Emissionen Forscher entwickeln Gerät, das beim Duschen Geld und Energie spart

Forscher haben ein Gerät entwickelt, das den Verbrauch von Wasser und Energie in Echtzeit anzeigt. Die Folge: Wir duschen kürzer und sparen dadurch Geld und Energie
Wasserzähler

Kostenbremse: Dieses Gerät misst und zeigt den Verbrauch beim Duschen in Echtzeit

Endlich unter der heißen Dusche! Das Wasser läuft und der Körper entspannt sich. Viele können von diesem Gefühl kaum genug kriegen. Und duschen darum endlos. Das schadet nicht nur der Haut, sondern verschlingt auch unnötig Wasser und Energie.

Ein Grund für den gewohnheitsmäßigen, ungezügelten Heißwasser-Konsum ist die schlichte Tatsache, dass wir nicht wissen, wie viel Wasser und Energie wir gerade verbrauchen. Das legen zumindest Forschungen von Züricher und Bamberger Wissenschaftlern nahe.

Elf Prozent weniger Wasser und Energie

Sie entwickelten ein Gerät, das in Echtzeit den Verbrauch beim Duschen anzeigt. Und testeten es in einem groß angelegten Feldversuch. Das Ergebnis: Wer beim Duschen auf die (Dusch-)Uhr schaut, duscht kürzer – und spart so im Schnitt 11,4 Prozent warmes Wasser, umgerechnet 0,22 Kilowattstunden Energie.

Das ist nicht wenig. "Mit der Energie, die man in nur einer Sekunde unter der Dusche benötigt, kann man über eine Stunde am PC arbeiten", sagt Samuel Schöb, Doktorand an der Universität Bamberg und Entwickler der Software der Verbrauchsanzeige. "Offenbar ist das konkrete Feedback zu einer Handlung ein deutlich größerer Hebel, als Daten, die man später sieht und kaum noch zuordnen kann", sagt Verena Tiefenbeck von der ETH Zürich, Co-Autorin der Studie.

Die Energie für den Betrieb erzeugt das Gerät aus dem Wasserstrom in der Leitung. Und die durchschnittlich eingesparten Emissionen übersteigen schon nach wenigen Monaten die Emissionen seiner Herstellung, sagt Schöb.

Benutzer sparen selbst dann, wenn sie keinen Vorteil davon haben

Das Besondere an der Feldstudie: Die Forscher suchten sich für den Praxistest Hotels aus und werteten anonym die Dusch-Daten von über 10.000 Gästen aus. Auf diese Weise konnten sie vermeiden, dass vor allem Menschen an der Studie teilnehmen, die an dem Thema Interesse haben und ohnehin schon auf ihren Verbrauch achten.

Für das Forscherteam ist der Dusch-Zähler nur ein von vielen Anwendungsmöglichkeiten. Im Blick haben sie auch andere Dinge, die die Auswirkungen von Konsum in Echtzeit sichtbar machen könnten. Darunter Autos, Stromzähler - und selbst Kreditkarten. "Eine Kreditkarte ist schnell durch das Lesegerät gezogen", sagt Verena Tiefenbeck. "Aber eine App, die während der Transaktion zum Beispiel die mit dem Kauf verbundenen Emissionen anzeigt, könnte das Kaufverhalten in Richtung Nachhaltigkeit ändern."

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