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Übersichtskarte Wo es in Deutschland noch echte Wildnis gibt

Übersichtskarte: Wo es in Deutschland noch echte Wildnis gibt
© Adobe Stock/Günter Albers
Wer in Deutschland echte Wildnis finden will, muss lange suchen. Doch wo darf sich die Natur schon jetzt ungestört entwickeln?

Steigen wir kurz auf und blicken im Gleitflug aus der Perspektive eines Fischadlers auf unsere Heimat hinab. Was wir sehen, bietet wenig Abwechslung: Auf der Hälfte der Fläche reiht sich Acker an Acker und Weide an Weide, Straßen zerteilen das Land und verbinden Städte. Und obwohl 30 Prozent des Landes von Wäldern bedeckt sind, steht oft Fichte an Fichte und Kiefer an Kiefer in Monokultur. Wir haben dem Land seine Wildheit genommen.

Dabei brauchen wir die Wildnis. Selbst die Bundesregierung fordert sie, bleibt aber noch weit hinter den 2007 in der "Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt" selbst gesteckten Zielen zurück. Statt wie geplant bis Ende 2020 zwei Prozent der Landesfläche in Wildnisgebiete zu verwandeln, kann sich die Natur gerade einmal auf 0,6 Prozent der Fläche frei entfalten. Wer die grünen Oasen finden will, muss lange suchen.

Übersichtskarte: Wo es in Deutschland noch echte Wildnis gibt
© GEO-Grafik

Wo Wildnis jetzt schon entsteht und Wälder sich frei entfalten können? Mitunter ausgerechnet an den Orten, die der Mensch besonders intensiv genutzt hat. Zehn Gebiete in Deutschland bezeichnet ein Bündnis von Naturschutzorganisationen als "auf dem Weg zur Wildnis". Alle finden sich in Ostdeutschland; viele sind stillgelegte Truppenübungsplätze oder Flächen, auf denen Braunkohle abgebaut wurde.

Dazu kommen 13 Nationalparks, in denen Bäume ungestört wachsen, sterben und vergehen dürfen: von der Boddenlandschaft, in der Kiefern in den Dünen keimen, bis zu den Berchtesgadener Alpen und ihren jahrhundertealten Zirben.


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