In den letzten 20 Jahren ging ein Viertel der artenreichen Nebelwälder an Weiden und Ackerflächen verloren. Vielerorts reicht die Landwirtschaft bereits bis an die Grenzen der von uns eingerichteten Schutzgebiete. An den Steilhängen führen Monokulturen zu Erosion und zu Erdrutschen; dazu kommt ein unkontrollierter Einsatz von Agrochemikalien. Zwei Drittel der Anbauflächen gelten inzwischen als stark degradiert, resistente Schädlinge zerstören ganze Ernten. Deshalb wächst das Interesse an Alternativen zu dieser „modernen“ Landwirtschaft
Unser im Juli 2025 begonnenes Projekt setzt genau hier an: Finanziert durch die Klaus-Friedrich-Stiftung, unterstützen wir 120 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern darin, ihren Anbau standortgerecht und ökologisch zu gestalten. Außerdem helfen wir, Bio-Produkte zu verarbeiten und zu vermarkten.
Umgesetzt wird das Projekt von der einheimischen Organisation Aliados. Sie ist spezialisiert auf nachhaltige Landnutzung in wertvollen Ökosystemen.
Bauer Luis Obando legt einen Agroforst aus Pflanzen mit verschiedenen Wuchshöhen an
© Los Aliados
Unsere Aktivitäten:
Wir fördern 120 Kleinbauern (davon mindestens 50% Frauen) in vier Bezirken der Intag-Region darin, ihre Produktionssysteme zu verbessern.
Gemeinsam stellen die Bauern Kompost her
© Los Aliados
- Auf Pilotflächen von jeweils einem halben Hektar bewirtschaftet jede Familie ihre Monokulturen biologisch. Organischen Dünger und Biopestizide produzieren sie gemeinsam.
- Jede Familie verwandelt außerdem ein Viertel Hektar Steilgelände in einen Agroforst: 400 Bäume, darunter viele Obstsorten, schützen durch ihre Wurzeln vor Erosion und schaffen zukünftig vielfältigere Einkommensquellen.
- Wissensvermittlung & Eigenverantwortung: Wir vermitteln den Bauern Grundlagenwissen und unterstützen sie darin, neue Methoden zu planen, zu testen und auszuwerten. Wir stärken den "Farmer to Farmer-Extension"-Ansatz, bei dem Bauern ihr Wissen und ihre Erfahrungen direkt untereinander teilen.
- Wertschöpfung steigern: Ab dem zweiten Projektjahr unterstützen wir sechs ausgewählte Initiativen darin, Produkte weiter zu verarbeiten und zu vermarkten. Ziel ist es, das Einkommen um mindestens 10% zu steigern.
Zugang zu Ressourcen: Neben der Schulung erhalten die Projektteilnehmenden Zugang zu wichtigen Betriebsmitteln (Inputs) zu subventionierten Preisen.