Reisebericht

Reisebericht: Legendäres Governors Camp in der Masai Mara Kenia

Reisebericht: Legendäres Governors Camp in der Masai Mara Kenia

Meine Erlebnisse von der 3-tägigen Flugsafari in der Masai Mara mit Übernachtung im Governors Camp

1. Safaritag in der Masai Mara

Ich möchte Sie schon jetzt vorwarnen, liebe Leser, mein Erlebnisbericht ist sehr lang, aber auf einer Kenia Safari erlebt man nun mal sehr viel.

Zwar muss man zeitig aufstehen, denn der Safari-Flieger vom Ukunda Airstrip startet schon 8:45 Uhr, aber dafür ist man bereits 2 Stunden später mitten in der Masai Mara.
Das Governors Camp war meine Unterkunft für die nächsten 2 Nächte und bei der Landung sah ich schon die dunkelgrünen Jeeps des Camps: Jetzt bin ich angekommen! Das Safari-Gepäck wurde verladen und auf ging es in Richtung Governors Camp. Das Zeltcamp ist nicht weit von der Landebahn entfernt – die Fahrt war kurz – aber die ersten Impalas und Gazellen hatten sich für uns aufgestellt. So wird man gern begrüßt.

Im Camp eingetroffen, wurden alle neuen Gäste mit einem leckeren Getränk und mit einem Erfrischungstuch empfangen. Dann erfolgte ein Informationsgespräch und das Ausfüllen der Gästekarte. Als ich mein Zelt sah, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus: Von außen ein rustikales, befestigtes Zelt – von innen mit allerlei Komfort ausgestattet: Ein großes Bett mit einem Überwurf aus Samt, dazu Stühle, Tisch und Ablagemöglichkeiten aus dunklem Holz, angrenzend ein geräumiges Bad mit Waschbecken, Dusche und Toilette. Im Zelt kann man alle Geräusche der Wildnis hören. Ich bin gespannt, wie ich nachts schlafen werde, denn das Camp ist nicht eingezäunt und die Tiere können sich frei bewegen. Elefanten, Impalas und Hippos kommen regelmäßig zu Besuch, sagen die Camp-Mitarbeiter.

Mein Quartier hat, wie viele der anderen Zelte, direkten Blick auf den Mara River. Ich wollt gerade zum Mittagessen gehen, da fragte mich ein Angestellter, ob ich das Krokodil gesehen habe. Wie bitte, ein Krokodil? Tatsache, gegenüber von meinem Zelt lag am anderen Flussufer regungslos ein großes Krokodil. Na hoffentlich bleibt es auf der anderen Fluss-Seite!

Beim Lunch traf ich Katie Mclellan, die Camp-Managerin. Sie begrüßte mich herzlich und freute sich, dass wir Masai Mara Flugsafaris mit dem Governors Camp in unserem Programm haben. Sie bot an, mir morgen das Camp zu zeigen und mich dem Manager vom Little Governors Camp vorzustellen.

Um 15:30 Uhr Beginn der Nachmittagspirschfahrt. „Bewaffnet“ mit Fotoapparat, Kamera und Fernglas war ich nun mit Guide Kantai und dem Fahrer Hasan für fast 3 Stunden in der afrikanischen Wildnis unterwegs.

Für die erste Zeit sahen wir zahlreiche Impalas, Topi-Antilopen, Tomsongazellen, Grantgazellen und jede Menge Warzenschweine. Immer wenn wir den Warzenschweinen zu nahe kamen, ging der Schwanz wie eine Antenne nach oben und sie nahmen Reißaus!
Wissen Sie, wo Warzenschweine schlafen? Dank Kantai, dem Guide, weiß ich, dass sie unter der Erde in Gängen nächtigen.

„Aber wo sind die Löwen?“ - „Ihr wollt Löwen sehen? Ok, kein Problem – hakuna matata!“ Wenig später die Überraschung: ein Löwenpärchen, schlafend im hohen Gras, so dass man sie kaum sah. Ein paar Mal richteten sie sich auf, wechselten die Schlafstellung, aber große Aktionen? Nein, nein, Löwen schlafen mehr als 9 Stunden am Tag. Kantai sagte: „Ihr denkt vielleicht, die Löwen sind faul. Aber wenn ihr jetzt aussteigt, ist eure Chance 50/50.“

Nicht weit entfernt, lagen noch zwei Löwenmännchen faul im Gras. Auch hier waren keine Bewegungen zu erwarten. Gleich in der Nähe entdeckten wir ein altes Hippo, das einsam und weit weg vom Hippo-Pool stand (Gewässer, wo sich Flusspferde wohl fühlen und untertauchen können). Kantai war klar, warum die Löwen so nah beim Hippo schliefen.

Nach der Pirschfahrt freute ich mich am meisten auf eine heiße Dusche. Der Ofen hinter dem Zelt, kein Scherz, war schon angeheizt worden. Und als ich vom Dinner zurückkam, lag schon eine Wärmflasche im Bett. Was gibt es Schöneres?
Lala Salama!



2. Safaritag in der Masai Mara

Ungelogen, ich habe heute 1.227 Fotos geschossen! Und ich kann Ihnen sagen: „Mein heutiger Safari-Tag in der Masai Mara war großartig und überwältigend.“

Früh am Morgen, um 6:00 Uhr, wurde ich geweckt und man brachte mir heißen Tee ins Zelt. Ja, diesen Service genießt man hier. Aber lange im Bett bleiben kann man nicht, denn schon eine halbe Stunde später startete die Frühpirsch. Gerade in den Morgenstunden sind die Tiere sehr aktiv und wer richtig viel Glück hat, sieht die Löwen bei der Jagd.

Kantai und Hasan begrüßten mich mit einem freundlichen Jambo und der Game-Drive konnte beginnen. Wir sahen Büffel, natürlich wieder viele Impalas, Gazellen und Antilopen. Am Horizont waren einige Ballons zu sehen. Die Morgenluft war noch frisch. Nach kurzer Zeit sahen wir zwei schöne Löwendamen, die eine alte sich in den ersten Sonnenstrahlen des Tages, die andere stand bewegungslos da und starte in eine Richtung. Ob sie schon ihr Frühstück entdeckt hatte?

Weiter auf unserer Fahrt durch die Weiten der Masai Mara begegneten uns ein Straußenpärchen, eine ganze Affenbande, jede Menge Warzenschweine und 2 prächtige Löwenmännchen. Sie rieben kurz die Köpfe aneinander und dann verzog sich der eine ins Buschwerk. Und dort entdeckten wir sogar noch einen dritten Löwen, offenbar wollte er vor neugierigen Blicken unentdeckt bleiben.

Kantai wollte uns unbedingt das Nashorn zeigen. Und so fuhren wir eine ganze Weile in eine bestimmte Richtung. Dann lugten wir nach links und spähten nach rechts, aber das Rhino blieb versteckt. So mussten wir ohne Fotos vom Nashorn zurück ins Camp fahren. Aber das ist eben Natur pur!

Bei unserer Ankunft traf ich Katie, die Camp Managerin. Sie erklärte mir, dass mich Patrick, der Camp Manager vom private Governors Camp und Il Moran Camp nach dem Frühstück abholen wird. Ich war begeistert.

So kam ich in den Genuss einer privaten Pirschfahrt. Was für ein Erlebnis! Patrick, ein Engländer, begrüßte mich freundlich. Wir sahen einen prächtigen Elefantenbullen und Patrick erklärte mir, dass Bullen einen sehr starken Moschus-Duft während der Paarungszeit ausströmen, der Weibchen anlocken soll. Ein Stückchen weiter sahen wir zwei kämpfende Impala-Männchen, die ihre Hörner gegeneinander stießen.

Wenig später kamen wir im Private Governors Camp an und er führte mich herum. Ein individuelles Camp nur für eine Familie oder für eine Gruppe, man ist wirklich ganz privat. Ich verspreche, wenn ich wieder in Deutschland bin, stelle ich die Camps mit Fotos im Einzelnen vor!

Weiter auf der Fahrt sahen wir eine große Affenfamilie mit vielen Halbwüchsigen. Das war ein lustiger Anblick. Viele Mamas trugen ihre Babys auf dem Rücken, manche saßen im Gras und fraßen.
Dann kamen wir im Il Moran Camp an. Das Zeltcamp hat einen ganz besonders edlen, luxuriösen Charakter. Hier würde ich auch gern mal Gast sein!

Das letzte Camp der Governors Gruppe war das Little Governors Camp. Dieses Camp liegt am anderen Ufer des Mara Rivers und so musste ich mit einem Boot übersetzen. Das war ganz schön abenteuerlich. Auf der anderen Fluss-Seite nahm mich Peter, der Manager vom Little Governors, freundlich in Empfang. Er stellte mir sein Camp vor und lud mich zum Mittagessen ein. Peter erklärte, dass gerade ein englisches Fernsehteam vom BBC hier logiert und eine Dokumentation dreht, genannt „Safari Kitchen“ (Safari Küche).

Wieder zurück im Governors Camp blieb mir nur noch eine Stunde bis zur Nachmittagspirsch, die ich mit Relaxen vor meinem Zelt verbrachte. Schließlich hatte ich einen atemberaubenden Blick auf den Mara River.

Pünktlich um 15:30 Uhr stand ich am Safari-Landrover. Kantai meinte, es wäre besser nach den Geparden Ausschau zu halten, denn es wäre zu schade, wenn sich das Nashorn wieder im Gebüsch versteckt. Heia Safari – Auf geht´s!

Diese Pirschfahrt war wirklich fabelhaft. Kantai und Hasan, Ihr seid klasse! Wir sahen viele Löwen und es entstanden tolle Fotomotive. Eine Löwin leckte sich die Pfoten, ein Löwe kullerte sich hin und her, ein anderer gähnte. Dann sahen wir eine Hyänenfamilie am Wegesrand. Wie viele es genau waren, konnte man nicht zählen, denn sie waren dicht aneinander gekuschelt.

Und wo waren nun die Geparden? Auf einem Hügel standen bereits 2 andere Jeeps. Sie waren uns zuvorgekommen und hatten die Geparden schon entdeckt. Aber jetzt waren wir an der Reihe, um die grazilen Raubtiere aus der Nähe zu beobachten: Sie waren zu dritt und lagen zufrieden im Gras. Wir schmunzelten über die dicken Bäuche der Geparden, die sich in ihrer liegenden Position nach oben wölbten. „Ja, die haben gestern eine Gazelle erlegt!“, sagte Kantai und mein Fotoapparat klickte.

Kantai deutete auf die dicken, dunklen Wolken am Horizont. Wir müssen uns beeilen, wenn wir vor dem Regen im Camp sein wollen. Das haben wir leider nicht geschafft.



3. und letzter Safaritag in der Masai Mara

Ich hatte gestern am späten Abend noch lange den Geräuschen der Wildnis gelauscht. Aber dass in der Nacht ein Elefant durch das Camp gelaufen war, hatte ich nicht gehört. Am Morgen jedoch sah man neben seinen Hinterlassenschaften, auch eine weggebrochene Absperrung und eine kaputte Lampe am Weg, die er wahrscheinlich mit seinem Hinterteil mitgerissen hatte.

Mit Kantai und Hasan hatte ich vereinbart, das Frühstück im afrikanischen Busch einzunehmen, deshalb freute ich mich auf eine extralange Pirschfahrt. Von 6:30 Uhr bis 11:30 Uhr würden wir unterwegs sein. Schon nach kurzer Wegstrecke entdeckten wir einen imposanten Löwen mit prächtiger Mähne, der unbeirrt in eine Richtung schaute. Was er wohl beobachtete? Nun, in gut 50 Metern Entfernung konnten wir drei Löwinnen sichten, die aber von dannen zogen. Wir folgten ihnen vorsichtig mit unserem Jeep. An einer Quelle im hohen Gras stoppten die Löwinnen und beugten sich tief vor, um zu trinken. Man hörte richtig das Schlürfen.

Kantai und Hasan wollten heute die Zeit nutzen, um nach dem Nashorn und dem Leoparden zu suchen. Diese beiden Tiere gehören zu den Big Five (Löwe, Elefant und Büffel hatte ich ja schon gesehen) und fehlten noch in meiner Sammlung. Hasan steuerte den Landrover in Richtung eines nahegelegenen Buschwerks. Wie gebannt blickten wir auf die Buschwand. Lassen sich Nashorn oder Leopard blicken? Leider nein, sie wollten wohl eher ihre Privatsphäre genießen.

Wir wurden aber schnell entschädigt und es zeigte sich ein schöner, stolzer Löwe, der auf einer Erhöhung saß. Er kämpfte sichtlich mit der Müdigkeit. Immer wieder fielen ihm die Augen zu und sein Kopf kippte zur Seite. Wir konnten uns das Lachen nicht verkneifen.

Auf unserem weiteren Weg sahen wir herrliche Tierszenen: Bei einer fressenden Giraffe sah man nur den Kopf, der zwischen dichten Bäumen herausragte, zwei Büffel schlugen ihre Hörner zusammen und eine faule und müde Hyäne. Dann erreichten wir einen sogenannten Gnu-Crossing-Point am Mara River. Während der Großen Tierwanderung in den Monaten Juli bis September wechseln hier tausende von Gnus und Zebras die Uferseite des Mara Flusses.

„Hier ist der perfekte Ort für unser Frühstück“, stellte Kantai fest und flink wurde eine Decke auf der Motorhaube ausgebreitet. Es wurden Kaffee, Tee, belegte Brötchen, gekochte Eier, Muffins und frisches Obst serviert. Herrlich rustikal und mit Blick auf die Hippos im Wasser.
„Da! Schau! Da ist ein Krokodil, das ein Zebra frisst.“ Und Tatsache, ich entdeckte ein kleineres Krokodil mit einem weiß-schwarz-gestreiften Stück im Maul – unverkennbar ein Zebra. Nach 3 Sekunden war es unter Wasser verschwunden.

Auf der Rückfahrt zum Camp fuhren wir mitten durch eine riesige Büffelherde. Viele der Muttertiere hatten Jungtiere. Man wusste gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. Ein Kalb war gerade erst geboren worden, es versuchte nun seine ersten Schritte. Andere Büffel beobachteten uns misstrauisch, reckten ihre Nasen schnuppernd in die Höhe oder machten drohende Laute. Besser, wir lassen sie in Ruhe! Ich hatte ja auch reichlich Fotos geschossen.

Nach Ankunft im Camp war es nun an der Zeit, die Safari-Tasche wieder zu packen. Bei meinem Zelt angekommen, traute ich meinen Augen nicht. Direkt an der anderen Fluss-Seite marschierte ein Flusspferd entlang. Ich schnappte mir sofort meinen Fotoapparat und knipste los. Erst dann entdeckte ich das Unglaubliche: Das Hippo wanderte seelenruhig an einem großen Krokodil vorbei. Beide schienen sich völlig zu ignorieren. Der Anblick war unfassbar. Gut dass ich alles mit der Kamera festgehalten habe!

Vor dem Mittagessen traf ich Katie, die Camp Managerin vom Governors Camp. „Hello Susann", begrüßte sie mich, „ich zeige dir noch schnell das Camp, okay?“ Aber natürlich gern! Sie zeigte mir die verschiedenen Zelte und erklärte mir viel. Gerade wurden 4 Zelte für das BBC aufgebaut. Hier entsteht für die nächsten Wochen ein Filmstudio. Und sie zeigte mir die Unterkunft von Jonathan Scott, dem berühmten Tier-Fotografen. Wenn er in der Masai Mara ist, übernachtet er hier im Governors Camp. Ich war wirklich beeindruckt.

Um 13:15 Uhr hieß es Abschied nehmen, vom Governors Camp und von der Masai Mara. Der Jeep, der uns bis zum Airstrip brachte, wartete schon.

Eine lustige Geschichte muss ich an dieser Stelle noch erzählen: Ich staunte nicht schlecht, im Jeep saß der Pilot (er hatte im Governors seine Pause verbracht) und außerdem ein Flitterwochen-Pärchen. Auf halber Strecke zum Airstrip stellte die junge Frau fest, dass sie ihren Ehering im Zelt vergessen hatte. Wir mussten alle schmunzeln. Zum Glück hatten wir ja den Piloten im Jeep sitzen, so dass er nicht ohne uns abfliegen konnte. Als dann auch der Ring wieder auftauchte, war für das junge Paar die Welt wieder in Ordnung.

2 Stunden später landete der Pilot seine Cessna mit nur 12 Passagieren am Ukunda Airstrip.



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