Tokio: Die besten Tipps für Japans Ausnahme-Stadt

Tokio ist ein Ort der Kontraste. Immer in Bewegung, pulsierend, leuchtend und bunt. Es ist die einzigartige Fusion aus japanischer Tradition, technischem Fortschritt und modernem Lifestyle, die eine Reise in Japans Hauptstadt zu einem unvergesslichen Erlebnis macht
Tokio

Mitte des 15. Jahrhunderts gegründet, ist Tokio heute mit knapp zehn Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt Japans

Tokio im Überblick

Allgemeine Informationen

Tokio ist die Hauptstadt von Japan und mit ihren knapp 10 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Metropole des Landes. Die Stadt wurde offiziell Mitte des 15. Jahrhunderts mit dem Bau der Burg Edo gegründet. Sie liegt in der Kanto-Ebene auf der Insel Honshu, der größten der vier Hauptinseln Japans. Als Zentrum für Industrie, Handel, Bildung und Kultur ist Tokio heute die schillernde Hightech-Großstadt in Japan. Sie ist außerdem Sitz der japanischen Regierung. Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt sieben Stunden. 

Einreise und Impfungen

Die Einreise nach Japan ist für deutsche Touristen mit einem gültigen Reisepass problemlos möglich. Am Flughafen wird eine zeitlich begrenzte Aufenthaltserlaubnis für 90 Tage ausgestellt. Wer bis zu 180 Tage bleiben will, braucht eine Verlängerung. Er muss dafür beim Einwohnermeldeamt in Tokio vorstellig werden. Die Unterlagen gibt es bereits am Flughafen. Wichtig: Sie sollten als Ausländer immer Ihren Reisepass griffbereit haben. Andernfalls droht bei Polizeikontrollen eine Geldstrafe. Neben den empfohlenen Standardimpfungen wie zum Beispiel Tetanus, Masern oder Diphtherie gibt es für Urlaubsreisen nach Japan derzeit keine Pflichtimpfungen. 

Klima und beste Reisezeit

Durch das subtropische, warme Klima ist Tokio das ganze Jahr hindurch einen Besuch wert. Jede Jahreszeit hat ihren Reiz. Die beliebteste Reisezeit für Tokio liegt zwischen Frühling und Herbst. Sie beginnt mit der legendären Kirschblüte im März oder April. Während die Temperaturen im Frühjahr und Herbst zwischen 20 Grad tagsüber und um die zehn Grad nachts moderat sind, ist es in den Sommermonaten Juli und August mit bis zu 30 Grad heiß und schwül. Die Luftfeuchtigkeit kann über 70 Prozent liegen. Regen fällt in Tokio im Sommer an durchschnittlich zehn Tagen im Monat. Kenner besuchen Tokio auch im Winter. Dann ist es trocken, relativ mild (etwa 10 Grad Tagestemperatur) und die Stadt ist nicht so überlaufen.

Anreise

Von den meisten deutschen Flughäfen steuern verschiedene Airlines die beiden internationalen Flughäfen Narita (NRT) und Haneda (HND) in Tokio an. Direktflüge von Frankfurt oder Düsseldorf nach Tiokio dauern zwischen elf und zwölf Stunden. Die Preise für die Flugtickets sind je nach Reisezeit sehr unterschiedlich. Der internationale Airport Narita liegt 60 Kilometer außerhalb Tokios. Aber auch von hier ist der Transfer in die Stadt mit Bus oder Bahn ebenso unproblematisch wie vom zentraler gelegenen Flughafen Haneda. Am günstigsten ist jeweils die Fahrt mit dem Bus, am schnellsten geht es mit den Express-Zügen in die Stadt.

Tokio ist die glänzende Ausnahme-Stadt in Japan

Gleich bei der Ankunft am Flughafen Narita wird einem schnell klar: Tokyo – wie die Stadt im Japanischen geschrieben wird – ist mit seinen knapp zehn Millionen Einwohnern eine absolute Ausnahme-Stadt. Trotz der vielen Menschen, die sich wie Ameisen auf den glänzenden Fluren im Terminal ihren Weg bahnen, ist die Atmosphäre erstaunlich ruhig und entspannt. Alles ist sauber und perfekt organisiert. Schließlich gilt der International Airport Narita als der pünktlichste Großflughafen der Welt und macht der technikverliebten Hauptstadt von Japan alle Ehre. Willkommen in Tokyo!

Kirschblüte Tokio

Die beste Reisezeit: Jedes Jahr im März oder April beginnt in Tokio die legendäre Kirschblüte und hüllt die Stadt in ein ganz anderes Gewand

Ueno – geschäftiges Viertel lässt den Jetlag vergessen

Die Fahrt mit dem futuristischen Hochgeschwindigkeits-Zug Keisei Skyliner vom Flughafen ins Zentrum von Tokio lässt erahnen, was einen in der hyper-modernen Mega-City erwartet. Die Stadt ist einfach überwältigend. Am Bahnhof Kasei Ueno im Stadtteil Taito angekommen, zieht einen das kontrastreiche Tokio sofort in seinen Bann. Kein Wunder: Die Bahn-Station liegt direkt im berühmten Viertel Ueno mit lebhaften Einkaufsstraßen, dem zauberhaften Park und jeder Menge Sehenswürdigkeiten. Müdigkeit und Jetlag haben hier keine Chance. Die vielen neuen Eindrücke sind viel zu aufregend und nach dem Einchecken im Hotel geht es gleich los. 

Ein unbedingtes Muss ist der Bummel über die alte Marktstraße Ameyoko. Sie liegt direkt unterhalb der Yamanote -Bahntrasse, ist für ihre günstigen Preise bekannt und ein absoluter Kontrast zu den modernen Geschäftsvierteln in Tokio. Es geht zu wie auf einem orientalischen Basar. Händler stehen in der engen Gasse vor den kleinen, bunten Läden und preisen lautstark ihre Waren an. Unter roten Markisen liegen auf Tischen und Ständen verschiedenste Dinge von Seidenblusen und Markenuhren über verrückte Souvenirs und Süßigkeiten bis zu frischem Fisch. Garküchen verbreiten in Tokio den Geruch von angebratenem Fleisch und Gemüse. Zwischen den zweistöckigen Häusern schieben sich so viele Menschen hindurch, dass man nur Köpfe sieht. Besonders im Dunkeln lohnt sich hier ein Besuch. Das gesamte farbenfrohe Marktviertel von Tokio sieht mit seinen vielen Lichtern und Neonreklamen einfach atemberaubend aus.

Ueno-Park – Naturerlebnis mit Museen und dem ältesten Zoo in Japan

Wer sich tagsüber nach diesen vielen Eindrücken etwas Grün gönnen will, der ist im Ueno-Park richtig. Hier, im größten Park von Tokio, erholen sich auch die Einheimischen gern. Zu Fuß sind es nur knapp zehn Minuten von der Ameyoko hierher. Für die wunderschöne Anlage mit ihren mehr als 8000 Bäumen können Sie getrost einen ganzen Tag einplanen. Immerhin ist der 1873 eröffnete Ueno-Park der erste und älteste Park in ganz Japan. Neben dem bezaubernden See mit einer kleinen Insel warten hier nicht nur viele unterschiedliche Museen und Sehenswürdigkeiten, sondern auch der älteste Zoo Japans mit fast 2600 Tieren – inklusive Riesenpandas.

Ein kleiner Überblick über die Museen:

Im März und April zählt der Ueno-Park zu den angesagtesten Kirschblüten-Hotspots im Großraum Tokio. Mehr als eintausend Kirschbäume verwandeln das riesige Areal in ein traumhaftes rosa Blütenmeer mit bezauberndem Duft. Wenn Sie genug Fotos der Kulisse im Kasten haben, suchen Sie sich einfach ein freies Plätzchen, setzen sich mit Ihrer eigenen Picknickdecke zwischen die Einheimischen und genießen in vollen Zügen die wunderbare Atmosphäre mitten in Tokio.

Kaiserpalast steht auf der ehemaligen Burg Edo

Abgesehen von Einkaufsstraßen und Grün besitzt Tokio natürlich vor allem auch eines: Geschichte. Als alte Kaiserstadt hat die Metropole einige historische Orte und Sehenswürdigkeiten zu bieten. Dazu gehört auf jeden Fall der Schrein des Kaisers Meiji im Stadtteil Shibuya. Meiji war der erste kaiserliche Herrscher Japans nach dem Ende der Shogun-Militärregierung im Jahr 1868 und wird noch heute verehrt. 

Der Name Tokyos tammt übrigens aus dieser Zeit. Nach dem Ende der Shogun-Regierung wurde der Sitz des Kaisers von Kyoto hierher verlegt. Tokyo bedeutet deshalb „Östliche Hauptstadt“. Zuvor hieß die Stadt „Edo“ – benannt nach der gleichnamigen Burg, die hier ursprünglich 1446 errichtet wurde. Der heutige Kaiserpalast steht quasi als „Neubau“ auf dem Gelände der Burg Edo, die bis 1873 vom Kaiser bewohnt wurde. Sie ist allerdings abgebrannt, wurde wiederaufgebaut – aber im Zweiten Weltkrieg dann komplett zerbombt. 

Im Jahr 1949 wurde der neue Kaiserpalast im alten Design an derselben Stelle errichtet und lohnt definitiv einen Besuch. Die verzierten Ziegeldächer der Pagoden, die Parkanlagen drum herum und die Wasserläufe sind einfach bezaubernd und lassen den Geist der Geschichte Tokios spüren. Aber Achtung: Der größte Teil der Gebäude kann nur nach Voranmeldung besichtigt werden. Lediglich am Geburtstag des Kaisers, dem 23. Februar, und am 2. Januar ist keine Anmeldung nötig. Besonders zur Kirschblüte ist eine Ruderboot-Tour in den Parkanlagen rund um den Kaiserpalast ein Traum. 

Wünsche werden am Schrein des Kaisers Meiji wahr

Wie sehr die Menschen in Tokio ihre Geschichte wertschätzen, sieht man an den aufwendig verzierten Kupferdächern des Pagoden-Schreins von Kaiser Meiji sowie an den gelebten Traditionen. Jedes Jahr findet hier am 1. November ein großes Fest zu Ehren des Kaisers statt. Zudem gibt es ganzjährig ein besonderes Ritual: Besucher können ihre Wünsche und Gebete auf kleine Zettel oder vorbereitete Holztafeln schreiben und an der Gebetswand des Schreins aufhängen. Ein sehr schöner und emotionaler Moment, den man ohne Nachfragen oder abschätzende Blicke mit den Einheimischen teilt.

Tokyo-Tower: Atemberaubender Blick über Tokio

Um sich einen Überblick über Tokio und seine Sehenswürdigkeiten zu verschaffen, gibt es zwei Möglichkeiten: Sie kaufen sich einen Stadtplan oder fahren auf einen der beiden besten Aussichtstürme. Natürlich können Sie auch beides tun. Direkt in der Stadtmitte − im Shiba Park im Stadtbezirk Minato − steht der 1958 gebaute Tokyo Tower. Wenn Sie sich beim Anblick spontan an den Eiffelturm erinnert fühlen: Sie haben recht. Der rot-weiß gestrichene Turm ist dem Pariser Wahrzeichen nachempfunden und hat nur einen Unterschied. Er ist mit 333 Metern ganze sieben Meter höher. Für rund 24 Euro Eintritt haben Sie vom Tokyo Tower einen tollen Blick über die Stadt von zwei verschieden hohen Plattformen aus. Wer fit ist, wählt die Alternative zum Fahrstuhl und erobert die erste Aussichtsplattform über die 600 Stufen der Außentreppe. 

Auch der 634 Meter hohe Skytree-Fernsehturm bietet eine hervorragende Aussicht und ist das Wahrzeichen von Tokio. Er steht seit 2012 im Stadtteil Oshiage und hat ebenfalls zwei Aussichtsdecks: in 350 Metern und in 459 Metern Höhe. Die Fahrt zur höchsten Aussichtsplattform kostet 3100 Yen – also umgerechnet rund 26 Euro. Beide Türme sind ein tolles Erlebnis– auch für Familien. Von hier aus lässt sich bei klarer Sicht sogar die weiße Bergkuppe des Fujis erkennen.

Asakusa mit dem ältesten Tempel in Tokio

Bei einem Stadtgebiet von rund 600 Quadratkilometern ist Tokio in der Tat eine wirklich große Metropole mit vielen Sehenswürdigkeiten. Trotzdem können Sie einmal versuchen, von einem der Aussichtspunkte den markanten Pagodenturm des Sensoji-Tempels mit seinen fünf Dächern zu entdecken. Damit haben Sie dann auch gleich den Stadtteil Asakusa im Blick – ein schönes Ausflugsziel und eines der beliebtesten Viertel in Tokio für Touristen. Neben dem beeindruckenden Sensoji-Tempel sind es vor allem auch die „Konsum-Tempel“, die hier einen Besuch wert sind. Viele bunte Geschäfte mit abendlicher Beleuchtung von der Reispapierlaterne bis zur Neonreklame, Stimmengewirr, freundliche Menschen und das authentische Essen machen das Besondere von Asakusa aus. 

Asakusa und Sensoji

Das Viertel Asakusa ist bei Touristen sehr beliebt, denn um den berühmten Sensoij-Tempel wimmelt es nur so von Leben - bunte Geschäfte und authentisches Essen machen einen Spaziergang durchs Viertel zum Erlebnis

Shinjuku hat den größten Bahnhof von Japan und Ginza viel Kunst

Probieren Sie unbedingt ein klassisches Hühnchen-Gericht von einem der vielen Streetfood-Stände. Bei der scharfen Soße heißt es ein bisschen aufpassen – aber nach der ersten Portion wollen Sie garantiert noch eine zweite. Ohnehin ist Tokio für den Charme seiner einzelnen Stadtviertel bekannt und jedes davon ist anders: Shinjuku mit dem größten Bahnhof Japans oder Odaiba als Einkaufs- und Vergnügungsviertel auf einer künstlich angelegten Insel mit der berühmten Gundam-Statue, einem übergroßen futuristischen Action-Roboter. Der elegante Stadtteil Ginza zum Beispiel hat die ältesten Kaufhäuser der Stadt und ist bekannt für sein großes Angebot an Kunst und Kultur. Wenn Sie hier von den modernen und geschäftigen Hauptstraßen nur einige Schritte in die Gassen nebenan gehen, kommen Ihnen statt Anzugträgern mit Sicherheit Geishas in ihrer traditionellen Tracht und mit klappernden Holzschuhen auf dem Gehweg entgegen. 

Der größte Fischmarkt der Welt war übrigens gut 80 Jahre lang im Stadtviertel Tsukiji und hieß genauso. Bis zum Herbst 2018 haben hier mehr als 900 Händler täglich Meerestiere im Wert von rund zwölf Millionen Euro verkauft. Unter anderem aus Hygienegründen wurde der Fischmarkt verlegt. Er ist jetzt auf einer künstlich aufgeschütteten Insel im Stadtteil Toyosu in einer modernen Halle zu finden. Der Charme des alten Fischmarktes ist im neuen Gebäude zwar verloren gegangen, aber Sie können von extra eingerichteten Plattformen die Fischauktion und die Händler in der Halle perfekt beobachten. Der beste Zeitpunkt für Frühaufsteher ist um 4.30 Uhr. Dann findet dort die legendäre Thunfischauktion statt. 

Das Gute am Umzug der Fischauktion: Der gesamte Bereich rund um die alte Fischhalle steht noch. Hier gibt es auch einige der besten Fischrestaurants in Tokio. Probieren Sie unbedingt das Sushi – frischer geht es nicht. Aber Achtung: Sollten Sie vor den Geschäften in den Auslagen das knackigste Gemüse aller Zeiten liegen sehen – greifen Sie nicht zu! Die Japaner lieben es, ihre Kunden mit täuschend echten Attrappen aus Plastik anzulocken. 

Metropreise in Tokio sind sehr günstig

Tokio ist groß, zum Glück ist das Metro-Netz es auch. Zwar gibt es mehrere Betreiber des Schienenverkehrs mit unterschiedlichen Tarifen. Aber die Japaner sind ein höfliches und geduldiges Volk. Fragen Sie am besten am Info-Schalter in der Metro-Station oder einen Passanten nach dem besten Ticket für Ihren Zweck. So kommen Sie auch noch ins Gespräch mit Einheimischen und mit Englisch immer sehr gut weiter. Die Fahrpreise sind übrigens sehr günstig. Eine gute Möglichkeit ist, sich die Pasmo-Card oder die Suica-Card zu kaufen. Sie ist aufladbar und für alle U-Bahnlinien und Bahnlinien in und um Tokio einsetzbar. 

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Digital Art Museum in Odaiba betört die Sinne

Selbstverständlich hat Tokio mehr zu bieten als Kaufhäuser, Essen und Kunst. Die schillernde Metropole ist immer auch ein Abbild ihrer eigenen Zukunft und erschafft ständig neue faszinierende Dinge. Dazu gehört auf jeden Fall das Digital Art Museum im Stadtteil Odaiba. Es wurde erst im Sommer 2018 eröffnet und nimmt die Besucher mit auf eine unglaubliche Reise durch optische Illusionen aus Licht und Technik. Insgesamt 470 Projektoren und 520 Computer sorgen dafür, dass man plötzlich in einem Wasserfall steht, ohne nass zu werden. Täuschend echte Lotusblüten wachsen aus einer Tasse mit dampfendem Tee und steigen als einzelne Blütenblätter in die Luft auf, sobald man aus der Tasse trinkt. Der Eintritt von umgerechnet 28 Euro ist beachtlich – aber dieses einzigartige und verblüffende Museum auch. 

Shibuya ist ein atemberaubendes Erlebnis

Eine ihrer Hauptattraktionen aber ist die Stadt selbst. Die Mischung aus Tradition und Moderne, aus Aufbruch und asiatischer Gelassenheit schaffen eine ganz besondere Stimmung und Atmosphäre. Gerade wenn Sie mit der Familie in Tokio sind, sollten Sie sich ein Erlebnis nicht entgehen lassen und es ist auch noch gratis: Der Spaziergang über die berühmte Shibuya Kreuzung zwischen glasverkleideten Hochhäusern und buntleuchtenden Werbetafeln. Zur Rush-Hour können hier bei einer einzigen Grünphase schon mal bis zu 2500 Menschen über den Zebrastreifen gehen – da kriegt der Ausdruck „Bad in der Menge“ eine völlig neue Dimension. 

Aber keine Angst: Es wird nicht gerempelt, gestoßen oder gepöbelt. Im Gegenteil: In sämtliche Richtungen ziehen die Menschen auf ihrem Zebrastreifen wie zwei Fischschwärme im Gegenstrom in aller Ruhe über die Straße und bleiben ebenso zackig stehen, wenn die Fußgängerampel wieder rot wird. Die Ordnungsliebe und Disziplin der Japaner lassen sich fast nirgendwo besser live erleben. 

Shibuya, Tokio

Ein Ameisenstaat von oben: In nur einer Grünphase an der berühmten Shibuya-Kreuzung queren bis zu 2500 Menschen die Straße - und das ganz ohne Rempeleien

Hashiko-Statue ehrt treuen Hund in Shibuya

Ein Grund für diesen Menschenansturm ist der große Bahnhof von Shibuya. Hier wartet eine berührende Sehenswürdigkeit Tokios, die vor allem Kinder toll finden werden: die Bronze-Statue von Hashiko, dem wohl treuesten Hund der Welt. In den 1920er-Jahren holte der Hund sein Herrchen immer hier vom Bahnhof ab. Das tat er auch noch zehn weitere Jahre, als sein Besitzer längst verstorben war und wartete treu vor dem Bahnhof. Die Stadt Tokio hat dem treuen Hund im Jahr 1934 das Denkmal aufstellen lassen. Hollywood verfilmte die wahre Geschichte Jahre später mit Richard Gere in der Hauptrolle.

Lassen Sie sich bei allen Tagesaktivitäten aber noch etwas Energie übrig. Denn was man in Tokio auf keinen Fall verpassen sollte, ist das Nachtleben. Der Stadtteil Shibuya ist bekannt dafür und eine gute Adresse. Bei allem, was Sie dort tun, sollten Sie an zwei Dinge denken: Wer Alkohol trinkt, muss 20 Jahre alt sein und die letzte Metro fährt um Mitternacht. Es gibt also zwei Möglichkeiten in Shibuya. Entweder brav früh ins Bett gehen oder die Nacht durchfeiern und die erste Metro um fünf Uhr früh zurück ins Hotel nehmen. Wichtig: Fahren Sie tagsüber bestenfalls nicht zwischen acht Uhr und zehn Uhr oder 18 Uhr und 19.30 Uhr mit der Metro. Dann ist Rush-Hour und die Menschenmassen in den Zügen sind nicht jedermanns Fall.

Karaoke-Auftritt ist ein unbedingtes Muss

In Shibuya gibt es alles von der Bar bis zum Club mit DJ und Tanzfläche. Dementsprechend groß ist die musikalische Auswahl: von Techno über Elektro-Pop und Black Music bis zu Reggae. Was im Tokio-Repertoire gar nicht fehlen darf, ist Ihr eigener Auftritt: in der Karaoke-Bar. Auch dafür gibt es in Shibuya reichlich Gelegenheit und es ist völlig egal, für welche Bar Sie sich entscheiden. Gemeinsamen Spaß mit den Bar-Besuchern haben Sie auf jeden Fall und der Applaus ist sicher – auch, wenn Sie noch so schief singen. Also trauen Sie sich. Das ist ein unvergessliches Erlebnis.

Sie können sich auch für eine einzigartige Übernachtung in Shibuya entscheiden, statt erst morgens früh mit der Metro in Ihr eigentliches Basishotel zu fahren: und zwar im Kapsel-Hotel. Der Name ist Programm, denn Sie schlafen hier wirklich in einer Kapsel und nicht etwa in einem Zimmer. Man könnte das Ganze als eine Art großes Schließfach für Menschen bezeichnen und in Tokio ist das völlig normal. Die bequeme „Wabe“ mit Bett kostet zwischen 60 Euro und 70 Euro – wie zum Beispiel im Capsule Hotel Shibuya unweit vom Bahnhof. Meistens sind rund 40 Kabinen in einem großen Raum. Kostenloses WLAN und sogar das Frühstück sind im Capsule Hotel Shibuya inklusive. Das müssen Sie aber nicht in Ihrer Übernachtungs-Wabe essen, sondern sitzen zusammen mit den anderen Kapselschläfern im Gemeinschaftsraum mit Blick auf Tokio. 

Honshu ist die Heimat von Tokio

Um auch zu Hause zu beweisen, dass Sie wirklich in Tokio waren, gibt es in vielen Stadtteilen das ultimative Fotomotiv. Machen Sie ein Selfie mit einer der Bedienungen in einem Maid-Café. Das sind Restaurants, in denen junge Frauen mit Zöpfen in Schulmädchen-Uniformen am Tisch bedienen. Sie passen selbst den Sing-Sang ihrer Stimmlagen dem vermeintlichen Schulalter an. Im ersten Moment wirkt das tatsächlich etwas befremdlich, aber auch das ist Japan und das schillernde Tokio auf der Insel Honshu. Immer etwas anders als die anderen, manchmal schräg, aber garantiert eines: erstaunlich, beeindruckend und faszinierend.

Urlaubs-Japanisch

Guten Tag/Hallo – konnichi wa
Guten Abend – konban wa
Gute Nacht – oyasumi nasai
Auf Wiedersehen – sayonara 
Ja – hai
Nein – iie
Danke/vielen Dank – arigato/domo arigato gozaimasu 
Bitte – onegai shimasu 
Toilette – toire
Restaurant – resutoran
Speisekarte – menyu
Prost! – kanpai!
Lecker – oishii
Hotel – hoteru
Taxi – takushi
Ich hätte gerne… – … wo kudasai
Was kostet…? –… ikura desuka?
Die Rechnung bitte! – Okanjo wo onegai shimasu! 

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