<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" version="2.0">
  <channel>
    <title>GEO.de RSS-Feed - Wissen</title>
    <link>https://www.geo.de/</link>
    <description />
    <language>de-DE</language>
    <copyright />
    <pubDate>Tue, 21 Apr 2026 16:09:20 GMT</pubDate>
    <lastBuildDate>Tue, 21 Apr 2026 16:09:20 GMT</lastBuildDate>
    <dc:publisher>geo.de</dc:publisher>
    <atom:link href="https://www.geo.de/feed/rss/gpc/wissen/" type="application/rss+xml" rel="self" />
    <image>
      <title>GEO.de RSS-Feed - Wissen</title>
      <url>https://image.geo.de/30499998/t/rQ/v2/w120/r1.5/-/geo.png</url>
      <link>https://www.geo.de/</link>
    </image>
    <item>
      <title>Artemis-2-Crew : Die Landung fühlte sich an, wie "rückwärts von einem Hochhaus zu springen"</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/artemis-2-crew---landung-fuehlte-sich-an-wie-ein-hochhaussprung--37317930.html</link>
      <description>Als erste Menschen seit mehr als 50 Jahren hat die Crew der "Artemis 2"-Mission den Mond umrundet. Zurück auf der Erde erzählen sie jetzt erstmals ausführlich davon</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37318300/t/HH/v2/w1440/r1.7778/-/artemis-2-crew-g-2271711331.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Weltall</category>
      <category>Mond</category>
      <category>Raumfahrt</category>
      <category>NASA</category>
      <pubDate>Fri, 17 Apr 2026 09:19:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/artemis-2-crew---landung-fuehlte-sich-an-wie-ein-hochhaussprung--37317930.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-04-17T09:19:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Als erste Menschen seit mehr als 50 Jahren hat die Crew der "Artemis 2"-Mission den Mond umrundet. Zurück auf der Erde erzählen sie jetzt erstmals ausführlich davon</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Die Landung zurück auf der Erde hat sich nach Angaben der vier Astronauten, die als erste Menschen seit mehr als 50 Jahren in der Nähe des Mondes waren, angefühlt wie ein Rückwärtssprung von einem Hochhaus. "Wenn man rückwärts von einem Wolkenkratzer springen würde, so hat es sich fünf Sekunden lang angefühlt - und es war herrlich", sagte der US-Astronaut Victor Glover bei der ersten Pressekonferenz der "Artemis 2"-Crew seit der Rückkehr von ihrer Mondmission vor rund einer Woche. "Mir war klar, dass wir in einem Feuerball waren."</p><p>Als nach der Landung im Pazifik dann die Luke geöffnet wurde, habe sie vor Freude geschrien, sagte die US-Astronautin Christina Koch. "Es war pure Begeisterung und einfach eine emotionale Reaktion aus dem tiefsten Bauch heraus nicht nur darauf, wieder zu Hause zu sein, sondern auch dass da Menschen kommen und uns heraushelfen - einfach unbeschreibbare Freude." </p><h2>Geistlicher Beistand nach der Landung - und wieder Schwerkraft</h2><p>Nachdem sie auf ein Schiff gebracht wurden, habe er dann um einen Besuch des dort zuständigen Kaplans gebeten, sagte US-Astronaut Reid Wiseman. "Als dieser Mann hereingekommen ist - ich hatte ihn nie in meinem Leben zuvor gesehen, aber ich sah das Kreuz auf seinem Kragen und bin in Tränen ausgebrochen. Es ist einfach sehr schwer, vollkommen zu verstehen, was wir da gerade durchgemacht haben."</p><p></p><p>Seit der Landung habe es neben Zeit mit Familie und Freunden vor allem viele medizinische Untersuchungen und Besprechungen gegeben, sagte Wiseman weiter. "Wir hatten noch nicht diesen Druckabbau. Wir hatten noch keine Zeit zum Nachdenken."</p><p>So ganz hätten sie sich noch immer nicht wieder an das Leben auf der Erde und vor allem an die Schwerkraft gewöhnt, sagte die US-Astronautin Christina Koch. "Jedes Mal, wenn ich in den vergangenen Tagen aufgewacht bin, habe ich gedacht, ich schwebe - und musste mich dann davon überzeugen, dass ich es nicht tue." Einmal sei sie sehr überrascht gewesen, dass ein T-Shirt, das sie losgelassen habe, auf den Boden gefallen sei und nicht geschwebt habe.</p><h2>"Als Freunde gestartet, als beste Freunde gelandet"</h2><p>Die Crew der "Artemis 2"-Mission - neben Glover, Koch und Wiseman noch der kanadische Astronaut Jeremy Hansen - war in einer Art großen Acht um den Mond herum geflogen und hatte sich weiter von der Erde entfernt als jemals Menschen zuvor. Nach rund zehn Tagen im All waren die Astronauten am vergangenen Wochenende planmäßig im Pazifik nahe San Diego wieder auf der Erde angekommen. "Wir sind für immer zusammengeschweißt", sagte Wiseman. "Das ist das engste, wie Menschen zusammenkommen können, die nicht Familie sind. Ich bin hier, um der Welt zu sagen: Wir sind als Freunde gestartet und als beste Freunde zurückgekommen."</p><p> </p><p>Die vier Astronauten waren die ersten Menschen seit mehr als 50 Jahren in der Nähe des Mondes. Für Glover, Koch und Wiseman war es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch wurde zur ersten Frau an Bord einer Mondmission der Nasa, Glover zum ersten nicht-weißen Menschen und Hansen zum ersten Kanadier. </p><h2>Vorbereitungen für "Artemis 3" laufen auf Hochtouren</h2><p>Die Vorbereitungen für die nächste Mondmission laufen unterdessen schon auf Hochtouren. "Artemis 3", mit der ursprünglich frühestens 2028 eine Crew auf dem Mond landen sollte, soll nach dem Wunsch des neuen Nasa-Chefs Jared Isaacman nun bereits im kommenden Jahr starten, aber nicht auf dem Mond landen. Anstelle dessen soll die "Orion"-Kapsel sich bei dieser Mission im Weltraum mit einem oder zwei Mondlandern zusammendocken. </p><p>Bereits in der kommenden Woche soll ein großer Teil des Raketensystems "Space Launch System" dafür auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral für den weiteren Zusammenbau ausgefahren werden. </p><p></p><p>"Meiner persönlichen Meinung nach könnten sie die "Orion"-Kapsel für Artemis 3 morgen auf das "Space Launch System" setzen und starten und die Crew wäre bestens aufgestellt", sagte "Artemis 2"-Astronaut Wiseman. "Dieses Vehikel hat das sehr gut gemacht."</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Bemannte Raumfahrt wird 65: Von Gagarin bis Artemis: Russland fällt in Raumfahrt zurück</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/bemannte-raumfahrt-wird-65--russland-faellt-in-raumfahrt-zurueck-37300460.html</link>
      <description>Vor 65 Jahren flog Juri Gagarin als erster Mensch ins All. Von solchen Erfolgen kann Moskau heute nur träumen. Das zeigt auch der Wettlauf zum Mond. Kann Russland aufholen?</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37300462/t/bt/v3/w1440/r1.7778/-/vt2cflsunav1axw800h600jpeg---984b9a65cfab01f3.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Raumfahrt</category>
      <category>Mond</category>
      <category>Weltall</category>
      <pubDate>Mon, 13 Apr 2026 13:37:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/bemannte-raumfahrt-wird-65--russland-faellt-in-raumfahrt-zurueck-37300460.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-04-13T13:37:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Vor 65 Jahren flog Juri Gagarin als erster Mensch ins All. Von solchen Erfolgen kann Moskau heute nur träumen. Das zeigt auch der Wettlauf zum Mond. Kann Russland aufholen?</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>In Russland schürt die Mondumrundung der Nasa-Astronauten der "Artemis 2"-Crew Sehnsüchte nach den Erfolgen der Vergangenheit. Die stolze Raumfahrtnation feiert gerade den ersten Flug eines Menschen ins Weltall vor 65 Jahren. Geehrt wird der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin, der mit dem Raumschiff "Wostok" die Sensation am 12. April 1961 vollbrachte und 108 Minuten im All war. </p><p></p><p>Der Rekord von nun gleich vier Raumfahrern, die so weit ins All vorgedrungen sind wie nie ein Mensch zuvor, kommt da passend zum Internationalen Tag der bemannten Raumfahrt am 12. April, der auf Gagarins Flug zurückgeht. Er wird auch auf der Internationalen Raumstation ISS begangen, wo Russen und Amerikaner zusammenleben. Zwar ist die ISS inzwischen mehr als 27 Jahre in Betrieb, ein Ende ist nicht in Sicht; allerdings hat Russland den Bau einer eigenen Raumstation für die 2030er Jahre angekündigt.</p><p>Der "Artemis 2"-Erfolg der US-Raumfahrtbehörde Nasa rückt vor allem eins in den Vordergrund: den Wettlauf zum Mond, bei dem die USA und China Russland längst auf der Strecke lassen. Während die USA schon 2028 auf dem Mond landen wollten, sei Russland nicht einmal in der Lage, seine Pläne für die Mondsonden zu erfüllen, sagt der russische Raumfahrtexperte Georgi Trischkin. Er fürchtet, dass sich der Abstand eher noch vergrößert.</p><h2>Russlands Raumfahrt kämpft mit vielen Problemen</h2><p>Tatsächlich verschiebt die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos immer wieder Expeditionen, nachdem ihre erste unbemannte Mondmission seit 1976 kläglich gescheitert war. Die Sonde "Luna-25" zerschellte im August 2023 an der Mondoberfläche – eine teure Schlappe, nachdem sogar Indien zuvor eine Sonde dort mit Erfolg hingebracht hatte.</p><p>Klar ist, dass Russland viel Geld in seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine steckt, das an anderer Stelle fehlt. Zusätzlich spürt das Land den Druck westlicher Sanktionen. Aber zu Sowjetzeiten im Kalten Krieg hielt das Moskau nicht davon ab, führend zu sein. Schon 1957 löste das Land den "Sputnik"-Schock aus, als es überhaupt erstmals ins Weltall vordrang. Gut zehn Jahre später – 1969 – gelang den USA eine bemannte Mondlandung.</p><p></p><p>Experte Trischkin hält Russlands Probleme heute für tiefgreifend. "Die Branche befindet sich in einer Stagnationsphase, die mit einem Personalüberhang, untragbaren Schulden bei den wichtigsten Unternehmen und einer Unterfinanzierung in allen Bereichen einhergeht", schreibt er in einer Analyse für die Denkfabrik Carnegie.</p><h2>Moskau hält an Mondprogramm fest</h2><p>Zwar hält Russland an seinen Mondplänen fest. Roskosmos-Chef Dmitri Bakanow träumt sogar davon, dass Kosmonauten von dort aus zum Mars fliegen. Trischkin allerdings meint, das Land habe den Anschluss verpasst und könne allenfalls noch technische Lösungen für eine künftige Mondstation beisteuern – etwa bei der Nutzung von Kernenergie für den Betrieb einer solchen Anlage.</p><p>Bei der noch bis zum 12. April laufenden ersten "Woche der Raumfahrt" in Moskau hat der Atomkonzern Rosatom gerade angekündigt, er wolle kleine atomare Reaktoren für einen solchen Außenposten der Menschheit auf dem Mond bauen, die mindestens zehn Jahre autonom laufen könnten. Auch ein atomarer Antrieb für Raketen sei möglich.</p><p>Zum Erfolg der vier Nasa-Astronauten, die den Mond nun umrundet haben, sagt der Kosmonaut Alexej Subrizki in Moskau, dass dies Ansporn für eine bemannte Mission womöglich in Kooperation mit anderen sein sollte. "Solche Errungenschaften unserer Partner in der Raumfahrt zwingen uns, uns selbst in diese Richtung zu bewegen und womöglich sogar die Schritte zu beschleunigen", sagt er vorsichtig.</p><h2>Vorbild ist nun auch China für die Russen</h2><p>Naheliegend für eine Zusammenarbeit für Russland wäre China. So unterzeichneten beide Länder 2025 eine Absichtserklärung für den gemeinsamen Bau eines Mondkraftwerks bis zum Jahr 2036. </p><p></p><p>China treibt seine Pläne für eine bemannte Mondmission bis 2030 schon lange mit großen Schritten voran. 2024 gelang es den Chinesen erstmals in der Geschichte der Menschheit, mit der unbemannten "Chang'e 6"-Mission Bodenproben von der Rückseite des Mondes auf die Erde zurückzubringen. </p><p>In diesem Jahr soll die Mission "Chang'e 7" den Südpol des Erdtrabanten erreichen, um dort nach Wassereis zu suchen. Das Unterfangen leitet auch die Erkundung für den Bau einer Mond-Forschungsbasis ein, die China mit der Folgemission "Chang'e 8" errichten will.</p><p>Wann genau China erstmals in seiner Raumfahrtgeschichte Menschen auf den Mond schicken will, steht noch nicht fest. Peking gab bislang als Ziel den Zeitraum bis 2030 an. Im Wettrennen mit Raumfahrer-Nationen wie den USA absolvierten die für die Mondmission konstruierte Rakete vom Typ "Langer Marsch 10" und die Rückkehrkapsel im Februar wichtige Tests im südchinesischen Meer vor der Insel Hainan. </p><h2>Peking holt bei Raketentechnologie auf</h2><p>Aus Sicht von Experten liegt Chinas Vorteil darin, dass das Raumfahrtprogramm zentral organisiert ist. Dadurch kann Peking Entwicklungen zielgenau steuern und beschleunigen. Chinas Raumfahrtindustrie lief laut Beobachtern den USA etwa in der Raketentechnologie hinterher. Doch die Branche holt auf. Mittlerweile arbeiten mehrere Unternehmen an wiederverwendbaren Raketen-Modellen ähnlich jenen des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Elon Musk.</p><p></p><p>Zudem kooperieren die Chinesen mit vielen anderen Nationen. Ein Astronaut aus Pakistan soll etwa die chinesische Weltraumstation "Tiangong" besuchen. "Chang'e 6" hatte unter anderem Instrumente aus Frankreich an Bord. Zudem wählte China Projekte mehrerer Länder im Rahmen seines Mondprogramms aus, darunter Italien, Russland, Thailand oder der Türkei.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Über Deutschland: Besucher aus der Ferne: Komet am nächtlichen Morgenhimmel zu sehen</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/komet-am-naechtlichen-morgenhimmel-zu-sehen-37296052.html</link>
      <description>Mit einem herkömmlichen Fernglas lässt sich derzeit am Morgen bei klarer Sicht ein Komet beobachten, der der Erde vergleichsweise nah kommt. Wann genau ist er wo? Und wie erkennt man ihn?</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37296840/t/ms/v2/w1440/r1.7778/-/komet-260308-c2025r3-pr.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Weltall</category>
      <category>Komet</category>
      <category>Astronomie</category>
      <pubDate>Fri, 10 Apr 2026 09:47:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/komet-am-naechtlichen-morgenhimmel-zu-sehen-37296052.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-04-10T09:47:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Mit einem herkömmlichen Fernglas lässt sich derzeit am Morgen bei klarer Sicht ein Komet beobachten, der der Erde vergleichsweise nah kommt. Wann genau ist er wo? Und wie erkennt man ihn?</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>In den frühen Morgenstunden lässt sich bei klarer Sicht derzeit deutschlandweit ein Komet beobachten. Schon ein herkömmliches Fernglas reiche dazu aus, man müsse jedoch einige Dinge beachten, sagte Uwe Pilz, Vorsitzender der Vereinigung der Sternfreunde (<a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://sternfreunde.de/" class="external-link">VdS</a>) mit Sitz im hessischen Bensheim, der Deutschen Presse-Agentur.</p><p>Am wichtigsten sind demnach Zeit und Ort: Am besten sei der Komet mit dem Namen "C/2025 R3" - auch "PANSTARRS" genannt - 90 Minuten vor Sonnenaufgang flach über dem östlichen Horizont zu sehen. "Man findet den Kometen aber nicht einfach so, man braucht eine Sternenkarte", betont Pilz.</p><p></p><p>Mittlerweile könne man solche Kometen auch über Apps finden, wenn man ihre genaue Bezeichnung kenne. Auf der Website der Sternfreunde sind die Koordinaten zu finden, die mit zu vernachlässigbaren Abweichungen deutschlandweit gelten.</p><h2>Wie lang ist der Komet noch zu sehen?</h2><p>"Auf den ersten Blick sieht der Komet wie ein unscharfer Stern aus, bei klarem Himmel ist aber vielleicht auch der Schweif erkennbar", erklärte Pilz. Die Sicht auf ihn werde aber von Tag zu Tag schlechter, weil er sich der Sonne nähert. Am Wochenende und Anfang nächster Woche sollte er aber noch sichtbar sein.</p><p>Für einen Kometen fliegt "C/2025 R3" sehr nah an der Erde vorbei. Am nächsten kommt er der Erde am 26. April, dann ist er nur etwa halb so weit von unserem Planeten entfernt wie die Sonne. In Deutschland sei er dann aber schon nicht mehr zu sehen. Die mittlere Entfernung der Erde zur Sonne beträgt etwa 150 Millionen Kilometer.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Mondumrundung: Bilder, die um die Welt gehen: Artemis-2-Mission schickt Aufnahmen aus dem All</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/bilder--die-um-die-welt-gehen--artemis-2-mission-schickt-aufnahmen-aus-dem-all-37286728.html</link>
      <description>Mit der Passage hinter dem Erdtrabanten hat Artemis 2 den Höhepunkt der Mondmission erreicht: Was die drei Männer und eine Frau an Bord dabei beobachten konnten, sah noch kein Mensch zuvor</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37286946/t/Mr/v2/w1440/r1.7778/-/epi-1012416059-imago-sp-imago-st-0404-07080001-0852648975-jpg-earth-view-from-nasa.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Tue, 07 Apr 2026 09:55:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/bilder--die-um-die-welt-gehen--artemis-2-mission-schickt-aufnahmen-aus-dem-all-37286728.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-04-07T09:55:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Mit der Passage hinter dem Erdtrabanten hat Artemis 2 den Höhepunkt der Mondmission erreicht: Was die drei Männer und eine Frau an Bord dabei beobachten konnten, sah noch kein Mensch zuvor</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p></p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Mit der Passage hinter dem Erdtrabanten hat Artemis 2 den Höhepunkt der Mondmission erreicht: Was die drei Männer und eine Frau an Bord dabei beobachten konnten, sah noch kein Mensch zuvor</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Astrohighlights im April: Der "Osterkomet" ist zu uns unterwegs</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/-osterkomet--ist-zu-uns-unterwegs--ueberlebt-er-den-flug-vorbei-an-der-sonne--37273144.html</link>
      <description>Der Monat beginnt mit einem Schneeball am Rande der Sonne und endet mit Sternschnuppen. Zudem erklärt Mariana Wagner vom Planetarium Hamburg, wie der Mond das Osterdatum bestimmt</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37275762/t/B2/v3/w1440/r1.7778/-/c2026-a1-maps.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Astronomie</category>
      <category>Ostern</category>
      <category>Komet</category>
      <category>Stern</category>
      <pubDate>Wed, 01 Apr 2026 13:54:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/-osterkomet--ist-zu-uns-unterwegs--ueberlebt-er-den-flug-vorbei-an-der-sonne--37273144.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-04-01T13:54:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Der Monat beginnt mit einem Schneeball am Rande der Sonne und endet mit Sternschnuppen. Zudem erklärt Mariana Wagner vom <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.planetarium-hamburg.de/de/startseite" class="external-link">Planetarium Hamburg</a>, wie der Mond das Osterdatum bestimmt</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Am 2. April strahlt der erste Vollmond nach der Tagundnachtgleiche am Himmel. Er startet den Countdown zu Ostern, als erster Frühlingsvollmond bestimmt er das Osterdatum. Denn das Fest feiern wir traditionell am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Dies geht zurück auf <a href="https://www.geo.de/wissen/weltgeschichte/jesus-von-nazareth--der-geheimnisvollste-mann-der-welt-30935836.html" title="Christentum: Jesus von Nazareth: Der geheimnisvollste Mann der Welt">die Überlieferung der Auferstehung Jesu im Neuen Testament.</a> Daher wird der erste Frühlingsvollmond auch "Ostermond" genannt.</p><p>Die Mondphasen und der Jahreszeitenwechsel entscheiden also, ob Ostern in den März oder in den April fällt. Tatsächlich kommen zwischen dem festgelegten Frühlingsbeginn am 21. März und dem 19. April zahlreiche Tage als mögliches Datum für den ersten Frühlingsvollmond infrage. Ostern feiern wir entsprechend frühestens am 22. März und spätestens am 25. April.</p><p></p><p>Ereignet sich der "Ostermond" im April, gilt er gleichzeitig als "Pink Moon". Leider erstrahlt er nicht rosa am Himmel. Zu der blumigen Namensgebung ließen sich nordamerikanische Völker von der farbenfrohen Pflanze Phlox inspirieren, die sie zu dieser Zeit des Jahres auffällig blühen sahen. Eine astronomische Bedeutung hat der Begriff nicht. </p><h2><strong>Ein schmutziger Schneeball am Rande der Sonne</strong></h2><p>Am Karsamstag, dem 4. April, gelangt der Komet C/2026 A1 MAPS in Sonnennähe. Er gehört zur Gruppe der sogenannten Kreutz-Kometen, benannt nach dem Astronomen Heinrich Kreutz. Diese sind allesamt Bruchstücke eines riesigen Kometen, der vor Jahrhunderten zerbrach. Besonders an ihnen ist, dass sie in extrem geringer Distanz an der Sonne vorbeifliegen. Deswegen heißen sie auch "Sonnenstreifer", wobei sie die Sonne natürlich nicht berühren. Allerdings kommen sie ihr bis auf 800.000 Kilometer nahe. Viele dieser Himmelskörper zerbrechen aufgrund dieser Extrembedingungen und lösen sich auf. Ob es Komet C/2026 A1 MAPS ebenfalls so ergehen wird, wissen wir noch nicht. </p><p></p><p>Kometen sind im Prinzip nichts anderes als "schmutzige Schneebälle" aus den Weiten des Alls. Der typische "Schweifstern", als den wir diese Objekte kennen, entsteht, sobald der Komet sich der Sonne nähert. Dann verdampft das Eis, und Wasserdampf sowie andere Gase ummanteln den Kometenkern. Dabei werden Staubteilchen mitgerissen, die zuvor im Eis des Kometen eingebettet waren. Es bilden sich zwei lange Schweife – einer aus Gas und einer aus den kosmischen Partikeln. </p><p>Sollte Komet C/2026 A1 MAPS seine Sonnenpassage überstehen, könnte er sich ab dem 8. oder 9. April eindrucksvoll in der Abenddämmerung am Westhimmel abzeichnen. </p><h2><strong>Endlich wieder Sternschnuppen</strong></h2><p>Während die Sichtbarkeit von Komet C/2026 A1 MAPS noch "in den Sternen steht", sind die Chancen auf Sternschnuppen im April eine recht sichere Sache. Denn jedes Jahr im April kreuzt unsere Erde die Spur des Kometen Thatcher. Die von ihm hinterlassenen Staubteilchen prallen auf die Erdatmosphäre und verglühen. Entlang ihres Pfades bilden sich Schläuche aus leuchtender Luft, die wir als Sternschnuppen kennen. Damit sie sich am dunklen Firmament abzeichnen können, muss natürlich das Wetter mitspielen und uns einen klaren Himmel bescheren. Gute Chancen, eine Sternschnuppe zu sehen, hat aber nur, wer sich von Städten und künstlichen Lichtquellen fernhält.</p><p></p><p>Da sich ihr scheinbarer Ausstrahlungspunkt in der Gegend der Leier, lateinisch Lyra, befindet, werden die Leuchtspuren als Lyriden bezeichnet. Sie treten vom 16. bis zum 25. April auf. Die meisten Sternschnuppen sehen wir in den frühen Morgenstunden und am Abend des 22. April. Aber auch am Morgen des 23. April lohnt es sich noch, zum Himmel zu schauen. Leider gehören die Lyriden zu den eher mäßigen Sternschnuppenereignissen, sodass wir selbst bei idealen Sichtbedingungen auf dem dunklen Land nur bis zu 20 Sternschnuppen in der Stunde entdecken können.</p><h2><strong>Ein Hauch von Sommer am Frühlingshimmel</strong></h2><p>Die Leier mit ihrem hellen Stern Wega ist gemeinsam mit Deneb im Schwan ein Vorbote des Sommers am Osthimmel. Im Westen verabschieden sich hingegen die prächtig funkelnden Wintersterne. Nun haben die typischen Frühlingssternbilder den Abendhimmel im Osten übernommen: Allen voran der majestätische Löwe mit Regulus, der Bärenhüter mit Arktur und die Jungfrau mit Spica. Gemeinsam formen sie das großflächige Frühlingsdreieck. Am 25. April erhält der orange-rote Regulus Besuch vom zunehmenden Halbmond. </p><p></p><p>Die Venus baut ihre Stellung als heller Abendstern weiter aus. Besonders hübsch ist ihr Anblick am 19. April, wenn die zierliche Mondsichel zwei Tage nach Neumond direkt über ihr steht. Schauen wir einen Abend später gegen 22:30 Uhr zum Mond, wird er von dem hoch am Himmel leuchtenden Jupiter und der horizontnahen Venus in die Mitte genommen. Gemeinsam bilden sie eine schräg stehende Linie am Firmament. Wer seinen Blick in der Nacht vom 22. auf den 23. April zum Mond richtet, kann beobachten, wie er auffällig an Jupiter vorbeizieht. Der Gasgigant sticht unmittelbar ins Auge, zieht sich aber immer weiter aus der zweiten Nachthälfte zurück. Im Mai ist seine Sichtbarkeitsdauer am Abendhimmel erheblich kürzer.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Mariana Wagner</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Auf zum Mond: Was die NASA mit der Mission "Artemis 2" erreichen will</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/was-die-nasa-mit-artemis-ii-erreichen-will-37270658.html</link>
      <description>In der Nacht zu Donnerstag sollen erstmals seit 1972 wieder Menschen Richtung Mond reisen. Wieso dies nur ein Auftakt ist, erklärt Björn Voss, Direktor des Planetariums Hamburg</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37270882/t/M4/v5/w1440/r1.7778/-/artemis2-dpa-584967854.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Raumfahrt</category>
      <category>Mond</category>
      <pubDate>Tue, 31 Mar 2026 14:27:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/was-die-nasa-mit-artemis-ii-erreichen-will-37270658.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-03-31T14:27:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>In der Nacht zu Donnerstag sollen erstmals seit 1972 wieder Menschen Richtung Mond reisen. Wieso dies nur ein Auftakt ist, erklärt Björn Voss, Direktor des <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.planetarium-hamburg.de/de/startseite" class="external-link">Planetariums Hamburg</a></p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Am 14. Dezember 1972 stieg Eugene Cernan in die Landefähre der Apollo 17. Die Crew hob von der Mondoberfläche ab und flog Richtung Heimat – es war das bislang letzte Mal, dass Menschen den Erdtrabanten besuchten. Nun sollen in der Mission "Artemis 2" erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen Richtung Mond reisen. </p><p>Artemis ist der Oberbegriff für eine ganze Reihe von Missionen, die aufeinander aufbauen. Begonnen hat alles mit Artemis I, einer unbemannten Mondumrundung im Jahr 2022. Damals ging es vor allem um den Test der Basisfunktionen des Raumfahrzeugs und des Raketensystems. Gleichzeitig sollte sichergestellt werden, dass Menschen unversehrt in den Weltraum und wieder zurück reisen können. Auch "Artemis 2" ist eine Mondumrundung, doch diesmal werden nach langer Zeit wieder Menschen dem Mond nahekommen. Eine Landung auf ihm ist frühestens für 2028 geplant. </p><p></p><p>Das Timing und die Navigation der Mission wollen gut geplant sein. Denn das mögliche Startfenster für die zehntägige Reise hängt von der relativen Stellung von Erde und Mond ab. Aktuell wird mit dem 2. April geplant. </p><p>An Bord sein werden der Commander Reid Wiseman, der Pilot Victor Glover und die Missionsspezialistin Christina Koch von der NASA sowie der Missionsspezialist Jeremy Hansen von der CSA (Canadian Space Agency). Während die drei US-amerikanischen Crewmitglieder alle bereits einmal im All waren, ist es die erste Mission für den Kanadier Hansen. Die Crew wird bei der Umrundung des Mondes eine Distanz von 400.000 Kilometern zur Erde erreichen und damit so weit von unserem Planeten entfernt sein, wie nie ein Mensch zuvor. </p><p></p><p>Die Mission ist ein wichtiger Test für die SLS-Rakete (Space Launch System) und das neue Orion-Raumschiff. Die Rakete trägt das Raumschiff in den Weltraum. Sie ähnelt den früheren Spaceshuttles: Sie verfügt beispielsweise über die gleichen Haupttriebwerke, über fast identische seitliche Starthilfsraketen sowie einen ähnlichen orangfarbenen Haupttank für den Start und die anfängliche Beschleunigung durch die dichte Atmosphäre.</p><h2><strong>Ablauf der Mission</strong></h2><p>Um die Erdanziehungskraft zu überwinden, muss das Raumschiff enorm beschleunigen – auf mehr als 40.000 km/h. Daher besteht die SLS-Rakete aus zwei Stufen in der Mitte und zwei Boostern. Gemeinsam katapultieren sie das Orion-Raumschiff in den Weltraum. Anschließend wird die Raumkapsel die Erde zunächst auf einer elliptischen Umlaufbahn umkreisen. Hier trennt sich die Crew von der obersten Raketenstufe.</p><p></p><p>Anschließend wird das European Service Module (ESM) gezündet, um das Orion-Raumschiff auf den Weg zum Mond zu bringen. Um die Navigation im All zu verstehen, muss man wissen, dass die Anziehungskräfte der Himmelskörper festgelegte Bahnen vorgeben. Gas gibt der Pilot des Raumschiffs nur, um die Bahn zu wechseln.</p><p>Die Orientierung auf den unsichtbaren Umlaufbahnen ist nur mit einem speziellen Navigationssystem möglich. Dieser "Sternensensor" kommt aus Jena und wird von der Europäischen Weltraumorganisation ESA verwaltet. Auch das wichtige ESM, das die Technik des Orion-Raumschiffs enthält, stammt aus Deutschland, <a href="https://www.geo.de/wissen/weltall/artemis-mission--mit-dieser-technik-soll--orion--zum-mond--32663772.html" title="Artemis-Mission: Die Nasa will zurück auf den Mond – und setzt auf Technik aus Bremen ">genauer gesagt aus Bremen.</a> Es liefert alles, was der Mensch zum Überleben braucht: Triebwerke für den Antrieb, Solarzellen für die Stromproduktion, zudem Tanks für Treibstoff, Wasser, Sauerstoff und Stickstoff. Und das alles in doppelter Ausführung, falls es zu Problemen im All kommen sollte.</p><p></p><p>Der Flug zum Mond wird vier Tage dauern. Bei unserem Trabanten angelangt, wird die Orion-Raumkapsel den Mond entgegen seiner Drehrichtung umrunden. Dabei erreicht sie den Rekordabstand zur Erde. </p><p>Während des gesamten Flugs zum Mond und auch bei seiner Umrundung wird die Crew der Artemis 2 vor allem die Systeme der Raumkapsel unter realen Bedingungen im Weltraum testen. Dabei geht es um Dinge wie die Lebenserhaltungssysteme und die Navigation. Wie bereits im Erdorbit wird die Besatzung auch hier Flugmanöver üben, die für den Erfolg weiterer Artemis-Missionen entscheidend sind.</p><p></p><p>Die Route der Mission wurde so gewählt, dass das Orion-Raumschiff automatisch um den Mond herum und ohne jegliches Zutun automatisch zur Erde zurückgeführt wird. Geschähe etwas Unerwartetes wie ein Strom- oder Technikausfall, würde die Crew in jedem Fall "automatisch" zur Erde zurückkehren. Für die Rückreise nutzt das Raumschiff die Schwerkraft des Mondes, um "Schwung zu holen".</p><p>Auch der Rückflug beansprucht vier Tage. Schließlich wird sich die Orion-Kapsel von ihrem ESM trennen und in die Erdatmosphäre eintreten. Die Landung ist als Wasserung im Pazifik geplant, wo die U. S. Navy Kapsel und Crew bergen soll. </p><h2><strong>Den Mars im Blick</strong></h2><p>Mit der Artemis-Kampagne möchte die NASA die Grundlage für erste bemannte Missionen zum Mars schaffen. Denn der Mond ist perfekt dafür geeignet, um Lebenserhaltungssysteme, Langzeitmissionen und den Aufbau von Raumstationen zu erproben. </p><p></p><p>Die große Vision ist es, dass künftige Mars-Raumschiffe von der Erde aus starten und in der Nähe des Mondes getestet werden, bevor es zum Mars weitergeht. So könnte ein Mars-Raumschiff vom Mond aus günstig betankt werden – mittels Treibstoff (Sauerstoff und Wasserstoff), der auf dem Mond gewonnen wird. Hilfreich für diesen Treibstofftransport beträgt die Mondschwerkraft nur ein Sechstel der Erdschwerkraft.</p><p>Doch der Weg dorthin ist lang. Denn es ist gar nicht so einfach, den Mars zu erreichen. Die Distanz zu unserem roten Nachbarn beträgt mindestens 55 Millionen Kilometer. Allein die Hinreise würde mindestens sieben Monate dauern. Und dort angekommen, müsste die Crew etwa zwei Jahre ausharren, bis die Planeten wieder den günstigen Rückreisekorridor erreicht haben. Dies bedeutet enorme Herausforderungen für Mensch, Forschung und Technik.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Dr. Björn  Voss</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Kurz vor dem Start:  "Artemis 2" im Check: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Mondmission</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/-artemis-2--die-wichtigsten-antworten-zur-mondmission-37267226.html</link>
      <description>Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert sollen wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen. Nach Verzögerungen wegen technischer Probleme soll es nun endlich losgehen</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37267458/t/2A/v3/w1440/r1.7778/-/artemis-2-dpa.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Mond</category>
      <category>Raumfahrt</category>
      <category>Astronomie</category>
      <category>Universum</category>
      <category>Weltall</category>
      <pubDate>Mon, 30 Mar 2026 10:24:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/-artemis-2--die-wichtigsten-antworten-zur-mondmission-37267226.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-03-30T10:24:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert sollen wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen. Nach Verzögerungen wegen technischer Probleme soll es nun endlich losgehen</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Mit der "Artemis 2"-Mission der US-Raumfahrtbehörde Nasa sollen erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen. Nach zahlreichen Verzögerungen wegen technischer Probleme ist der frühestmögliche Start nun für den 1. April 2026 um 18.24 Uhr Ortszeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida geplant. Das entspricht 00.24 Uhr am 2. April in Deutschland. Das Startfenster beträgt zwei Stunden. </p><h2>Wer soll fliegen?</h2><p>Die Crew der "Artemis 2"-Mission besteht aus der US-Astronautin Christina Koch (47), ihren US-Kollegen Victor Glover (49) und Reid Wiseman (50) und dem kanadischen Raumfahrer Jeremy Hansen (50). </p><p></p><p>Für Glover, Koch und Wiseman wäre es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch wäre die erste Frau an Bord einer Mond-Mission der Nasa, Glover der erste nicht-weiße Mensch und Hansen der erste Kanadier. </p><p>"Artemis 2" sei "mehr als eine Mission", hatte Glover nach der Crew-Bekanntgabe im April 2023 gesagt. "Es ist der nächste Schritt auf dem Weg, der die Menschheit zum Mars bringen wird, und diese Crew wird das nie vergessen." </p><h2>Für wann war der Start eigentlich geplant? </h2><p>Das Mond-Programm wurde 2017 von der Nasa verkündet. Später erhielt es den Namen Artemis nach der Göttin des Mondes und Zwillingsschwester des Gottes Apollo aus der griechischen Mythologie. Ursprünglich sah es eine bemannte Mondlandung ("Artemis 3") bis 2024 vor. Seitdem kam es aber schon mehrfach zu Verschiebungen. </p><p>Nach dem erfolgreichen unbemannten Testflug "Artemis 1" im Jahr 2022 – der auf zahlreiche technische Schwierigkeiten, Kostenexplosionen und Verschiebungen folgte – sollte "Artemis 2" ursprünglich ab 6. Februar starten. Nach weiteren technischen Problemen ist nun der nächste mögliche Start für den Zeitraum vom 1. bis 6. April (Ortszeit) vorgesehen. </p><h2>Wie soll der Flug genau ablaufen?</h2><p>"Artemis 2" baut auf den Erfahrungen von "Artemis 1" auf. Mit der Rakete "Space Launch System" sollen die vier Astronauten an Bord der "Orion"-Kapsel vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abheben. Der Flugverlauf ähnelt zu einem großen Teil einer Acht um Erde und Mond. Nach etwa zehn Tagen soll die Kapsel wieder im Meer auf der Erde aufkommen. </p><p></p><p>Die vier Astronauten sollen insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen. Am weitesten Punkt sollen sie sich etwa 370.000 Kilometer von der Erde entfernt und etwa 7.500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite des Mondes befinden. Von dort aus können sie dann Erde und Mond gleichzeitig sehen. Die Astronauten der "Apollo 8"-Mission näherten sich bei ihrer Umrundung dem Mond 1968 sogar bis auf etwa 113 Kilometer an.</p><h2>Was machen die Astronauten währenddessen in der "Orion"-Kapsel?</h2><p>Die "Orion"-Kapsel fliegt größtenteils vollautomatisch. Zu Testzwecken werden die Astronauten sie aber immer wieder auch manuell steuern. Zudem müssen sie stets alle Systeme und auch ihren eigenen Gesundheitszustand mit Hilfe zahlreicher Tests, Sensoren und Messungen überprüfen, auch für wissenschaftliche Forschungen. Auch Fotos und Analysen von Erde und Mond gehören zu ihren Aufgaben.</p><p>Außerdem müssen sie in der Enge der Kapsel leben und arbeiten. Schlafen sollen sie in an der Wand befestigten Schlafsäcken. Reinigen können sie sich unter anderem mit Feuchttüchern, Flüssigseife, Waschlappen sowie Zahnbürsten und Zahnpasta. Es gibt ein eigenes Klo mit Tür.</p><p>Das Essen ist ähnlich dem auf der ISS, nur noch etwas limitierter. Beispielsweise muss das meiste bei Raumtemperatur verzehrt werden, denn der Essenswärmer hat nur sehr begrenzte Kapazitäten. </p><p></p><p>Mindestens eine halbe Stunde pro Tag sollen die Astronauten mit Sport verbringen. Ein Gerät hilft ihnen dabei, beispielsweise Ruder-Übungen zu machen. Außerdem haben die Raumfahrer Tablets und Laptops, mit denen sie per Wifi mit der Erde kommunizieren können. Auch ein paar Filme und Spiele sind heruntergeladen.</p><h2>Wie soll es danach mit dem "Artemis"-Programm weitergehen?</h2><p>Der neue Nasa-Chef Jared Isaacman hat die "Artemis"-Pläne gerade komplett umgeschmissen. Die Mission "Artemis 3", mit der ursprünglich frühestens 2028 eine Crew auf dem Mond landen sollte, soll nun bereits im kommenden Jahr starten, aber nicht auf dem Mond landen.</p><p>Anstelle dessen solle die "Orion"-Kapsel sich bei dieser Mission im Weltraum mit einem oder zwei Mondlandern zusammendocken. Zudem solle es dann 2028 möglicherweise sogar gleich zwei Mondlandungsversuche geben - "Artemis 4" und "Artemis 5". Außerdem werde eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond anvisiert. </p><h2>Was kostet das Ganze?</h2><p>2021 hatte der damalige Generalinspekteur der Nasa geschätzt, dass die Kosten für das "Artemis"-Programm bis 2025 auf 86 Milliarden Dollar steigen würden, deutlich mehr als anfangs veranschlagt. Es sei die "ehrgeizigste und teuerste Aktivität" der Nasa, hieß es. Seitdem dürfte noch einiges an Kostensteigerungen hinzugekommen sein, zusätzlich zu den weiter laufenden Kosten. "Artemis 2" alleine dürfte sich laut Expertenschätzungen auf etwa vier Milliarden Dollar belaufen.</p><p></p><p>Vorherige Pläne für eine Rückkehr der USA zum Mond waren ebenfalls krisengeplagt und letztendlich immer wieder gescheitert. Das vom früheren US-Präsidenten George W. Bush unterstützte "Constellation"-Programm beispielsweise, das bemannte Mondlandungen vorgesehen hatte, wurde von seinem Nachfolger Barack Obama wegen zu hoher Kosten wieder abgesägt.</p><p>Das "Apollo"-Programm hatte insgesamt rund 28 Milliarden Dollar gekostet, das wären heutzutage etwa 280 Milliarden. </p><h2>Wann waren zuletzt Menschen auf dem Mond?</h2><p>Am 20. Juli 1969 wurde Neil Armstrong zum ersten Menschen auf dem Mond – und kommentierte das mit dem berühmt gewordenen Satz: "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit."</p><p>Als bislang letzter Mensch verließ im Dezember 1972 der 2017 gestorbene Nasa-Astronaut Eugene Cernan mit der "Apollo 17"-Mission den Erdtrabanten. "Wir gehen, wie wir gekommen sind, und so Gott es will, werden wir so auch wieder zurückkommen – mit Frieden und Hoffnung für die gesamte Menschheit."</p><p></p><p>Insgesamt brachten die USA als bislang einziges Land mit den "Apollo"-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond. Das Programm brachte viele Erfolge, aber auch einige Tragödien: Noch vor dem Start von "Apollo 1" tötete 1967 ein Feuer bei einem Test drei Astronauten. 1970 musste die "Apollo 13"-Mission nach der Explosion eines Sauerstofftanks umkehren. </p><h2>Warum will die Nasa Menschen zurück zum Mond schicken?</h2><p>"Für wissenschaftliche Entdeckungen, wirtschaftlichen Nutzen und um eine neue Generation von Entdeckern zu inspirieren" heißt es dazu offiziell von der Nasa. Zudem sei die Rückkehr zum Mond auch eine Art Sprungbrett auf dem Weg zum Mars. </p><p>Strategisch symbolisiert die Rückkehr zum Mond technologische und geopolitische Führung im Wettlauf um den Weltraum. Eine dauerhafte Präsenz dort gilt als Weg, nationale Interessen in der Raumfahrt zu sichern und internationale Kooperationen prägen zu können. US-Präsident Donald Trump, in dessen erster Amtszeit das Programm ins Leben gerufen worden war, würde es auch als persönlichen Erfolg verbuchen wollen.</p><h2>Wer macht bei "Artemis" noch mit – ist Europa auch dabei?</h2><p>Die Nasa stemmt das "Artemis"-Programm nicht alleine. Viele private Raumfahrtunternehmen sind involviert – darunter beispielsweise auch Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos und SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk. </p><p>Zudem gibt es internationale Partner, vor allem die Raumfahrtprogramme von Kanada, Japan, den Vereinigten Arabischen Emiraten – und die europäische Raumfahrtbehörde Esa. Die Esa steuert unter anderem ein im Bremer Airbus-Werk gefertigtes Servicemodul für die "Orion"-Kapsel bei. </p><p></p><p>Darüber hinaus gibt es die sogenannten "Artemis Accords", eine internationale Vereinbarung zur Förderung der Zusammenarbeit in der Weltraumforschung, der sich bereits mehrere Dutzend Länder angeschlossen haben, darunter auch Deutschland. </p><h2>Darf denn auch ein deutscher Astronaut bald mitfliegen?</h2><p>Die Chancen stehen nicht schlecht. Esa-Chef Josef Aschbacher hatte vor kurzem verkündet, dass Deutschland als erstes Land an der Reihe sei, wenn es um Esa-Astronauten für Mond-Missionen gehe. Wer genau das sein könnte, ist noch nicht entschieden. Die deutschen Esa-Astronauten Alexander Gerst (49) und Matthias Maurer (56) haben beide mehrfach betont, wie gerne sie zum Mond fliegen würden. </p><h2>Welche Länder wollen sonst noch zum Mond?</h2><p>Schon seit Jahren gibt es einen neuen Wettlauf von Raumfahrtnationen zum Mond. Größter Konkurrent der USA ist China mit dem vorgegebenen Ziel, bis 2030 Menschen auf den Mond zu bringen. Auch Russland will mit Menschen auf den Mond, hat aber mit Verzögerungen wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten zu kämpfen.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Medizin im All: Ein neues Supergel soll die Wundheilung von Astronauten beschleunigen</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/supergel-laesst-wunden-von-astronauten-besser-heilen-37226228.html</link>
      <description>Forschende haben ein neues Mittel ins All geschossen: Es soll Schnitte und Kratzer trotz kosmischer Strahlung und Schwerelosigkeit schneller reparieren</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37226040/t/he/v4/w1440/r1.7778/-/astronaut-d-8927898.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Weltall</category>
      <category>Forschung</category>
      <category>Medizin</category>
      <category>Raumfahrt</category>
      <pubDate>Mon, 16 Mar 2026 15:46:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/supergel-laesst-wunden-von-astronauten-besser-heilen-37226228.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-03-16T15:46:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Forschende haben ein neues Mittel ins All geschossen: Es soll Schnitte und Kratzer trotz kosmischer Strahlung und Schwerelosigkeit schneller reparieren</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Wer ins All fährt, ist größten Belastungen ausgesetzt: extreme G-Kräfte beim Start, dann kosmische Strahlung und Schwerelosigkeit, die die Muskeln verkümmern lassen. Und nicht nur das: Die fehlende Schwerkraft stört auch die Zellorganisation und das Zellwachstum, während das dauerhafte Bombardement der Strahlen das Immunsystem unterdrückt. Verletzt sich ein Astronaut oder eine Astronautin, heilen Wunden deshalb schlechter.</p><p>Was sich Forschende dagegen ausgedacht haben, klingt nach Science-Fiction: eine Art Supergel mit lebenden Zellen, das Blutungen stillt, Wunden schneller schließen lässt und strahlungsbeständig ist. Es soll Infektionen bekämpfen, übermäßige Narbenbildung verhindern und ohne Verbandswechsel auskommen – gut, um Fracht zu sparen, denn Platz ist rar auf Raummissionen, und jedes Gramm Nutzlast muss mit viel Energie befördert werden.</p><p></p><p>"StellarHeal" heißt das Gel, das vom Fraunhofer-Institut für Silicatforschung in Würzburg, dem Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin in Hannover und dem Dresdener Institut für Luft- und Kältetechnik entwickelt wurde. Der Clou dabei ist die Verbindung eines Trägermaterials – dem Gel – mit lebenden Zellen, die weiterwachsen und sich teilen können.</p><p>Eine Illustration zeigt, wie der Ernstfall im Weltraum aussehen könnte: Per Spritze oder Pflaster bringt der oder die Verletzte die zelltragenden Materialien aus Kieselgelfaservlies und Kryogel direkt auf die Wunde. Dort werden die Inhaltsstoffe aktiv: aus Stammzellen gewonnenes Gewebe und Immunzellen, die Krankheitserreger, Fremdstoffe und Zellreste abbauen und Entzündungs- und Reparaturprozesse fördern. Die Wunde wächst nun viel schneller zusammen, das fremde Trägermaterial wird dabei vom Körper resorbiert.</p><p></p><p>Aber dafür müssen auch die lebenden Zellen den anstrengenden Flug ins All überstehen. Um das zu testen, haben gerade die ersten Proben die Erde verlassen: Über den Weltraumbahnhof Esrange Space Center nahe Kiruna in Schweden, rund 200 Kilometer nördlich des Polarkreises, wurde StellarHeal an Bord einer Forschungsmission in die Stratosphäre geschossen. "Wir wissen bisher nicht, wie sich einzelne Komponenten unter den extremen Bedingungen eines Raketenstarts verhalten", sagt Dr. Dieter Groneberg, der das StellarHeal-Projekt leitet. "Das ist für uns ein ganz spannendes Black-Box-Experiment!"</p><p>Nun warten die Forschenden darauf, die Proben auswerten zu können. Haben die Zellen etwa das Einfrieren im Kryobehälter überlebt, damit sie sich nach dem Auftauen auch wirklich weiter teilen? Die Entwicklung bis zum fertigen Produkt wird noch dauern. Aber wenn es den Forschenden gelingt, könnte ihr Mittel in Zukunft auch schwer heilende Verletzungen auf der Erde wie von Wunderhand reparieren.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Marlene Göring</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Exoplaneten: "Augäpfel" im All: Ist hier Leben möglich?</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/augapfelplaneten--ist-darauf-leben-moeglich--37198410.html</link>
      <description>Man stelle sich vor, im All schwebte ein riesiges Auge, so groß wie ein Planet. Klingt nach Science-Fiction? Nicht unbedingt. Augapfelplaneten könnten sogar bewohnbar sein</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37204054/t/1-/v4/w1440/r1.7778/-/augapfelplanet-g--2048876605.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Weltall</category>
      <category>Planeten</category>
      <category>Buchtipp</category>
      <pubDate>Fri, 17 Apr 2026 07:31:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/augapfelplaneten--ist-darauf-leben-moeglich--37198410.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-04-17T07:31:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Man stelle sich vor, im All schwebte ein riesiges Auge, so groß wie ein Planet. Klingt nach Science-Fiction? Nicht unbedingt. Augapfelplaneten könnten sogar bewohnbar sein</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p><em>Kuriose Fakten, ungelöste Rätsel und wilde Theorien: Eva Freistetter, Jana Steuer und Elka Xharo präsentieren in ihrem Buch "<strong>Auf einen Kaffee im All</strong>" spannendes Sternenwissen zum Mitnehmen. Lesen Sie bei uns exklusiv ein Kapitel (leicht gekürzt):</em></p><p>Die Suche nach Planeten, die um andere Sterne als die Sonne kreisen, ist in den vergangenen drei Jahrzehnten von einer Nische zu einer aufstrebenden und ergebnisreichen Sparte der Astronomie geworden. Besonders erfolgreich sind wir bei der Entdeckung von Planeten um besonders kleine Sterne, da diese durch ihre potenziellen Begleiter stärker beeinflusst werden und so ihre Geheimnisse leichter preisgeben. </p><p>Das trifft sich gut, denn die kleinste stellare Kategorie, sogenannte Rote Zwerge oder auch M-Zwerge, ist bei Weitem auch die häufigste Sorte Stern innerhalb der Milchstraße. Man geht davon aus, dass 60 bis 75 Prozent aller Sterne unserer Galaxie Rote Zwerge sind.</p><p>Rote Zwerge sind genau das, wonach sie klingen: Zwergsterne, die rot sind. Sie haben nur acht bis 60 Prozent der Masse der Sonne und sind im Durchschnitt gut 3000 Grad kühler an ihrer Oberfläche. Damit erreichen sie von etwa sieben bis teilweise sogar nur 0,01 Prozent der Leuchtkraft unseres Heimatsterns. Wir sehen sie also trotz ihrer großen Zahl und Nähe zu uns nicht, weil sie schlicht zu dunkel sind. </p><p></p><p>Ihre große Häufigkeit liegt vor allem an ihren wahnsinnig langen Lebensspannen. Je mehr Masse ein Stern hat, desto stärker drückt die Gravitationskraft von außen auf den Kern und heizt ihn auf. Das führt dazu, dass die Kernfusion, die den Stern antreibt, effizienter läuft, der Treibstoff wird also deutlich schneller aufgebraucht. Sehr massereiche Sterne leben nur einige Millionen Jahre. Im Mittelfeld können Sterne wie beispielsweise die Sonne ein paar Milliarden Jahre ihren Wasserstoffvorrat im Kern aufrechterhalten. Rote Zwerge hingegen können bis zu Billiarden Jahre alt werden, bevor es keinen Wasserstoff im Inneren für die Fusion mehr gibt. Kein einziger Roter Zwerg, der bisher geboren wurde, ist bereits verstorben. Nicht einer.</p><h2>Gute Voraussetzungen für habitable Planeten?</h2><p>Viel Zeit ist gut, so hat die Evolution gleich mehrere Chancen. Wenn es mal zu einem Massenaussterbeereignis kommt, wie es ja auch auf der Erde mehrmals geschah, hat das Leben immer Zeit, um sich zu erholen. Kleine Sterne mit einer friedlichen Fusionsrate strahlen auch deutlich weniger hochenergetische Strahlung, wie Röntgen- oder Gammastrahlung, ab, die biologisches Gewebe beschädigen, krank machen und zerstören kann. </p><p>Also, volle Kraft voraus bei der Suche nach Leben um die Sterne, die uns die Entdeckung ihrer Planeten besonders einfach machen? Es gibt leider einen Haken an der Sache: Bewohnbare Planeten um rote Zwerge dürften sogenannte Augapfelplaneten sein.</p><p></p><p>Damit ein Planet, nach unserem aktuellen Verständnis, auch nur die Chance auf Leben auf seiner Oberfläche hat, muss er sich in einem bestimmten Abstand zu seinem Stern befinden. Generell wird diese "habitable Zone" an der Möglichkeit von flüssigem Wasser auf der Oberfläche, unter Annahme einer erdähnlichen Atmosphäre, festgemacht. Weiter draußen wäre das Wasser zu Eis gefroren, weiter drinnen, näher am Stern, würde es verdampfen. Flüssiges Wasser ist essenziell für Leben, denn es fungiert als Lösungsmittel, in dem sich alle möglichen Elemente und molekularen Bausteine auflösen und transportiert werden können. </p><p>Bei einem durchschnittlichen roten Zwergstern, der deutlich kühler als die Sonne ist und somit weniger Energie abstrahlt, liegt die habitable Zone logischerweise näher am Stern. Dort wirken starke Gezeitenkräfte, die einen Planeten dazu bringen, sich irgendwann genauso schnell um die eigene Achse zu drehen, wie er seinen Stern umkreist. So wie es beispielsweise der Mond bei der Erde tut. Das bedeutet, dass er dem Stern immer dieselbe Seite zuwendet. Auf dieser Seite herrscht dann ewiger Tag, während die Rückseite in ewiger Dunkelheit liegt. </p><p></p><p>Die Konsequenzen für Klima und mögliche Lebensbedingungen sind dramatisch. Die Tagseite könnte sich so stark aufheizen, dass sämtliches Wasser verdampft und die Oberfläche austrocknet, während die Nachtseite zu einer gefrorenen Eiswüste erstarrt. Dazwischen, in einem schmalen Streifen rund um den Planeten, der sogenannten Zwielichtzone, könnten die Bedingungen moderater sein. Dort ginge die Sonne niemals auf und niemals unter, sondern stünde für immer am Horizont. Aber auch hier bringt die extreme Temperaturdifferenz zwischen Tag- und Nachtseite gewaltige atmosphärische Bewegungen mit sich. Heiße, aufsteigende Luft auf der Tagseite und kalte, fallende Luft auf der Nachtseite könnten planetenweite Stürme erzeugen, die ununterbrochen über die Zwielichtzone hinwegfegen. </p><h2>Hat Leben hier eine Chance? Wir wissen es noch nicht</h2><p>Wenn wir herausfinden sollten, dass Leben um rote Zwergsterne generell nicht möglich ist, müssen wir gut drei Viertel der Sterne innerhalb der Milchstraße bei der Suche nach Leben außerhalb der Erde von vornherein streichen. Ein harter Schlag für unsere Hoffnung, zeitnah eine entsprechende Entdeckung zu machen. </p><p></p><p>Doch es gibt Szenarien, in denen ein solcher Planet durchaus bewohnbar sein könnte. Entscheidend ist, dass er über eine ausreichend dichte Atmosphäre verfügt, die Hitze und Feuchtigkeit verteilt. Dann würde die Tagseite nicht vollständig austrocknen, sondern könnte im Zentrum sogar einen stabilen Ozean halten, gespeist durch den ständigen Kreislauf von Verdunstung, Wolkenbildung und Regen. Rund um diesen Ozean entstünde ein Wolkengürtel, der das einfallende Licht teilweise reflektiert und so wie ein schützender Schirm wirkt. Die Nachtseite dagegen bliebe in tiefem Frost gefangen, womöglich bedeckt von gefrorenem Wasser. Dieses auffällige Muster einer dunklen, feuchten "Pupille" aus Ozean, umrahmt von einer wolkenreichen "Iris" und einer eisigen, weißen Nachtseite, erinnert aus der Ferne an ein riesiges Auge. Deshalb spricht man bei solchen Welten auch von Augapfelplaneten. </p><p>Sollte es wirklich Leben um einen roten Zwergstern geben, dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass es einen Augapfelplaneten bewohnt, der auf einer Seite im ewigen Tageslicht und auf der anderen Seite in ewiger Nacht gefangen ist.</p><p></p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Eva Freistetter</dc:creator>
      <dc:creator>Jana Steuer</dc:creator>
      <dc:creator>Elka Xharo</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Astrohighlights im März: Am Sternenhimmel bricht der Frühling an</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/astrohighlights-im-maerz--am-himmel-bricht-fruehling-aus-37165132.html</link>
      <description>Die Tag-und-Nacht-Gleiche läutet den astronomischen Frühling ein. Mariana Wagner vom Planetarium Hamburg erklärt, welche Sterne und Sternbilder nun das Firmament erhellen</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37165570/t/c4/v3/w1440/r1.7778/-/nachthimmel-im-fru-hling--g-1391555184.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Nacht</category>
      <category>Stern</category>
      <category>Astronomie</category>
      <category>Frühling</category>
      <pubDate>Thu, 05 Mar 2026 15:39:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/astrohighlights-im-maerz--am-himmel-bricht-fruehling-aus-37165132.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-03-05T15:39:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Die Tag-und-Nacht-Gleiche läutet den astronomischen Frühling ein. Mariana Wagner vom <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.planetarium-hamburg.de/de/startseite" class="external-link">Planetarium Hamburg</a> erklärt, welche Sterne und Sternbilder nun das Firmament erhellen</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Am 20. März um 15:46 Uhr überquert die Sonne den Himmelsäquator, ihr Zenitstand wandert von der Süd- auf die Nordhalbkugel. Wir erleben die Tag-und-Nacht-Gleiche, jenen Moment im Jahreskreis, an dem sich die hellen und dunklen Stunden des Tages nahezu überall auf der Welt die Waage halten. Auf der Nordhalbkugel beginnt damit der Frühling. Anschließend nimmt das Tageslicht bei uns stetig zu. Am 29. März stellen wir außerdem unsere Uhren wieder auf mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) um eine Stunde vor. </p><p></p><p>Der Sternenhimmel im Frühling ist weniger prächtig als der des Winters, hält aber dennoch einige schöne Highlights für uns bereit. Recht leicht zu finden ist das Sternbild Löwe mit dem hellen Stern Regulus. Ihm folgt im Tierkreis die Jungfrau mit der bläulich leuchtenden Spica. Über der Jungfrau steht der Bärenhüter mit dem orange-roten Stern Arktur. Arktur, Spica und Regulus formen gemeinsam das großflächige Frühlingsdreieck. </p><p></p><p>Als Ausgangspunkt für die Beobachtung des Frühlingshimmels empfiehlt sich der Große Wagen. Er steht nun fast im Zenit und ist besonders gut zu sehen. Seine hinteren Kastensterne zeigen zum Polarstern im Kleinen Wagen. Folgen wir dem Schwung seiner Deichsel, sehen wir den roten Riesenstern Arktur im Bärenhüter. Rechts unterhalb davon funkelt die Spica. Regulus im Löwen sehen wir schließlich weit rechts oberhalb von Spica, direkt unterhalb des Kastens des Großen Wagens. Am 6. März hilft uns der Mond dabei, die typischen Frühlingssterne zu entdecken. Denn gegen Mitternacht bildet er ein helles Duo mit der Spica, die unmittelbar über ihm leuchtet.</p><h2><strong>Löwe, Jungfrau und Bärenhüter</strong></h2><p>Das Sternbild Löwe steht besonders auffällig am Frühlingshimmel. Sein Körper wird von einem großen Sternentrapez geformt, während ein kleines Trapez seinen Kopf bildet. Manche sehen in seinem Kopf auch eher eine Sichel – oder ein Fragezeichen, dessen Punkt vom Stern Regulus gebildet wird. <a target="_self" href="" class="external-link"> </a></p><p>Im Umfeld des Löwen finden wir einige interessante Beobachtungsobjekte für das Fernglas oder Teleskop. Zum Beispiel das Leo-Triplett aus den Galaxien M 65, M 66 und NGC 3628, das bereits mit einem guten Fernglas sichtbar ist. Ähnlich gut zu sehen ist das Galaxienpaar M 95 und M 96. Sowohl das Leo-Triplett als auch das Galaxienpaar befinden sich etwas unterhalb des majestätischen Himmelstiers. Nahe dem äußeren Stern des Löwen, der die Spitze seiner "Kopf-Sichel" formt, hat der <a href="https://www.geo.de/wissen/weltall/hobbyastronomen-gelingen-spektakulaere-aufnahmen-35453576.html" title="Farbenprächtiger Kosmos: Hamburger Hobbyastronomen gelingen spektakuläre Aufnahmen">dem Planetarium Hamburg verbundene Hobby-Astrofotograf Bruno Mattern</a> die Galaxie NGC 2903 eingefangen. Die beeindruckende Balkenspiralgalaxie ist etwa 30 Millionen Lichtjahre von unserer Milchstraße entfernt. </p><p></p><p>Die Jungfrau ist nach der Wasserschlange das größte Sternbild an unserem Himmel. Sein Hauptstern ist die Spica. Der bläulich leuchtende Stern besteht eigentlich aus zwei sehr heißen Sonnen, die einander umkreisen. Oberhalb der Jungfrau kann man mit einem Teleskop den Virgo-Galaxienhaufen entdecken. "Virgo" bedeutet Jungfrau. Von unserer Milchstraße ist das Zentrum des faszinierenden Beobachtungsobjekts gut 54 Millionen Lichtjahre entfernt. Der Millionen Lichtjahre große Galaxienhaufen beinhaltet bis zu 2000 Galaxien. Sein berühmtestes Objekt ist die gigantische elliptische Galaxie M 87. In ihrem Zentrum gelang es Forschenden 2019 zum ersten Mal, ein Schwarzes Loch zu fotografieren. Bruno Mattern hat im Virgo-Galaxienhaufen unter anderem die beeindruckende Spiralgalaxie M 100 fotografiert.</p><p></p><p>Der Bärenhüter ist wie eine Eistüte oder wie ein Kinderdrachen geformt, der zum Himmel aufgestiegen ist. Er beherbergt mit Arktur den hellsten Stern am Nordhimmel. Nur Sirius am Winterhimmel ist noch auffälliger. Doch der Hauptstern des Sternbilds Großer Hund gehört zum südlichen Himmel. Arktur ist etwa 25-mal so groß wie unsere Sonne und befindet sich nur 37 Lichtjahre von uns entfernt. Im Gegensatz zum Löwen und zur Jungfrau lassen sich im Bärenhüter kaum Galaxien finden, die man mit einem Fernglas oder einem Teleskop beobachten könnte.</p><p></p><p>Nicht nur die Sterne, auch zwei Planeten bieten uns im März manch hübschen Anblick. <a href="https://www.geo.de/wissen/weltall/unser-vernachlaessigter-schwesterplanet--die-geheimnisse-der-venus--37111630.html" title="Astrohighlights im Februar: Unser vernachlässigter Schwesterplanet: Die Geheimnisse der Venus ">Die Venus wird langsam wieder ihrem Ruf als heller Abendstern gerecht.</a> Aber noch stiehlt sie dem hellen Jupiter nicht die Show, da sie bereits recht früh unter den Horizont sinkt. Der Gasriese Jupiter zieht sich aus der zweiten Nachthälfte zurück, steht aber mit leichtem Helligkeitsverlust noch immer auffällig am Abendhimmel. Andere Planeten sehen wir in diesem März nicht am Firmament.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Mariana Wagner</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Horoskop und Co.: Wie stehen die Sterne? Warum Astrologie uns fasziniert</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/wie-stehen-die-sterne--warum-astrologie-uns-fasziniert-37171086.html</link>
      <description>Sternzeichen als Entscheidungshilfe? Für viele ein beruhigendes Ritual. Doch was passiert, wenn rationale Überlegungen plötzlich von den Sternen verdrängt werden? Psychologie und Alltag im Check.</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37172368/t/4s/v4/w1440/r1.7778/-/milchstrasse-g-821251326.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Psyche</category>
      <category>Psychologie</category>
      <category>Zeit</category>
      <pubDate>Thu, 26 Feb 2026 14:22:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/wie-stehen-die-sterne--warum-astrologie-uns-fasziniert-37171086.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-02-26T14:22:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Sternzeichen als Entscheidungshilfe? Für viele ein beruhigendes Ritual. Doch was passiert, wenn rationale Überlegungen plötzlich von den Sternen verdrängt werden? Psychologie und Alltag im Check.</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Ein kurzer Blick ins Tageshoroskop, die Frage nach dem passenden Sternzeichen beim Dating oder das Gefühl, "typisch Widder" zu reagieren: Astrologie übt auf viele Menschen eine Faszination aus. Selbst wer nicht wirklich daran glaubt, liest Horoskope oft mit Interesse. Warum eigentlich? Astrologie ist der Versuch, aus Sternkonstellationen am Himmel etwas über unser Leben, unsere Persönlichkeit und unser Schicksal auf der Erde abzuleiten. Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) untersucht regelmäßig auf Astrologie basierende Prognosen. Hellseherische Fähigkeiten haben Astrologinnen und Astrologen demnach nicht. </p><p>Astrologie ist vielmehr eine Pseudowissenschaft, die empirisch widerlegt ist. Ein plausibles Fundament, "das erklären könnte, wie und warum die Sterne auf unsere Persönlichkeit und Schicksal einwirken könnten" gibt es nicht, so die GWUP. Warum fühlen wir uns trotzdem von Horoskopen und Co. angesprochen? Psychologisch betrachtet stecken dahinter ganz normale Denkmechanismen, erklärt Psychologieprofessor Christoph Bördlein.</p><h2>Warum wir uns gern auf die Sterne verlassen </h2><p>Viele lesen Horoskope einfach wegen des Unterhaltungseffekts – etwa im Wartezimmer beim Zahnarzt. Hier wirkt der sogenannte Barnum-Effekt. Er beschreibt unsere Tendenz, vage, positiv formulierte Aussagen über uns selbst als treffend zu empfinden. Horoskope machen sich diesen Effekt zunutze. In einer Aussage wie "Sie gehen gern unter Leute, brauchen aber auch <a href="https://www.geo.de/wissen/forschung-und-technik/was-ist-zeit--geo-beantwortet-die-grosse-frage-34812378.html" title="Endlich verstehen: Zeit" class="autolinker">Zeit</a> für sich" findet sich fast jeder wieder. </p><p></p><p>Hinzu kommt, dass Horoskope meist positiv formuliert sind. "Sie wirken wie kleine Balsam-Texte, die guttun", sagt Christoph Bördlein. Steht im Horoskop etwa: "Am Montag erwartet Sie eine freudige Überraschung", findet sich meist irgendein Ereignis, das im Nachhinein passend wirkt. Bleibt die Überraschung aus, wird das schnell vergessen.</p><h2>Bestätigungstendenz – wir sehen, was wir glauben</h2><p>Diesen Mechanismus nennt man in der Psychologie Bestätigungstendenz (englisch: Confirmation Bias). "Wer einmal eine Annahme getroffen hat, neigt dazu, diese im Folgenden immer wieder unwissentlich zu bestätigen", erklärt Prof. Bördlein. Wir nehmen also bevorzugt Ereignisse wahr, die unsere Überzeugung stützen – und blenden Gegenbeispiele aus.</p><p>Ein typisches Beispiel: Jemand glaubt, bei Vollmond schlecht zu schlafen. Nach einer unruhigen Nacht folgt der Blick in den Kalender – tatsächlich: Es war eine Vollmond-Nacht. Das scheint die Annahme zu bestätigen. "Und nun stellen Sie sich vor, es war Vollmond und Sie haben gut geschlafen?", so Bördlein. Solche widersprechenden Fälle registrieren wir meist gar nicht bewusst – oder vergessen sie schnell.</p><h2>Wenn die Sterndeutung Kontrolle vermittelt</h2><p>Besonders anfällig für derartige Überzeugungen seien wir in unsicheren Situationen, die "von wenig objektiver Kontrolle gekennzeichnet sind", so der Psychologe. Indem wir uns an Horoskopen oder Astrologie orientieren, versuchen wir dann, unser Grundbedürfnis nach einem gewissen Maß an Kontrolle zu befriedigen. Ob es um einen neuen Job geht oder um die Partnerwahl: Die "Kontroll-Illusion", die uns die Astrologie vermittelt, lasse uns kurzfristig souveräner und entspannter auftreten. Nach dem Motto: "Ich weiß ja ohnehin, dass ein Skorpion nicht zu mir passt."</p><p></p><h2>Zwischen Entlastung und Selbsttäuschung </h2><p>Aus psychologischer Sicht kann Astrologie aber nur kurzfristig entlastend wirken. "Auf lange Sicht ist das ein Verlustgeschäft", so der Psychologe. Problematisch wird es, wenn Menschen sich auf Astrologie verlassen und so etwa bei wichtigen Entscheidungen Verantwortung abgeben. </p><p>Wer etwa bei der Partnerwahl daran glaubt, dass "Krebs und Jungfrau perfekt harmonieren", erlebt zunächst weniger Entscheidungskonflikte. Die Sterne liefern scheinbar klare Antworten. Eine rationale Auseinandersetzung – etwa mit gemeinsamen Werten, Lebenszielen oder sozialem Hintergrund – findet hingegen gar nicht statt. Dabei wären solche Kriterien langfristig deutlich verlässlichere Voraussichten für stabile Beziehungen.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Forschung: Neue 3D-Karte enthüllt Geheimnisse des Uranus</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/neue-karte-des-uranus-erklaert-die-geheimnisse-des-eisplaneten-37168496.html</link>
      <description>Der Kern des Uranus ist kalt, seine Hülle heiß, das Magnetfeld hängt in Schieflage und in seinen Sphären leuchten die Polarlichter. Eine 3D-Karte enthüllt nun einige Mysterien</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37161698/t/FJ/v4/w1440/r1.7778/-/uranus-january-2025-pillars.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Planeten</category>
      <category>Weltall</category>
      <category>Forschung</category>
      <category>Polarlicht</category>
      <pubDate>Wed, 25 Feb 2026 15:35:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/neue-karte-des-uranus-erklaert-die-geheimnisse-des-eisplaneten-37168496.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-02-25T15:35:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Der Kern des Uranus ist kalt, seine Hülle heiß, das Magnetfeld hängt in Schieflage und in seinen Sphären leuchten die Polarlichter. Eine 3D-Karte enthüllt nun einige Mysterien</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Bunt schillernd tanzen sie über den Himmel. Polarlichter sind Effekte von Sonnenwinden – Wogen aus elektrisch geladenen Teilchen, die nicht nur über unseren Planeten ziehen. Die Teilchen flitzen durch den Weltraum und erreichen selbst den Uranus, der im Mittel etwa 2,9 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt seine Bahnen zieht. Sein verschrobenes Magnetfeld lässt die Teilchen auf verschlungenen Wegen durch die Atmosphäre jagen. Wie die Energie durch seine Sphären strömt und wo genau auf dem Uranus die Polarlichter glühen, lässt sich nun besser ergründen. Erstmals haben Physiker und Physikerinnen eine 3D-Karte erstellt, die die obere Atmosphäre des Uranus abbildet.</p><p></p><p>Aus Hunderten Milliarden Kilometern Entfernung untersuchte das Team der englischen Northumbria University, angeführt von der Doktorandin Paola Tiranti, den Uranus mithilfe des James-Webb-Weltraumteleskops. Rund 15 Stunden lang beobachteten sie ihn – so lange braucht der Planet in etwa, um einmal um seine eigene Achse zu rotieren. Mit seinem Nahinfrarot-Spektrografen detektierte das Teleskop Infrarotstrahlung, die Ionen in der Atmosphäre des Eisplaneten emittierten. Daraus leiteten die Forschenden die Temperaturen und Ionendichten in allen drei Dimensionen der Atmosphäre ab und stellten sie zu einer Karte zusammen. Die Erkenntnisse erschienen in der Fachzeitschrift <a href="http://dx.doi.org/10.1029/2025GL119304" class="external-link"><u>Geophysical Research Letters</u></a>.</p><h2>Wie das Magnetfeld Polarlichter fängt</h2><p>Die Schicht, in der die Atmosphäre mit dem Magnetfeld eines Planeten interagiert, wird als „Ionosphäre“ bezeichnet. Dort, in bis zu 5.000 Kilometern über den Wolken des Uranus, werden die energiegeladenen Teilchen der Sonnenwinde vom Magnetfeld eingefangen und zu den Polen geleitet. Sie kollidieren mit neutralen Gasen und übertragen ihre Energie auf sie. Die Energie der Kollision gibt das Gas in Form von Strahlung wieder ab, die wir als Polarlicht, auch "Aurora" genannt, wahrnehmen. Weil das Magnetfeld des Uranus weitaus komplexer ist als jenes auf der Erde, tanzen die Polarlichter auf dem Eisplaneten entsprechend ungewöhnlicher.</p><p>Auf der Erde liegt die Achse des Magnetfeldes beinahe identisch zur Rotationsachse des Planeten. Die beiden Achsen sind nur um 11 Grad gekippt, der geografische und der magnetische Nordpol liegen also nahe beieinander. Dass Magnete auf der Erde in Richtung des geografischen Pols zeigen, also zum nördlichsten Punkt, ist ein – durchaus praktischer – Zufall. </p><p>Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt von allen Planeten des Sonnensystems besonders eindrücklich der Uranus. Sein Magnetfeld entspricht annähernd einem Quadrupol, besitzt also statt zwei Polen gleich vier. Die magnetische Hauptachse des Uranus ist um fast 60 Grad geneigt, einer der magnetische Pole liegt daher vergleichsweise nah am Äquator. Die Polarlichter leuchten also auf dem Uranus, als würden sie, auf die Erde übertragen, von Kairo ihren Ausgang nehmen.<br/> </p><p>Zudem liegen der stärkste magnetische Nord- und der stärkste magnetische Südpol nicht genau auf gegenüberliegenden Orten des Planeten, sondern näher beisammen, weswegen die eine Seite des Planeten weitaus stärkere Magnetfelder und damit auch Polarlichter aufweist als die Gegenseite.</p><h2>Unerwartete Wärme auf dem eisigen Planten</h2><p>Die neue 3D-Karte offenbart außerdem, wie sich Energie innerhalb der Atmosphäre verteilt. In seinem Inneren ist der Uranus ein kalter und windiger Eisriese. Die Sonne ist so weit weg, dass sie ihn kaum erwärmen kann. Dennoch haben Forschende schon früher beobachtet, dass der Uranus, wie auch seine Geschwister Jupiter und Saturn, in seiner Hülle wärmer ist als erwartet. Laut der neuen Messung herrscht in der Atmosphäre eine Durchschnittstemperatur von etwa 150 Grad Celsius, wobei die Temperatur in 3000 bis 4000 Kilometern über der Wolkendecke am höchsten ist. Anders als bislang vermutet, kann die Wärme nicht allein durch Teilchenkollisionen in den oberen Schichten erklärt werden, denn die neuen Daten zeigen, dass die Dichte in der Atmosphäre deutlich geringer ist als bislang angenommen.</p><p>Gleichzeitig beobachteten Forschende schon länger, dass der Uranus an Wärme verliert. Die aktuelle Messung bestätigt den Trend: Die Temperatur hat einen neuen Tiefpunkt erreicht.</p><p>Die neue 3D-Karte, so die Hoffnung der Forschenden, soll helfen, diese Mysterien des Uranus zu lösen. Sie soll weitergehende Studien anstoßen, die die Energieprozesse auf dem Planeten erhellen und das Zusammenspiel der Atmosphäre mit der Weltraumumgebung aufklären. Damit der seltsame Eisplanet ein klein wenig weniger seltsam erscheint.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Roja Nelles</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Andromeda-Galaxie: Ein Stern verschwindet spurlos im Weltall – und bringt Astronomen zum Staunen</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/das-leise-verschwinden-eines-sterns-37141598.html</link>
      <description>Ein Himmelskörper verschwindet überraschend – ohne Explosion, ohne Supernova. Was Forschende in der Andromeda-Galaxie entdeckt haben, stellt konventionelle Annahmen auf den Kopf</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37141686/t/FF/v5/w1440/r1.7778/-/m31-blackhole-wide-main.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Schwarze Löcher</category>
      <category>Stern</category>
      <category>Astrophysik</category>
      <category>Astronomie</category>
      <pubDate>Mon, 16 Feb 2026 15:29:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/das-leise-verschwinden-eines-sterns-37141598.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-02-16T15:29:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Ein Himmelskörper verschwindet überraschend – ohne Explosion, ohne Supernova. Was Forschende in der Andromeda-Galaxie entdeckt haben, stellt konventionelle Annahmen auf den Kopf</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Wenn Sterne mit erheblich größerer Masse als unsere Sonne ihren nuklearen Energievorrat verbraucht haben, kollabiert ihr Kernbereich unaufhaltsam zu einem Schwarzen Loch. Zugleich schleudert der sterbende Stern seine äußeren Schichten explosionsartig ins Weltall und leuchtet hell als Supernova auf – so die übliche Darstellung.</p><p>Doch das ist nicht immer so: Manche Sterne sterben leise ohne Supernova-Explosion, wie jetzt Beobachtungen eines Forschungsteams aus den USA zeigen. Einer der hellsten Sterne in der Andromeda-Galaxie ist einfach verschwunden – und alle Anzeichen deuten darauf hin, dass er fast unbemerkt zu einem Schwarzen Loch geworden ist, wie das Team <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.adt4853" class="external-link">im Fachblatt "Science" berichtet.</a> </p><p>"Es handelt sich vermutlich um die überraschendste Entdeckung meines Lebens", sagt Kishalay De von der Columbia University in New York. In den Archivdaten des Weltraumteleskops Neowise stießen der Astrophysiker und sein Team in der 2,5 Millionen Lichtjahre entfernten Andromeda-Galaxie auf einen hellen Riesenstern, der im Jahr 2014 zunächst langsam heller wurde. Doch nach drei Jahren sank seine Helligkeit plötzlich dramatisch ab und M31-2014-DS1, so die Katalognummer des Sterns, war auf den Aufnahmen von Neowise nicht länger aufzuspüren. </p><p></p><p>M31-2014-DS1 hatte ursprünglich etwa die 13-fache Masse unserer Sonne, schätzen die Forschenden. Im Laufe seiner Existenz hatte der Stern viel Gas von seiner Oberfläche als "Sternwind" ins Weltall abgegeben, dass er schließlich nur noch etwa fünf Sonnenmassen auf die Waage brachte. "Sterne mit dieser Masse sollten als Supernova explodieren, davon sind wir zumindest lange ausgegangen", so De. Deshalb sei das Verschwinden des Sterns ohne Explosion ungewöhnlich: Offenbar können Sterne auch ohne Supernova-Explosion zu einem Schwarzen Loch kollabieren. </p><h2>Teufel steckt im Detail</h2><p>Wie aber kann das sein? Solange Sterne durch Kernfusion Energie erzeugen, gleicht der Druck der Strahlung das Gewicht ihrer gewaltigen Masse aus. Ist dieser Energievorrat aufgebraucht, gewinnt die Schwerkraft Oberhand, der Stern stürzt zusammen. Doch wenn die kollabierende Materie im Kern des Sterns zusammenprallt, erzeugt dies eine Art Rückstoß, eine Stoßwelle, die nach außen läuft und so die Supernova-Explosion auslöst. </p><p></p><p><em>Wie der einstige Stern heute aussehen könnte, zeigt diese Simulation: außen Staubschwaden, innen glühendes Gas. Das Schwarze Loch im Zentrum selbst ist nicht zu sehen</em></p><p>Aber wie so oft steckt der Teufel im Detail: Wie schon theoretische Untersuchungen vor über 50 Jahren zeigten, kann eine solche Stoßwelle ihre Energie in den Außenschichten des Sterns rasch verlieren und ins Stocken geraten. Ein neuer Anschub ist nötig, und dieser kommt von extrem leichten Elementarteilchen, die bei nuklearen Prozessen entstehen: den Neutrinos. Beim Kollaps eines Sterns entstehen Unmengen dieser Teilchen. Tatsächlich transportieren Neutrinos sogar 99 Prozent der Energie nach außen, die bei der Entstehung eines Schwarzen Lochs frei werden. Und diese Energie können die Neutrinos zum Teil an die stockende Stoßwelle weitergeben, ihr so neuen Schwung verleihen und die Supernova-Explosion auslösen. </p><p>Ob der Anschub durch die Neutrinos ausreicht, um zu einer Supernova zu führen, hängt allerdings von vielen Einzelheiten ab, etwa von der Gasdichte und der Bewegung der Außenschichten des Sterns. Deshalb waren sich Astronomen bislang nicht sicher, ob alle massereichen Sterne als Supernova enden oder manche eines stillen Todes sterben können, bei dem die ausgestoßenen Außenschichten schließlich wieder in das entstehende Schwarze Loch zurückfallen. </p><h2>Das fehlende Puzzleteil</h2><p>Die Forschenden beobachten zwar ohnehin nur etwa halb so viele Sternexplosionen, wie es Modelle der Sternentwicklung erwarten lassen. Doch dafür könnte es auch andere Ursachen geben – vielleicht verbergen sich viele Supernovae hinter dichten Wolken aus Gas und Staub. Was Astronomen bislang fehlte, war die direkte Beobachtung der stillen Entstehung eines Schwarzen Lochs.</p><p></p><p>"Supernovae zu finden ist leicht, da sie heller leuchten als eine ganze Galaxie, und das wochenlang", erklärt De. "Einen Stern aufzuspüren, der ohne Explosion verschwindet, ist dagegen außerordentlich schwierig." Deshalb ist die Entdeckung von M31-2014-DS1 von großer Bedeutung für die Astrophysiker*innen. Der Stern ist nun zwar aus dem Blick von Neowise verschwunden. Doch mithilfe großer Teleskope auf der Erde und dem Weltraumteleskop Hubble gelang es De und seinem Team, schwache infrarote Strahlung aufzuspüren. Wenn das ausgestoßene Gas der Sterne wieder in das Schwarze Loch fällt, heizt es sich auf – und erwärmt Staub in der Umgebung. Dieser sendet exakt jene Infrarotstrahlung, die De detektierte. </p><p>Mehrere Jahrzehnte dauert es, so schätzen die Forschenden, bis dieses Gas vollkommen im Schwarzen verschwunden ist. Aus der in dieser Zeit empfangenen Strahlung hoffen De und seine Kollegen, weitere Informationen über das Schwarze Loch zu gewinnen. Und weil die Astronomen nun wissen, nach welchen Anzeichen sie Ausschau halten müssen, hoffen sie außerdem auf die Entdeckung weiterer Sterne, die ohne Explosion zu Schwarzen Löchern kollabieren.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Astrohighlights im Februar: Unser vernachlässigter Schwesterplanet: Die Geheimnisse der Venus</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/unser-vernachlaessigter-schwesterplanet--die-geheimnisse-der-venus--37111630.html</link>
      <description>Passend zum Valentinstag erscheint die Venus wieder am Abendhimmel. Mariana Wagner vom Planetarium Hamburg erzählt ihre wechselvolle Geschichte</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37112768/t/O_/v5/w1440/r1.7778/-/venus-d-401268133.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Planeten</category>
      <category>Sonnensystem</category>
      <category>Nacht</category>
      <pubDate>Mon, 09 Feb 2026 14:20:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/unser-vernachlaessigter-schwesterplanet--die-geheimnisse-der-venus--37111630.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-02-09T14:20:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Passend zum Valentinstag erscheint die Venus wieder am Abendhimmel. Mariana Wagner vom <a href="http://www.planetarium-hamburg.de" class="external-link">Planetarium Hamburg</a> erzählt ihre wechselvolle Geschichte</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Als Abendstern leuchtet die Venus Anfang Februar noch unauffällig am Firmament. Mit den Wochen wird sie sich aber zum auffälligsten aller frei sichtbaren Sterne und Planeten entwickeln, zum hellsten Himmelskörper am Nachthimmel neben dem Mond, denn ihre dicke Atmosphäre aus Schwefelsäurewolken reflektiert fast 70 Prozent des Sonnenlichts. </p><p>Forschende der NASA vermuten, dass die Venus einst ein lebensfreundlicher Planet gewesen sein könnte – und das für einen Zeitraum von drei Milliarden Jahren. Ihre Modelle legen nahe, dass auf der Venus ein mildes Klima herrschte, flüssiges Wasser und sogar Ozeane vorhanden gewesen sein könnten. Eine zweite Erde sozusagen. Die Dichte, Größe und Masse der Venus ähneln denen der Erde. Doch eine rätselhafte Katastrophe soll unseren inneren Nachbarplaneten vor etwa 700 Millionen in eine Treibhaushölle verwandelt haben, die auch eine Erforschung durch die Weltraumagenturen erschwert.</p><p></p><h2><strong>Vom möglichen Zwilling der Erde zum kosmischen Inferno</strong></h2><p>Die dramatische Veränderung der Venus wurde wahrscheinlich durch den Ausstoß einer enormen Menge an Kohlendioxid und Wasserdampf verursacht. Da diese Gase innerhalb kurzer Zeit freigesetzt wurden, konnten sie nicht wieder vom Gestein des Planeten aufgenommen werden und veränderten die Atmosphäre unserer Nachbarwelt. Infolgedessen heizte sich die Venus extrem stark auf und wurde zu dem lebensfeindlichen Ort, der sie heute ist: Sie ist von einer 20 Kilometer dicken Wolkenschicht aus Schwefelsäure umgeben, und ihre Atmosphäre besteht zu 96 Prozent aus Kohlendioxid. Auf ihrer Oberfläche herrschen Temperaturen von rund 450 Grad Celsius. Dazu kommt ein Druck wie in 1000 Meter Meerestiefe.</p><p></p><p>Doch nicht nur die mögliche dramatische Vergangenheit der Venus, auch ihr Wesen als kosmischer Himmelskörper ist spannend. Denn sie dreht sich nicht wie alle anderen Planeten in Richtung ihrer Sonnenumrundung. Würden wir uns bei klarer Sicht auf der Venus befinden, könnten wir den Sonnenaufgang im Westen und den Sonnenuntergang im Osten beobachten. Und noch etwas macht die Venus besonders: Ein Venustag dauert länger als ein Venusjahr. Denn sie rotiert irrsinnig langsam um die eigene Achse und braucht für eine komplette 360-Grad-Drehung länger als für eine Sonnenumrundung. Und so dauert ein Tag auf der Venus 243 Erdentage – ein Jahr hingegen nur 225 Tage.</p><h2><strong>Spuren von Leben</strong></h2><p>Die dicke Wolkendecke der Venus machte sie zu einem beliebten Forschungsobjekt. Außerdem kann sie uns mit 38.000.000 Kilometern so nah wie kein anderer Planet kommen. Nicht ohne Grund gab es bereits gut 30 gelungene Missionen unterschiedlicher Nationen zu unserem Nachbarplaneten. Manche Sonden erreichten die Venus bereits innerhalb von vier Monaten. Erwartungsgemäß gingen Landefähren jedoch aufgrund der extremen Bedingungen schon nach kurzer Zeit kaputt. Aus der Umlaufbahn hingegen ließ sich die Oberfläche der Venus per Radar durch die Wolken kartieren, und sogar Fotos der Oberfläche konnten erstellt werden.</p><p></p><p>In den oberen Luftschichten der Venus herrscht ein geringerer Druck bei gemäßigten Temperaturen. Hier ist es gelungen, organische Verbindungen zu finden. Wobei dies nicht bedeutet, dass es dort auch Leben gibt. </p><h2><strong>Von wegen nur der Mars</strong></h2><p>Die aktuelle Artemis-Mission der NASA plant den langfristigen Aufbau einer Mondstation, die einen wichtigen Schritt zu einer ersten bemannten Mission zum Mars darstellt. Unser roter Nachbar ist das primäre Ziel für mögliche Weltraumreisen abseits vom Mond. Denn er befindet sich der Erde relativ nah, weist erdähnliche Merkmale auf, und wir hoffen, vielleicht Spuren mikrobiellen Lebens auf ihm zu finden. Doch die Venus wird nicht vernachlässigt. Für die späten 2020er- und frühen 2030er-Jahre planen mehrere internationale Raumfahrtbehörden und private Organisationen neue Venusmissionen, um ihre Atmosphäre und Oberfläche sowie potenzielle Spuren von Leben zu erforschen. </p><p></p><p>Noch in diesem Jahr soll der "Venus Life Finder" eine kleine Sonde in die Atmosphäre der Venus transportieren, die dort nach organischen Molekülen suchen wird. Für die bereits häufiger aufgeschobene Mission arbeitet das private Raumfahrtunternehmen Rocket Lab mit dem Massachusetts Institute of Technology zusammen. Doch auch die NASA hat unseren inneren Nachbarplaneten im Blick. So wird die DAVINCI-Mission der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde voraussichtlich 2030 die tieferen Schichten der Venus-Atmosphäre bis zur Oberfläche des Planeten untersuchen. Zusammen mit der frühestens 2031 stattfindenden VERITAS-Mission ist es das erste Mal seit den 1990er-Jahren, dass wieder Raumfahrzeuge der NASA die Venus erforschen. </p><p>Die Europäische Raumfahrtagentur wird unseren "Schwesterplaneten" ebenfalls in den frühen 2030-Jahren ins Visier nehmen. Im Fokus steht die Frage, warum sich die Venus und die Erde so unterschiedlich entwickelt haben. Schließlich könnte die Venus der beschriebene lebensfreundliche Planet gewesen sein, bis sie einen unkontrollierbaren Treibhauseffekt entwickelte. </p><p>All diese Projekte starten eine neue Ära der Venus-Erkundung und schenken unserer "Schwester im All" die Aufmerksamkeit, die sie verdient. </p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Mariana Wagner</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Astronomie: Mächtiger als der Todesstern: Schwarzes Loch verschießt gewaltigen Energiestrahl</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/schwarzes-loch-verschiesst-gewaltigen-energiestrahl-37101422.html</link>
      <description>Dieses Schwarze Loch leidet unter kosmischer Magenverstimmung: Pro Sekunde verschießt es genug Energie, um mehr als 600 Erden zerstören zu können</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37101426/t/fa/v5/w1440/r1.7778/-/tde-simulation-image.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Schwarze Löcher</category>
      <category>Astronomie</category>
      <category>Universum</category>
      <pubDate>Thu, 05 Feb 2026 06:00:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/schwarzes-loch-verschiesst-gewaltigen-energiestrahl-37101422.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-02-05T06:00:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Dieses Schwarze Loch leidet unter kosmischer Magenverstimmung: Pro Sekunde verschießt es genug Energie, um mehr als 600 Erden zerstören zu können</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Es hatte sich wohl überfressen, das kann ja mal passieren. Doch da im Universum alle Prozesse etwas größer ausfallen, dauern dort auch Magenverstimmungen etwas länger. In diesem Fall mehr als acht Jahre, und das Ende ist noch nicht erreicht.</p><p>Rückblick: 2018 beobachteten Astronominnen und Astronomen, wie ein Schwarzes Loch einen Stern in seiner Nähe zerfetzte – an und für sich nichts Ungewöhnliches: Mit ihrer enormen Schwerkraft zerren die Massemonster an allem in ihrer Umgebung. Kommt ihnen ein Stern zu nahe, wirken in seinem Inneren Gezeitenkräfte, die den Stern auseinanderreißen. Auch ziehen die Schwarzen Löcher ihn in die Länge, <a href="https://www.geo.de/wissen/weltall/eine-frage-spaltet-die-physik--gibt-es-ein-zurueck-aus-schwarzen-loechern--33883412.html" title="Kosmologie: Eine Frage spaltet die Physik: Gibt es ein Zurück aus Schwarzen Löchern?">in der Fachsprache: "spaghettifizieren". </a></p><p></p><p>Der Akt ist brutal und chaotisch, denn die Schwarzen Löcher schleudern viele Bruchstücke weit ins All hinaus. Was übrig bleibt, kreist fortan in einer Scheibe um das Schwarze Loch und wird schließlich von ihm einverleibt.</p><p>Als 2018 das Schwarze Loch namens AT2018hyz nach kurzer Zeit wieder zur Ruhe kam, schien der Zerstörungsakt abgeschlossen. Die Astronominnen und Astronomen verloren das Interesse an ihm und wandten sich anderen Objekten zu. </p><p>Doch die Ruhe war trügerisch. Fast drei Jahre später entdeckten Forschende, dass das Schwarze Loch in der Zwischenzeit begonnen hatte, enorm viel Energie in Form von Radiowellen auszuspucken. Mit reichlich zeitlicher Verzögerung schoss es die Überreste des zerfetzten Sterns als einzelnen Jet in eine Richtung fort – und er schießt noch immer. </p><p></p><p>Seit vier Jahren beobachtet ihn ein Team um die Radioastronomin Yvette Cendes von der Universität Oregon. "Jetty McJetface" hat sie das Schwarze Loch getauft, eine Anspielung auf das im Internet berühmte <a href="https://www.geo.de/natur/boaty-mcboatface--wieso-das-schiff-anders-heisst-und-wie-es-sich-faehrt-34688436.html" title="Forschungseisbrecher: Boaty McBoatface: Wieso der Eisbrecher nicht so heißen darf – und wie es sich auf ihm fährt">britische Forschungsschiff "Boaty McBoatface".</a> </p><p>Zur Verblüffung der Forschenden dauert der Energieausbruch nicht nur seit Jahren an, er nimmt sogar weiter an Stärke zu. "Das ist wirklich ungewöhnlich", sagte Cendes. "Mir fällt nichts ein, was über einen so langen Zeitraum hinweg einen solchen Anstieg verzeichnet." </p><p>Ihre Beobachtungen sind in der <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://dx.doi.org/10.3847/1538-4357/ae286d%20" class="external-link">Fachzeitschrift "Astrophysical Journal erschienen".</a> Die Forschenden prognostizieren, dass der Strom aus Radiowellen exponenziell noch weiter zunehmen wird, bevor er 2027 seinen Höhepunkt erreicht.</p><p></p><p>Schon jetzt könnte der aus dem Schwarzen Loch schießende Jet einer der hellsten und energiereichsten sein, die jemals im Universum entdeckt wurden, sagt das Forschungsteam. Yvette Cendes, die ein großer Star-Wars-Fan ist, vergleicht den Energiestrahl mit der Feuerkraft des berüchtigten Todessterns. Diese fiktive wie supermächtigen Waffe bündelt binnen kurzer Zeit enorme Mengen Energie auf einen Planeten, um diesen zu zerreißen. </p><p>Star-Wars-Enthusiasten haben berechnet, wie viel Energie beispielsweise in die Erde gepumpt werden müsste, damit ihre Einzelteile die gravitative Bindung überwinden, kurz: um den Planeten zu sprengen. <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="http://large.stanford.edu/courses/2017/ph240/black2/%C2%A0" class="external-link">Laut einer Berechnung</a> seien dafür über 2 × 10<sup>32</sup> Joules nötig. Das beobachtete Schwarze Loch verschießt laut Cendes in jeder Sekunde mindestens die 600-fache Energie. Und das Sekunde für Sekunde, seit 1540 Tagen. Und die Energie nimmt weiter zu! "Seit Beginn hat das Schwarze Loch mehr als eine Billion Mal, vielleicht sogar 100 Billionen Mal die Energie des Todessterns abgegeben", sagt Cendes.</p><p></p><p>Das Team spekuliert, ob das Schwarze Loch tatsächlich zeitverzögert die Materie ausspuckt oder ob dies uns bloß so erscheint. Da die Energie als Strahl in den Weltraum geschossen wird, würden wir ihn nicht bemerken, falls der Strahl nicht auf die Erde gerichtet ist. Womöglich hat sich über die Jahre die Ausrichtung des Strahls leicht geändert, sodass wir erst zunehmend in sein Visier geraten. </p><p>Unabhängig von der Erklärung zeigt das Beispiel, wie lange ein Schwarzes Loch noch nach dem "Erledigen" seiner Beute mit ihr zu kämpfen hat. Vermutlich hätten Astronom*innen schon öfter solche verspäteten Jets beobachten können, hätten sie nicht zu früh nach dem Zerreißen die Beobachtungen abgebrochen, wenn sich das Schwarze Loch scheinbar beruhigt hatte. Doch Cendes hat dafür Verständnis: "Wenn es eine Explosion gibt, warum sollte man dann erwarten, dass Jahre nach der Explosion noch etwas zu sehen ist, wenn man vorher nichts gesehen hat?" </p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Martin Scheufens</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Fund im Weltall: Merkwürdiger Klumpen: Dunkle Materie gibt Forschern Rätsel auf</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/klumpen-dunkler-materie-gibt-forschern-raetsel-auf-37090730.html</link>
      <description>Unsichtbar, riesig und schwerer als 10 Millionen Sonnen: Ein mysteriöser Klumpen Dunkler Materie gibt Astronomen Rätsel auf – was steckt hinter dem kosmischen Phantom?</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37090758/t/Gc/v3/w1440/r1.7778/-/neutronenstern-pr.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Astronomie</category>
      <category>Weltall</category>
      <category>Forschung</category>
      <pubDate>Fri, 30 Jan 2026 09:00:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/klumpen-dunkler-materie-gibt-forschern-raetsel-auf-37090730.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-01-30T09:00:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Unsichtbar, riesig und schwerer als 10 Millionen Sonnen: Ein mysteriöser Klumpen Dunkler Materie gibt Astronomen Rätsel auf – was steckt hinter dem kosmischen Phantom?</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Etwa 2600 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt – astronomisch gesehen ein Katzensprung – lauert ein unsichtbares Objekt mit mehr als der zehnmillionenfachen Masse unserer Sonne. Das zeigen hochpräzise Messungen der Umlaufbahnen und der Rotationsperioden von 53 Pulsaren durch ein Forschungsteam aus den USA. Mit großer Wahrscheinlichkeit handele es sich dabei um einen sogenannten "Subhalo", eine Verdichtung der Dunklen Materie, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "<a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://journals.aps.org/prl/abstract/10.1103/29xz-nt5z" class="external-link">Physical Review Letters</a>". </p><p>Pulsare sind Neutronensterne – extrem dichte Überreste explodierter Sterne –, die sehr schnell rotieren und ein starkes Magnetfeld besitzen. Entlang der Nord-Süd-Achse seines Magnetfelds sendet ein solcher Neutronenstern stark gebündelt elektromagnetische Strahlung aus – Radiowellen, Licht oder sogar Röntgenstrahlung. Da die Achse des Magnetfelds zumeist gegen die Rotationsachse gekippt ist, streicht dieser gebündelte Strahl ähnlich dem Kegel eines Leuchtturms durchs All. Trifft der Kegel bei seiner Rotation auf die Erde, so empfangen Astronomen regelmäßig eintreffende Strahlungspulse von dem Neutronenstern – daher die Bezeichnung "Pulsare".</p><h2>Ein unsichtbares Schwergewicht im All</h2><p>Schon vor fast hundert Jahren stießen Astronomen darauf, dass sich Galaxien viel zu schnell bewegen, um von ihrer Schwerkraft zusammengehalten zu werden. Es muss also zusätzlich zur in Sternen und Gaswolken sichtbaren Materie eine weitere, unsichtbare Form der Materie geben – und zwar sehr viel davon. Gut 80 Prozent der Masse bestehen, so wissen wir heute, aus dieser Dunklen Materie. Diese rätselhafte Substanz besteht vermutlich aus bislang unbekannten Elementarteilchen. Mit zahlreichen Detektoren fahnden Physiker nach diesen mysteriösen Teilchen – doch bislang ohne Erfolg. </p><p></p><p>Die Dunkle Materie spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Strukturen – Galaxienhaufen und Galaxien – im Kosmos. Nach dem Urknall bildeten sich, so das Standardmodell, zunächst Verdichtungen unterschiedlicher Größe in der Dunklen Materie. Durch die Anziehungskraft sammelte sich in diesen Verdichtungen auch die normale Materie und erste Galaxien entstanden. Auch unsere Milchstraße ist in einen großen Halo aus Dunkler Materie eingebettet. </p><h2>Spuren im kosmischen Geflecht</h2><p>Computersimulationen der kosmischen Entwicklung zeigen allerdings, dass auch viele kleinere Verdichtungen der Dunklen Materie – von den Astronomen "Subhalos" genannt – bis heute überleben können. Tatsächlich zeigen Beobachtungen mit großen Teleskopen in einer Reihe von Galaxien Subhalos mit bis zu einer Milliarde Sonnenmassen. "Subhalos in der Milchstraße nachzuweisen ist jedoch eine große Herausforderung und bislang gab es keine definitive Entdeckung", schreiben Sukanya Chakrabarti von der University of Alabama und ihre Kollegen. Das Team präsentiert jetzt ein neues Verfahren, um solche Verdichtungen der Dunklen Materie mithilfe von Pulsaren aufzuspüren.</p><p></p><p>Wie Chakrabarti und ihre Kollegen erläutern, kann ein Subhalo aus Dunkler Materie die Bewegung von Pulsaren in ihrer Umgebung messbar beeinflussen. Ähnlich wie der Mond Gezeitenkräfte auf die Erde ausübt und so nicht nur Ebbe und Flut erzeugt, sondern langfristig auch die Erdrotation bremst, wirkt auch ein massereicher Subhalo mit seiner Anziehungskraft auf nahe Himmelskörper. Die Gezeitenkräfte verändern dadurch geringfügig die Rotation und die Umlaufbahnen von Pulsaren. Dank der regelmäßigen Radiopulse lassen sich solche Änderungen mit hoher Genauigkeit messen.</p><h2>Noch viel Forschung notwendig</h2><p>Die Forscher analysierten die Daten von 53 Pulsaren, für die hochgenaue Messungen vorliegen. In den Veränderungen von Rotation und Umlaufbahnen zeigt sich ein deutlicher Trend, der auf ein Objekt mit bis zu 25 Millionen Sonnenmassen in einer Entfernung von etwa 2600 Lichtjahren hinweist. Wie das Team zeigt, gibt es keinerlei Hinweis auf dichte Gaswolken oder eine Ansammlung von Sternen in dieser Region. Damit komme nach Ansicht des Teams nur eine Verdichtung der Dunklen Materie als Erklärung infrage. Chakrabarti und ihre Kollegen schlagen vor, die Entdeckung beispielsweise mit Messungen von Sternbewegungen in der Region zu überprüfen und so weitere Informationen über die Dunkle Materie zu gewinnen.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Überschall-Knall: Erdbeben-Messgeräte könnten herabstürzende Weltraumtrümmer melden</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/erdbeben-messgeraete-koennten-herabstuerzende-weltraumtruemmer-melden-37075992.html</link>
      <description>Täglich treten Satelliten in die Atmosphäre ein – teils mit giftigen oder radioaktiven Stoffen. Die Suche nach Trümmern ist schwierig. Dabei ließe sich die Flugbahn gut berechnen</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37076512/t/N9/v3/w1440/r1.7778/-/satellit-g--460715653.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Satelliten</category>
      <category>Universum</category>
      <category>Astronomie</category>
      <category>Forschung</category>
      <pubDate>Mon, 26 Jan 2026 12:15:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/erdbeben-messgeraete-koennten-herabstuerzende-weltraumtruemmer-melden-37075992.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-01-26T12:15:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Täglich treten Satelliten in die Atmosphäre ein – teils mit giftigen oder radioaktiven Stoffen. Die Suche nach Trümmern ist schwierig. Dabei ließe sich die Flugbahn gut berechnen</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Über 10.000 aktive Satelliten umkreisen derzeit die Erde – bis Ende des Jahrzehnts könnte ihre Zahl auf das Drei- bis Zehnfache anwachsen. Damit steigt auch die Anzahl der durch Fehlfunktionen oder das planmäßige Ende ihrer Betriebszeit zur Erde herabstürzenden Satelliten. "Letztes Jahr sind jeden Tag mehrere Satelliten in die Atmosphäre eingetreten, aber wir wissen nicht, ob sie in Stücke zerbrochen sind, ob sie in der Atmosphäre verbrannt sind oder ob sie den Boden erreicht haben", erklärt Benjamin Fernando von der Johns Hopkins University in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland).</p><p></p><p>Und das ist ein Problem. Denn größere Trümmerteile, die den Erdboden erreichen, können giftige oder radioaktive Stoffe enthalten. Die Suche nach den Trümmern gestaltet sich allerdings schwierig, wenn die genaue Flugbahn und damit auch die Absturzstelle unbekannt sind. Wie etwa beim sowjetischen Aufklärungssatelliten "Kosmos 954", der 1978 nach einer Fehlfunktion auf die Erde stürzte. Als Energiequelle für seine Radarantenne hatte er einen Kernreaktor an Bord – die radioaktiven Trümmer verteilten sich über einen 600 Kilometer langen Streifen im Norden Kanadas. </p><p>Noch gravierender war der Absturz der russischen Raumsonde "Mars 96". Nach dem Start im November 1996 trat sie aufgrund einer Panne einen Tag später wieder in die Erdatmosphäre ein. Auch sie hatte mehrere radioaktive Energiequellen an Bord. Damals vermutete man, die Überreste seien ins Meer gestürzt. Doch drei Jahre später stießen Forscher auf einem Gletscher in Chile auf radioaktives Plutonium, das wahrscheinlich von der Marssonde stammt.</p><h2>Flugbahn des Moduls "Shenzhou-1" berechnet</h2><p>Nicht nur radioaktive Stoffe bereiten Sorgen. Weltraum-Trümmer können auch giftige Stoffe enthalten: Überreste von Treibstoffen oder Batterien, Schwermetalle oder toxische Verbrennungsprodukte. Zusammen mit seinem Kollegen Constantinos Charalambous vom Imperial College London suchte der Wissenschaftler deshalb nach besseren Methoden, um Satelliten-Überreste auf der Erde zu lokalisieren.</p><p>Das Duo stieß auf eine überraschende Möglichkeit. Weltraum-Trümmer bewegen sich beim Wiedereintritt mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit und erzeugen deshalb eine Stoßwelle, die am Erdboden als Überschall-Knall hörbar ist. Diese Stoßwelle versetzt den Erdboden leicht in Schwingungen – und diese geringfügigen Vibrationen lassen sich mit Seismometern messen. Weltweit dienen Zehntausende von Seismometern der Überwachung von Erdbeben und anderen geophysikalischen Ereignissen. </p><p></p><p>Fernando und Charalambous haben dieses Verfahren, wie sie im Fachblatt "<a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.adz4676?adobe_mc=MCMID%3D10557586060714482651032694686362655922%7CMCORGID%3D242B6472541199F70A4C98A6%2540AdobeOrg%7CTS%3D1769074092" class="external-link">Science</a>" berichten, am Beispiel des chinesischen Orbital-Moduls "Shenzhou-15" getestet. Dieses war im November 2022 mit drei Astronauten an Bord zur Raumstation Tiangong gestartet. Neben der Raumkapsel und dem Servicemodul gehörte zu "Shenzhou-15" auch ein großes Orbitalmodul, das den Raumfahrern als zusätzlicher Wohn‑ und Arbeitsraum diente. Nach der Rückkehr der Taikonauten zur Erde blieb das Modul im All und trat am 2. April 2024 unkontrolliert in die Erdatmosphäre ein.</p><h2>Überreste gingen 30 Kilometer südlich der vermuteten Stelle nieder</h2><p>Die Forscher werteten öffentlich zugängliche Daten von 127 Seismometern im südlichen Kalifornien aus, um die Flugbahn des 1,5 Tonnen schweren Moduls zu rekonstruieren. Demnach zog das Orbitalmodul seine Bahn mit 25- bis 30-facher Schallgeschwindigkeit in Richtung Nordwest über Santa Barbara und Las Vegas – über 50 Kilometer nördlich der damals vom U.S. Space Command vorhergesagten Bahn. Der Verlauf der Boden-Schwingungen zeige, dass das Modul in der Atmosphäre sukzessive in kleine Teile zerbrochen sei. Niedergegangen seien die Überreste etwa 30 Kilometer südlich der damaligen Angaben.</p><p></p><p>Mit Hilfe der weltweit vorhandenen Seismometer lässt sich also der Verlauf eines Wiedereintritts verfolgen. Die Messdaten liefern die genaue Flugbahn, Informationen über den Zerfall des Satelliten und den Ort des Einschlags. "Die Unfähigkeit, herabstürzende Raumfahrzeuge zuverlässig zu verfolgen, verhindert bislang schnelle Reaktionen auf unkontrollierte Wiedereintritte", betonen die Forscher. Die Nutzung seismischer Daten könne das Auffinden von potenziell gefährlichen Trümmern erheblich beschleunigen.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Schwarzloch-Sterne: Rätsel roter Punkte gelöst: Das steckt hinter den "Masern" des frühen Universums</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/-little-red-dots---raetsel-um--masern--im-all-geloest-37045984.html</link>
      <description>Kleine rote Punkte im frühen Universum schienen die Astronomie durcheinanderzubringen. Nun ist die Erklärung offenbar gefunden, und sie ist spektakulär: "Schwarzloch-Sterne"</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37044150/t/dh/v7/w1440/r1.7778/-/schwarzloch-stern-the-cliff-mpia-hda-t--mu-ller-a--de-graaff-11866.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Schwarze Löcher</category>
      <category>Astronomie</category>
      <category>Astrophysik</category>
      <category>Universum</category>
      <category>Weltall</category>
      <category>Forschung</category>
      <pubDate>Fri, 16 Jan 2026 15:06:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/-little-red-dots---raetsel-um--masern--im-all-geloest-37045984.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-01-16T15:06:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Kleine rote Punkte im frühen Universum schienen die Astronomie durcheinanderzubringen. Nun ist die Erklärung offenbar gefunden, und sie ist spektakulär: "Schwarzloch-Sterne"</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Als das James-Webb-Weltraumteleskop 2021 seine Mission aufnahm, konnte die Menschheit erstmals in jene Zeit zurückschauen, als die ersten Galaxien entstanden. In deren Kinderstube offenbarte sich Unerwartetes: Überall zwischen Sternen und Galaxien leuchteten rote Punkte auf, als sei das frühe Universum von einer Kinderkrankheit, den Masern befallen. Welche mysteriösen Objekte verbargen sich hinter diesen "Little red dots"? Die Debatte in der Astrogemeinschaft wogte intensiv, doch nun scheint sich das Geheimnis zu lüften. </p><p>In der Astronomie sorgten die roten Punkte deswegen für Aufruhr, weil sie den bisherigen Theorien zu widersprechen schienen. Früh standen sich zwei Hypothesen gegenüber: Sie könnten entweder frühe Galaxien oder Schwarze Löcher sein. Doch beide Erklärungen schienen nicht wirklich zu passen. Denn Galaxien oder Schwarze Löcher, die solches Licht abstrahlen, müssten massiv sein, ergaben Simulationen. Derart schwere Himmelskörper dürften in diesem frühen Stadium des Universums eigentlich nicht existieren, sie hatten schlicht zu wenig Zeit, so groß zu werden. Eher abseitige Stimmen wollten sogar gleich das Urknallmodell verwerfen, um den Objekten mehr Zeit zum Wachsen einzuräumen. </p><p></p><p>Um nicht gleich das Kind mit dem Bade auszuschütten, dachten Forschende über Konstellationen nach, die sie bislang so noch nicht gesehen und modelliert hatten. <a rel="noopener" target="_blank" href="https://www.mpg.de/25334315/schwarzloch-sterne" class="external-link">Eine Forschungsgruppe um Anna de Graaff vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg</a> propagierte das Modell eines "Black Hole Star", eines "Schwarzloch-Sterns". Demnach könnte es sich bei einem roten Punkt um ein Schwarzes Loch handeln, das von einem ungewöhnlichen Gasmantel umgeben ist. </p><p>Genauer säße im Zentrum eines Schwarzloch-Sterns ein aktiver Galaxienkern, das entspricht einem supermassereichen Schwarzen Loch mit einer Scheibe aus Staub und Gas. Solche aktiven Galaxienkerne bilden das Zentrum vieler Galaxien, darunter auch der Milchstraße. Das Schwarze Loch zieht Staub und Gas in seiner Umgebung an. Doch nur einen kleinen Teil kann sich das Massemonster einverleiben. Denn während das Gas in immer wilderen Bahnen auf das Loch zurast, erhitzt es sich auf Temperaturen von Millionen Grad. Das Gas leuchtet hell und gibt mehr Energie ab als jeder andere bekannte Prozess im Universum. Diese intensive Strahlung bläst einen Großteil der Materie um das Loch nach außen weg. Da sich viele Schwarze Löcher zusätzlich drehen, wird Gas oft über die Pole fortgeschleudert. Schwarze Löcher ähneln damit dem Krümelmonster aus der Sesamstraße: Es will zwar wild alles verschlingen, doch nur wenig landet wirklich in seinem Schlund, der Großteil der "Krümel" fliegt vorbei. </p><p></p><p>Das erklärt, warum sich Schwarze Löcher so gut beobachten lassen: Obwohl sie dem Wortsinne folgend eigentlich nicht zu sehen sein sollten, verraten sie sich durch diese wilden, hell leuchtenden Prozesse in ihrer Umgebung.</p><p>Sollten Schwarzloch-Sterne existieren, hätten sie gegenüber den bislang bekannten aktiven Galaxienkernen eine Besonderheit: Sie wären von einer weitaus größeren Hülle ionisierten Wasserstoffs umgeben. Ein Black Hole Star wäre kein Stern im engeren Sinne, da in seinem Zentrum keine Kernfusion stattfindet, und doch würde er von außen einem Stern ähneln. Denn die wild wirbelnde Wasserstoffhülle würde durch den aktiven Galaxienkern erwärmt, genau wie die äußere Schicht der Sonne durch die Kernfusion im Inneren erhitzt wird. Die äußeren Erscheinungsbilder eines Schwarzloch-Sterns und eines herkömmlichen Sterns wiesen daher deutliche Ähnlichkeiten auf.</p><p>Solch eine Gashülle könnte zudem erklären, warum das James-Webb-Teleskop nicht jene Röntgenstrahlen oder Radiowellen bei den roten Punkten beobachtet, die eigentlich bei aktiven Galaxienkernen zu erwarten sind: Die Gashülle lässt solche Strahlung nicht hinaus.  </p><p></p><p>Forschende um Vadim Rusakov vom Cosmic Dawn Center in Kopenhagen haben nun das Licht einiger dieser roten Punkte genauer angeschaut und darin starke Hinweise gefunden, dass es sich tatsächlich um Schwarzloch-Sterne handelt. <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.nature.com/articles/s41586-025-09900-4" class="external-link">Ihre Studie schaffte es auf die Titelseite des Fachmagazins "Nature".</a></p><p>Bei einer genaueren Analyse des Lichts offenbarte sich, dass es wohl eine Reise durch eine Gaswolke hinter sich hatte. Als die Strahlung aus dem Zentrum auf den ionisierten Wasserstoff der Hülle traf, bestimmte dieser, welche Strahlen aus dem Inneren hinausgelangen und welche nicht, er reflektierte die Photonen mehrfach und streute sie. Dies ergibt charakteristische Merkmale, die zum Licht der Little red dots passen.   </p><p></p><p>Mit dieser Erkenntnis modellierten die Forschenden im zweiten Schritt einmal neu die Größe des Schwarzen Lochs. Bei früheren Untersuchungen hatte man angenommen, dass das Licht direkt vom Schwarzen Loch zu uns fliegt und kam auf eine unrealistische Größe: Solch ein Schwarzes Loch müsste viele Milliarden Sonnen schwer sein. Doch unter der Annahme, dass das Licht auf seiner Reise eine Gashülle passiert, ergab sich ein viel kleinerer Wert. Demnach reichen Schwarze Löcher im Zentrum, die "nur noch" Millionen Sonnen schwer und Millionen Kilometer im Durchmesser messen. Das ist zwar aus menschlicher Sicht noch immer gewaltig, aber mit dem Alter der Himmelsobjekte viel besser erklärbar.  </p><p>Die umgebenden Hüllen ließen die Schwarzen Löcher also bloß viel größer und schwerer erscheinen. </p><p></p><p>Die roten Punkte sind durch diese "Enthüllung" aber nicht weniger spannend geworden. Denn nun lässt sich besser verstehen, wie die ersten Schwarzen Löcher und Galaxien entstanden. Die Punkte verdeutlichen einmal mehr, welch enorme Rolle Schwarze Löcher im frühen Universum gespielt haben. Galten die Raumzeitverkrümmungen zunächst als theoretische Hirngespinste, dann als seltene Exoten, zeigt sich mehr und mehr, dass das Universum von ihnen dicht bevölkert ist und dass sie ganz entscheidend zur Entwicklung des Universums, wie wir es kennen, beigetragen haben. Und da man den Schwarzen Löchern hier praktisch beim Wachsen zuschauen kann, helfen die neuen Beobachtungen, besser zu verstehen, wie Schwarze Löcher eigentlich so schnell eine so dominante Stellung im jungen Universum gewinnen konnten, eine Stellung, die sie bis heute innehaben, wie man im Zentrum der Milchstraße sieht. </p><p></p><p>"Wir haben die jungen Schwarzen Löcher mitten in ihrer Wachstumsphase in einem Stadium eingefangen, das wir bisher noch nicht beobachtet haben. Der dichte Gasmantel um sie herum liefert ihnen den Treibstoff, den sie benötigen, um sehr schnell zu wachsen", sagt der beteiligte Wissenschaftler Darach Watson.</p><p>Dass die Little red dots nur im jungen Universum zu beobachten sind, erklärt sich dadurch, dass nur damals noch so viel Wasserstoff um die Galaxienkerne verteilt war. Nachdem die Schwarzen Löcher ihre rötlich leuchtenden Gashüllen einmal verzehrt hatten, präsentierten sich die angewachsenen Schwerkraftmonster so, wie Astronom*innen sie eigentlich kennen: als blau leuchtende Quasare. </p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Martin Scheufens</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Raumfahrt: Wunden nähen und Zähne ziehen: Was Astronauten für den Notfall lernen</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/notfaelle-auf-der-iss--was-astronauten-fuer-den-ernstfall-lernen-37039780.html</link>
      <description>Von der ISS in die Notaufnahme: Der Weg aus dem All ins nächste Krankenhaus ist lang. Astronautinnen und Astronauten lernen deshalb, manche Probleme selbst zu behandeln</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37039798/t/f1/v3/w1440/r1.7778/-/nasa-iss-expedition-73-blutentnahme-iss073e0284440-large.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Raumfahrt</category>
      <category>Medizin</category>
      <category>ISS</category>
      <category>Weltall</category>
      <pubDate>Wed, 14 Jan 2026 10:25:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/notfaelle-auf-der-iss--was-astronauten-fuer-den-ernstfall-lernen-37039780.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-01-14T10:25:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Von der ISS in die Notaufnahme: Der Weg aus dem All ins nächste Krankenhaus ist lang. Astronautinnen und Astronauten lernen deshalb, manche Probleme selbst zu behandeln</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Wegen eines medizinischen Problems holt die US-Raumfahrtbehörde Nasa eine Besatzung vorzeitig von der <a href="https://www.geo.de/themen/iss-30017056.html" title="ISS" class="autolinker">ISS</a> zurück. Wer betroffen ist und welches Problem vorliegt, wurde nicht bekannt. Offensichtlich genügte aber nicht die Hilfe von Astronautenkollegen.</p><p>Weil sie im Notfall selbst handeln müssen, bekommen Raumfahrer stets auch eine medizinische Ausbildung. "Ärzte können Raumfahrer zwar telemedizinisch betreuen, aber letztlich müssen die da oben auch alleine klarkommen", sagte Bimba Hoyer, Fliegerärztin der europäischen Raumfahrtbehörde Esa. Das medizinische Training vor einer Mission finde unter anderem im Krankenhaus statt. </p><p>Raumfahrer lernen nach Esa-Angaben unter anderem, Blut abzunehmen, eine Wunde zu nähen, einen Zahn zu ziehen und eine provisorische Füllung einzusetzen. Auch Wiederbelebungsmaßnahmen sowie Ultraschall- und Augenuntersuchungen beherrschen sie. An Bord der ISS helfe eine spezielle medizinische Checkliste mit klaren Anweisungen bei der Diagnose und Behandlung kranker oder verletzter Besatzungsmitglieder, sagte Hoyer. Zudem gebe es eine umfangreiche Bordapotheke. </p><h2>Taschen voller Medikamente</h2><p>"Der Besatzung stehen mehrere Medikamententaschen mit Aspirin oder anderen milden Arzneimitteln und ein Notfallkoffer zur Verfügung, der Schmerzmittel, Anästhetika, Medikamente für die Zahnbehandlung, Verbandsmaterial, Stethoskop, Defibrillator und andere komplexere Instrumente und Arzneimittel zur Lebenserhaltung enthält", heißt es bei der Esa. Zudem spreche ein Fliegerarzt in einer Art privaten Sprechstunde regelmäßig mit jedem Esa-Astronauten, um potenzielle Gesundheitsprobleme zu erörtern. </p><p></p><p>Die Nasa hatte bekanntgegeben, dass sie die vier Mitglieder der Crew-11 - bestehend aus US-Astronaut Michael Fincke, seiner Kollegin Zena Cardman sowie dem japanischen Raumfahrer Kimiya Yui und dem russischen Kosmonauten Oleg Platonow - wegen eines medizinischen Problems vorzeitig zur Erde zurückholt. Es ist das erste Mal in der Geschichte der ISS, dass dies nötig wird.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Simulation: Der Mond klaut der Erde seit Jahrmilliarden Materie</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/der-mond-klaut-der-erde-seit-jahrmilliarden-materie-37025482.html</link>
      <description>Eine Studie zeigt, wie Sonnenwind und Erdmagnetfeld geladene Teilchen aus der Atmosphäre bis zur Mondoberfläche schleusen. Die Forschenden lösen damit ein jahrzehntealtes Rätsel</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37025908/t/4S/v3/w1440/r1.7778/-/solar-wind-pr.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Mond</category>
      <category>Erde</category>
      <category>Sonnensystem</category>
      <category>Astronomie</category>
      <pubDate>Fri, 09 Jan 2026 13:34:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/der-mond-klaut-der-erde-seit-jahrmilliarden-materie-37025482.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-01-09T13:34:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Eine Studie zeigt, wie Sonnenwind und Erdmagnetfeld geladene Teilchen aus der Atmosphäre bis zur Mondoberfläche schleusen. Die Forschenden lösen damit ein jahrzehntealtes Rätsel</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Die Proben, die Astronauten des Apollo-Programms in den 1970er-Jahren von der Mondoberfläche mitbrachten, wiesen eine chemische Merkwürdigkeit auf. In den Gesteinsproben des Trabanten fanden sich kaum flüchtige Substanzen wie Wasser, Kohlendioxid, Stickstoff, Helium oder Argon. Doch im feinen Mondstaub waren sie vorhanden. Der Regolith bestand offenbar nicht nur aus pulverisiertem Gestein, sondern hatte auch Partikel aus anderen Quellen eingefangen. Aber aus welchen? Auf diese Frage gibt nun eine Studie der Universität Rochester, USA, erstmals vollständig Antwort.</p><p>Flüchtige Substanzen verdampfen bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen. Dass sie in Mondgestein so rar sind, erklärt sich aus der Kindheit unseres Trabanten. Er formte sich <a href="https://www.geo.de/wissen/weltall/einer-von-uns--der-mond-besteht-aus-erdmaterial-35385772.html" title="Neue Theorie zur Entstehung: Einer von uns: Der Mond besteht aus Erdmaterial">vermutlich</a> aus den Trümmern eines gewaltigen Zusammenstoßes der heranwachsenden Erde mit einem weiteren Himmelskörper. Später wurde er selbst Opfer kosmischer Bombardements. Die enormen Kräfte, die bei diesen Ereignissen wirkten, ließen das Gestein schmelzen. Aus dem glühend heißen Magma traten die flüchtigen Substanzen als Gase aus. </p><p></p><p>Dass sie sich nach der wilden Jugend des Mondes wieder im Mondstaub anreicherten, hat mindestens zwei Gründe. Eine Quelle ist der Sonnenwind. Er fließt als steter Strom elektrisch geladener, energiereicher Partikel von unserem Stern aus ins All. Der Mond besitzt im Gegensatz zur Erde weder ein schützendes Magnetfeld noch eine dichte Atmosphäre; lediglich eine dünne Gashülle umgibt ihn. Die Teilchen des Sonnenwindes treffen ihn also zahlreich und mit Wucht. </p><h2>Spuren einer Ära ohne Magnetfeld?</h2><p>Doch der Sonnenwind allein kann nicht erklären, warum der Mondstaub so reich an Stickstoff ist. Zumal die chemischen Eigenschaften des Stickstoffs – genauer gesagt das Isotopenverhältnis, der Anteil von Atomen mit mehr oder weniger Kernteilchen – nicht zu einem solaren Ursprung passen. In der Vergangenheit kursierten unterschiedliche Theorien zum Ursprung des Stickstoffs, darunter Ausgasungen von Mondvulkanen, interplanetarer Staub oder die Einschläge von Asteroiden, Meteoriten und Kometen. </p><p>2005 schlugen japanische Forschende die Erdatmosphäre als Quelle der Teilchen <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.nature.com/articles/nature03929" class="external-link">vor</a>. Doch sie gingen davon aus, dass unser heutiges Magnetfeld den Partikeln ein Entkommen unmöglich machen würde. Stattdessen vermuteten sie, dass der Stickstoff in einer sehr frühen Epoche der Erdgeschichte auf den Mond gelangt sein müsse, bevor der Geodynamo richtig in Schwung kam.</p><p></p><p>Forschende der Universität Rochester analysierten nun Gesteinsproben des Mondes und prüften in einer Computersimulation, wie Sonnenwind und Erdmagnetfeld die Reise der Teilchen zu verschiedenen Zeiten in der Geschichte des Sonnensystems beeinflusst haben könnte. Sie stellten fest, dass unser Magnetfeld sie auch heute nicht von einem Trip zum Mond abhält. Im Gegenteil: Unter den richtigen Umständen lenkt und beschleunigt es sie sogar. Die Studie von Shubhonkar Paramanick, John Tarduno und Jonathan Carroll-Nellenback <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.nature.com/articles/s43247-025-02960-4" class="external-link">erschien</a> in der Fachzeitschrift "Communications Earth and Environment".</p><h2>Ein chemisches Archiv der Erdgeschichte</h2><p>Auf der Tagesseite wird das Erdmagnetfeld durch den energiereichen Teilchenstrom unseres Sterns gestaucht. Auf der Nachtseite hingegen reicht es als Magnetschweif bis in die Umlaufbahn des Mondes hinein. Durchquert der Mond diesen Schweif, prasseln vom Sonnenwind aus der Atmosphäre geschlagene, elektrisch geladene Partikel auf die Oberfläche und reichern sich dort an. Und das nicht zu knapp. Pro Quadratmeter treffen sekündlich schätzungsweise 241.000 irdische Stickstoffatome auf dem Mond ein. Auch Wasserstoff sowie die Edelgase Helium, Neon und Argon landen auf der erdzugewandten Seite. </p><p>Das Autorenteam wittert auf dem Mond deshalb ein einmaliges chemisches Archiv. "Die Geschichte der irdischen Atmosphäre, die sich über Milliarden von Jahren erstreckt, könnte in vergrabenen Mondböden erhalten geblieben sein", schreiben sie. Zukünftige bemannte Missionen hätten die Chance, in diesem Archiv zu stöbern. Erstautor Paramanick blickt sogar über die Grenzen unseres Sonnensystems hinaus. Er erhofft sich weitere Einblicke in die Entstehungsgeschichte von Planeten. Warum etwa verlieren manche Himmelskörper wie der Mars das Magnetfeld und die dichte Atmosphäre, die sie in ihrer Jugend besitzen? Aus den Antworten, so sagt Paramanick, "können wir Erkenntnisse darüber gewinnen, wie diese Prozesse die Bewohnbarkeit von Planeten beeinflussen."</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Nora Saager</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Blick ins All: UFO-Meldestelle verzeichnet Rekordzahl</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/ufo-meldestelle-verzeichnete-2025-neuen-rekord-37014016.html</link>
      <description>Die Venus, ein Starlink-Satellit oder eventuell eine Drohne? Menschen melden immer mehr rätselhafte Beobachtungen am Himmel bei UFO-Forschern im Odenwald. Was die Ursachensuche 2025 ergab</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/37014920/t/5b/v3/w1440/r1.7778/-/meteorspuren-g-2221119477.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Forschung</category>
      <category>Aliens</category>
      <category>Weltall</category>
      <category>Astronomie</category>
      <category>Kosmos</category>
      <pubDate>Tue, 06 Jan 2026 09:42:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/ufo-meldestelle-verzeichnete-2025-neuen-rekord-37014016.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-01-06T09:42:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Die Venus, ein Starlink-Satellit oder eventuell eine Drohne? Menschen melden immer mehr rätselhafte Beobachtungen am Himmel bei UFO-Forschern im Odenwald. Was die Ursachensuche 2025 ergab</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Bei der <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.hjkc.de/" class="external-link">UFO-Meldestelle Cenap</a> sind 2025 so viele Sichtungen angezeigt worden wie noch nie zuvor. Das Centrale Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (Cenap) ist Anlaufstelle für Bürger, die nach einer wissenschaftlichen Erklärung für ihre Beobachtungen suchen. Meist handelte es sich nach Angaben der Experten um Planeten oder Sterne. UFO ist die Abkürzung für "unbekannte Flugobjekte".</p><p>Insgesamt zählte Cenap mit Sitz im südhessischen Lützelbach im vergangenen Jahr 1.348 UFO-Sichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie vereinzelt aus weiteren Ländern, wie Cenap-Leiter Hansjürgen Köhler mitteilte. Seit 2019 seien die Meldungen jedes Jahr kontinuierlich gestiegen. Aber auch im vergangenen Jahr seien keine Raumschiffe von Außerirdischen dabei gewesen, erklärte Köhler.</p><p></p><h2>Satellit, Raketen, Weltraumschrott: Sichtungen haben viele Ursachen </h2><p>Nach seinen Worten ließen helle Planeten wie Venus, Jupiter und der auffällige Stern Sirius viele Beobachter rätseln. Zudem hätten Meteore so manche Frühaufsteher und Zufallsbeobachter überrascht, wenn sie auffällig leuchtend verglühten. Zu den Satelliten-Kommunikationssystemen Starlink des Tech-Milliardärs Elon Musk seien mehr als 120 Sichtungen gemeldet worden - unter anderem von Piloten, die bei Nachtflügen überrascht worden seien, erläuterte Köhler. </p><p>Weitere Meldungen seien auf Re-Starts von Raketenstufen zurückzuführen gewesen, wenn abgelassener Treibstoff von der Sonne angestrahlt werde und bizarre Leuchterscheinungen an den Nachthimmel zaubere. Zusätzlich verglühten regelmäßig Satelliten und Raketenteile als Weltraumschrott spektakulär in der Atmosphäre.</p><p></p><h2>Zufallsbeobachter bei Drohnen aufmerksamer</h2><p>Wie Köhler erläuterte, nehmen seit fünf Jahren Meldungen zu, die als Drohnenflüge identifiziert werden können. Neben kleinen Privat-Drohnen seien auch größere Industriedrohnen oder Polizei-Drohnen im Einsatz. "Durch in der Presse thematisierten Spionage-Flüge von Drohnen sind Zufallsbeobachter noch aufmerksamer und wenden sich mit ihren Videoaufnahmen davon an Cenap", ergänzte der Mitbegründer der Meldestelle. Cenap ist eine private amateurastronomische Organisation und besteht seit 1973.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Astrohighlights im Januar: Der Gasriese Jupiter strahlt besonders hell – und wird "langsamer"</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/gasriese-jupiter-erstrahlt-im-groessten-glanz-36976496.html</link>
      <description>Jupiter steht in Opposition zur Sonne. Was das bedeutet und warum sich nun ein Blick zum Gasriesen besonders lohnt, erklärt Mariana Wagner vom Planetarium Hamburg</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/36977696/t/Lt/v7/w1440/r1.7778/-/jupiter-sternenhimmel-g-2195400614.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Astronomie</category>
      <category>Planeten</category>
      <category>Nacht</category>
      <pubDate>Fri, 02 Jan 2026 08:19:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/gasriese-jupiter-erstrahlt-im-groessten-glanz-36976496.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-01-02T08:19:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Jupiter steht in Opposition zur Sonne. Was das bedeutet und warum sich nun ein Blick zum Gasriesen besonders lohnt, erklärt Mariana Wagner vom <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.planetarium-hamburg.de/de/startseite" class="external-link">Planetarium Hamburg</a></p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Der Januar steht ganz im Zeichen des Gasplaneten Jupiter. Generell ist Jupiter neben der Venus einer der hellsten Planeten an unserem Firmament. Doch aktuell leuchtet er auffällig die ganze Nacht hindurch.</p><p></p><p>Denn am 10. Januar 2026 hat er seine "Oppositionsstellung" erreicht. Bei dieser stehen Sonne, Erde und Jupiter wie eine Perlenkette aufgereiht im Kosmos. Von der Erde aus gesehen steht Jupiter nun der Sonne genau gegenüber. Oder anders gesagt: Die Erde befindet sich zwischen der Sonne und dem Gasriesen. Jupiter geht daher etwa dann auf, wenn die Sonne untergeht. Er steht um Mitternacht hoch am Firmament und geht unter, wenn die Sonne wieder über den Horizont aufsteigt. Dadurch ist er die ganze Nacht hindurch sichtbar und erscheint zudem besonders hell.</p><p></p><h2>Überholvorgang im All mit optischer Täuschung</h2><p>Während Jupiter auf seiner äußeren Bahn knapp zwölf Jahre für eine Sonnenumrundung braucht, schafft es die Erde in knapp zwölf Monaten. Unser Planet kreist also schneller. Während wir Jupiter überholen, scheint er am Himmel zunächst immer langsamer zu laufen, bis er vermeintlich seine Richtung ändert. Bereits seit dem vergangenen November läuft Jupiter scheinbar rückläufig über das Firmament und befindet sich beim Erreichen der Oppositionsstellung im Januar diesen Jahres mitten in der "Rückwärtsbewegung". Dann wird es wirken, als würde sich sein Tempo reduzieren. Erst im März läuft Jupiter von uns aus gesehen wieder in die "richtige" Richtung.</p><p>Wie kommt es zu diesem Effekt? Beim Überholen verschiebt sich unser Blick auf den Jupiter, ähnlich wie beim Blick aus dem Fenster eines rollenden Zuges auf ein langsameres Auto: Vergisst man die eigene Geschwindigkeit, scheint sich das Auto nach hinten zu bewegen, obwohl es weiter vorwärts fährt. Genau durch dieses vermeintliche Zurücklaufen scheint der Jupiter am Himmel eine kleine Schleife zu zeichnen.</p><p></p><p>Selbst mit bloßem Auge bietet uns Jupiter einen schönen Anblick. Wer zu einem kleinen Fernrohr greift, kann die Wolkenbänder und Sturmgebiete des Gasriesens erkennen. Neben dem Jupiter zeichnen sich auch die Lichtpunkte seiner großen Monde Io, Europa, Ganymed und Callisto ab. <a href="https://www.geo.de/wissen/weltgeschichte/galileo-galilei--ein-forscher-legt-sich-mit-der-kirche-an-34403104.html" title="Inquisition: Duell um die Wahrheit: Wie das Wissensgenie Galileo Galilei gegen die Kirche kämpfte">Im 17. Jahrhundert sah Galilei in der Bewegung der Monde um den Jupiter den ersten Beweis dafür, dass nicht alle Himmelskörper im All um die Erde kreisen.</a> Seine Beobachtung untermauerte das <a href="https://www.geo.de/wissen/kopernikanische-wende-wie-nikolaus-kopernikus-ein-neues-weltbild-schuf-30181234.html" title="Kopernikanische Wende: Wie Nikolaus Kopernikus ein neues Weltbild schuf">seit 1543 diskutierte Kopernikanische Weltbild,</a> bei dem die Sonne das Zentrum unseres Planetensystems bildet. Daher werden die vier großen Jupitermonde auch Galileische Monde genannt. Noch heute sind der Jupiter und seine Monde vielversprechende Forschungsobjekte. Aktuell sind mit der <a href="https://www.geo.de/wissen/weltall/juice--esa-weltraumsonde-erkundet-die-eismonde-des-jupiter-33290788.html" title="Europäische Weltraumsonde : Die Jagd nach Leben: &quot;Juice&quot; erkundet die Eismonde des Jupiter">ESA-Sonde JUICE</a> und der <a href="https://www.geo.de/wissen/weltall/exomonde--wie-sich-auf-europa-und-enceladus-leben-finden-liesse-34567816.html" title="Astrobiologie: Die Eismonde von Jupiter und Saturn könnten Leben beherbergen. So ließe es sich finden">NASA-Sonde Europa Clipper</a> zwei Raumsonden auf dem Weg zu ihnen.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Mariana Wagner</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Astronomie: Saturnmond überrascht: Statt Ozean nur zäher Matsch</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/saturnmond-ueberrascht--statt-ozean-nur-zaeher-matsch-36984990.html</link>
      <description>Einen Ozean scheint es auf dem Saturnmond Titan doch nicht zu geben: Stattdessen deutet eine Studie auf Eismatsch hin. Das hätte verblüffende Folgen für die Entwicklung von Leben</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/36985228/t/vc/v3/w1440/r1.7778/-/urn-binary-dpa-com-20090101-251215-99-930945-filed-masonry.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Saturn</category>
      <category>Planeten</category>
      <category>Universum</category>
      <category>Astronomie</category>
      <pubDate>Tue, 23 Dec 2025 09:23:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/saturnmond-ueberrascht--statt-ozean-nur-zaeher-matsch-36984990.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2025-12-23T09:23:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Einen Ozean scheint es auf dem Saturnmond Titan doch nicht zu geben: Stattdessen deutet eine Studie auf Eismatsch hin. Das hätte verblüffende Folgen für die Entwicklung von Leben</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Seit Jahrzehnten gehen Planetenforscher davon aus, dass sich unter der Oberfläche des Saturnmonds Titan ein großer Ozean aus Wasser verbirgt. Doch damit scheinen sie sich geirrt zu haben. Ein US-Forschungsteam hat alte Daten der Raumsonde Cassini neu ausgewertet. Das zeigte überraschend, dass die Messungen doch nicht auf einen Ozean hindeuten. Stattdessen scheint es unter der Oberfläche ein viskoelastisches Gemisch aus Wasser und Eis zu geben – mit anderen Worten: Matsch. Ein solches Gemisch könne sogar lebensfreundlicher sein als ein Ozean, betonen die Wissenschaftler im Fachblatt "<a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.nature.com/articles/s41586-025-09818-x" class="external-link">Nature</a>".</p><p></p><p>Titan ist der größte Mond des Planeten Saturn. Mit einem Durchmesser von 5.150 Kilometern ist er größer als der Planet Merkur. Der Mond ist in eine dichte Atmosphäre aus Stickstoff gehüllt, aus der bei einer Temperatur von minus 180 Grad Celsius gelegentlich Regen aus flüssigem Methan fällt. Dieser Regen speist Flüsse, die in den Polregionen in großen Seen münden. Titan ist damit neben der Erde der einzige Himmelskörper im Sonnensystem mit einem Flüssigkeitskreislauf auf der Oberfläche.</p><p>Die Oberfläche von Titan besteht nicht aus Gestein, sondern aus Wassereis, das bei den tiefen Temperatur so hart ist wie Gestein. Doch so kalt wie an der Oberfläche muss es im Inneren von Titan nicht sein. Die Schwerkraft des Planeten Saturn führt zu starken Gezeiten, die den Mond fortwährend verformen. Und diese Verformung setzt durch Reibung Wärme frei, die unterhalb von etwa hundert Kilometern das Eis schmelzen lassen könnte. Gibt es dort also einen Ozean aus Wasser, in dem Leben entstanden sein könnte?</p><h2>"Viskoelastisches" Material im Inneren?</h2><p>Die Raumsonde Cassini, die von 2004 bis 2017 den Saturn umkreiste und auch seine Monde erforschte, lieferte scheinbar überzeugende Beweise für die Existenz eines Ozeans. Insgesamt näherte sich die Sonde auf ihrer Umlaufbahn 124 Mal Titan. Zehn dieser Begegnungen dienten dabei einem speziellen Zweck: der genauen Vermessung der Schwerkraft des Mondes. </p><p></p><p>Wenn die Gezeitenwirkung Saturns den Mond deformiert, ändert sich auch sein Schwerefeld – mit Folgen für die Bahnbewegung von Cassini. So gelang es den Forschern, die Verformung Titans zu messen. Demnach verformt sich der Mond deutlich stärker, als es für einen festen Himmelskörper zu erwarten ist. Die Schlussfolgerung schien also zu sein, dass es zwischen der äußeren Kruste und dem Gesteinskern eine Zone aus flüssigem Wasser gibt, einen verborgenen Ozean.</p><p>Wie das Team um Flavio Petricca vom California Institute of Technology in Pasadena erläutert, war diese Folgerung voreilig. Denn auch ein "viskoelastisches" Material könne einen ähnlichen Effekt hervorrufen. "Viskoelastisch" nennen Forscher ein Material, das teils zähflüssig, teils biegsam ist. Unter hohem Druck kann sich, wie Laborexperimente zeigen, ein Gemisch aus Wasser und Eis so verhalten.</p><h2>Umgebung wie im polaren Eis der Erde?</h2><p>Wie aber lässt sich von außen ein flüssiger Ozean von Eismatsch unterscheiden? "Eine viskoelastische Deformation … führt zu einer zeitlichen Verzögerung zwischen der Gezeitenkraft und ihrer Wirkung", erläutern die Forscher. Anders ausgedrückt: Wenn das Innere sich nur zäh bewegt und nicht fließt, verformt sich der Mond langsamer. Auf der Suche nach einer solchen Verzögerung hat das Team die alten Cassini-Daten noch einmal ausgewertet.</p><p></p><p>Und es wurde fündig: Die stärkste Verformung von Titan ist in den Messdaten erst jeweils 15 Stunden nach der stärksten Gezeitenkraft sichtbar. Niemand habe einen so deutlichen Effekt erwartet, sagt Petricca: "Das beweist, dass das Innere von Titan anders ist, als aufgrund der früheren Analysen vermutet." Das in der Studie entwickelte Modell besteht hauptsächlich aus zähem Matsch, gemischt mit einem kleinen Anteil an flüssigen Wasser.</p><p>Bedeutet das, dass auf Titan kein Leben entstanden sein könnte? Ganz im Gegenteil, heißt es. Denn Leben benötigt nicht nur Wasser, sondern auch Nährstoffe. In einem globalen Ozean wären diese Nährstoffe dünn verteilt. In dem zähen Matsch dagegen könnten sich mit Wasser gefüllte Taschen mit einer hohen Konzentration an Nährstoffen bilden. "Eine solche Umgebung ähnelt dem Ökosystem im polaren Eis der Erde", erklären die Forscher – und das sei eines der größten Ökosysteme auf unserem Planeten.</p><p>In drei Jahren soll sich die Nasa-Mission "Dragonfly" auf den Weg zu Titan machen und ihn ab 2034 erforschen. Petricca und Kollegen hoffen, dass die Sonde endgültig Aufschluss über das Innere von Titan liefert – und vielleicht sogar eine Antwort darauf, ob es dort Leben gibt.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Seltenes Himmelsphänomen: Fotograf fängt "Rote Kobolde" mit der Kamera ein</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/-rote-kobolde--ueber-der-burg-beynac-fotografiert-36962828.html</link>
      <description>Dem Astrofotografen Nicolas Escurat ist eine besondere Aufnahme gelungen: Er fotografierte gleich mehrere "Rote Kobolde" über der mittelalterlichen Burg Beynac in Südfrankreich</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/36962436/t/Qx/v4/w1440/r1.7778/-/tle-by-nicolas-escurat-nasa-pr.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Fotografie</category>
      <category>Astronomie</category>
      <category>NASA</category>
      <category>Wissenschaft</category>
      <pubDate>Mon, 15 Dec 2025 11:29:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/-rote-kobolde--ueber-der-burg-beynac-fotografiert-36962828.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2025-12-15T11:29:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Dem Astrofotografen Nicolas Escurat ist eine besondere Aufnahme gelungen: Er fotografierte gleich mehrere "Rote Kobolde" über der mittelalterlichen Burg Beynac in Südfrankreich</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Das Château de Beynac, eine mittelalterliche Höhenburg aus dem 12. Jahrhundert, zählt zu den meistfotografierten Bauwerken in der südfranzösischen Gemeinde Beynac-et-Cazenac. Anfang Dezember 2025 gelang dem Franzosen Nicolas Escurat dort am späten Abend eine besondere Aufnahme: Er fing mehrere "Rote Kobolde" ("Red Sprites") ein, die über der Burg Beynac wie ein rotes Feuerwerk am Nachthimmel zu tanzen scheinen. Ein Glücksfall: Rote Kobolde sind äußerst selten, vom Boden aus kaum zu sehen und sehr schwierig zu fotografieren.</p><p>Rote Kobolde zählen zu den transienten Leuchtereignissen. Unter diesem Begriff fasst der Deutsche Wetterdienst (DWD) verschiedene elektrische Erscheinungen in den oberen Schichten der Atmosphäre zusammen. Rote Kobolde sind großskalige elektrische Entladungen, die in der oberen Atmosphäre auftreten, in etwa 50 bis 90 Kilometer Höhe. Die Lichtblitze dauern nur wenige Millisekunden und sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Sie entstehen über kräftigen Gewittern und werden häufig in rötlichen bis violetten Farben sichtbar, deren Strukturen an Quallen erinnern.</p><p>Aufnahmen von roten Kobolden gelingen selbst Gewitterjägern nur selten – bis heute haben weltweit nur wenige Fotografinnen und Fotografen das Phänomen in hoher Detailtreue festgehalten. </p><h2>NASA-Projekt "Spritacular"</h2><p>Der französische Astrotograf ist Teilnehmer des <a rel="noopener" target="_blank" href="https://spritacular.org/" class="external-link">"Citizen Science"-Projekts "Spritacular"</a> der NASA. Das 2022 ins Leben gerufene Fotoprojekt sammelt mithilfe von Freiwilligen Fotos von atmosphärischen elektrischen Phänomenen, die Interessierte von der Erde aus beisteuern. Die Bilder sollen den Forscherinnen und Forschern der NASA dabei helfen, die Entstehung und Eigenschaften seltener Lichtphänomene wie "Rote Kobolde" besser zu verstehen. Bislang haben sich 919 Freiwillige aus 22 Ländern an dem Projekt beteiligt und mehr als 400 Fotografien auf der Projektwebseite hochgeladen.</p><p></p><p>Rote Kobolde wurden erstmals im Jahr 1989 fotografisch dokumentiert. Noch immer versuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt, die Leuchterscheinungen in all ihren Facetten zu verstehen. Erst im Juli 2025 <a href="https://www.geo.de/wissen/weltall/nasa-astronautin-gelingt-aufnahme-eines--roten-kobolds--35873872.html" class="external-link">gelang der NASA-Astronautin Nichole Ayers von der ISS aus die Aufnahme eines Red Sprites</a> über Mexiko in beeindruckender Präzision. Im Oktober 2025 schaffte es ein Astrofotografen-Trio, über Neuseelands Südinsel, <a href="https://www.geo.de/wissen/weltall/spektakulaere-aufnahme-zweier--roter-kobolde--gelungen-36155394.html" title="Seltenes Himmelsphänomen: Fotografen gelingt spektakuläre Aufnahme zweier &quot;Roter Kobolde&quot; über Neuseeland">zwei seltene "Rote Kobolde" festzuhalten – mit der Milchstraße und der Aurora Australis</a>. Eine einmalige Konstellation. Beide Aufnahmen gingen viral.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Solvejg Hoffmann</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Astrohighlights: Magische Nächte im Advent: Der Dezember bringt Sternschnuppenströme</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/sternschnuppenstroeme-winken-im-dezember-36915464.html</link>
      <description>Geminiden, Ursiden, Quadrantiden: Der Winterhimmel ist reich an besonderen Ereignissen. Mariana Wagner vom Planetarium Hamburg erklärt, was im Dezember alles zu entdecken ist</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/36915452/t/EY/v6/w1440/r1.7778/-/geminid-meteor-shower-g-1293014500.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Astronomie</category>
      <category>Stern</category>
      <category>Nacht</category>
      <pubDate>Mon, 01 Dec 2025 15:08:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/sternschnuppenstroeme-winken-im-dezember-36915464.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2025-12-01T15:08:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Geminiden, Ursiden, Quadrantiden: Der Winterhimmel ist reich an besonderen Ereignissen. Mariana Wagner vom Planetarium Hamburg erklärt, was im Dezember alles zu entdecken ist</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Wie der August für die Perseiden steht, ist unter Sternenfans der Dezember für die Geminiden bekannt. Uns erwartet der sternschnuppenreichste Monat des Jahres. Der Meteorstrom ist alljährlich vom 7. bis zum 17. Dezember aktiv. Denn im Dezember durchquert die Erde die Bahn des Asteroiden Phaeton, der darauf kosmische Partikel zurückgelassen hat. Die Staubteilchen treffen mit enormer Geschwindigkeit auf unsere Atmosphäre und verglühen etwa 80 bis 100 Kilometer über unseren Köpfen zu Sternschnuppen.</p><h2>Sternschnuppen satt zum dritten Advent</h2><p><span>Im vergangenen Jahr verdarb uns der helle Schein des Vollmonds den Höhepunkt des Meteorschauers. Doch in diesem Jahr sind die Bedingungen viel besser, in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember steht nur eine abnehmende Mondsichel am Himmel. Hoffen wir, dass auch das Wetter mitspielt, denn dann können wir uns auf bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde freuen. Eine wunderbare Einstimmung auf den dritten Advent. </span></p><p></p><p><span>Wer die kosmischen Leuchtspuren entdecken möchte, sollte geduldig sein und seinen Augen etwa eine halbe Stunde Zeit lassen, damit sie sich an die dunklen Lichtverhältnisse gewöhnen können. Aufgrund der Lichtverschmutzung in den Städten ist es sinnvoll, für die Beobachtung der Sternschnuppen möglichst abgelegene und dunkle Orte aufzusuchen.</span></p><h2><span><strong>Radiant inmitten prächtiger Wintersterne</strong></span></h2><p><span>Die Geminiden zieren zwischen 21 und 6 Uhr den Himmel, doch morgens stehen die Chancen auf eine Sichtung am besten. Dann befindet sich ihr scheinbarer Ausstrahlungspunkt, in der Astronomie als Radiant bezeichnet, hoch am Himmel. Es ist jener Ort am Firmament, an dem sich die Leuchtspuren treffen würden, wenn wir sie in Gedanken verlängern. Beim Meteorstrom Geminiden scheinen die Sternschnuppen aus dem Sternbild Zwillinge (lateinisch Gemini) zu kommen. Das gab dem markanten Sternschnuppenstrom seinen Namen. </span></p><p></p><p><span>Wenn wir nach den Geminiden Ausschau halten, können wir uns also gleichzeitig an den hübschen Wintersternen erfreuen. Das typische Wintersternbild Gemini ist leicht an seinen hellen Sternen Pollux und Kastor zu erkennen. Pollux ist zudem Teil des auffälligen Wintersechsecks, das sich aus sechs hellen Sternen verschiedener Sternbilder zusammensetzt: Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund, Prokyon im Kleinen Hund – und Pollux in den Zwillingen. Pollux ist ein Roter Riese, also ein stark ausgedehnter Stern am Ende seiner Lebenszeit, der den Wasserstoffvorrat in seinem Kern bereits verbrannt hat. Sein rötliches Funkeln ist ein hübscher Kontrast zu dem weißen Licht seines Nachbarsterns Kastor in den Zwillingen. </span></p><p></p><h2><span><strong>Vereinzelte Meteore zum Fest und zum Jahreswechsel</strong></span></h2><p><span> Auch zu Weihnachten haben wir mit etwas Glück die Chance, Sternschnuppen zu entdecken. Denn zwischen dem 17. und 26. Dezember zeigen sich vereinzelte Meteore der Ursiden. Sie erreichen ihr Maximum am Morgen des 22. Dezember und haben ihren Radianten im Sternbild Kleiner Bär nahe dem Polarstern. Wir können sie die ganze Nacht hindurch beobachten, aber leider nur auf maximal zehn bis 20 Meteore in der Stunde hoffen. </span></p><p><span>Wer einen Neujahrswunsch hat, wartet auf die Quadrantiden. Der Meteorschauer erreicht sein Maximum zwar erst in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar, zeichnet aber bereits zum Jahreswechsel hübsche Leuchtspuren ans Firmament. Leider ist der zunehmende Mond mit seinem hellen Schein dieses Mal ein wahrer Spielverderber.</span></p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Mariana Wagner</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Raumfahrt: Rückkehr zum Mond: Was 2026 über die Vormacht im All entscheidet</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/rueckkehr-zum-mond--was-2026-ueber-die-vormacht-im-all-entscheidet-36914758.html</link>
      <description>Seit Jahren läuft zwischen Raumfahrtnationen ein Wettlauf zum Mond. Nun könnte ein Etappenziel real werden. Auch die Suche nach einem tollen Platz für Mondstationen geht weiter</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/36914776/t/kd/v4/w1440/r1.7778/-/urn-binary-dpa-com-20090101-251201-935-990589-filed-masonry.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Mond</category>
      <category>Raumfahrt</category>
      <category>Weltall</category>
      <category>Astronomie</category>
      <pubDate>Mon, 01 Dec 2025 10:09:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/rueckkehr-zum-mond--was-2026-ueber-die-vormacht-im-all-entscheidet-36914758.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2025-12-01T10:09:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Seit Jahren läuft zwischen Raumfahrtnationen ein Wettlauf zum Mond. Nun könnte ein Etappenziel real werden. Auch die Suche nach einem tollen Platz für Mondstationen geht weiter</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Mehr als ein halbes Jahrhundert lang hat kein Mensch mehr den Mond besucht. Im kommenden Jahr soll sich das ändern. Vier US-Amerikaner werden, so alles klappt, Richtung Erdtrabant fliegen - und damit, bevor das den Chinesen gelingt. </p><p></p><p>Strategisch symbolisiert die Rückkehr zum Mond technologische und geopolitische Führung im Wettlauf um den Weltraum. Eine dauerhafte Präsenz dort gilt als Weg, nationale Interessen in der Raumfahrt zu sichern und internationale Kooperationen prägen zu können.</p><p>Viele Länder – und immer stärker auch Privatunternehmen – haben große Pläne fürs All. Ein Überblick: </p><h2>USA: Vier Menschen sollen den Mond umrunden</h2><p>Erst nominierte US-Präsident Donald Trump den Milliardär und Weltraum-Touristen Jared Isaacman als neuen Chef der Weltraumbehörde Nasa, dann zog er die Nominierung wieder zurück, dann nominierte er ihn erneut. Die Episode scheint beispielhaft für die derzeitigen US-Weltraum-Pläne: viel Hin und Her, viele Verzögerungen, wenig Klarheit. </p><p>Der grundsätzliche Plan zumindest bleibt: US-Amerikaner sollen mit dem "Artemis"-Programm zurück zum Mond. In der ersten Jahreshälfte 2026 sollen drei Männer und eine Frau bei der rund zehntägigen Mission "Artemis 2" den Mond umrunden. 2027 sollen dann bei "Artemis 3" nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder Astronauten auf dem Mond landen, darunter erstmals eine Frau und eine nicht-weiße Person. Der bisher letzte Mensch auf dem Mond war im Dezember 1972 dort, während der Nasa-Mission "Apollo 17". Längerfristig soll am Mond die Station "Gateway" entstehen.</p><p></p><p>In den USA mischen dabei immer stärker private Anbieter mit: Das "Starship" des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Elon Musk, das bisher größte und leistungsstärkste Raketensystem der Raumfahrtgeschichte, absolvierte bereits zahlreiche Testflüge. Zudem konnte die "New Glenn"-Rakete des Raumfahrtunternehmens Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos aufholen. Krisengeplagt bleibt der "Starliner" von Boeing. </p><h2>CHINA: Fokus auf Mond und Weltraumstation</h2><p>Die Volksrepublik treibt im Wettrennen gegen die USA um technisch anspruchsvolle Missionen ein ambitioniertes Weltraumprogramm voran. Das vorgegebene Ziel ist, bis 2030 eine bemannte Mondmission zu starten. Zum genauen Zeitplan hält sich das Land bedeckt.</p><p>2026 soll mit der Mission "Chang'e 7" zunächst wieder eine Sonde auf dem Mond landen. 2024 hatte die viel umjubelte "Chang'e 6"-Mission erstmals Gesteinsproben von der schwer erreichbaren Rückseite des Erdtrabanten zurück zur Erde gebracht. "Chang'e 7" soll am Südpol des Mondes mit einem Rover nach Wassereis suchen, das Forscher dort vermuten. Das hilft bei der Auswahl eines passenden Platzes für den Bau einer Mondbasis. </p><p>Erfahrung mit bemannter Raumfahrt sammeln die Chinesen mit dem Betrieb der Weltraumstation "Tiangong" ("Himmelspalast"), zu der in halbjährlichem Rhythmus Astronauten fliegen. Ein Astronaut der "Shenzhou 22"-Mission soll einen Langzeitaufenthalt von einem Jahr absolvieren. Zudem steht der Jungfernflug von "Mengzhou 1", einer neuen Raumschiff-Generation, zur Station an. Derzeit wird sie von Tianzhou-Frachtraumschiffen versorgt, Astronauten werden mit Shenzhou-Raumschiffen hingebracht.</p><h2>RUSSLAND: Verzögerungen wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten </h2><p>Nach wie vor hat die Raumfahrtnation ein gemeinsames Projekt mit den USA: den Betrieb der längst in die Jahre gekommenen Internationalen Raumstation (ISS). Zunehmende wirtschaftliche Probleme im Zuge des kostspieligen Angriffskriegs gegen die Ukraine wirken sich auf sonstige Pläne im All aus. Die westlichen Sanktionen verteuern zum Beispiel technische Güter, die über Umwege aus dem Ausland eingeführt werden.</p><p></p><p>Trotz der Schwierigkeiten plant die Raumfahrtbehörde Roskosmos Milliardenausgaben und will deutlich stärker als in der Vergangenheit auch private Investoren heranziehen. Geplant ist etwa – nach dem US-Vorbild Starlink - der Aufbau eines Satelliten-Internetdienstes, der laut Roskosmos-Chef Dmitri Bakanow 2027 starten soll. Bis dahin müsste Russland hunderte Satelliten ins All bringen. Beginnen soll 2026 zudem die Arbeit an der ersten russischen wiederverwendbaren Rakete "Korona". </p><p>Experten erwarten wegen der logistischen und finanziellen Probleme allerdings Verzögerungen bei den Projekten. Die Mondmission "Luna-26" wurde bereits auf 2028 verschoben. Als langfristiges Ziel hat auch Russland weiterhin, Menschen auf den Mond zu bringen und dort eine Station zu errichten.</p><h2>EUROPA: Mehr Eigenständigkeit im All</h2><p>Europa verfolgt das Ziel, technologisch unabhängiger zu werden. Die europäische Raumfahrtbehörde Esa konnte sich gerade erst über die Zusage eines Rekordbudgets von fast 22,1 Milliarden Euro für die Periode 2026 bis 2028 freuen. Ein Schwerpunkt soll - angesichts ungewisser Kooperationen etwa mit den USA - auf dem eigenständigen Zugang zum All liegen. </p><p>Nach dem erfolgreichen Erstflug 2025 soll zum Beispiel die Trägerrakete Ariane 6 im kommenden Jahr Missionen der ESA ins All bringen. Mit einer Ariane 6 soll Ende 2026 auch das Weltraumteleskop "Plato" (Planetary Transits and Oscillations of Stars) starten, das von einem rund 1,5 Millionen Kilometer entfernten Punkt aus nach erdähnlichen Exoplaneten suchen soll. Vorangetrieben werden soll auch das Projekt "Argonaut": Der unbemannte Mondlander soll als eigenständige europäische Transportplattform dienen. </p><p>Das Projekt "Hera" wiederum, Europas erste Mission zur planetaren Verteidigung, nähert sich einer entscheidenden Phase: Die Raumsonde wird voraussichtlich Ende 2026 beim Asteroiden ankommen und Messungen durchführen.</p><p></p><p>Noch in weiter Ferne und mit vielen Unsicherheiten behaftet ist das Esa-Vorhaben, mit der US-Mondmission "Artemis 4" einen deutschen Astronauten Richtung Mond schicken zu wollen. Auf den Mond wird derjenige nach derzeitiger Absprache ohnehin nicht kommen, zudem müssen zunächst die Missionen "Artemis 2" und "Artemis 3" erfolgreich über die Bühne gehen.</p><h2>INDIEN: Start in die bemannte Raumfahrt</h2><p>Indiens Fokus lag lange vor allem darauf, Satelliten günstig ins All befördern zu können. Inzwischen verfolgt das Land ehrgeizigere Ziele. Aktuell laufen die Vorbereitungen und Tests für die erste bemannte Mission des Landes. Der Flug der Raumkapsel "Gaganyaan" mit bis zu drei Astronauten in einer Erdumlaufbahn ist für das erste Quartal 2027 geplant. </p><p>Im selben Jahr soll voraussichtlich auch die Sonde "Chandrayaan-4" auf dem Mond landen und Materialproben zurückbringen. Langfristiges Ziel ist es, indische Astronauten auf den Mond zu bringen, möglichst bis 2040. Fünf Jahre davor soll die indische Weltraumstation "Bharatiya Antriksh Station" in Betrieb genommen werden. Bei Erkundungsprogrammen sollen zudem Sonden zur Venus und zum Mars starten.</p><h2>JAPAN: Suche nach Wasser am Südpol des Mondes</h2><p>Auch Japan will erkunden, wo sich für Stationen dort wichtiges Wasser auf dem Mond findet. Dafür wird gemeinsam mit Indien die Mission "Lupex" (Lunar Polar Exploration) zur Erforschung der Wasserressourcen in der Südpol-Region vorangetrieben. Japan ist für den Mondrover mit Instrumenten von Nasa und Esa zuständig, Indien für die Landefähre.</p><p>Die Daten sollen für das "Artemis"-Programm verwendet werden. Japan strebt wie die Esa an, im Gegenzug eigene Astronauten zum Mond bringen zu dürfen. Der "Lupex"-Start ist derzeit für das Fiskaljahr 2026/27 (31. März) vorgesehen.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Raumfahrt: Alexander Gerst: "Wir wollen dem Mond Geheimnisse entlocken"</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/alexander-gerst---wir-wollen-dem-mond-geheimnisse-entlocken--36906060.html</link>
      <description>Für einen Deutschen könnte es in einigen Jahren mit dem US-Programm "Artemis" in Richtung Mond gehen. Was Alexander Gerst und Matthias Maurer sich von der Mission erhoffen</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/36908566/t/w9/v3/w1440/r1.7778/-/gerst-maurer-d-406885507.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Raumfahrt</category>
      <category>Mond</category>
      <category>Bremen</category>
      <pubDate>Fri, 28 Nov 2025 14:11:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/alexander-gerst---wir-wollen-dem-mond-geheimnisse-entlocken--36906060.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2025-11-28T14:11:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Für einen Deutschen könnte es in einigen Jahren mit dem US-Programm "Artemis" in Richtung Mond gehen. Was Alexander Gerst und Matthias Maurer sich von der Mission erhoffen</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Die deutschen Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer haben die enormen Chancen der geplanten Mondflüge betont - und ihre Begeisterung zum Ausdruck gebracht. "Es geht darum, dass wir dem Mond Geheimnisse entlocken, die irgendwann mal für uns wichtig sein werden, extrem wichtig", sagte Gerst im ZDF-"heute journal". Das könnten zum Beispiel neue Erkenntnisse für die Asteroidenabwehr oder den Klimaschutz sein.</p><p>Im Kontrast zu früheren Missionen gehe es darum, den Mond nachhaltig und in relativ unbekannten Gebieten zu erforschen. Zuvor sei zum Beispiel vor allem der Äquator angeflogen worden, so Gerst. Am "Südpol, der geologisch sehr viel interessanter ist, kann man viel mehr über den Mond lernen". Langfristig sei das Ziel, den Mond zu erkunden wie die Antarktis. "Das heißt, dass man da Forschungsstationen auf dem Mond hat, wo Forscherinnen und Forscher langfristig Erkenntnisse gewinnen."</p><h2>Gerst oder Meurer? Unklar, wer teilnehmen darf</h2><p>Die europäischen Raumfahrtbehörde Esa hatte zuvor mitgeteilt, dass im Rahmen des "Artemis"-Programms der US-Raumfahrtbehörde Nasa in einigen Jahren ein Deutscher, ein Franzose und ein Italiener Richtung Mond fliegen sollen. Dabei geht es zunächst nicht darum, einen Fuß auf den Mond zu setzen, sondern um Flüge zur geplanten Station "Gateway", die den Mond umkreisen soll. Ob Gerst oder Maurer ins All fliegen, ist bisher nicht bekannt.</p><p></p><p>Maurer sagte: "Der Mond ist ein Riesentraum für jeden Astronauten." Die angekündigte Mission wertet er auch als Zeichen für die starke Rolle der Europäer in der Raumfahrt. In <a href="https://www.geo.de/reisen/reiseziele/staedtereise-bremen-30185452.html" title="Städtereise: Bremen" class="autolinker">Bremen</a> werde ein Bauteil gefertigt, mit dem die Amerikaner in der gemeinsamen Mission zum Mond fliegen wollen, sagte Maurer. Und daher seien sie "sehr, sehr zuversichtlich, dass diese Kooperation auch langfristig stattfinden wird".</p><h2>Maurer sieht Europäer mit starker Rolle in der Raumfahrt</h2><p>"Wir sind hier am Beginn einer neuen Ära. Wir werden nun nicht mehr im erdnahen Orbit verbleiben, sondern in der Raumfahrt weit ins All hinaus fliegen", sagte Maurer weiter. Jetzt sei der Mond das Ziel, langfristig der Mars. "Und da werden wir auch noch mehr Beiträge aus Europa leisten."</p><p></p><p>Die USA wollen mit dem "Artemis"-Programm wieder Astronauten zum Mond bringen. In der ersten Jahreshälfte 2026 sollen vier US-Astronauten bei der rund zehntägigen Mission "Artemis 2" den Mond umrunden. 2027 sollen bei "Artemis 3" nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder Astronauten auf dem Mond landen. "Artemis 4" ist bisher für 2028 anvisiert, Experten rechnen allerdings mit Verschiebungen - erst ab dieser Mission könnte ein Deutscher mit dabei sein. Weil die Esa an "Artemis" beteiligt ist, wurden ihr drei Plätze für die Mondflüge zugesagt.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Astronomie: Hinweis auf Dunkle Materie? Forscher findet rätselhafte Strahlung</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/hinweis-auf-dunkle-materie--forscher-findet-raetselhafte-strahlung-36903816.html</link>
      <description>Vor fast 100 Jahren wurde die Dunkle Materie postuliert, um die Bewegung von Galaxien zu erklären.​ Ein Nachweis steht noch immer aus. Ändert sich das nun?</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/36903974/t/zA/v3/w1440/r1.7778/-/dunkle-materia-pa-9951798.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Astronomie</category>
      <category>Astrophysik</category>
      <category>Weltall</category>
      <pubDate>Thu, 27 Nov 2025 12:33:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/hinweis-auf-dunkle-materie--forscher-findet-raetselhafte-strahlung-36903816.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2025-11-27T12:33:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p class="mt-4 text-base leading-snug font-medium text-gray-900 lg:text-xl lg:font-normal">Vor fast 100 Jahren wurde die Dunkle Materie postuliert, um die Bewegung von Galaxien zu erklären.​ Ein Nachweis steht noch immer aus. Ändert sich das nun?</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Etwa 85 Prozent der Materie im Kosmos ist "dunkel": Sie verrät sich nur über ihre Schwerkraft, sendet aber im Gegensatz zu normaler Materie keine Strahlung aus. Doch es gibt eine kleine Ausnahme: Wenn die bislang mysteriösen Teilchen der Dunklen Materie miteinander kollidieren, können sie sich gegenseitig vernichten und dabei energiereiche Gammastrahlung erzeugen.</p><p></p><p>Der japanische Astrophysiker Tomonori Totani hat jetzt einen Überschuss an Gammastrahlung aus dem Halo der Milchstraße aufgespürt, der mit den theoretischen Vorhersagen dieser sogenannten Annihilations-Strahlung übereinstimmt. Die Teilchen der Dunklen Materie hätten etwa die 500-fache Masse von Protonen, so der Wissenschaftler im Fachblatt "<a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://arxiv.org/abs/2507.07209" class="external-link">Journal of Cosmology and Astroparticle Physics</a>".</p><p></p><p>"Es wäre das erste Mal, dass wir Dunkle Materie gewissermaßen sehen", erläutert Totani, der an der Universität Tokio tätig ist. "Und es würde zeigen, dass die Dunkle Materie aus Teilchen besteht, die nicht im Standardmodell der Physik enthalten sind." Dieses Standardmodell enthält alle bekannten Elementarteilchen und beschreibt, wie sie miteinander in Wechselwirkung treten. Doch es gibt eine Lücke: Die Schwerkraft, die im Universum eine entscheidende Rolle spielt, ist nicht enthalten. Versuche, die Schwerkraft mit einzubeziehen, liefern stets zusätzliche Teilchen - nach denen weltweit mit großen Beschleunigeranlagen gefahndet wird. Bislang jedoch ohne Erfolg.</p><h2>Eines der großen Rätsel der Astronomie gelöst?</h2><p>Solche bislang unbekannten Teilchen könnten zugleich eines der großen Rätsel der Astronomie lösen, eben die Dunkle Materie. Bereits in den 1930er Jahren stieß der Schweizer Astronom Fritz Zwicky bei der Vermessung des Coma-Galaxienhaufens auf ein seltsames Phänomen: Die Galaxien bewegten sich zu schnell. Die Schwerkraft aller im Haufen vorhandenen Materie würde nicht ausreichen, um die Galaxien bei derart hohen Geschwindigkeiten festzuhalten - der Haufen müsste sich rasch auflösen. Doch dafür gab es keine Anzeichen.</p><p></p><p>Es müsse also, so folgerte Zwicky, zusätzlich eine große Menge an unsichtbarer Materie in dem Galaxienhaufen geben. "Dunkle Materie" nannte der Forscher diesen hypothetischen Anteil und zunächst dachten er und seine Fachkollegen an ausgebrannte Sterne oder nichtleuchtende Gaswolken. Doch im Verlauf jahrzehntelanger Forschung zeigte sich: Es kann sich dabei nicht um normale Materie handeln. Auch Vermessungen der kosmischen Hintergrundstrahlung zeigten schließlich, dass 85 Prozent der Materie im Kosmos aus bislang unbekannten Teilchen bestehen muss.</p><h2>Fund vor 15 Jahren – und dann Ernüchterung</h2><p>Zahlreiche Kandidaten mit unterschiedlichen Eigenschaften werden unter den Experten diskutiert, darunter insbesondere die sogenannten WIMPs, schwach wechselwirkende massereiche Teilchen. Solche Teilchen besitzen eine für Physiker interessante Eigenschaft: Wenn zwei von ihnen zusammenstoßen, vernichten sie sich gegenseitig und es wird Strahlung frei. Verschiedene Projekte haben nach dieser im hochenergetischen Gammabereich auftauchenden Strahlung gesucht - und vor fünfzehn Jahren schienen die Forscher tatsächlich fündig geworden zu sein.</p><p>Beobachtungen mit dem 2008 gestarteten Gammasatelliten Fermi zeigten Strahlung aus dem Zentrum der Milchstraße, die zunächst als Annihilations-Strahlung Dunkler Materie interpretiert wurde. Doch der Jubel kam zu früh: Schon bald erkannten die Wissenschaftler, dass sich diese Strahlung auch mit Neutronensternen erklären lässt - und davon gibt es im galaktischen Zentrum vermutlich viele.</p><p></p><p>Totani hat daraus eine Lehre gezogen. Er hat seine Suche nach der verräterischen Strahlung auf Regionen des Himmels beschränkt, in denen es nur wenige Neutronensterne geben sollte. Der Forscher hat die seit 15 Jahren gesammelten Daten des Weitwinkelteleskops LAT von Fermi genutzt, um die Gammastrahlung aus dem Halo der Milchstraße, abseits sowohl von ihrem Zentrum als auch von ihrer sternenreichen Scheibe zu untersuchen.</p><p>Sorgfältig modellierte Totani alle bekannten Quellen von hochenergetischer Strahlung, zog diese von der gemessenen Strahlung ab - und erhielt einen kleinen, aber signifikanten Überschuss. Dieser Gamma-Überschuss deckt den Energiebereich von 2 bis 200 Giga-Elektronenvolt ab und zeigt ein deutliches Maximum bei 20 Giga-Elektronenvolt. Und eine solche Energieverteilung erwarte man gerade für die gegenseitige Vernichtung von WIMPs, die 500-mal schwerer sind als Protonen, die elektrisch geladenen Bausteine von Atomkernen.</p><h2>Wie sicher ist das Ergebnis diesmal?</h2><p>Kann man also dieses Mal sicher sein, tatsächlich Dunkle Materie zu sehen? Totani hat seine Ergebnisse bereits vor der Veröffentlichung auf mehreren Konferenzen seinen Fachkollegen vorgestellt. Da der Forscher einen guten Ruf sowohl als theoretischer Kosmologe als auch als Praktiker für die Auswertung großer Datenmengen besitzt, stießen seine Resultate auf großes Interesse. Trotzdem reagiert die Fachwelt vorsichtig - schließlich hat man beim galaktischen Zentrum schon einmal zu früh gejubelt. Aber auch Totani selbst spricht behutsam nur von einem "möglichen" Nachweis der Dunklen Materie.</p><p></p><p>Nun müssen andere Forschungsgruppen erst einmal seine Ergebnisse unabhängig reproduzieren. Aber auch, wenn sich der Gammaüberschuss bestätigt, bleibt die Möglichkeit, dass übersehene astrophysikalische Phänomene die Strahlung erzeugen. "Ein Signal aus dem Halo bedeutet für sich allein keinen eindeutigen Beweis von Dunkler Materie", betont Totani. Er empfiehlt daher, insbesondere in Zwerggalaxien nach dieser Gammastrahlung zu suchen. Da die Bedingungen dort völlig anders sind als in der Milchstraße, wäre seiner Ansicht nach der Nachweis der gleichen Art von Gammastrahlung ein ganz wichtiges Indiz dafür, dass sie von Teilchen der Dunklen Materie stammt.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Blick ins All: Auch auf dem Mars blitzt es. Was das bedeutet</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/auf-dem-mars-blitzt-es-36901318.html</link>
      <description>Kommt es künftig zu bemannten Missionen zum Mars, gäbe es dabei etliche Gefahren zu berücksichtigen. Auch Blitze gehören dazu, wie Forscherinnen und Forscher nun herausfanden</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/36901574/t/LP/v4/w1440/r1.7778/-/perseverance-rover--pia23764.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>Mars</category>
      <category>Planeten</category>
      <category>Raumfahrt</category>
      <category>Blitze</category>
      <category>Trennung</category>
      <pubDate>Wed, 26 Nov 2025 16:00:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/auf-dem-mars-blitzt-es-36901318.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2025-11-26T16:00:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Kommt es künftig zu bemannten Missionen zum Mars, gäbe es dabei etliche Gefahren zu berücksichtigen. Auch Blitze gehören dazu, wie Forscherinnen und Forscher nun herausfanden</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Nicht nur auf der Erde gibt es Gewitter - auch in der Atmosphäre der großen Planeten Jupiter und Saturn konnten Forschende elektrische Entladungen nachweisen. Jetzt hat ein Forschungsteam erstmals auf dem Mars elektrische Entladungen direkt aufgespürt. Wie die Messungen mit dem Rover "Perseverance" zeigen, führt Reibung in aufgewirbeltem Staub zum Aufbau elektrischer Ladungen. Bei der Planung von bemannten Missionen zum Roten Planeten müsse man daher auch Gefahren durch <a href="https://www.geo.de/natur/blitze-wenn-der-himmel-explodiert-30190882.html" title="Wetter: Blitze" class="autolinker">Blitze</a> berücksichtigen, <a rel="noopener" target="_blank" href="https://www.nature.com/articles/s41586-025-09736-y" class="external-link">schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Nature".</a></p><p>Auf der Erde - und vermutlich auch auf Jupiter und Saturn - entstehen Gewitter durch Zusammenstöße von Wassertröpfchen und Eiskristallen, die zu einer <a href="https://www.geo.de/wissen/wie-sie-eine-trennung-am-besten-verarbeiten-30176622.html" title="Beziehungsende: Trennung" class="autolinker">Trennung</a> elektrisch positiver und negativer Ladungen führen. Der Mars ist für diesen Prozess zu trocken - doch elektrische Ladungen könnten hier durch die Reibung von Staubpartikeln aneinander auftreten. Denn auf dem Roten Planeten kommt es ständig zur Aufwirbelung von Staub durch Windhosen, Staubteufel genannt. Zudem können gewaltige Staubstürme tausende Kilometer große Regionen einhüllen.</p><h2>Existenz schon seit vielen Jahren vermutet</h2><p>"Seit langem wurde daher die Existenz elektrischer Aktivität auf dem Mars vermutet", erläutern Baptiste Chide von der Universität Toulouse in Frankreich und seine Kollegen. "Doch eine solche Aktivität wurde bislang nicht direkt nachgewiesen." Es gab lediglich indirekte Hinweise. So stießen Christopher Ruf von der University of Michigan in den USA und sein Team 2006 bei Radiobeobachtungen auf seltsame Signale vom Mars. Nach Auswertung der rätselhaften Daten folgerten die Forscher 2009, dass die kurzen Ausbrüche von Radiosignalen durch Blitze verursacht sein könnten.</p><p></p><p>Doch es blieben Zweifel, denn auch andere Erklärungen waren denkbar. Zudem blieben Versuche, Blitze durch Raumsonden in der Marsumlaufbahn nachzuweisen, erfolglos. Einen endgültigen Beweis konnten nur Beobachtungen direkt auf der Oberfläche des Planeten liefern. Chide und sein Team haben sich deshalb die Daten vorgenommen, die der 2021 im Jezero-Krater auf der Nordhalbkugel des Mars gelandete Rover "Perseverance" gesammelt hat.</p><h2>Rover zeichnet Donnergrollen auf</h2><p>Die Forscher wurden fündig: In den Aufzeichnungen eines auf "Perseverance" installierten Mikrofons fanden sie 55 Ereignisse, die auf elektrische Entladungen in der Nähe des Rovers hindeuten. Dabei registrierte das Mikrofon nicht nur akustisch den Donner der Entladung. Unmittelbar vor dem Donner zeigte das Mikrofon jeweils ein Signal, das nicht akustischer Natur war. Dabei handele sich um eine elektrische Stimulation des Mikrofonsystems, erläutern die Forscher. Das von einer Entladung ausgestrahlte Magnetfeld induziere dabei elektrischen Strom in die Elektronik des Mikrofons.</p><p></p><p>Wie sich weiter zeigte, fanden 54 der Ereignisse jeweils bei starkem Wind statt. Staub aufwirbelnder Wind spielt also tatsächlich eine entscheidende Rolle bei elektrischen Entladungen auf dem Mars. 16 Ereignisse wurden bei zwei nahen Begegnungen des Rovers mit Staubteufeln aufgezeichnet. Chide und seine Kollegen vermuten, dass Blitze eher bei solchen lokalen Ereignissen als bei großräumigen Staubstürmen auftreten.</p><p>Die Blitze könnten einen erheblichen Einfluss auf die Chemie in der Atmosphäre und auf der Oberfläche des Mars haben. Elektrische Entladungen fördern beispielsweise die Entstehung stark oxidierender Stoffe wie Wasserstoffperoxid. Da solche Substanzen als Zellgifte wirken, verschlechtern sie die Aussicht, Mikroorganismen auf dem Mars zu finden.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Experiment an der ISS: Moos überlebt Monate im Weltraum: Könnte es den Mond begrünen?</title>
      <link>https://www.geo.de/wissen/weltall/moos-ueberlebt-monate-im-weltraum--liesse-sich-so-der-mond-begruenen--36895830.html</link>
      <description>Außeneinsätze von ISS-Astronauten dauern meist nur wenige Stunden. Ein Moos musste neun Monate an der Raumstation ausharren – und hat überlebt. Das regt Fantasien zur Begrünung von Planeten an</description>
      <enclosure url="https://image.geo.de/36896072/t/UN/v3/w1440/r1.7778/-/0201587-large.jpg" length="0" type="image/jpeg" />
      <category>ISS</category>
      <category>Weltall</category>
      <category>Astronomie</category>
      <pubDate>Tue, 25 Nov 2025 13:15:00 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">https://www.geo.de/wissen/weltall/moos-ueberlebt-monate-im-weltraum--liesse-sich-so-der-mond-begruenen--36895830.html</guid>
      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2025-11-25T13:15:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Außeneinsätze von ISS-Astronauten dauern meist nur wenige Stunden. Ein Moos musste neun Monate an der Raumstation ausharren – und hat überlebt. Das regt Fantasien zur Begrünung von Planeten an</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Moose wirken zart – sind aber extrem zählebige Überlebenskünstler. Im Death Valley sind sie ebenso zu finden wie im Himalaya und auf Lavafeldern. Nun ist ein noch unwirtlicherer Ort hinzugekommen: das Weltall. Neun Monate lang hat Moos außen an der Raumstation ISS angebracht überlebt, wie ein Forschungsteam im Fachjournal "iScience" berichtet.</p><p></p><p>Die Bedingungen dort sind wahrhaft extrem: heftige Temperaturschwankungen, Vakuum, UV-Licht, kosmische Strahlung und kaum noch Gravitation. "Wir hatten mit nahezu null Überlebensrate gerechnet, doch das Ergebnis war das Gegenteil: Die meisten Sporen überlebten", sagte Hauptautor Tomomichi Fujita von der Universität Hokkaido. "Wir waren wirklich erstaunt über die außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit dieser winzigen Pflanzenzellen."</p><p></p><p>Moose vermehren sich über samenähnliche Sporen, die von Sporophyten genannten Strukturen gebildet werden. Solche Sporophyten hatte das Team ins All geschickt. Von März bis Dezember 2022 waren sie insgesamt 283 Tage lang den Bedingungen im Weltraum ausgesetzt. Mehr als 80 Prozent der danach wieder zur Erde gebrachten Sporen keimten. </p><h2>Massensterben? Ohne mich!</h2><p>"Die meisten Lebewesen, einschließlich Menschen, können im Vakuum des Weltraums nicht einmal kurzzeitig überleben", erläuterte Fujita. Die Sporen hingegen könnten einer groben Modellierung des Teams zufolge womöglich sogar etwa 15 Jahre unter Weltraumbedingungen überstehen. </p><p></p><p>Dass die Kapsel der Sporen eine so gut schützende Barriere ist, habe es den Bryophyten – der Pflanzengruppe, zu der Moose gehören – vor 500 Millionen Jahren ermöglicht, sich von Wasserpflanzen zu Landpflanzen zu entwickeln und mehrere Massensterben zu überleben, vermuten die Forscher. Womöglich ließen sich mit Moosen auf künftigen Fernreisen andere Planeten begrünen. </p><h2>Mond-Moos und Mars-Moos?</h2><p>Bryophyten stellten eine vielversprechende Alternative zu Algen und Nutzpflanzen dar, da sie effizient Kohlenstoff fixieren, Sauerstoff produzieren und sich an schwaches Licht anpassen könnten, heißt es in der Studie. "Als Pionierpflanzen haben Bryophyten das Potenzial, Regolith in fruchtbaren Boden umzuwandeln und so die Ökosystementwicklung auf anderen Planeten zu fördern, ähnlich wie Torfmoos den Boden verbessert."</p><p></p><p>"Letztendlich hoffen wir, dass diese Arbeit ein neues Feld für den Aufbau von Ökosystemen in extraterrestrischen Umgebungen wie dem Mond und dem Mars eröffnet", sagte Fujita. Auf der Erde kommt das bei dem Experiment genutzte Kleine Blasenmützenmoos (Physcomitrium patens) in Eurasien und Nordamerika vor allem an trockengefallenen Flussufern und abgelassenen Teichen vor. </p><p>Vor den Moosen haben schon allerlei andere Lebewesen ungeschützte Ausflüge in den Weltraum überlebt, verschiedene Mikroben vor allem. Auch ein als absoluter Überlebenskünstler geltendes Tier war schon dabei: das Bärtierchen.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
  </channel>
</rss>
