GEO schützt den Regenwald e.V.

Waldschutz im Nationalpark Phong Nha-Ke Bang, Vietnam

Gemeinsam mit dem Kölner Zoo realisiert der Verein Maßnahmen gegen Wilderei und illegalen Holzeinschlag, die die herausragende Artenvielfalt bedrohen.
In diesem Artikel
Dauer
Fortschritte
Unsere Partner

Über die Region

Der Nationalpark Phong Nha-Ke Bang (PNKB) liegt 500 Kilometer südlich der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi, dort, wo das Land eine schmale Brücke zwischen dem Südchinesischen Meer und Laos bildet. Er erstreckt sich über eine Fläche von rund 86.000 Hektar und liegt direkt an der Grenze zu Laos.

Hintergrund des Projekts

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Karstwald im Phong Nha-Ke Bang Nationalpark

Allein 112 Säugetierarten leben im Park, darunter mindestens neun Affenarten (Makaken, Languren und Gibbons). Bedroht wird die Vielfalt vor allem durch Wilderei - sowohl für das allseits begehrte Wildfleisch als auch für Produkte der traditionellen Medizin wie Bärengalle oder Affenbalsam. Illegaler Holzeinschlag ist ein weiteres Problem. Zwei Straßen, die durch den Nationalpark führen, erleichtern Eindringlingen den Abtransport von Diebesgut. Aufgrund seiner Größe und der komplexen Topographie ist das Gebiet schwer zu kontrollieren. Um den Park besser überwachen und vor Unbefugten schützen zu können, benötigt die Forstschutzabteilung des Nationalparks dringend Hilfe. GEO schützt den Regenwald e.V. unterstützt die Anstrengungen des Kölner Zoos, zunächst ein Teilgebiet des Nationalparks ausreichend zu schützen.

Dauer

Januar 2008 bis Jahresende (2011)

Ziele

  • Verbesserter Schutz der Artenvielfalt im Nationalpark
  • Verbesserung der Lebensbedingungen, der Ausbildung und der Ausrüstung von Rangern des Nationalparks

Aktivitäten

Dieses Waldschutzprogramm ist der erste Teil eines Mehrstufenplans: Im Rahmen des Projekts können die Schutzmaßnahmen nur in einem kleinen Teilgebiet des Nationalparks verstärkt werden. Diese Aktivitäten sollen jedoch mit der Zeit auf weitere, benachbarte Areale ausgedehnt werden, so dass im Idealfall am Ende das Gesamtgebiet des Nationalparks besser geschützt wird.

Regelmäßige, intensive Patrouillen in einem Teilgebiet des Nationalparks

Um verbesserten Schutz vor Holzdieben und Wilderern zu erreichen ist eine intensivierte Überwachung des Nationalparkgeländes durch Ranger unumgänglich. Die Erhöhung der Effizienz und Effektivität der Kontrollgänge kann nur durch einen intensiven Austausch zwischen der Projektleitung vor Ort und den Rangern sowie der Waldschutzbehörde erreicht werden. In Zusammenhang mit den Patrouillen haben die Ranger folgende Aufgaben:

- Aufzeichnung mit GPS und Analyse der Patrouillen-Wege

- Zerstörung von Feldlagern und Tierfallen

- Beschlagnahmung von Holz und gewilderten Tieren

- Einsammeln und Verbrennen von Müll

- Ausweisung von Unbefugten

- Dokumentierung der patroullierten Wegstrecke mit GPS

- Berichterstattung mit Foto-Dokumentation bei der Projektleitung

Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Ranger

Von besonderer Bedeutung ist, dass die Ranger in Schulungen und Workshops weitergebildet werden - etwa in der Benutzung von GPS-Geräten (Global Positioning System). Daneben erhalten sie eine bessere Ausrüstung (GPS, Kameras, Schutzkleidung, Werkzeuge). Mit Hilfe der finanziellen Förderung wird auch die Ausstattung von drei Wachstationen verbessert. In den Hütten leben je zwei Dutzend Ranger, die aus verschiedenen Teilen des Distrikts kommen, auf engem Raum und unter den bescheidensten Umständen zusammen. Deren Lebensbedingungen werden verbessert, etwa durch die Schaffung weiterer Schlafplätze, Vergrößerung der Raumhöhe in den Hütten, Anschaffung von Küchenausrüstung etc..

Fortschritte

Im Jahr 2005 zog es die Zoologin Dr. Martina Vogt vom Kölner Zoo nach Phong Nha-Ke Bang, um vor Ort den Schutz des Waldes und seiner Bewohner ganzjährig zu unterstützen: ab 2010 hat Sladjana Miskovic deren Aufgaben in der Projektleitung vor Ort übernommen.

Das Konzept des Kölner Zoos geht wunderbar auf: Die Einführung der GPS-gestützten Geländeüberwachung hat sich in zunächst drei der zehn Ranger-Stationen des Nationalparks als effiziente und effektive Schutzmaßnahme erwiesen. Verschiedene Seminare und Kurse zur Weiterbildung der Ranger, die Verbesserung der Lebensbedingungen in den Ranger-Stationen und der Ausrüstungsgegenstände haben die Motivation der Waldhüter erhöht. Während ihrer Patrouillen sammeln die Ranger Müll und verbrennen ihn, sie zerstören Feldlager und Tierfallen, beschlagnahmen Holz und gewilderte Tiere und weisen Unbefugte aus.

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Ranger beim Abbau von Wildererfallen

Die Erfahrungen zeigen, dass durch die regelmäßige Präsenz der Ranger der negative menschliche Einfluss in ausgewiesenen Gebieten bereits deutlich reduziert werden konnte. "Anfangs haben wir noch reichlich Tierfallen beschlagnahmt", so Herr Hung, Leiter einer der Ranger-Stationen, beim Projektbesuch 2008 mit Blick auf einen Berg von Drahtschlingen, "doch in unserem Gebiet ist es mit der Wilderei jetzt vorbei."

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Phong Nha-Ke Bang Nationalpark

Die ursprünglich einjährige Förderung wurde aufgrund des Erfolgs der Maßnahmen drei Mal verlängert und lief im Februar 2012 schließlich aus.

Im letzten Förderjahr verstärkte die Projektleitung vor Ort die Anstrengungen, die Nachhaltigkeit des Projekts zu sichern. Hierzu wurden die vietnamesischen Partner im Ranger Headquarter auf die Übernahme des neuen Überwachungssystems vorbereitet. Drei Angestellte des Headquarters konnten das Training zur Auswertung der GPS-gestützten Patrouillengänge mithilfe einer speziellen Software erfolgreich abschließen. 2012 werden die GPS-Daten parallel durch den Projektassistenten des Kölner Zoos und die Mitarbeiter des Headquarters ausgewertet und die Ergebnisse im Anschluss abgeglichen. Sechs GPS-Geräte wurden zusätzlich angeschafft, so dass alle zehn Stationen des Nationalparks nun von dieser Technologie profitieren können. Der Kölner Zoo wird die Projektmaßnahmen weiterhin mit einem kleinen Budget unterstützen und Hilfestellung in der Übergangsphase leisten. Im Verlauf des Jahres 2012 ist weiterhin die Übergabe des Schutzprogramms an die KfW geplant. Diese hat in der Projektregion ein großes Strukturförderungsprogramm initiiert, in dem etwa ein Managementplan für den Nationalpark entwickelt werden soll, in den auch die Aktivitäten dieses Projekts einfließen sollen.

Unsere Partner

Schon seit 1999 Jahren ist unser Projektpartner, der Kölner Zoo, erfolgreich in der Erforschung und Erhaltung der Artenvielfalt in Vietnam aktiv.

Letzte Aktualisierung 08.03.2012

Mehr zur Arbeit des Kölner Zoos

Durch die Arbeit des Kölner Zoos im Regenwald konnten zahlreiche neue Tierarten für das Gebiet nachgewiesen und mehr als ein Dutzend bis dato unbekannte Arten entdeckt werden. Nur durch den Schutz des Nationalparks, kann diese Vielfalt auch in Zukunft gewährleistet werden. Dem Waldschutz des Vietnamprojektes kommt somit eine besondere Bedeutung zu.

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