Im Club der großen Abenteurer

Sir Edmund Hillary, Neil Armstrong, Roald Amundsen oder Jacques Piccard: Der 1904 in New York gegründete "Explorers Club" führt eine lange Liste prominenter Mitglieder. Nun wurde GEO-Redakteur Lars Abromeit in den renommierten Zirkel aufgenommen
Im Club der großen Abenteurer

Standfest und der Kälte trotzend: "Explorer" Lars Abromeit 2006 auf dem Gipfel des Erebus in der Antarktis

Herr Abromeit, was ist das Anliegen des "Explorers Club"?

Sein Ziel ist es, die Erkundung der Welt zu fördern. Das mag veraltet klingen, ist aber nach wie vor aktuell: Wir können zwar heute mit Programmen wie "Google Earth" fast jeden Punkt auf dem Globus vom Wohnzimmer aus betrachten. Was aber wissen wir schon tatsächlich über entlegene Gegenden wie die Antarktis, die großen Wüsten oder verborgene Höhlensysteme? Das Zeitalter der Entdeckungen ist noch längst nicht vorbei, man muss nur genauer hinschauen. Und der "Explorer Club" unterstützt Menschen, die diese Idee teilen, sich zu vernetzen und miteinander zu kooperieren.

Es ist ja gar nicht so einfach dort aufgenommen zu werden...

In der Tat kann man sich in diesem Zirkel nicht einfach per Internet anmelden. Ich musste schriftlich meine bisherigen Publikationen auflisten und genau begründen, inwieweit die Expeditionen, an denen ich teilgenommen habe, "das Wissen der Menschheit vorangebracht haben", so die Forderung.

Und - haben Sie dieses Wissen gefördert?

Naja, den Heiligen Gral oder Shangri-La haben wir (noch) nicht aufgespürt, allerdings ein paar neue Fischarten vor Neuguinea und einige unbekannte Mikroben in der Antarktis. Aber man muss sich ja noch steigern können.

Am wichtigsten für die Aufnahme im Club aber ist Fürsprache, oder?

Richtig: Zusätzlich zu den Veröffentlichungen benötigt man einen Paten, der eine Beurteilung abgibt. Meine Patenschaft hat Christoph Baumer, ein Archäologe und Experte für Zentralasien, übernommen. Gemeinsam hatten wir für die Juli-Ausgabe von GEO 2007 eine Geschichte über versunkene Städte der Taklamakan-Wüste bearbeitet. Er war bereit, mich zu fördern. Ein Komitee entscheidet dann über den Antrag.

Wie viele Mitglieder hat der Explorers Club?

Etwa 3000, hauptsächlich Wissenschaftler aller Nationen und Disziplinen. Außerdem sind einige schillernde Abenteurer dabei, die beispielsweise in Neuguinea nach Kannibalen-Völkern gesucht haben oder zu Fuß durch die Arktis marschiert sind.

Was versprechen Sie sich von der Mitgliedschaft?

Es erlaubt mir hoffentlich, von vielen spannenden Expeditionen frühzeitig zu erfahren - und nicht erst, wenn die Wissenschaftler wieder nach Hause gekommen sind. Schließlich ist meine Aufgabe in der GEO-Redaktion, solche Unternehmungen zu begleiten und darüber zu berichten. Mal sehen, wohin die nächste Reise führt.

Wird es eine Aufnahmezeremonie im Club geben?

Die Inauguration beschränkt sich leider auf die feierliche Zusendung einer Mitgliedskarte.

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