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GEO Magazin Nr. 03/14 Seite 1 von 1


Zukunft: "Nachhaltiges Wachstum ist eine Illusion"

Reiner Klingholz erklärt in seinem Buch "Sklaven des Wachstums" die Umweltbewegung für gescheitert. Und skizziert einen überraschend anderen Weg in eine bessere Zukunft

Interview: und Hanne Tügel

Schon vor 20 Jahren fragte Reiner Klingholz in seinem Buch "Wahnsinn Wachstum", wie viel Mensch die Erde erträgt. Damals war er noch Wissenschaftsjournalist (bei GEO), 2003 wechselte er in die Forschung. Als Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung stößt er seither unbequeme Debatten an (Foto von: Anatol Kotte)
© Anatol Kotte
Schon vor 20 Jahren fragte Reiner Klingholz in seinem Buch "Wahnsinn Wachstum", wie viel Mensch die Erde erträgt. Damals war er noch Wissenschaftsjournalist (bei GEO), 2003 wechselte er in die Forschung. Als Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung stößt er seither unbequeme Debatten an

GEO: Herr Klingholz, Sie prognostizieren in Ihrem neuen Buch, dass unsere Nachfahren in 300 Jahren in einem Paradies der Nachhaltigkeit leben werden. Doch vorher wird es Krisen und Konflikte um Ressourcen geben, trotz des wissenschaftlichen Fortschritts und internationalen Krisenmanagements. Wieso schafft Homo sapiens es nicht, sein zukünftiges Wohl zu sichern?
Klingholz: Dafür ist unser Gehirn nicht geschaffen. Wir verhalten uns nur in einem überschaubaren sozialen und zeitlichen Rahmen einigermaßen vernünftig. Niemand übernimmt Verantwortung für sieben Milliarden Menschen. Das könnte nur eine global abgestimmte Politik. Aber für einen Weltklimavertrag sind die nationalen Interessen viel zu unterschiedlich. Die Russen oder Saudis müssten ja sagen: Wir lassen das Öl im Boden, damit die Malediven nicht untergehen. Es gibt Probleme, für die es unter den heutigen Bedingungen keine Lösung gibt.

Es gibt immerhin Ansätze, die Wirtschaft umzubauen, hin zu einem "nachhaltigen" oder "grünen" Wachstum.
Nachhaltiges Wachstum ist eine Illusion. Nehmen wir die Energiewende. Wir könnten zwar rein technisch die Wirtschaft innerhalb von 30 Jahren komplett auf regenerative Energien umstellen. Das verlangt jedoch zunächst erhebliche Investitionen an Material und Energie - und danach säßen wir in der gleichen Falle wie zuvor, solange wir auch mit grüner Energie immer neues Wachstum produzieren müssten. Wie der Ökonom Niko Paech sagt: Das Geld, das wir mit grünem Wachstum verdienen, müssten wir zu Gartenerde kompostieren, damit es kein neues Unheil anrichtet. Wachstum, gleich welcher Farbe, bedeutet erhöhten Ressourcenverbrauch. Grünes Wachstum ist ein Widerspruch in sich.


"Die beste Nachricht seit ewigen Zeiten: Wohlstandsgesellschaften gehen automatisch auf Schrumpfkurs", sagt Reiner Klingholz (Foto von: Buena Vista Images/The Image Bank/Getty Images)
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"Die beste Nachricht seit ewigen Zeiten: Wohlstandsgesellschaften gehen automatisch auf Schrumpfkurs", sagt Reiner Klingholz

Aber so wie die armen Länder Wachstum brauchen, um sich zu entwickeln, brauchen wir es, um unsere Sozial- und Finanzsysteme aufrechtzuerhalten. Es gibt doch anscheinend überhaupt keinen Ausstieg aus dem Wachstum.
Momentan sind wir noch Sklaven des Wachstums. Aber de facto stehen wir schon mit einem Fuß im Postwachstum. Alle Industrieländer verzeichnen sinkende Wachstumsraten, selbst die boomende deutsche Wirtschaft kommt gerade mal auf ein Prozent. Diese Nationen werden künftig immer weniger junge Konsumenten haben, während die älteren das Interesse an kurzfristigen Produktzyklen verlieren. Wenn dann noch die Bevölkerung schrumpft, sinkt das Wachstum unweigerlich gegen null und tiefer. Aber statt Konzepte für ein Wohlergehen ohne Wachstum zu entwickeln, versuchen wir verzweifelt, Wachstum zu erzwingen - mit Abwrackprämien, Konjunkturprogrammen und Subventionen, zu hohen ökologischen und ökonomischen Kosten.


Reiner Klingholz’ Buch "Sklaven des Wachstums - die Geschichte einer Befreiung" ist im Campus-Verlag erschienen: 348 Seiten, inklusive E-Book, 24, 99 Euro (Foto von: )
Reiner Klingholz’ Buch "Sklaven des Wachstums - die Geschichte einer Befreiung" ist im Campus-Verlag erschienen: 348 Seiten, inklusive E-Book, 24, 99 Euro

Wenn uns nicht die Vernunft ins Postwachstum führt, was dann?
Das Postwachstum ist eine Folge der sozioökonomischen Entwicklung. Sie hat uns Wohlstand und sinkende Kinderzahlen beschert. So weit, so gut. Aber für ein Umdenken braucht es Krisen und Katastrophen. Dann reagiert die Politik. Erst als das Waldsterben offensichtlich war, wurden Entschwefelungs- und Entstickungsanlagen Pflicht. Erst als sich das Ozonloch nicht mehr leugnen ließ, wurden Fluorchlorkohlenwasserstoffe verboten. Die wenn auch zaghafte Regulierung der Finanzmärkte wäre ohne Krise nicht entstanden, die Energiewende nicht ohne Fukushima.

Und wann sind die Krisen groß genug für ein Umsteuern?
Das ist nicht vorhersagbar. Schon kleine Ereignisse können ein politisches Umdenken auslösen. Und auch die Menschen sind in Notsituationen in der Lage und bereit, bescheidener zu leben. Aber erst in Notsituationen. Vorher kann man nicht sagen: Begnügt euch mal mit der Hälfte, auch wenn das für viele ginge.

Aber nicht nur äußerer Zwang, auch die Umweltbewegung hat doch zu einem Umdenken geführt.
Die Umweltbewegung ist gescheitert. Wovor hat sie gewarnt, welche Entwicklung wollte sie vermeiden? Ob im Kampf gegen die Überfischung, gegen Klimawandel oder Artenschwund - ihre Ziele hat sie nicht erreicht. Natürlich gibt es viele kleine Erfolge, aber keine Trendwende. Was die grüne Bewegung geschafft hat, ist, dass jetzt alles das Siegel "nachhaltig" trägt: der dickste BMW, die Olympischen Spiele, neue Finanzprodukte. Ganz böse könnte man sagen: Die Umweltbewegung hat uns ein besseres Gewissen beschert, ein Alibi, ein Placebo.

Damit verhöhnen Sie die vielen, die "bio" einkaufen, das Auto stehen lassen, ins Repair-Café gehen und heute schon Postwachstum trainieren.
Konsequent weitergedacht, müsste ich sagen: Lass uns die Katastrophe beschleunigen; ich kaufe mir, sooft es geht, ein Around-the-World-Ticket oder einen neuen SUV. Aber das wäre zynisch. Stattdessen versuche auch ich persönlich so zu leben, wie es mir mein ökologisches Denken sagt: wenig Energie verbrauchen, viel Rad fahren, Gemüse anbauen. Auch wenn ich weiß, dass ich damit nicht die Welt rette. Es fühlt sich lediglich besser an.

Lesen Sie das ganze Interview im GEO Magazin Nr. 3/2014.




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Kommentare zu ""Nachhaltiges Wachstum ist eine Illusion""

Philzer | 14.01.2015 18:01

Herr Klingholz denkt nicht dialektisch, deshalb kann er die Phänomenologien nicht verstehen. Das Wachstum nicht von der menschlichen Vernunft kontrolliert wird ist Ausdruck der religiösen Bewusstseinsstufe an sich: 4D Kognition und 3D Behaviour, und ist so seit es die Spezies gibt. (instrumentelle Vernunft) Zuerst wurde dadurch (Kreativität-4D Kognition) der Globus besiedelt, danach ist die aus dieser Bewusstseinstufe reusltierende Phänomenologei die des Zyklus Krieg-Frieden-Krieg.

Das die Menschen keine Kinder in den westlichen Ausbeuterdemokratien haben wollen ist schlicht falsch. Ursache für das Absterben ist der Konkurrenzstress den sie selbst mit Pantheismus (Marx: Kapitalismus ist der Krieg aller gegen alle) und Globalisierung eingeleitet haben, indem sie ihren technologischen Vorsprung genutzt haben den anderen Völkern ihre Substistenz zu zerstören und sie als Billiglohnsklaven und Rohstofflieferanten in ihren eigenen Reproduktionsprozess einzuzwingen. (Grundlage von Demokratie ist die Spaltung der Beherrschten in Surplusprofitempfänger und Surplusprofitlieferanten - man kann es auch einfacher Rassismus nennen - siehe F:J: Hinkelammert)

Ja, auch ich sage der Pantheist hat seine Gene gegen Porsche und Chappi getauscht, nur begreifen tut er es nicht. Er hat als Nutzmensch (Konrad Lorenz) keine eigene Verankerung im Sein.


mvg Philzer Beitrag melden!

Arno Niesner | 13.11.2014 16:17

Angenommen wir leben in einer Welt der Kreislaufwirtschaft. Nehmen wir weiter an, es gibt in dieser Welt Innovation. Diese führt zu immateriellen Produkten mit einer zuvor nie dagewesenen Nachfrage danach. Alle anderen Rahmenbedingungen bleiben gleich.

Gibt es nun die Möglichkeit nachhaltigen Wachstums oder nicht? Beitrag melden!

Reinhold Leinfelder | 15.03.2014 12:10

Schön, wieder mal ein Buch zum Thema wie sieht die Zukunft aus. Allerdings wieder eines welches genau weiß wie es kommen wird, da gibt es nun viele, allerdings sehr divergierende: "Es kommt genau so!", "Nein nein, natürlich kommt es so!", "Quatsch, natürlich geht es nur so!".
Also, es gibt nun Bücher zu 1.) "Der Karren fährt ja eh an die Wand, danach wird sich alles regeln" (etwa das hier besprochene von Reiner Klingholz), 2.) "die Zukunft der Menschheit wird fantastisch, dank Hightech" (z.B. Michio Kaku "Die Physik der Zukunft"), "3.) Weniger ist mehr, das ist die Zukunft" (z.B. Niko Paech "Befreiung vom Überfluss") oder auch 4.) "Alles wird gut dank bioadaptiver Kreislaufwirtschaft" (z.B. M. Braungart & W. McDonough "Intelligente" Verschwendung"). (Die Version 5. "Es gibt gar keinen anthropogenen Klimawandel oder Umweltprobleme, wir können weitermachen wie bisher" lass ich mal weg.)

Es ist wichtig, diese verschiedenen Pfadmöglichkeiten darzustellen, um sie gesellschaftlich diskutieren zu können, dazu sind auch solche Bücher sehr hilfreich. Aber sie als Ausrede zu nutzen, jetzt gar nichts zu machen, sondern abzuwarten, bis wir Hightech oder oder Cradle-to-Crade-Kreislaufwirtschaft komplett umgesetzt haben oder eben, wie im Klingholtz'schen Buch zu sagen: Postwachstum kommt eh automatisch, und zwar aufgrund der vielen Krisen, die uns noch bevorstehen und die wir nicht verhindern können, das sollte nicht passieren. Wir müssen jetzt verhandeln, Mischungen all dieser Konzepte vorsehen bzw. auch diese verschiedenen Ansätze als teilweise zeitlich gestaffelten Prozess betrachten. Sicherlich brauchen wir sofort (also auch ohne weiteres Warten auf globale Krisen) Suffizienz- und Effizienzsteigerungsanteile, um die Zeit bis zur verbesserten Entwicklung von Cradle to Cradke und anderen High-Tech-Lösungen zu überbrücken. Wachstum muss nicht stoppen, aber eben auf andere Weise, unter Einpreisung von Externalitäten und anderen Wertvorstellungen und Bewertungskriterien stattfinden. Nur mit apokalyptischen, erst -mal-den-Karren-an-die-Wand-fahren-Visionen, dann richtet dies die Evolution, hab ich meine großen Probleme.

Klingholz hat auch nicht recht, dass es immer zuerst konkreter Krisen bedarf, bis es zu Lösungen kommt. Sein Beispiel mit dem Ozon-Loch stimmt hier schon mal nicht. Die Ozonlochproblematik wurde geregelt, bevor das Ozonloch überhaupt zu einer spürbaren Krise wurde. Erfreulicherweise ist es rein wissensbasiert aufgrund von Forschungsergebnissen rund um die späteren Nobelpreisträger Paul Crutzen, Mario Molina und Sherwood Rowland zum Montreal-Protokoll und damit zur UN-weiten Lösung (Verbot von FCKWs) gekommen. Auch finden wir in der Menschheitsgeschichte durchaus Beispiele für gesellschaftliche Umbrüche aufgrund von zuvor entwickelten Visionen, die dann die vorhandenen Normen veränderten und zu (teilweise sehr heftigen, auch gewaltvollen, zumindest langwierigen) Umbrüchen führen. Die Aufklärung, die Abschaffung der Sklaverei, vielleicht auch die EU-Integration sowie aktuelle Demokratiebewegungen sind Beispiele dafür. Und natürlich gab und gibt es recht radikale gesellschaftliche Veränderungen aufgrund von technologischen Innovationen. Die Dampfmaschine, aber auch der Computer oder nun die Smartphones wären Beispiele für kaskadenhafte technologiebasierte Veränderungen (Beispiele aus dem WBGU-Gutachten 2011).

Für unsere Zukunftsgestaltung wäre es wünschenswert, wenn wir mit einer guten Mischung aus normativen Visionen, Wissen und Innovationen auskämen, und nicht noch den Krisenanteil weiter hochfahren müssten. Vermutlich benötigen wir mehr Politiker, Ingenieure, Natur-, Sozial-, und Geisteswissenschaftler, aber v.a. auch mehr gesellschaftliche Kräfte, und ja, auch mehr Bücher, Zeitungsartikel, Museen und andere Mutmacher, die uns diesen integrierten Weg aufzeigen.. Beitrag melden!

Bernhard | 06.03.2014 09:41

Die Krise der Erderwärmung trifft meist am allerwenigsten die Minderheit ihrer Verursacher, sondern weit mehr die große Mehrheit von nichtverantwortlichen und wehrlosen Menschen in besonders betroffenen Regionen der Erde und nochmals härter und mit voller Wucht nachkommende Generationen. Die Industrienationen lösen seit Jahrzehnten mit der Erderwärmung eine Welle der Zerstörung aus, welche gerade diejenigen Millionen und Milliarden Menschen leiden, krank werden, hungern, dursten und sterben lässt, die keine Chance haben, gegen sie zu reden, zu schreiben, abzustimmen, zu demonstrieren oder zu klagen. Das „Wir brauchen Krisen“, „Wir müssen akzeptieren, dass es schlimmer wird, ...“, „Wir haben das Geschehen nicht in der Hand“ ist daher kleingeistig, armselig, selbstmitleidig und zynisch und doch typisch für Menschen in der Position und im Alter von Reiner Klingholz: Die Hauptverursacher der Erderwärmung profitieren meist auch am stärksten von ihr; durch sie haben sie exorbitante Reichtümer angehäuft. Die Industrienationen (bzw. nochmals mehr eine kleine Zahl sehr reicher Privatpersonen), verfügen wesentlich auf Kosten dieser wehrlosen Mehrheit von Menschen über eine gute bis exzellente Gesundheitsversorgung bzw. entsprechend über Rettungswesen, Katastrophenschutz, gesicherte Grenzen, Militär und anderes mehr.

Die Menschheit teilt sich sicherlich nirgendwo sonst so sehr auf in wehrlosen Opfer und Verbrecher an der Menschlichkeit, die nun mit einer nochmals gesteigerten, ungeheuerlichen Gewalttätigkeit etwa in der Tiefsee, der Arktis oder in Schiefergestein Ressourcen ausbeuten. Der so erzeugte Profit, wird dann wieder zum Teil in die Sicherung und Verteidigung des eigenen Reichtums und der eigenen stumpfsinnigen, gierigen und geizigen Lebensweise investiert. „Für ein Umdenken braucht es Krisen und Katastrophen. Dann reagiert die Politik“ funktioniert daher nicht, im Gegenteil, Katastrophen und Krisen werden noch verstärkt und zwar zu Gunsten der Hauptverursacher und zu Lasten der Allerwehrlosesten.

„Das eigene(?!) zukünftige Wohl zu sichern, dafür ist unser Gehirn nicht geschaffen.“ Es ließe sich ebenso gut behaupten, dass Gehirn sei nicht geschaffen dafür, eine Fremdsprache oder ein Musikinstrument zu erlernen. Wenn jemand nicht lernt, dann immer vor allem auch deswegen, weil es ihm, bzw. weil er es sich selbst nicht zutraut. Das Gehirn des Doktor Klingholz kann nicht für nachfolgende Generationen sorgen, weil Doktor Klingholz das seinem Gehirn nicht zutraut.

Idiotisch sind auch folgende Aussagen: „Wachstum gleich welcher Farbe, bedeutet Ressourcenverbrauch. Grünes Wachstum ist ein Widerspruch in sich.“ Ist Widerspruch hier ein anderes Wort Wunderbar? Die Evolution des Lebens wäre damit widersprüchlich und ist offenbar für Akademiker wie Nico Paech und Klingholz undenkbar. Wie ist das Leben immer erneut und weiter in Richtung Vielfalt und Vitalität gewachsen ohne Ressourcen über die Maßen zu überfordern, sondern im Gegenteil sich letztendlich und insgesamt immer neue zu erschließen? Die Antwort ist schon im Begriff von wirtschaftlichem und ökonomischem Wachstum angedeutet. Es kann bei Wirtschaft und Ökonomie nie um Wachstum von Unverhältnismäßigkeit, Ungleichheit, Ungerechtigkeit, Monokultur und (Kapital)Zentralisierung gehen sondern im Gegenteil um ein Wachstum der Verhältnismäßigkeit, Gerechtigkeit, Vielfalt, Dezentralisierung sowie um ein Wachstum von Bildung, Kultur und Frieden:

2/3 weniger PKW in Deutschland würden leicht ein Vielfaches an sicherer, sauberer, grüner, raumsparender, leiser, autonomer, individueller und gerecht zugänglicher Mobilität ermöglichen.* Würden nun die Haushalte ihr Geld, was nicht mehr in die dumme und dreiste Lüge vom Automobil fließt z. B. in Musikinstrumente, in Unterricht und dergleichen investieren, haben wir eines der besten Beispiele dafür, wie man mit Gewinn für alle und ohne Verlust und Verlierer sich einem ungemein nachhaltigen und grenzenlosen Wachstum verschreiben kann. 2. Beispiel: Die von Monokultur, Massentierhaltung, Pestiziden und Mineraldünger dominierte Landwirtschaft würde auf Agrarökologie umstellen, mit der wir die Erderwärmung ausbremsen und uns an sie anpassen, 9 Milliarden Menschen ernähren und einen unschätzbaren Reichtum an Fruchtbarkeit und Biodiversität erzeugen bzw. rekultivieren. Wir finden in diesen Beispielen tatsächlich (so sehr ersehnte) grenzenlose Ressourcen und Potentiale.

Es geht nicht um Verzicht und Bescheidenheit. Es ist völlig unsinnig zu sagen, ich verzichte und bescheide mich um Stumpfsinn, Gier, Geiz, Kleingeist, Armseligkeit und Verblödung. Es gibt keine Bildung, keine Kultur, kein Leben, keine Freiheit, Würde und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit zu Lasten des Lebens, der Freiheit, Würde usw. von anderen Lebewesen und Menschen. Ich verlerne, werde stumpf, leblos und kleinlich in meiner Persönlichkeit, indem ich auf andere herabsehe, sie missachte, einschränke oder gar töte, ich kann mich selbst nur sehen, fühlen, erleben und entfalten in der Freiheit und auf Augenhöhe anderer Lebewesen und Menschen.** Dies gilt auch und insbesondere für die Freiheit und das Leben von Menschen in fernen Ländern und von nachfolgenden Generationen, denn was könnte unsere Fähigkeit zu fühlen und zu denken*** besser ausbilden, als dass wie unser Mitgefühl und Gewissen ebenso in die globalen und zukünftigen Zusammenhänge ausbreiten, wie unser Tun und Lassen neuerdings tatsächlich ausgebreitet ist?

*http://www.fuehlenunddenken.de/2011/02/16/peak-car/
**http://www.fuehlenunddenken.de/2012/05/01/das-prinzip-nachhaltigkeit/
***http://www.fuehlenunddenken.de/texte/fuhlen-und-denken/ Beitrag melden!

Rosanna Fleck | 06.03.2014 09:21

Gerade habe ich 'Der Schwarm' von Frank Schätzing zu Ende gelesen. Den Gedanken, dass die zeitlich und räumlich so begrenzte Sichtweise des Menschen ihn sein eigenes Grab schaufeln lässt, da er nicht direkt über Erkenntnisse der Vergangenheit verfügt oder daran teilgehabt hat und erst durch Katastrophen zum Umdenken motiviert wird, jedoch nur, wenn er selbst von der Katastrophe betroffen ist, konnte ich in Rainer Klingholz Worten wiedererkennen. Ich freue mich darauf, seinen 'anderen Weg in eine bessere Zukunft' kennenzulernen. Beitrag melden!


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