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360° - Die GEO-Reportage: Die Legende von den Killerbienen

In Süd- und Nordamerika untersucht ein Biologe, warum so genannte Killerbienen immer wieder Tiere und Menschen angreifen


Um die Honigproduktion zu steigern, brachte 1956 ein Genetiker im Auftrag der brasilianischen Regierung einige Bienenköniginnen aus Afrika nach Brasilien. Er kreuzte sie mit der in ganz Südamerika verbreiteten Europäischen Honigbiene (Foto von: MedienKontor)
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Um die Honigproduktion zu steigern, brachte 1956 ein Genetiker im Auftrag der brasilianischen Regierung einige Bienenköniginnen aus Afrika nach Brasilien. Er kreuzte sie mit der in ganz Südamerika verbreiteten Europäischen Honigbiene

Die Kinder dachten sich nichts dabei, als sie gegen das Bienennest in der verfallenen Hütte Steine warfen. Doch Sekunden später brach in dem ärmlichen Viertel am Stadtrand von Tucson, Arizona, die Hölle aus: Ein Schwarm von vielen Tausend Bienen fiel über die Störenfriede her. Die Kinder konnten flüchten, doch ein Nachbarhund wurde Opfer des wütenden Geschwaders. Es dauerte Stunden, bis Spezialisten die Bienen unter Kontrolle brachten und das Nest vernichteten. 4500 Mal waren sie allein im Jahr 2001 in Tucson im Einsatz gegen die sogenannten "Killerbienen", die in den letzten zehn Jahren von Brasilien aus den nordamerikanischen Kontinent erobert haben.


Indios "ernten" das Nest eines wildlebenden Killerbienenvolks, das sich im Wurzelbereich eines verbrannten Baumstocks befindet. Links: Kameramann Otmar Winder (Foto von: MedienKontor)
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Indios "ernten" das Nest eines wildlebenden Killerbienenvolks, das sich im Wurzelbereich eines verbrannten Baumstocks befindet. Links: Kameramann Otmar Winder

1956 hatte der Genetiker Warwick Estavam Kerr im Auftrag der brasilianischen Regierung einige Bienenköniginnen aus Afrika nach Brasilien gebracht. Um die Honigproduktion zu steigern, kreuzte er die sehr produktive, jedoch angriffslustige afrikanische Art mit der in Südamerika bereits vor Jahrhunderten eingeführten Europäischen Honigbiene. Die so entstandenen "afrikanisierten Bienen" waren vitaler, aber auch aggressiver als andere Honigbienen. Ein Jahr später geriet das Experiment außer Kontrolle: 26 der neu geschaffenen Hybridvölker entkamen in die Wildnis. Mit rasanter Geschwindigkeit vermehrten und verbreiteten sich - bis nach Nordamerika. Dort gerieten sie als "Killerbienen" in Verruf - sie griffen Mensch und Tier an und verdrängten einheimische Bienenarten. Wissenschaftler schätzen ihre Gesamtpopulation auf derzeit rund eine Milliarde Völker. Gerald Kastberger, ein engagierter Bienenforscher aus Österreich, ist in den USA und Brasilien unterwegs, um diese Insekten zu erforschen, sie zu entmystifizieren und die Gründe ihrer Angriffsbereitschaft zu klären. Sein neuestes Projekt: Im Urwald des Amazonasgebietes sucht er nach wilden Bienenvölkern, um deren Toleranzgrenze auszutesten. Wie lange wird es dauern, bis die Bienen auch ihn attackieren?


360°-Die GEO-Reportage begleitet Gerald Kastberger auf den Spuren der Killerbienen und beobachtet, wie er sie gezielt zu Angriffen provoziert.


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