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GEO Regenwaldverein e.V.


Waldschutz und Einkommensförderung am Río Napo, Ecuador

Zusätzlich zu cacao nacional unterstützt "GEO schützt den Regenwald" die Produktion und Vermarktung von Vanille als Alternative zum illegalen Holzeinschlag.


Hintergrund des Projekts

Zwischen 2006 und 2010 engagierte sich "GEO schützt den Regenwald e.V." am Río Napo für die verbesserte Produktion und Vermarktung von edlem Aromakakao, cacao nacional. Dieser wächst auf kleinen Anbauflächen umgeben von Regenwald, genannt Chacras, die durch Kichwa-Indianer bewirtschaftet werden. Mehr als 2000 indianische Kleinproduzenten aus 21 Gemeinden sind in der Kooperative Kallari inzwischen organisiert. Dieses sehr erfolgreiche Projekt


  • unterstützte und stärkte die Kooperative in ihrer Entwicklung,
  • optimierte die Kakaoqualität durch professionelle Ernte, Verarbeitung und Lagerung,
  • führte zur Steigerung der exportfähigen Kakaomenge,
  • ermöglichte dem cacao nacional den Zugang zum internationalen Spezialitätenmarkt,
  • hatte eine deutliche Verbesserung des Einkommens der Produzenten zur Folge,
  • trug wesentlich zum Erhalt des Regenwalds bei, der die indianischen Agroforstflächen umgibt.


Weitere Informationen zu diesem Projekt finden sich in unserem Archiv unter: Cacao Nacional - schwarzes Gold aus dem Regenwald von Ecuador.


Blick aus 30 Meter Höhe auf den Regenwald bei Tena (Foto von: Eva Danulat )
© Eva Danulat
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Blick aus 30 Meter Höhe auf den Regenwald bei Tena

Mit dem Ziel, den Erhalt des Regenwaldes zu sichern und das Einkommen der Kleinbauern am Río Napo weiter zu erhöhen, will der Verein mit dem neuen Vorhaben an die Erfolge des Vorgängerprojekts anknüpfen. Unter der Vielfalt der Pflanzen, die auf den Flächen der Mischkulturen der Kichwa wachsen, soll mindestens ein weiteres Chacra-Produkt identifiziert werden, das - zusätzlich zu cacao nacional - erfolgreich und mit hoher Wertschöpfung für die Kleinproduzenten vor Ort vermarktet werden kann. Unser Hauptziel dabei: Die Förderung der Nachhaltigkeit des “Kakao-Projekts”.


Mate-Baum mit Blüten und Früchten (Foto von: Eva Danulat )
© Eva Danulat
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Mate-Baum mit Blüten und Früchten

Über die Region

Das Projekt zielt auf die nachhaltige Entwicklung im Amazonas-Tiefland ab, genauer im Gebiet um Tena, Hauptstadt der ecuadorianischen Provinz Napo. Hier operiert Kallari, eine indianische Kooperative. Der Kichwa-Name "Kallari" bedeutet übersetzt "Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft". Der Name spielt auf das Ziel an, das sich die Kooperative gesetzt hat: Die traditionelle Lebensweise der Kichwa-Gemeinschaften auch künftig zu erhalten. Deren Chacras, kleine Agroforstflächen unter 12 Hektar Größe, bestehen aus einem ökologisch angepassten Nebeneinander der verschiedensten Arten, darunter Maniok, Mais, Bananen, Papayas, Ananas, Avocados, Medizinpflanzen, Nutzhölzer wie Balsa, Zimtbäume, verschiedene Palmarten und unzählige andere tropische Nutzpflanzen. Diese Mischkulturen ernähren die Familien. Der Wald braucht dafür nicht gerodet zu werden.


Kallari-Mitglied mit ihren Kindern (Foto von: Eva Danulat)
© Eva Danulat
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Kallari-Mitglied mit ihren Kindern

Allerdings fehlt es den Bauern an einem Einkommen, mit dem sie beispielsweise Kosten in Zusammenhang mit der Ausbildung der Kinder decken können. Einkommen könnten sie sich verschaffen, indem sie etwa illegale Bäume fällen oder auf abgeholzten Flächen Ölpalmen anbauen, die gute Gewinne abwerfen. Oder ihr Land an die Erdölfirmen verkaufen, die in der Region um den Río Napo immer weiter in den Urwald vordringen. Doch genau dies möchte das Projekt verhindern.


Dauer

Dezember 2010 - Dezember 2014 (Verlängerung wahrscheinlich)


Ziele

  • Erhalt der biologischen Vielfalt und dauerhafte Nutzung der traditionellen Anbauysteme der Kichwa-Indianer im Regenwald (“Chacras”)
  • Identifizierung, Produktion und Vermarktung von einem neuen Chacra-Produkt mit hoher Wertschöpfung für die Kleinbauern, zusätzlich zum Kakao
  • Einkommenssteigerung bei den Kichwa-Kleinbauern
  • Regenwalderhalt im Projektgebiet


Aktivitäten

  • Gemeinschaftliche Identifizierug eines neuen Chacra-Produkts: Gewürzvanille
  • Produktion von 20.000 Vanille-Setzlingen im Gewächshaus und Auspflanzung auf den Chacras
  • Erarbeitung des Know-How für Ernte, Verarbeitung und Lagerung
  • Anleitung der Kleinbauern hinsichtlich der Vanillekultur
  • Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur für fachgerechte Verarbeitung des Produkts
  • Finanzierung von Qualitätstests, Marktstudien und sonstigen Voraussetzungen für die Vermarktung
  • Realisierung von Weiterbildungsmassnahmen für junge Kichwa
  • Erstellung von Informationsmaterial: Broschüren, Poster, u.a. auf Spanisch und Kichwa


Blüte einer Vanillepflanze (Foto von: Eva Danulat)
© Eva Danulat
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Blüte einer Vanillepflanze

Fortschritte

Obwohl das Projekt langsam begann, haben die Ergebnisse inzwischen alle Erwartungen übertroffen.

a. Produktidentifizierung
Zu Projektbeginn wurden Daten zur Pflanzenvielfalt auf den Chacra-Flächen gesammelt. In 16 Kallari-Gemeinden und mit Beteiligung von 168 Kleinbauern, erstellten die Mitglieder des Projektteams in der ersten Jahreshälfte 2011 Listen von potenziell für die Vermarktung interessanten Chacra-Pflanzen. Auf der 120 Arten umfassenden Liste fanden sich verschiedene Früchte, Medizinalpflanzen, das Nutzholz Balsa, Kräuter und Gewürze. Ausschlaggebend für die Eingrenzung der Auswahl waren folgende Kriterien: Vorhandensein eines konkreten Marktinteresses, schnelles Pflanzenwachstum und kurzfristige Erntemöglichkeit, natürliche Verbreitung der Pflanze in traditionellen Chacras, vorhandenes Wissen über das Wachstum und die Nutzung der Pflanze, sowie der Umfang der notwendigen Maßnahmen zur erfolgreichen Produktion und Verarbeitung. In den anschließenden Diskussionen mit dem Führungsgremium von Kallari konzentrierte sich das Interesse schließlich auf drei Pflanzen: Gewürzvanille, Guayusa (Ilex guayusa), aus der traditionell ein anregender Kräutertee hergestellt wird, sowie eine spezielle Bananenart (Musa paradisiaca).
Letztendlich fiel die Wahl auf die Vanille. Auf einigen Chacras von Kallari-Produzenten wächst Gewürzvanille noch in fast wilder Form, ohne menschliche Eingriffe. Die immergrüne Kletterpflanze, die einen schattigen und feucht-warmen Standort bevorzugt, gehört zur Familie der Orchideen. Sie schlingt sich um verschiedene Baumarten, ernährt sich als Parasit. Vor Ort blüht sie vorwiegend von März bis Mai, und produziert jährlich bei optimaler Bestäubung pro Blüte etwa acht der begehrten Kapselfrüchte („Schoten“).


Auf der "mesa del cacao" in Tena schnuppern die Schokoladenköniginnen interessiert an der Vanille (Foto von: Eva Danulat)
© Eva Danulat
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Auf der "mesa del cacao" in Tena schnuppern die Schokoladenköniginnen interessiert an der Vanille

b. Vermarktungsaussichten
Künstliche Aromastoffe stellen eine wichtige Konkurrenz für mindere Qualitäten des natürlichen Produkts dar. Generell hängen die Möglichkeiten der internationalen Vermarktung vor allem davon ab, wie hochwertig die Qualität des Endprodukts ist; der Gehalt an Vanillin, dem Hauptaromastoff, ist ein wichtiges Kriterium. Inzwischen sind bereits rund 80 Prozent der Anbauflächen der bei Kallari organisierten Kleinbauern zertifiziert, so dass neben dem Kakao auch Vanille in Bio-Qualität produziert wird. Der Markt für Gewürzvanille ist vielfältig: Vanilleschoten finden im Kallari-Café in Quito sehr guten Absatz bei Touristen und Einheimischen; das Gewürz wird auch für die Schokoladen-Produktion von Kallari benötigt. Die Kooperative hat zudem bereits Anfragen und Bestellungen für Vanille aus dem Ausland erhalten, die sie bisher allerdings nicht bedienen kann.


c. Produktion, Tests und Studien
Proben der Schoten wurden in spezialisierten Labors in Ecuador getestet. Es gibt um 110 Vanille-Arten – doch bei der hier vorhandenen handelt es sich um die Gewürzvanille oder Echte Vanille (lateinischer Name: Vanilla planifolia). Vor Ort gibt es sie in zwei Varianten, die sich äußerlich in der Breite der Blätter unterscheiden. Für die weiteren Untersuchungen werden jeweils relativ große Probenmengen benötigt. Ab 2011 wurden hierzu im Gewächshaus von Kallari 15.000 Vanillepflanzen aus Stecklingen gezogen. Die Kallari-Kleinbauern haben die Setzlinge auf ihren Chacras ausgepflanzt – mit sehr gutem Erfolg, denn viele Tausende der Kapselfrüchte konnten bereits geerntet werden. Bis Jahresende 2013 ist die Produktion und Verteilung weiterer 5.000 Vanillepflanzen vorgesehen.

Bereits im August 2012 standen genug getrocknete, fermentierte Schoten zur Verfügung, um einen wichtigen Qualitätstest in Auftrag geben zu können. Ergebnis: Das Aroma der Gewürzvanille von Kallari ist sehr viel versprechend, das getrocknete Produkt hat grosses Potenzial, im Wettbewerb mit der internationalen Spitzenklasse zu bestehen.


Vanillepflanzen im Kallari-Gewächshaus beim Projektbesuch von Eva Danulat im Jahr 2012 (Foto von: Felix Inderbitzin)
© Felix Inderbitzin
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Vanillepflanzen im Kallari-Gewächshaus beim Projektbesuch von Eva Danulat im Jahr 2012

d. Verarbeitung der Schoten
Weder in der Region noch auf nationaler Ebene lagen zu Projektbeginn Erfahrungen hinsichtlich der Produktion und Verarbeitung dieser Gewürzpflanze vor. Die Schoten müssen vor der Vermarktung getrocknet und anschließend fermentiert werden - so viel war klar. Doch bei welcher Temperatur muss getrocknet werden, und wie lange? Und wie wird am besten fermentiert? Die empfohlenen Verarbeitungsprozesse und - bedingungen variieren, sie sind stark abhängig von den örtlichen Gegebenheiten. Die optimalen Bedingungen zu ergründen und die Verarbeitungsprozesse genau zu definieren war – und bleibt noch für eine Weile – die größte Herausforderung des Projektsteams vor Ort.

Neben dem Rohbau der künftigen Schokoladen-Fabrik von Kallari (der aus Staatsmitteln gefördert worden ist), entstehen mit finanzieller Untestützung des Projekts bereits einige Räume zur optimalen, Verarbeitung, Trockung, Fermentierung und Lagerung der Vanilleschoten; die Inbetriebnahme ist 2014 vorgesehen.


Flussüberquerung während des Projektbesuchs 2012 (Foto von: Eva Danulat)
© Eva Danulat
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Flussüberquerung während des Projektbesuchs 2012

Unsere Partner

Das Projekt wird im Rahmen des Programms GESOREN durch die Zweigstelle der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Ecuador implementiert.

Die Schweizer Schokoladenmanufaktur Max Felchlin AG, die bei Kallari fester Abnehmer von cacao nacional ist, unterstützt auch dieses neue Vorhaben.

Original Food ist Vertriebspartner für die Produkte, die aus den Projekten von "GEO schützt den Regenwald e. V." hervorgehen.

Letzte Aktualisierung: Juni 2013



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Trailer 360° GEO-Reportage

Der folgende kurze Filmausschnitt zeigt Bilder aus zwei Kakaoregionen Ecuadors: Esmeraldas und Río Napo – letzteres das Projektgebiet von "GEO schützt den Regenwald e. V."
Ecuadors Edelkakao

Hier geht es gleich zum Edelprodukt und wie Sie es erwerben können: Grand Cru Waldschokolade


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Kommentare zu "Waldschutz und Einkommensförderung am Río Napo, Ecuador"

GEO | 11.10.2013 11:20

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