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Trend-Reiniger Wie nachhaltig sind Putzmitteltabletten?

Frau putzt einen Tisch ab
Sind Putzmitteltabletten für einen nachhaltigen Frühjahrsputz geeignet?
© Kira Barlit/Shutterstock
Vor allem in sozialen Medien werden Putzmitteltabletten als nachhaltiger Reiniger beworben. Doch wie grün sind solche Tabs wirklich?

Die Idee von Putzmitteltabs klingt nachhaltig und umweltfreundlich: Eine Tablette – die in Wasser aufgelöst wird – im besten Fall immer in derselben Sprühflasche. Fertig ist der Bad-, Allzweck-, oder Glasreiniger. Vor allem in sozialen Medien sind sie im Trend. Viele Influencerinnen und Influencer bewerben sie, auch in immer mehr Drogerieregale halten die Putzmitteltabletten Einzug. Doch was steckt hinter dem grünen Image des Trend-Putzmittels?

Wie nachhaltig Putzmitteltabletten sind, lässt sich nicht einfach beantworten. Beim genaueren Blick auf Verpackung oder Inhaltsstoffe werden mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Die genauen Inhaltsstoffe der Putzmitteltabletten können sich von Hersteller zu Hersteller zwar unterscheiden, doch über einige Zutaten stolpert man häufiger: Zitronensäure, Natriumcarbonat, Tenside, Duftstoffe und Farbstoffe.

Zu wenige Informationen zu Putzmitteltabletten

Keine ungewöhnlichen Inhaltsstoffe für Putzmittel, schließlich handelt es sich bei Natriumcarbonat um Soda, ein Multitalent in Sachen Schmutzentfernung. Zitronensäure wird in Reinigern oft zum Entkalken eingesetzt, und Tenside helfen dabei, Oberflächen von wasserunlöslichen Verschmutzungen zu befreien und diese in Wasser zu lösen. "Diese Inhaltsstoffe allein machen einen Reiniger noch nicht besonders ökologisch", sagt Tristan Jorde, Umweltexperte der Verbraucherzentrale Hamburg. Für Verbraucher und Verbraucherinnen sei die reine Auflistung der Inhaltsstoffe wenig hilfreich. "Wenig Deklaration und viel Marketing", fasst es Jorde zusammen.

Ob zum Beispiel ein Tensid umweltfreundlich ist, lasse sich nur bewerten, wenn man weiß, wie gut und unter welchen Bedingungen es abbaubar ist, ob es erdölbasiert oder pflanzlichen oder tierischen Ursprungs ist. Außerdem sollten Verbraucher nachvollziehen können, wie und wo es hergestellt wird. Der Umweltexperte kritisiert, dass generell Duftstoffe eingesetzt werden, weil diese oft Allergien auslösen können. Viele Produkte seien außerdem nicht durch aussagekräftige, offizielle Umweltsiegel ausgezeichnet.

Ersparnis von Verpackungsmaterial

Bei der wiederverwendbaren Packung können die Reinigungstabletten ein Stück weit punkten, man spart sich die Einwegplastikflaschen bei jedem Kauf. Meist können Kundinnen und Kunden eine Sprühflasche für die Tabs aus recyceltem Plastik oder Glas direkt zum Tab dazu kaufen. "Ob sich eine neue, befüllbare Flasche aber wirklich amortisiert, hängt davon ab, wie lange sie hält und Verbraucher und Verbraucherinnen sie verwenden können", gibt Jorde zu bedenken.

Durch die praktischen, kleinen Tabs soll kein unnötiges Wasser transportiert und so CO2 eingespart werden. "Sind die Inhaltsstoffe der Putzmittel vorher flüssig, kostet es zum Beispiel sehr viel Energie, sie in die feste Form zu bringen." Heißt: Ein Vorteil durch das geringere Transportgewicht würde nur entstehen, wenn alle Bestandteile zur Herstellung der Tabs von Anfang an in Pulverform vorliegen, sagt Jorde.

Fazit: Das Trend-Putzmittel wird zwar in den sozialen Medien als nachhaltig angepriesen, doch Verbraucher bekommen auf unkompliziertem Weg nicht genügend Informationen, um abschätzen zu können, ob die Putzmitteltabs besser oder schlechter sind als herkömmliche Reiniger. Wer Verpackungsmaterial sparen und den Frühlingsputz gerne umweltfreundlich gestalten möchte, kann sich stattdessen auch an Hausmittel wie Essig, Kernseife oder Natron halten.


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