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Wandern Auf dem Münchner Jakobsweg

Aufbrechen, loslassen - eigentlich klingen die Pilgerregeln recht einfach. Dabei ist der Wanderweg von München ins Allgäu viel zu schön, um einfach nur abzuschalten
Auf dem Münchner Jakobsweg

TAG 1: MÜNCHEN-SCHÄFTLARN

Entfernung: 23 Kilometer

Das ideale Pilgergepäck? Nichts. "Nehmt nichts mit auf den Weg, keinen Wanderstab und keine Vorratstasche, kein Brot, kein Geld und kein zweites Hemd", riet Jesus seinen Jüngern (Lukas 9,3). Leider wiegt mein Rucksack dann doch mehr als zehn Kilogramm. Allein zwei Kilo sind Trockenfutter für meinen Hund. Bruno, ein gefräßiger Labrador, begleitet mich und meine Frau auf der fünftägigen Wanderung von München ins Allgäu.

Brot, Geld, Wanderstöcke und zweites Hemd haben wir auch lieber eingepackt, sogar ein drittes Hemd, Blasenpflaster und Regenjacken. Dazu noch den Wanderführer "Jakobsweg München–Lindau", Untertitel:"Der Weg ist das Ziel". "Lassen Sie sich auf die Einfachheit des Pilgerlebens ein", steht darin, „"lernen Sie vielleicht auch Ihre Grenzen kennen." Man fühlt sich leicht deplatziert, wenn man mit Outdoorklamotten, vollgepackten Rucksäcken und Nordic-Walking-Stöcken mitten in München steht. Der Hund zerrt an der Leine, es fällt ihm schwer, sich in der Großstadt auf die Einfachheit des Pilgerlebens einzustimmen.

Aufbrechen, abschalten, loslassen, das sind Schlüsselbegriffe des Pilgerns, aber so einfach loslassen sollte man Bruno nicht. Und wir wollen vor dem Aufbrechen und Abschalten noch beim "Angerkloster der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau" vorbeischauen, wo bei Aussendungsfeiern ein- bis zweimal im Monat Pilgerausweise ausgegeben werden. Wo heute das Angerkloster und die Jakobskirche stehen, unscheinbare Backsteingebäude aus der Nachkriegszeit, waren früher die ersten Häuser der Stadt. München war im Mittelalter ein unbedeutendes Dorf, der Ortsname stammt von der Bezeichnung forum apud Munichen. So wird die Stadt bei ihrer ersten urkundlichen Erwähnung vom 14. Juni 1158 durch Kaiser Friedrich I. genannt - eine Siedlung "bei den Mönchen".

München besaß schon im 12. Jahrhundert eine kleine Jakobskapelle, in der Pilger aus Osteuropa rasteten. An der Wand der heutigen Kirche ist die Jakobsmuschel zu sehen, dazu die Worte "Dios ayuda y Santiago" - Gott hilft und Sankt Jakob. Die Muschel ist ein Symbol für die vielen Wege, die fächerförmig zum Grab des Apostels Jakob in Nordwestspanien führen. Ein verzweigtes Wegenetz in ganz Europa vereinigt sich in Frankreich zu vier Hauptwegen, die in Spanien auf die berühmte Pilger-Hauptstrecke nach Santiago führen. Und einer der Zubringer beginnt hier am Angerkloster, der "Münchner Jakobsweg"“.

Von München aus gibt es im Abstand von jeweils einer Tagesetappe Klöster: Schäftlarn, Andechs, Dießen, Wessobrunn, Rottenbuch, Steingaden, alle im Mittelalter erbaut. Es gibt viele Indizien dafür, dass bereits die frühen Pilger von Kloster zu Kloster wanderten. Bis Santiago sind es 2750 Kilometer in 125 Tagesetappen. Wir wohnen südlich von München in Schäftlarn, das Ziel der ersten Etappe ist unser Zuhause. Den Weg entlang der Isar bin ich viele Male mit dem Fahrrad gefahren. Zu Fuß sind wir gut fünf Stunden unterwegs, zwischendurch rasten wir am Georgenstein, einem markanten Felsen in der Isar.

Die Abtei Schäftlarn zählt zu den ältesten Klöstern Bayerns, sie wurde im Jahr 762 gegründet. Das Bräustüberl gegenüber der Barockkirche ist ein guter Ort, um das Ehepaar Monika und Reinhold Hanna zu treffen. Die beiden haben 2003 den Münchner Jakobsweg mitbegründet und den ersten Wanderführer zu dieser Strecke verfasst, nachdem sie in den Jahren 1996 bis 2000 selbst von München nach Santiago gewandert waren.

Sie seien immer begeisterte Wanderer gewesen, aber ursprünglich hatten sie keine religiösen Motive bei ihren Touren, erzählt Reinhold Hanna. Als er ein Buch über den spanischen Jakobsweg geschenkt bekam, beschloss er: "Wenn ich nach Santiago gehe, dann nur von zu Hause aus, wie die Pilger im Mittelalter."

TAG 2: SCHÄFTLARN-ANDECHS

Entfernung: 29 Kilometer

Die Strecke von Schäftlarn zum Kloster Andechs ist lang, 29 Kilometer durch eine hügelige Landschaft. Am fittesten wirkt der Hund, aber er muss ja auch kein Gepäck tragen. Nach einer Rast am Ufer des Starnberger Sees und einer zweiten Rast in Maising legen wir eine dritte Rast am Eßsee ein, wo der Verhaltensforscher Konrad Lorenz seine Graugänse beobachtete. Man hätte gern gewusst, was der Begründer der von ihm selbst so genannten "Tierpsychologie" zu den Auswirkungen einer Pilgerwanderung auf die Hundeseele gesagt hätte. Bruno macht aber nicht den Eindruck, als leide er.

Bei uns Menschen werden die Schritte langsamer und schwerer. Es stellt sich ein meditativer Schlurfgang ein. "Den Körper freilaufen, um den Geist frei zu kriegen", so hatte das Monika Hanna am Vorabend genannt. Ein paar Kilometer vor Andechs kommen wir an einem schmucken Gebäude vorbei, die Fenster sind vergittert, die Mauern mit Stacheldraht gesichert, das Gelände wird kameraüberwacht. In der JVA Rothenfeld sitzen um die 100 Häftlinge, der bekannteste von ihnen heißt Uli Hoeneß. Tagsüber hat er Freigang, abends schläft er in der Zelle, wie ein Pilger. Endlich auf dem sogenannten heiligen Berg angekommen, möchte man vor Freude singen, vielleicht "Country Roads" oder "Bruder Jakob", aber das ist verboten.

"Singen und Lärmen nicht gestattet", steht auf einem Schild an der Klostermauer. Früher pilgerten die Menschen wegen des Reliquienschatzes nach Andechs, heute vor allem wegen des Biers, das von den Benediktinermönchen gebraut wird. Konsequenter Bierkonsum und strenge Frömmigkeit, das ist in Bayern kein Widerspruch. Um die Fastenzeit zu überstehen, kamen Mönche schon im Mittelalter auf die geniale Idee, ein extrastarkes, kalorienreiches Bier zu brauen. Nach einem halben Liter Andechser Doppelbock Dunkel fällt einem die Kontemplation leicht, das Gebräu hat einen Alkoholgehalt von 7,1 Prozent. Als meine Frau aufsteht und mit müden Beinen in Richtung Toilette wankt, meint der Kellner: "Ich möchte Sie ja nicht beleidigen, aber Sie können auch die Behindertentoilette benutzen, dann müssen Sie nicht mehr die Treppe gehen."

Am liebsten möchte man nach dem Essen nur noch an der Klosterpforte klingeln und um ein Nachtlager bitten. Der heilige Benedikt schrieb in Kapitel 53 seines Regulariums: "Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen werden wie Christus." Allerdings darf der Fremde kein Hund sein. Also schleppen wir uns weiter, vorbei an der Wallfahrtskirche mit der Schmerzhaften Kapelle, in der Prinz Heinrich von Bayern und der Komponist Carl Orff beigesetzt wurden. Unsere schmerzenden Füße tragen uns zum Gasthof zur Post. Genug ora et labora für einen Tag.

TAG 3: ANDECHS-WESSOBRUNN

Entfernung: 24 Kilometer

Der offizielle Jakobsweg führt um den Ammersee herum, auf dem Weg liegt Schondorf mit seiner romanischen Jakobskirche. Diese Route würde zwei Tage länger dauern, wir wandern über einen Höhenrücken nach Süden, eine landschaftlich reizvolle Abkürzung. Beim Abstieg nach Pähl hat man das Gefühl, in eine Bayern-Postkarte hineinzulaufen: Kirche mit Zwiebelturm, Bauernhäuser, grüne Wiesen, weiß-blauer Himmel, dahinter die verschneiten Berge. Wären da nicht dieser gigantische Golfball und jene 15 überdimensionalen Salatschüsseln, die in der Idylle herumstehen.

Das "Radom" bei Raisting hat einen Durchmesser von 49 Metern, die Satelliten-Bodenstation wurde 1964 erbaut, die Parabolantennen der "Erdfunkstelle Raisting" kamen nach und nach dazu. Über das Radom wurden 1969 die erste Mondlandung und 1972 die Olympischen Sommerspiele in München in alle Welt übertragen. Auch der heiße Draht zwischen Ost und West lief im Kalten Krieg über Raisting. Wenn der US-Präsident zum Roten Telefon griff, ging die Funkverbindung über das Dorf in Oberbayern.

Die Strecke zwischen Pähl und Raisting ist flach und gerade, die Sonne brennt auf die Pilgerhäupter, es ist nicht der schönste Streckenabschnitt. Doch wie hatte Monika Hanna es formuliert? "Jeder Weg ist schön, wenn man sich von ihm führen lässt." Wir lassen uns direkt zum Gasthof zur Post in Raisting führen. Merke: Wenn man in einem bayerischen Dorf gut essen will, muss man nach dem Kirchturm und dem Maibaum suchen, und mit 90-prozentiger Sicherheit findet man dort einen Gasthof, der „Zur Post“ heißt. Zusatz-Faustregel: Wenn an den Gasthof eine Metzgerei angeschlossen ist, ist man fast zu 100 Prozent auf der sicheren Seite.

Der Wirt der Raistinger Post, Herbert Weichart, ist der Bruder des Wirts der Wessobrunner Post, der Jakob mit Vornamen heißt. Jakobs begegnen uns auf dem Weg immer wieder. Im Kloster Wessobrunn steht eine lebensgroße Holzfigur des Heiligen Jakobus, wir kommen an Jakobskapellen und Jakobsbildern vorbei. Nur unser Sohn Jakob ist auf einem anderen Weg unterwegs, der 18-Jährige schickt ab und zu kurze Nachrichten per SMS an die Eltern. "Bin am Gardasee!" "Bin jetzt in Jesolo." Episch ist das nicht, aber informativ.

Das Kloster Wessobrunn ist für das "Wessobrunner Gebet" bekannt, ein Schöpfungsgedicht in althochdeutscher Sprache, das als eines der ältesten erhaltenen Schriftstücke der deutschsprachigen Literatur gilt, es stammt aus dem Jahr 814. Seit 2012 ist das Kloster geschlossen, es wurde an eine Naturkosmetikfirma verkauft. Ein Teil der ehemaligen kirchlichen Pracht kann man im benachbarten Gasthof zur Post besichtigen: Der Saal im ersten Stock ist ein Schmuckstück, die Holzdecke stammt aus dem Jahr 1693. Die Deckenbilder wurden im Jahr 1887 aus dem Theatersaal des Klosters in den Gasthof versetzt. Prinz Luitpold von Bayern und seine Braut Prinzessin Karin Beatrix feierten hier ihre Hochzeit.

Auf dem Münchner Jakobsweg

TAG 4: WESSOBRUNN-WILDSTEIG

Entfernung: 35 Kilometer

Gibt es eine höhere Macht, die Infos aus meinem Hirn löscht? Hat die NSA ihre Finger im Spiel, über die Erdfunkstelle? War es Eingebung? Ja. Dreimaliges falsches Eingeben des PIN-Codes hat dazu geführt, dass ich mit meinem Mobiltelefon nicht mehr ins Netz komme. Das hat Vorteile: Raisting kann nicht mehr mithören, ich bin für meinen Arbeitgeber nicht mehr erreichbar. Der Nachteil: Meine Frau kann mich auch nicht anrufen. Ihr war die Doppel-Etappe zu lang, die Bruno und ich an diesem Tag schaffen wollen - von Wessobrunn über den Hohenpeißenberg, anschließend durch die Ammerschlucht nach Rottenbuch und weiter nach Wildsteig, insgesamt 35 Kilometer.

Es ist sinnvoller, diese Strecke auf zwei Tage zu verteilen, doch wir wollen ja in fünf Tagen im Allgäu sein. Wir verabreden uns, ganz altmodisch, um 12 Uhr mittags am höchsten Punkt des Hohenpeißenbergs, einem knapp 1000 Meter hohen Voralpenhügel, auf dem eine Wetterwarte, eine Kirche und ein Ausflugslokal stehen. Und siehe da, es klappt. Die Wanderung durch die wildromantische Ammerschlucht ist anstrengend, es geht über Stufen und Steige am rauschenden Fluss entlang, unterwegs sehen wir Eisvögel, Knabberspuren von Bibern und inmitten von Bachgeriesel ein Wiesel, das flinker ist als unser Hund.

In Rottenbuch geht es über den Ölberg in Richtung Pestfriedhof, wir kommen an einem Lederhosen- Laden vorbei, dessen Inhaber Magnus Heiland heißt. Man kommt sich vor, als sei man in die Oberammergauer Passionsspiele geraten. Nicht umsonst heißt die Gegend Pfaffenwinkel.

TAG 5: WILDSTEIG-BERNBEUREN

Entfernung: 22 Kilometer

Es gibt Pilger, die sich morgens mit einem Bibelvers auf den Weg machen und den ganzen Tag darüber meditieren. Es gibt aber auch Pilger wie mich, in deren Kopf nach einer Weile eine angenehme Leere entsteht. "Erzähl mir mal was", bittet meine Frau, "das würde mich motivieren." In ihrem Kopf sind immer Worte, aber ich höre irgendwann nur noch Musik, ganz ohne iPod, bestimmte Takte aus einem Chopin- Prélude etwa, oder Songs von Radiohead und Nick Cave.

Zwischendurch stellen sich aber wirklich viele Fragen, über die man sprechen könnte. Was um Himmels willen brachte Menschen dazu, ein mit Blattgold und Stuck, Fresken und Malereien verziertes Gotteshaus mitten auf eine Wiese zu stellen? Die "Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies" bei Wildsteig geht zurück auf eine Legende. Am 14. Juni 1738 sah die Bäuerin Maria Lory angeblich Tränen in den Augen einer hölzernen Jesusfigur. Dieses „"Tränenwunder" war der Anlass, von 1745 bis 1754 einen der prächtigsten Rokokobauten überhaupt aus dem Boden zu stampfen. Eine Million Besucher aus aller Welt kommen pro Jahr, die meisten mit Bussen und Autos, viele aber auch zu Fuß wie wir.

Bei den Hannas, den Mitbegründern des Münchner Jakobswegs, hat sich das Spirituelle unterwegs irgendwie ergeben. "Wir sind als Wanderer losgelaufen und als Pilger angekommen", sagt Monika Hanna. Als wir am Ortsschild von Bernbeuren ankommen, sind wir immerhin 133 Kilometer zu Fuß gelaufen. Abschalten und loslassen, das schafft man gut in fünf Tagen. "Eigentlich ist man aber erst nach frühestens einer Woche so weit, dass man in eine Art Flow kommt", sagt der erfahrene Pilger Reinhold Hanna. Das ist richtig, und wenn wir auch kilometermäßig nicht so weit gekommen sind wie die Hannas, hat uns das Kurzpilgern doch menschlich weiter gebracht.

Am Schluss der Wallfahrt wartet ein Starkbier bei Freunden - und eine persönliche Erkenntnis: Wir wollen gemeinsam weiter wandern. Von Bernbeuren aus sind es noch 120 Etappen bis Santiago.

Der Münchner Jakobsweg

Unterwegs zwischen Isar und Bodensee: Einkehrtipps nicht nur für Pilger

Klosterbräu Stüberl: Wer die erste Etappe des Jakobswegs beendet, kommt vor dem Ziel an einer Weide mit Angusrindern vorbei. Die Wirtsleute des Bräustüberls, Katrin und Wolfgang Krauß, betreiben eine Zucht. Das Fleisch auf dem Teller kommt also von der Wiese nebenan, das Wild aus der Klosterjagd, die Forellen stammen von der Fischzucht Aumühle. Kloster Schäftlarn 16, 82067 Ebenhausen, Tel. 08178/36 94, www.klosterbraeustueberl-schaeftlarn.de, DZ/F ab 65 €

Hotel Gut Schwaige: Moderne Holzmöbel, helle Farben, freundliche Gastgeber - das Hotel Gut Schwaige ist unkompliziert und hundefreundlich. Im Erdgeschoss ist ein Supermarkt, in dem man Proviant kaufen kann. Rodelweg 7, 82067 Ebenhausen- Schäftlarn, Tel. 08178/930 00, DZ/F ab 79 €

Kloster Andechs: Im Gästetrakt stehen Pilgern 15 schlichte Zimmer zur Verfügung. Dusche und WC auf dem Gang. Telefonische Anmeldung empfohlen. Klosterpforte, Bergstr. 2, 82346 Andechs, Tel. 08152/37 60, www.andechs.de, EZ ab 15 € (mit Pilgerausweis), 20 € (ohne Pilgerausweis)

Hotel zur Post: Familie Hemberger führt das Hotel bereits in der sechsten Generation. Die Gaststube hat abends geschlossen, dafür ist das Frühstück fürstlich: selbst gebackene Kuchen, Rührei mit frischen Kräutern und Wurstspezialitäten aus der eigenen Wild-Metzgerei. Starnberger Str. 2, 82346 Andechs, Tel. 08152/918 20, www.hotelzurpostandechs.de, DZ/F ab 94 €

Andechser Kaffeerösterei: An der Hauptstraße in Andechs-Erling duftet es nach frisch gemahlenen Bohnen. Für den Koffeinschub zwischendurch empfiehlt sich ein Stopp in der Andechser Kaffeerösterei. Inhaber Reiner Leonhardt röstet eigene Mischungen. Dazu gibt es selbst gemachten Kuchen. Herrschinger Str. 21, 82346 Andechs- Erling, www.andechser-kaffeeroesterei.de

Gasthof zur Post: 1460 verfügte der Abt des Klosters Wessobrunn, eine Taverne jenseits der Klostermauern zu bauen, die vielen weltlichen Gäste waren nicht gut fürs Klosterleben. Heute betreiben Jakob und Ingrid Weichart den Gasthof, sie haben den klösterlichen Charme der Zimmer erhalten. Zöpfstr. 2, 82405 Wessobrunn, Tel. 08809/208, www.post-wessobrunn.de, DZ/F 80 €

Kunstcafé Rottenbuch: Nettes Café mit sieben Zimmern, die in der Wandersaison schnell ausgebucht sind. Wirtin Lena Kaufmann organisiert Kunstausstellungen, Konzerte und bietet sehr nahrhafte hausgemachte Kuchen und Torten. Klosterhof 1, 82401 Rottenbuch, Tel. 08867/92 10 40, www.kunstcafe-rottenbuch.de

Gasthof zur Post: Am Stammtisch saßen hier einst die Großkopferten der CSU - Strauß, Stoiber und Streibl. Der frühere Ministerpräsident Max Streibl wohnte in Wildsteig, und Franz Josef Strauß hatte im benachbarten Schongau als Landrat angefangen. Diese Ära ist vorbei, die Gastfreundlichkeit der Wirtsfamilie Bertl ist geblieben – auch gegenüber Leuten, die der CSU nicht nahestehen. Besonders gut: Wild, Spinatknödel und Schweinsbraten. Kirchbergstr. 43, 82409 Wildsteig, Tel. 08867/221, www.gasthof-postwildsteig.de, DZ/F ab 80 €

Panorama-Gasthof Auerberg: Der Gasthof hat einen Nachteil und viele Vorteile. Der Nachteil: Man muss am Ende der Etappe auf den 1055 Meter hohen Auerberg bei Bernbeuren steigen. Die Vorteile: grandiose Aussicht auf den Ort und die Berge, deftige bayerische Küche, ruhige Zimmer. Und: Am nächsten Morgen geht es erst mal bergab. Auerberg 2, 86975 Bernbeuren, Tel. 08860/235, www.auerberghotel.de, DZ/F ab 80 €

Buchtipps

Monika Hanna: Der Münchner Jakobsweg. Wandern auf dem Pilgerweg von München an den Bodensee. Terra Magica 2011, 15 €.

Monika und Reinhold Hanna sind zweimal den kompletten Jakobsweg von München nach Santiago gelaufen. Auf ihre Initiative hin wurde der Münchner Jakobsweg 2003 neu belebt und ausgeschildert. Ihre Website ist ein Forum für Jakobspilger: www.hanna-jakobsweg.de

Christiane Haupt: Jakobsweg München–Lindau mit Variante nach Bregenz. Conrad Stein Verlag 2013, 14,90 €.

Die Münchner Journalistin ist auf dem Jakobsweg in Deutschland, Österreich und der Schweiz gewandert, ihr kompakter Führer für den Münchner Weg zeigt auf 176 Seiten alle Varianten der Strecke, es gibt Höhenprofile, Kartenausschnitte und Übernachtungstipps.