! Habe doch gleich heute Abend noch nach Deinem neuesten Bericht sehen müssen und bin nicht davon losgekommen. Wunderbar und unterhaltsam geschrieben!! Du beschreibst hier alles .. die vielfältigen Landschaftsformen
    und Bevölkerungsgruppen, das sicher faszinierende Kapstadt... . Du bringst viele persönliche Eindrücke mit rein, tolle Fotografien..., ja auch dieser Bericht ist Dir wieder sehr gut gelungen.
    LG Ursula

  • 238EWT

    Liebe Ildiko,
    ein vergnüglicher Bericht, den ich gebiets- und gemütsweise nachvollziehen kann. Ich bin ja so happy, dass ich in Kapstadt nicht nur (fast windstill) die Seilbahn nach oben benutzen konnte, sondern auch von oben (wolkenfrei) das Panorama genießen durfte. Das war aber Ende Mai/Anfang Juni, also zu Beginn des südlichen Winters. Meinen Reisebericht hast Du ja schon hoffentlich verschlungen...
    GLG Eberhard

  • ingepeter (RP)

    Ein guter Bericht, der auch den letzten Zweifler übrzeugen sollte, daß SA nicht gefährlicher ist als D, nie habe ich mich auf meinen Reisen, auch in eher unwirtlichen Gegenden bedroht gefühlt. Natürlich sollte man auch dort genauso überlegt handeln wie zu Hause. Können wir unser Auto mit gesamten GEpäck hier unverschlossen stehen lassen? sicherlich habt ihr auch Glück gehabt, aber das ist hier auch nötig.
    Deine Reiseroute mit den Kindern ist mit Bedacht ausgewählt und konnte darum nur gelingen. Die Kinder werden diese Tour niemals vergessen. Anmerkung von mir: der Krüger Park ist manchmal mit Bussen voll und die Tiere alle weg.... South African Tourism wird dir danken Gruß Inge

  • pleuro

    Liebe Ildiko,
    ein sehr gut geschriebener Bericht mit viel Humor und Selbstironie - einfach herrlich mit krönendem Abschluss!! :-))) Ich hatte viel Spaß beim Lesen!
    Liebe Grüße
    Anne

  • brandriba

    Liebe Ildiko
    Unsere Kinder sind aus dem Haus, wir müssten also ohne nach SA reisen... Das hat aber das Vergnügen beim Lesen nicht geschmälert, Dein mit Witz und der richtigen Portion Selbstironie gewürzter Schreibstil ist sehr "schlürfig". Eure Kinder werden wohl noch ihren Enkeln von der Reise und dem komischen Ritual mit der Fernbedienung lachend erzählen... LG DAni

  • agezur

    Ein wunderbar persönlicher Bericht, den ich ohne Unterbrechung durchgelese,viel Neues gelernt und bei dem ich mich gut unterhalten habe. Ich mag diese Reiseberichte sehr!
    LG Christina

  • sheherazade1001

    Hallo Ildiko,
    ich habe 3 Jahre in Johannesburg gelebt und finde deinen Artikel super amüsant geschrieben. Bei den Bildern von Kapstadt und Entabeni kommen wehmütige Erinnerungstränen hoch. Ganz toll. Deine Erfahrungen bezüglich Sicherheit - ständig thematisiert in den Medien, aber auch in der südafrikanischen (weißen) Öffentlichkeitsmeinung - kann ich nur bestätigen. Ich habe nichts Negatives erlebt oder gesehen. Und Landschaft, Klima und Tierwelt sind einfach nur fantastisch. Meine 2 Kinder lebten übrigens ebenfalls mit mir in Südafrika und auch sie haben von der Zeit dort nur profitiert. Vielen Dank für den schönen, positiven Artikel.
    LG Lisa

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  • Zaubernuss

    Hallo Ildiko
    Deinen Bericht habe ich mit grossem Interesse gelesen. Für Eure Kinder war das sicher ein Riesenerlebnis! Bei uns ist diese Zeit vorbei. Unsere Kinder erinnern sich auch noch an die Zeltferien, an viele Details. Damals ist man noch nicht so weit verreist, es wäre auch finanziell nicht möglich gewesen. Trotzdem, Deine farbige Schilderung lässt bei mir Fernweh aufkommen. Es ist schön, Deiner Reise nachzuspüren. LG: Ursula

  • 238EWT

    Ich habe mich im geografischen Dreieck Johannesburg, Durban, Kapstadt und den Nebenrouten in 2006 nicht ein einziges Mal bedroht gefühlt. Auch nicht, wenn ich allein meine kleine Reisegruppe verlassen habe, um abseits der Sehenswürdigkeiten den dort lebenden Menschen zu begegnen. Ich war vorsichtshalber nicht nachts und in den Townships allein, sondern in Begleitung Einheimischer. Mir ist nichts passiert außer dem Eindruck, dass die Schwarzen trotz der immer noch herrschenden Armut nichts sehnlicher wünschen als Frieden in ihrem Land. Heute, kurz vor der Fussball-WM, bin ich nicht mehr so sicher, ob radikale Kräfte innerhalb und außerhalb Südafrikas das Event nicht zu Anlass nehmen, ein Fanal zu setzen. Ich hoffe, dass das trotz mangelnder Einheit des Kontinents und tausender Ordnungskräfte nicht geschieht.
    Eberhard

  • freeneck-farmer

    Vielen Dank für dein Bericht. Ich werde es mein Sohn schicken. Der wollte immer mal nach SüdAfrika mit sein Frau und Kinder 5 und 9 Jahre alt. Nicht dieses Jahr, aber vielleicht nächstes Jahr. Auch deine Bilder sind sehr gut sowie deine links zu den Websites.
    Ich war auch schon 3 Wochen mit ein Mietauto unterwegs, ohne Kinder und ohne Malariatabletten. Gleich nachdem der Apartheid aufgehoben war. Es ist ein wunderschönes Land.
    LG Anneken

  • harley_flanigen

    Hallo Ildiko,
    Danke für diesen sehr gut geschriebenen Bericht der zum schmunzeln anregt und auch nachdenklich macht.
    LG
    Claudia & Patrick

  • windweit

    Hallo Ildiko,
    Hängebrückenschaukeln und Nashörner am Pool, und der beste Lacher kommt zum Schluss. Was für eine Reise :-) Und es war schön, lesenderweise mit dabei zu sein.
    Am Ende meiner Südafrika-Gruppenreise 2003 war ich damals drei Tage alleine in Kapstadt unterwegs. Der einzige unangenehme Moment war der Abschiedsabend mit den Anderen, als wir von einer Gruppe Jugendlicher ziemlich agressiv angebettelt wurden, ansonsten war es vollkommen problemlos und relaxt.
    Südafrika ist definitiv eine Reise wert.
    Liebe Grüsse,
    Gabi


  • Wolfgang122

    Hallo Ildiko,
    auch mir hat dein Bericht über Südafrika sehr gut gefallen; 2007 waren wir mit unserem Sohn (damals 9) in Namibia unterwegs, wo es uns und ihm sehr gut gefallen hat. Nun planen wir für nächstes Jahr eine Südafrika-Reise, die er sich wünscht. Hierfür war dein Bericht sehr hilfreich, da ich bisher ein wenig Sicherheitsbedenken habe und zwischen einer organisierten Tour und einer Selbstfahrertour schwanke. Der Bericht hat das Pendel ein wenig Richtung Selbstfahrertour bewegt.
    Liebe Grüße
    Wolfgang

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