Nützliche Makaken Affen machen Jagd auf Ratten - und steigern so den Palmöl-Ertrag

Der Südliche Schweinsaffe gilt als Schädling auf Palmölplantagen in Malaysia. Tatsächlich helfen die Makaken aber bei der Bekämpfung einer noch schlimmeren Plage
Männlicher Südlicher Schweinsaffe vertilgt eine Ratte

Ein Südlicher Schweinsaffe verspeißt eine Ratte auf einer Palmölplantage nahe Segari im Westen Malaysias

Der Südliche Schweinsaffe hat bei den malaiischen Plantagenbauern keinen guten Stand – nascht er doch immer wieder an den Früchten der Ölpalmen. Doch wie ein deutsches Forscherteam nun feststellte, ist der Schädling zugleich ein Nützling.

Denn: Als Früchtediebe verursachen die Affen lediglich einen Schaden von weniger als einem Prozent. Dies sei, verglichen mit dem zehnprozentigen Verlust, der durch Ratten entstünde, sehr gering, bilanzieren die Wissenschaftler. Ihren Schätzungen zufolge vertilgt schon eine einzige Makakengruppen mehr als 3000 Nager im Jahr.

75 Prozent weniger Ratten

 „Wir gehen davon aus, dass sich die Makaken hervorragend zur Schädlingsbekämpfung eignen, da sie aktiv nach Ratten suchen und dabei sehr zielgerichtete Strategien anwenden“, so Anna Holzner, die Erstautorin der jetzt veröffentlichten Studie ist. „Andere Fressfeinde jagen vor allem nachts in Bodennähe nach Beute. Die Südlichen Schweinsaffen hingegen entfernen aktiv den Blattgrund an den Stämmen der Palme, um nach Ratten zu suchen, die sich dort tagsüber verstecken.“

Holzner und ihre Kollegen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Ratten durch den regelmäßigen Besuch der Primaten auf den Plantagen um mehr als 75 Prozent reduzieren ließe. Stellt man Kosten und Nutzen gegenüber, so könne dank der Makaken eine Ertragssteigerung um sieben Prozent erzielt werden. Pro Jahr summiert sich das auf etwa 100 Euro pro Hektar – genug Ansporn, so die Hoffnung der Biologen, die Palmölproduktion durch den Einsatz der Primaten ein Stück nachhaltiger zu machen.

"Win-Win-Situation für Palmölindustrie und die Biodiversität"

Bislang wird zur Bekämpfung der Nagetiere häufig giftige Rodentizide eingesetzt, die schädlich für die Umwelt sind und Tierarten gefährden, auf die man es gar nicht abgesehen hat. „Wir erwarten, dass unsere Ergebnisse sowohl private als auch öffentliche Plantagenbesitzer ermutigen werden, den Schutz dieser Primaten und ihres natürlichen Waldlebensraums in und um Ölpalmenplantagen zu berücksichtigen“, sagt Letztautorin Prof. Anja Widdig, Leiterin der Forschungsgruppe für Primate Behavioural Ecology am Max-Planck-Institut. Schließlich habe man hier eine Win-Win-Situation für Palmölindustrie und die Biodiversität.