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    <pubDate>Sat, 11 Apr 2026 22:18:24 GMT</pubDate>
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      <title>GEO.de RSS-Feed - Natur</title>
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      <title>Totholz als Kinderstube: So schaffen Sie mit einem Käferkeller wertvollen Lebensraum</title>
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      <description>Naturnahes Gärtnern liegt zunehmend im Trend. Viele Tierfreunde schaffen Lebensraum im Garten – etwa für Wildbienen, Vögel und Igel. Doch wie käferfreundlich sind unsere Gärten?</description>
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      <category>Garten</category>
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      <pubDate>Fri, 10 Apr 2026 12:28:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Naturnahes Gärtnern liegt zunehmend im Trend. Viele Tierfreunde schaffen Lebensraum im Garten – etwa für Wildbienen, Vögel und Igel. Doch wie käferfreundlich sind unsere Gärten?</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Totholz ist, anders als der Name vermuten lässt, ein überaus lebendiger Lebensraum. Rund ein Viertel der heimischen Tiere ist darauf angewiesen. Besonders Käfer sind vom Totholz abhängig: Viele Arten nutzen es als Kinderstube, sie legen ihre Eier zum Beispiel in eine morsche Wurzel, durch die sich die Larven später hindurchfressen. </p><p>In den von Larven geschaffenen Tunneln finden Pilze, weitere Käferarten und andere Insekten wie Wildbienen ideale Bedingungen vor. Doch Totholz ist in unserer Landschaft rar geworden. Selten haben Bäume die Chance, alt zu werden. Alte Gehölze sind deshalb besonders schützenswert, auch im Garten. Wer einen Baum dennoch fällen lässt, tut gut daran, den Wurzelstock stehen zu lassen. Eine Alternative bietet der künstlich angelegte Käferkeller, der einen abgestorbenen Baumstumpf imitiert.</p><p></p><h2>Anleitung: So bauen Sie einen Käferkeller</h2><h3><strong>Standort</strong></h3><p>Halbschattig, zum Beispiel im Schatten eines Laubbaums oder einer Hecke. Der Standort sollte eher feucht sein.</p><h3>Material</h3><p>Naturbelassenes Totholz von verschiedenen heimischen Laubgehölzen und in unterschiedlichen Größen und Zersetzungsstadien: </p><ul class="rte--list"><li>Äste</li><li>Zweige</li><li>Stämme</li><li>Wurzelstücke</li></ul><p>Außerdem feineres Material wie </p><ul class="rte--list"><li>Rindenstücke</li><li>Häckselgut</li><li>Reisig</li><li>Laub</li></ul><h4>Schritt 1: Grube ausheben</h4><p>Auf einer Grundfläche von mindestens einem Quadratmeter eine Grube ausheben, die 40 bis 80 Zentimeter tief ist.</p><h4>Schritt 2: Ränder abflachen</h4><p>Die Ränder ein wenig abflachen, damit die Tiere leicht hinein- und hinauskommen.</p><h4><strong>Schritt 3</strong>: Die Grube mit Totholz füllen</h4><p>Am Boden soll schnell eine Mulmschicht entstehen, deshalb kann man zunächst etwas Laub hineingeben. Darauf legt man die größten Holzstücke, die am besten schon morsch sind. Anschließend dünnere Stämme und Äste vertikal in die Grube stellen, ggf. mit Steinen befestigen. Dabei dürfen Hohlräume entstehen, die als Rückzugsort für verschiedene Tiere dienen. Etwa zwei Drittel der oberen Holzstücke dürfen aus dem Käferkeller hinausragen.</p><h4>Schritt 4: Der Feinschliff</h4><p>Kleinere Lücken werden mit Laub, Reisig und Rinde gefüllt. Der Käferkeller kann, muss aber nicht optisch eingefasst werden. Dazu eignen sich beispielsweise weitere Stämme oder Steine. Auch ein Wildblumenbeet, dessen Zentrum der Käferkeller bildet, ist denkbar. Achten Sie darauf, dass die Pflanzen mit dem schattigen, feuchten Standort zurechtkommen.</p><p>Übrigens sammeln manche Käferarten Pollen. Besonders gut geeignet sind Doldenblütler wie Schafgarbe oder Wilde Möhre, deren offene Blüten für Käfer leicht zu erreichen sind.</p><p><strong>Tipp</strong>: Der Käferkeller wird mit der Zeit zusammensacken. Schnittgut aus dem Garten kann man also immer wieder nachlegen.</p><p></p><h2>Wer profitiert vom Käferkeller?</h2><p>Typische Bewohner des Käferkellers sind, je nach Region, folgende Arten:</p><ul class="rte--list"><li>Hirschkäfer</li><li>Nashornkäfer</li><li>Gebänderter Pinselkäfer</li><li>Blauer Scheibenbock</li><li>Verschiedene Rosenkäfer</li><li>Außerdem: Kellerasseln, Hundertfüßer, Tausendfüßer, Regenwürmer</li></ul><p>Auch eine Benjeshecke oder ein Totholzhaufen wird von Käfern angenommen, doch der Bodenkontakt in der Käferburg beschleunigt die Zersetzung und bietet damit viel schneller geeigneten Lebensraum. Außerdem lässt sich der Käferkeller in kleinen Gärten platzsparend realisieren.</p><p></p><p>Andere Gartentiere profitieren ebenfalls vom Käferkeller. Kröten und Molche mögen kühle, feuchte Rückzugsräume, Asseln sind aufgrund ihrer Kiemen sogar auf die feuchte Umgebung angewiesen, und Igeln dient die Käferburg als Buffet – eine gute Alternative zum künstlichen Igelfutter.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Laura Evers</dc:creator>
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      <title>Weckruf aus der Antarktis: Der Kaiserpinguin gilt jetzt als stark gefährdete Art</title>
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      <description>Sie sind Sympathieträger, symbolträchtig – und vom Aussterben bedroht: Kaiserpinguine wurden kürzlich von der Weltnaturschutzunion als "stark gefährdet" eingestuft. Eine Warnung</description>
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      <category>Pinguine</category>
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      <category>Klimawandel</category>
      <category>Eis</category>
      <category>Tierwelt</category>
      <pubDate>Fri, 10 Apr 2026 12:24:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Sie sind Sympathieträger, symbolträchtig – und vom Aussterben bedroht: Kaiserpinguine wurden kürzlich von der Weltnaturschutzunion als "stark gefährdet" eingestuft. Eine Warnung</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p></p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Sie sind Sympathieträger, symbolträchtig – und vom Aussterben bedroht: Kaiserpinguine wurden kürzlich von der Weltnaturschutzunion als "stark gefährdet" eingestuft. Eine Warnung</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Sophia Klimpel Akahoshi</dc:creator>
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      <title>Stille Gefahr: "Italien in zwei Teile geteilt": Was hinter dem Erdrutsch von Petacciato steckt</title>
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      <description>Die Auswirkungen des riesigen Erdrutsches in Süditalien sind massiv: Autobahn, Bahntrassen und Häuser sind betroffen. Behörden hatten es kommen sehen: Es ist kein neues Phänomen</description>
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      <category>Unwetter</category>
      <category>Italien</category>
      <category>Regen</category>
      <pubDate>Fri, 10 Apr 2026 10:09:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Die Auswirkungen des riesigen Erdrutsches in Süditalien sind massiv: Autobahn, Bahntrassen und Häuser sind betroffen. Behörden hatten es kommen sehen: Es ist kein neues Phänomen</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>An der süditalienischen Adriaküste setzt ein massiver Erdrutsch die Behörden in Alarmbereitschaft. Seit Dienstagmorgen setzt sich die Erde langsam in Richtung Meer in Bewegung und frisst sich über mehrere Kilometer durch die Landschaft. Die Folgen sind deutlich sichtbar: Aufgerissene Straßen, verbogene Bahngleise und eine abgesackte Erdfront zwingen die Einsatzkräfte zu umfassenden Sicherungsmaßnahmen. </p><p>Mehrere zentrale Verkehrsverbindungen mussten vorübergehend gesperrt werden. Betroffen ist unter anderem ein Abschnitt der Autobahn A14, die als wichtigste Nord-Süd-Achse den Norden Italiens mit dem äußersten Südosten verbindet und parallel zu einer Bahntrasse entlang der Adriaküste verläuft, die ebenfalls stillgelegt werden musste.</p><p>Die Regierung in Rom spricht angesichts der Situation von einem Italien, das "faktisch in zwei Teile geteilt" sei. Denn zusätzlich ist auch eine weitere, parallel zum Meer verlaufende Staatsstraße gesperrt, nachdem eine dortige Brücke infolge heftiger Regenfälle eingestürzt war.</p><p>Aus der Gemeinde Petacciato in der kleinen Region Molise seien als Vorsichtsmaßnahme bereits etwa 50 Menschen evakuiert worden, sagte der Chef des italienischen Zivilschutzes, Fabio Ciciliano. Inzwischen habe sich die Lage wieder etwas beruhigt. Ciciliano gab zumindest im Hinblick auf die Dynamik des Erdrutsches Entwarnung.</p><h2>Erdrutsch kein neues Phänomen</h2><p>Für die Menschen in Petacciato sind die Bewegungen der Erde in ihrem Ort kein neues Phänomen: Der Hang in dem Gebiet in der Region Molise in Süditalien gilt seit langem als instabil. Erdbewegungen wurden dort in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder registriert. Zuletzt war es ruhig, doch Unwetter mit heftigen Regenfällen haben die Erde Anfang der Woche wieder in Bewegung gesetzt und einen großflächigen Erdrutsch reaktiviert.</p><p></p><p>Seit 1906 gab es in der 3.500-Einwohner-Gemeinde an der Adriaküste mehr als ein Dutzend Erdrutsch-Episoden. "Hier sind wir alle mit dem Erdrutsch aufgewachsen", sagt Rosa Marcucci aus Petacciato der Zeitung "Corriere della Sera". Das gehe schon seit Jahren so. "Er bleibt 10 bis 15 Jahre ruhig und setzt sich dann wieder in Bewegung", versucht sie das Phänomen zu erklären. "Ich bin 75 Jahre alt, und das erste Mal habe ich ihn als Kind gesehen."</p><h2>Erdmaterial des Gebietes ist tückisch</h2><p>Bei einem Erdrutsch stellt man sich meist eine Front vor, von der Gestein und Erde herabstürzen oder herunterhängen - so wie im Januar in dem Ort Niscemi auf Sizilien, von wo aus die Bilder von Wohnhäusern am Abgrund, abgerissenen Straßen und lose heraushängenden Leitungen um die Welt gingen. Der Erdrutsch von Petacciato ist jedoch großflächiger und damit schwerer zu erkennen, außerdem bewegte sich die Erde langsam und nicht ruckhaft.</p><p>Der Geologe Francesco Fiorillo bezeichnet die Aktivität des Erdrutsches in Petacciato als besonders. "Seine Geschichte zeigt, dass es Aktivierungsphasen gibt, die von 10 bis 15 Jahren Stillstand unterbrochen werden. Die Phase der Reaktivierung dauert einige Stunden, höchstens ein oder zwei Tage, und dann kommt er wieder zum Stillstand", sagt Fiorillo dem "Corriere della Sera".</p><p>Das betroffene Gebiet erstreckt sich etwa vier Kilometer vom Norden der Gemeinde bis zum Meer. Die Landfläche besteht nach Angaben von Fiorillo aus einem älteren Fachartikel zu der Situation in Petacciato (2003) aus einer tief reichenden Tonschicht, über die sich im Laufe von Jahrtausenden härtere Sand- und Kiesschichten abgelagert haben. Auf der obersten, festeren Schicht wurde die Gemeinde Petacciato demnach über die Zeit errichtet und aufgebaut.</p><p></p><p>Die Tonschichten am Fuß des Hangs haben allerdings eine tückische Eigenschaft: Sobald sie Wasser aufnehmen, verlieren sie ihre eigentliche Festigkeit und werden zähflüssig. In Verbindung mit dem Gefälle des Geländes hin zum Meer kann dies die Reaktivierung von Erdrutschen begünstigen.</p><h2>Kann ein Spezial-System die nächste Reaktivierung verhindern?</h2><p>Die starken Regenfälle der vergangenen Wochen und Tage werden also wahrscheinlich ihren Beitrag zu der jüngsten Reaktivierung des Erdrutsches geleistet haben. Aber nicht nur: Nach Angaben von Experten hängt die Reaktivierung auch von der Wassermenge ab, die sich in einer gesamten Saison durch Regenfälle über die Zeit im Untergrund angesammelt hat. Die jüngsten Unwetter könnten sprichwörtlich das Fass zum Überlaufen gebracht haben.</p><p>"Erdrutsche dieser Größenordnung lassen sich nicht aufhalten. Man muss mit ihnen leben", sagte der Präsident des Nationalen Instituts für Ozeanografie und experimentelle Geophysik (OGS) Nicola Casagli bei einer Anhörung im Rathaus von Petacciato. "Man kann das Risiko verringern, man kann damit leben, aber man kann es nicht lösen." Komplex sei die Situation in dem Gebiet vor allem, weil es sich um einen Erdrutsch mit mehreren Schichten handelt, so Casagli.</p><p>Eine Möglichkeit, das Risiko zu mindern, könnte jedoch ein anderswo erprobtes spezielles System zur Stabilisierung des Erdmaterials mit Brunnen sein, meinen Experten. Dabei werden große Brunnen in der Erde errichtet, die das Wasser sammeln und letztlich ableiten. So soll verhindert werden, dass sich Wasser staut und der Erdrutsch erneut in Bewegung gerät.</p><p>Für die Einwohner von Petacciato war die jüngste Reaktivierung des Erdrutsches fast schon absehbar. Marcucci erzählte dem "Corriere della Sera", sie habe sich bei dem jüngsten heftigen Regen schon gedacht: "Es regnet zu viel, in diesen Tagen wird der Erdrutsch wieder aufwachen - und tatsächlich."</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
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      <title>Zentralafrika: So bezwingen winzige Fische einen 15 Meter hohen Wasserfall</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/so-bezwingen-winzige-fische-einen-15-meter-hohen-wasserfall-37292938.html</link>
      <description>In der Demokratischen Republik Kongo erklimmen Fische, nur so groß wie ein kleiner Finger, senkrechte Felsstufen. Jetzt haben Forschende herausgefunden, wie ihnen das gelingt</description>
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      <category>Fische</category>
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      <category>Afrika</category>
      <pubDate>Thu, 09 Apr 2026 15:03:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>In der Demokratischen Republik Kongo erklimmen Fische, nur so groß wie ein kleiner Finger, senkrechte Felsstufen. Jetzt haben Forschende herausgefunden, wie ihnen das gelingt</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Fische sind nicht nur perfekt an das Leben im Wasser angepasst – einige von ihnen sind auch erstaunliche Kletterer. Während Lachse etwa drei Meter Höhenunterschied überwinden, schafft eine viel kleinere Art sogar 15 Meter. Allerdings nicht springend – sonderen kraxelnd.</p><p>Schon seit etwa einem halben Jahrhundert gibt es Berichte über kletternde Fische im Kongobecken in Zentralafrika. Jetzt haben sich der Biologe Pacifique Kiwele Mutambala und sein Team einen Hotspot der aquatischen Kletterei einmal genauer angesehen. Und Erstaunliches beobachtet.</p><p>Die Luvilombo-Wasserfälle am gleichnamigen Fluss in der Demokratischen Republik Kongo sind bei Touristen beliebt – und bieten neben dem tosenden Wasserstrom ein Spektakel, dass sich erst bei näherem Hinsehen zeigt: Am Ende der Regenzeit, zwischen April und Mai, nehmen Tausende kleine Fische der Art <em>Parakneria thysi</em> die senkrechte Wanderung an der bis zu 15 Meter hohen Klippe in Angriff.</p><p></p><p>Wie die Forschenden in ihrer <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.nature.com/articles/s41598-026-42534-8" class="external-link">Studie</a> berichten, hilft ihnen dabei ihr besonderer Körperbau: Die durchschnittlich vier bis fünf, höchstens zehn Zentimeter langen Fische verfügen über mit mikroskopisch kleinen Haken besetzte Brust- und Bauchflossen, mit denen sie sich am Untergrund festhalten können. Und schaffen so das scheinbar Unmögliche. Mit seitlichen Schwanzbewegungen, ähnlich wie beim Schwimmen, steigen die Fische Zentimeter für Zentimeter auf.</p><h2>Fast zehn Stunden brauchen die Fische für den Aufstieg</h2><p>Im Schnitt, so rechnen die Forschenden vor, braucht ein Fisch neun Stunden und 45 Minuten, um die vertikale Wanderung zu absolvieren – überhängende Felsvorsprünge inklusive. Während dieser Zeit klettern sie zusammengenommen nur eine Viertelstunde lang. Insgesamt eine halbe Stunde nutzen die Fischchen für kurze Pausen – und gönnen sich auf dem Weg nach oben neun einstündige Ruhepausen. Nicht allen gelingt der Aufstieg: Die Forschenden beobachteten einzelne Tiere, die von einem Wasserstrahl getroffen, zurückfielen. Oder an einem überhängenden Felsen den Halt verloren.</p><p>Dass die Fische an ein Leben in schnell fließenden Gewässern perfekt angepasst sind, zeigt schon ihr Körperbau. Warum sie allerdings die gefährliche senkrechte Wanderung auf sich nehmen, ist nicht restlos geklärt. Den Forschenden zufolge ist immerhin denkbar, dass die Fische nach starken Regenfällen abgetrieben wurden und bei nachlassender Strömung wieder ihre angestammten Lebensräume stromaufwärts besetzen. Möglich wäre allerding auch, dass sie der Nahrungskonkurrenz in den tiefer gelegenen Flussgebieten entkommen und sich neue Lebensräume erobern wollen.</p><p></p><p>Dass die Fische klettern, ist unter den Einheimischen schon lange bekannt. Der lokale Name der Fische, "Kalumbu" (Singular) und "Tulumbu" (Plural), leitet sich ab vom Verb "kulumba". Und das bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie "kleben".</p><p>Außerhalb der Regenzeit jedenfalls ist die erstaunliche Kletterei undenkbar. Denn der Fluss trocknet während der Sommermonate immer häufiger komplett aus. Grund dafür sind unkontrollierte Wasserentnahmen für die Landwirtschaft in höher gelegenen Flussabschnitten. Die Forschenden plädieren darum für einen umfassenden Schutz des Ökosystems. Und schlagen vor, die Wasserfälle als Naturdenkmal oder Ökosystem von nationaler Bedeutung unter Schutz zu stellen.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Peter Carstens</dc:creator>
    </item>
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      <title>Verhaltensforschung: Was wir Menschen vom "Krieg der Schimpansen" lernen können</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/krieg-unter-schimpansen--was-menschen-daraus-lernen-koennen-37293134.html</link>
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      <category>Schimpansen</category>
      <category>Affen</category>
      <category>Verhaltensforschung</category>
      <pubDate>Thu, 09 Apr 2026 18:00:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Eine Studie rekonstruiert im Detail, wie sich eine Schimpansengruppe in zwei verfeindete Lager aufspaltet. Lassen sich die Erkenntnisse auf Menschen übertragen?</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Polarisierung, gegenseitige Meidung, schließlich tödliche Gewalt: Erstmals haben Forschende über Jahrzehnte dokumentiert, wie sich eine Schimpansengemeinschaft in zwei Lager spaltet, die sich dann bekriegen. Die detaillierte Rekonstruktion dieser Eskalation im Fachjournal "Science" wirft auch ein Licht auf die Entstehung von Kriegen beim Menschen - und ihre Vermeidung. </p><p></p><p>Seit 1995 beobachteten Forschende im Kibale-Nationalpark von Uganda die mit rund 200 Tieren - Erwachsene und Junge - mit Abstand größte Gruppe wildlebender Gemeiner Schimpansen (Pan troglodytes). Zum Vergleich: Alle anderen bekannten Gruppen umfassen - teils deutlich - unter 100 Tiere. Einen Grund für die beispiellose Gruppengröße nennt Roman Wittig von der Forschungsorganisation CNRS in Lyon, der nicht an der Studie beteiligt war: "Die Ngogo-Schimpansen haben von 1999 bis 2010 eine benachbarte Gruppe fast komplett ausgelöscht und viele der verbliebenen Weibchen integriert."</p><p>Bis 2015 verzeichnete das Team um Aaron Sandel von der University of Texas in Austin innerhalb der Gruppe wechselnde Allianzen, Freundschaften und Hierarchien - wie bei anderen Schimpansen-Gruppen auch. Den ersten Hinweis auf ein Zerwürfnis beobachtete das Team am 24. Juni 2015: Da trafen im Zentrum des Territoriums zwei Lager aufeinander - eines aus dem westlichen, das andere aus dem zentralen Areal. Dabei ergriffen die westlichen Schimpansen die Flucht, verfolgt von den anderen. "Es folgte eine sechswöchige Phase der Meidung", schreibt das Team. "Eine so lange Meidungsphase war vorher nicht beobachtet worden."</p><h2>Alle Angriffe gingen von der kleineren Gruppe aus</h2><p>Darauf folgte eine zunehmende Polarisierung: Ab 2016 starteten Männchen der westlichen Gruppe Patrouillengänge, ab 2017 reagierte das andere Lager seinerseits mit Patrouillen, erste Kämpfe folgten. Schließlich nutzten beide Gruppen separate Gebiete. "Aus dem Zentrum eines gemeinsamen Territoriums war eine Grenze geworden", schreiben die Autoren. Die Schimpansen vermehrten sich nur noch innerhalb ihres eigenen Lagers.</p><p>2018 war die Spaltung besiegelt: Die westliche Gruppe bestand aus 10 Männchen und 22 Weibchen ab 12 Jahren, die zentrale Gruppe aus 30 Männchen und 39 Weibchen. Danach eskalierte die Gewalt - kurioserweise gingen alle beobachteten Angriffe von der kleineren Gruppe aus.</p><p></p><p>In sieben Fällen wurde das angegriffene Männchen getötet, 2021 folgte die nächste Eskalationsstufe: Nun wurden auch junge Schimpansen zum Ziel. Bis 2024 töteten westliche Schimpansen 17 Jungtiere. Zudem verschwanden 14 weitere Schimpansen der zentralen Gruppe spurlos.</p><p>Die Entwicklung erinnert an einen Bericht der Primatenforscherin Jane Goodall aus den 1970er Jahren aus Tansania: Dort hatten nach der Spaltung eines Verbands Schimpansen im Lauf von vier Jahren ein Weibchen und alle vier Männchen der konkurrierenden Gruppe getötet. Allerdings galt der Fall als Anomalie - auch weil die Affen teilweise gefüttert wurden.</p><h2>Zunehmende Anonymisierung in der großen Gruppe</h2><p>Genetische Untersuchungen deuten laut Sandel und Kollegen darauf hin, dass dauerhafte Aufspaltungen von Schimpansengruppen überaus selten sind. In einem "Science"-Kommentar berichtet James Brooks vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen von einer Spaltung einer Gemeinschaft von Bonobos (Pan paniscus) vor fast 50 Jahren in der Demokratischen Republik Kongo - allerdings ohne ausufernde Gewalt: Beide Bonobo-Gruppen koexistieren demnach bis heute.</p><p>Sandel und Kollegen heben Faktoren hervor, die zu der Gewalt beigetragen haben könnten - darunter die schiere Gruppengröße. "Mit fast 200 Individuen, darunter mehr als 30 ausgewachsene Männchen, überstieg die Gruppe der Ngogo-Schimpansen die Größe anderer Gruppen und überdehnte möglicherweise die Kapazität zur Aufrechterhaltung von Beziehungen."</p><p></p><p>Das glaubt auch Wittig. "Bei zunehmender Anonymisierung zwischen den Mitgliedern sind andere Strukturen erforderlich, die es bei Schimpansen nicht gibt", sagt der Direktor des Taï Chimpanzee Projects an der Elfenbeinküste.</p><h2>Beobachtung widerspricht Theorien zu Ursachen von Kriegen</h2><p>Auch das Team um Sandel hebt die Bedeutung persönlicher Verbindungen zwischen den Lagern hervor: Kurz vor der Spaltung, 2014, waren sechs ausgewachsene Schimpansen gestorben. Möglicherweise hätten die Todesfälle die sozialen Bande zwischen Untergruppen geschwächt. Und Anfang 2017 starben 25 Schimpansen - davon 14 ausgewachsene Tiere - bei einer Epidemie. Eines der Männchen war in der westlichen Gruppe eines der letzten Tiere, das noch Kontakte zur anderen Gruppe unterhielt. Sein Tod könne die Eskalation beschleunigt haben, heißt es.</p><p>"Im Fall der Ngogo-Spaltung wurden Individuen, die zusammen gelebt, gefressen, sich gepflegt und patrouilliert hatten, zum Ziel tödlicher Angriffe wegen ihrer neuen Gruppenzugehörigkeit", schreiben die Autoren. "Dies unterstreicht, dass Schimpansen einen Sinn für Gruppenidentität haben, der über Vertrautheit oder deren Fehlen hinausgeht."</p><p></p><p>Die Beobachtung widerspreche gängigen Theorien zu Ursachen von Kriegen bei Menschen, die demnach von kulturellen Faktoren wie Sprache, Religion, ethnischer oder politischer Zugehörigkeit abhängen. Wenn man sich auf solche kulturellen Faktoren konzentriere, übersehe man grundlegende soziale Prozesse, die menschliches Verhalten prägten - und die es auch bei den nächsten Verwandten des Menschen gebe.</p><h2>"Beziehungen über Grenzen hinweg sind ganz ganz wichtig"</h2><p>Lassen sich die Erkenntnisse auf Menschen übertragen? Der Experte Wittig betont, dass Schimpansen und Bonobos nicht nur die nächsten lebenden Verwandten des Menschen sind. Sie seien sogar enger mit Menschen verwandt als mit Gorillas. Daher seien Erkenntnisse zu ihrem Verhalten grundlegend, "um zu verstehen, wo wir herkommen". Menschen könnten daraus lernen, betont auch Erstautor Sandel: "Möglicherweise finden sich Gelegenheiten für Frieden in den kleinen, täglichen Handlungen von Versöhnung und Begegnung zwischen Individuen." </p><p>Das gilt offenbar besonders für große Gesellschaften. "Beziehungen über Grenzen hinweg sind ganz ganz wichtig", antwortet Wittig und nennt als Beispiel die Verbindung zwischen Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Präsidenten Charles de Gaulle nach dem Zweiten Weltkrieg. "Wir können lernen, dass persönliche Beziehungen einen wichtigen Austausch bringen können - zwischen Gruppen, Nationen, Blöcken."</p></div></div>]]></content:encoded>
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    <item>
      <title>Im Frühjahr: Erkennen Sie diese Pflanzen an ihren Trieben?</title>
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      <description>﻿Wächst da was oder kann das weg? Testen Sie Ihr Pflanzenwissen im Bilderquiz, indem Sie alle zehn Triebe den richtigen Pflanzen zuordnen</description>
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      <category>Garten</category>
      <pubDate>Thu, 09 Apr 2026 06:21:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>﻿Wächst da was oder kann das weg? Testen Sie Ihr Pflanzenwissen im Bilderquiz, indem Sie alle zehn Triebe den richtigen Pflanzen zuordnen</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>﻿Wächst da was oder kann das weg? Testen Sie Ihr Pflanzenwissen im Bilderquiz, indem Sie alle zehn Triebe den richtigen Pflanzen zuordnen</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Solvejg Hoffmann</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Sex auf Armeslänge: Oktopusse erschmecken passende Partnerinnen</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/sex-auf-armeslaenge--oktopusse-erschmecken-ihre-partnerinnen-37290820.html</link>
      <description>Krakenmännchen setzen einen ihrer Arme nur zur Paarung ein. Eine Studie zeigt: Sie übergeben damit nicht nur ihr Sperma, sondern erkennen auch wichtige chemische Signale</description>
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      <category>Kraken</category>
      <category>Sexualität</category>
      <category>Evolution</category>
      <category>Meer</category>
      <pubDate>Wed, 08 Apr 2026 14:48:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Krakenmännchen setzen einen ihrer Arme nur zur Paarung ein. Eine Studie zeigt: Sie übergeben damit nicht nur ihr Sperma, sondern erkennen auch wichtige chemische Signale</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p></p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Krakenmännchen setzen einen ihrer Arme nur zur Paarung ein. Eine Studie zeigt: Sie übergeben damit nicht nur ihr Sperma, sondern erkennen auch wichtige chemische Signale</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Nora Saager</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Skurrile Mimikry: Diese Spinne imitiert einen tödlichen Pilz – um sich zu tarnen</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/diese-spinne-imitiert-einen-toedlichen-pilz---um-sich-zu-tarnen-37290130.html</link>
      <description>Im südamerikanischen Regenwald wurde eine neue Spinne entdeckt, die vorgibt, von einem Pilz befallen zu sein. Ein Verhalten, das bei Spinnen nie zuvor beobachtet wurde</description>
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      <category>Spinnen</category>
      <category>Biodiversität</category>
      <category>Verhalten</category>
      <pubDate>Wed, 08 Apr 2026 13:11:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Im südamerikanischen Regenwald wurde eine neue Spinne entdeckt, die vorgibt, von einem Pilz befallen zu sein. Ein Verhalten, das bei Spinnen nie zuvor beobachtet wurde</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Im südamerikanischen Regenwald haben Forschende eine ungewöhnliche Entdeckung gemacht: Sie stießen nicht nur auf eine bislang unbekannte Spinnenart – sie beschreiben auch einen bislang einzigartigen Fall von Mimikry: Die neue Spinnenart <em>Taczanowskia waska</em> imitiert einen Pilz, der andere Spinnen befällt.</p><p>Der Fund gelang den Expertinnen und Experten im Llanganates-Sangay-Korridor an der Grenze zwischen den östlichen Anden und dem Amazonas-Regenwald. Die Region zählt zu den artenreichsten Gegenden der Erde.</p><p>Der Achtbeiner ahmt mit seinem Körperbau nicht irgendeinen Pilz nach – sondern einen Pilz der Gattung Gibellula. Mit Sporen infizierte Spinnen sterben schließlich, aus ihrem Hinterleib wachsen Sporenkörper, aus denen die nächste Generation Sporen an die Umgebungsluft abgegeben werden.</p><p>Nicht nur mit ihrem Aussehen – den verlängerten Strukturen am Hinterleib und einer hellen, pilzähnlichen Oberfläche –, auch mit ihrem Verhalten imitiert die Spinne befallene Tiere. Bei seiner Entdeckung, so berichten es die Forschenden, verharrte das Tier reglos an der Unterseite eines Blatts. Und verhielt sich damit genau wie tatsächlich befallene Spinnen.</p><p>Warum <em>Taczanowskia waska</em> den Pilzbefall vortäuscht, ist nicht restlos geklärt. Die Forschenden vermuten, dass die Mimikry gleichermaßen dem Schutz vor Fressfeinden und der eigenen Jagd dient: Für Räuber könnte ein Tier, das "verpilzt" aussieht, weniger interessant sein – während die Spinne ihrerseits von potenziellen Opfern nicht für voll genommen wird. </p><h2>Citizen-Science lieferte den ersten Hinweis</h2><p>Die Gattung, zu der die neu entdeckte Spinne gehört, ist kaum erforscht – unter anderem, weil die Tiere bislang nur selten beobachtet werden konnten. Auf die Spur der neuen Spezies kamen die Forschenden dank engagierter Laien, die im Portal "iNaturalist" ein Bild gepostet hatten. Was aussieht wie eine von einem parasitären Pilz befallene Spinne, entpuppte sich bei näherem Hinsehen als eine bislang unbekannte Spinnenart aus der Gattung Taczanowskia.</p><p>"Solche Funde zeigen, welchen Wert wissenschaftliche Sammlungen haben", sagt die an der Entdeckung beteiligte Biologin Nadine Dupérré vom Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) in einer <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://leibniz-lib.de/de/news/07042026-neue-spinnenart-im-amazonas-imitiert-parasitaeren-pilz.html" class="external-link">Pressemitteilung</a>. "Sie ermöglichen es, neue Arten einzuordnen und mit historischem Material zu vergleichen. In Kombination mit internationaler Zusammenarbeit und Citizen-Science eröffnen sich so neue Möglichkeiten, Biodiversität zu erforschen."</p><p>Die neu entdeckte Mimikry ist nur eine von zahlreichen verblüffenden Überlebensstrategien im Reich der Spinnen. Erst kürzlich berichteten Forschende von einer winzigen Spinne, die Reste ihrer Mahlzeiten so <a href="https://www.geo.de/natur/tierwelt/faszinierendes-ablenkungsmanoever--spinne-baut-spinnen-attrappen-36341962.html" title="Ablenkungsmanöver: Spinnen täuschen Angreifer mit selbst gebauten Attrappen">in ihrem Netz drapiert, dass sie eine wesentlich größere Spinne vortäuscht</a> – offenbar, um Fressfeinde zu täuschen und abzuschrecken.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Peter Carstens</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Rätselhafte Fähigkeit: Kein Insekt ist so rhythmisch wie die Hummel</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/kein-insekt-ist-so-rhythmisch-wie-die-hummel-37287660.html</link>
      <description>Hummeln lernen, eine bestimmte Blinksequenz als Hinweis auf Futter zu deuten – egal, ob sie langsam oder schnell abgespielt wird. Im Reich der Insekten ist das einzigartig</description>
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      <category>Insekten</category>
      <category>Verhalten</category>
      <category>Intelligenz</category>
      <pubDate>Wed, 08 Apr 2026 07:28:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Hummeln lernen, eine bestimmte Blinksequenz als Hinweis auf Futter zu deuten – egal, ob sie langsam oder schnell abgespielt wird. Im Reich der Insekten ist das einzigartig</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Unter den Tieren, die uns immer wieder mit unglaublichen Fähigkeiten erstaunen, sind Hummeln die heimlichen Stars. Sie <a href="https://www.geo.de/natur/tierwelt/hummeln--forschende-beobachten-erstmals-spielverhalten-bei-insekten-32879536.html" title="Verspielte Hummeln: Forschende beobachten zum ersten Mal Spielverhalten bei Insekten">spielen mit Bällen</a>, sie verstehen das Konzept der Null, <a href="https://www.geo.de/natur/tierwelt/verhalten-hummeln-sind-viel-schlauer-als-gedacht-30180396.html" title="Verhalten: Hummeln sind viel schlauer als gedacht">schaffen mentale Abbilder von Gegenständen</a>. Nun haben Forschende herausgefunden: Sie können nicht nur Rhythmen unterscheiden – sie erkennen Rhythmen sogar, wenn sie beschleunigt oder verlangsamt werden. Eine solche Fähigkeit hat man – neben Menschen – bislang nur unseren nächsten Verwandten, den Schimpansen, und einigen Vögeln zugeschrieben.</p><p>Das Forschungsteam um den Neurowissenschaftler Zijie Zeng von der Southern Medical University (SMU) in Guangzhou, China, wählte für seinen Nachweis einen einleuchtenden Versuchsaufbau: In einer Box befanden sich zwei umgedrehte Becher mit transparentem Boden, in denen sich je eine grüne LED befand. Auf dem Boden der Becher platzierten die Forschenden je einen Tropfen Flüssigkeit – im einen Fall Wasser, im anderen Zuckerlösung.</p><p></p><p>Die beiden LEDs blinkten, ähnlich wie Leuchtfeuer an der Küste, in jeweils unterschiedlichem Muster. Also etwa: "lang, lang – kurz, kurz" und "lang, kurz – lang kurz". Die Hummeln lernten nun durch Versuch und Irrtum, das entsprechende Blinksignal mit einer Belohnung in Verbindung zu bringen. Einmal gelernt, steuerten die pelzigen Insekten ohne zu zögern, geleitet durch das wiedererkannte, "richtige" Blinksignal, den zuckerhaltigen Tropfen an.</p><p></p><p>In einem zweiten Versuchsdurchgang variierten die Forschenden nun das Tempo der Blinksequenzen. Doch auch das langsamere oder schnellere Abspielen irritierte die Hummeln nicht: Sie flogen weiterhin zielstrebig zum vielversprechenden Blinksignal – selbst dann, wenn gar keine Belohnung angeboten wurde. Und übertrafen damit sogar Grillen und Glühwürmchen.</p><p>Von denen ist zwar bekannt, dass sie Rhythmen erkennen und auch nachahmen können. Schließlich spielen die Zirp- und Blink-Rhythmen bei ihrer Fortpflanzung eine wichtige Rolle. An veränderten Tempi allerdings scheitern sie. Nicht so die Hummeln. So wie wir Menschen einen Song erkennen, auch wenn der etwas langsamer oder schneller abgespielt wird, erkennen auch die pelzigen Insekten das optische Grundmuster wieder.</p><h2>Einzigartige und rätselhafte Fähigkeit im Reich der Insekten</h2><p>In einem anderen Experiment stellten die Forschenden die Hummeln vor eine noch größere Herausforderung: Sie lernten, das vielversprechende Blinksignal mit "rechts" oder "links" zu assoziieren – und bogen in einer Art Labyrinth bei einem entsprechenden Blinksignal zielstrebig nach rechts oder links zur Belohnung ab.</p><p>Doch damit nicht genug: Die Forschenden setzten die Bienen in ein Labyrinth, dessen Kreuzung mit einem vibrierenden Boden ausgestattet war. Auch das Vibrieren im entsprechenden Rhythmus lernten die Hummeln als Anweisung zu verstehen, nach links oder rechts zur Belohnung abzubiegen.</p><p>Mit der Studie ist nun auch eine lang gehegte Vermutung widerlegt. Nämlich, dass für eine so komplexe mentale Aufgabe wie flexible Rhythmuswahrnehmung ein großes Gehirn erforderlich sei: Hummeln jedenfalls brauchen für ihr ausgeprägtes Rhythmusgefühl nur ein Gehirn von der Größe eines Sesamkorns.</p><p>Wozu die Hummeln die Fähigkeit brauchen, Tempowechsel bei optischen Signalen zu erkennen, ist gleichwohl unklar. Co-Autor Andrew Barron von der australischen Macquarie-Universität hält es immerhin für möglich, dass die <a href="https://www.geo.de/natur/tierwelt/bahnbrechende-studie--hummeln-lernen-voneinander-und-sind-kulturelle-wesen-34521264.html" title="Verhaltensforschung: Bahnbrechende Studie: Hummeln lernen voneinander und sind kulturelle Wesen">komplexen sozialen Strukturen der Hummeln</a> damit in einem Zusammenhang stehen. "Rhythmen sind in der natürlichen Welt der Bienen allgegenwärtig", sagte er gegenüber dem <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.science.org/content/article/bumble-bees-show-surprising-knack-rhythm" class="external-link">Magazin "Science"</a>, "und ein Großteil der Interaktion mit der Umwelt besteht darin, sich wiederholende Muster zu erkennen."</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Peter Carstens</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Haustiere: Würden Sie erkennen, wenn Ihr Hund Schmerzen hat?</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/erkennen-sie--wenn-ihr-hund-schmerzen-hat--37286970.html</link>
      <description>Eine aktuelle Studie zeigt: Selbst erfahrenere Hundehalterinnen und Hundehalter übersehen oft Schmerzen bei ihren Vierbeinern. Gerade subtile Anzeichen bleiben häufig unbemerkt</description>
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      <category>Hunde</category>
      <category>Haustiere</category>
      <category>Tiere</category>
      <category>Forschung</category>
      <pubDate>Tue, 07 Apr 2026 13:02:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Eine aktuelle Studie zeigt: Selbst erfahrenere Hundehalterinnen und Hundehalter übersehen oft Schmerzen bei ihren Vierbeinern. Gerade subtile Anzeichen bleiben häufig unbemerkt</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Hunde gelten als treue Begleiter – und viele Herrchen und Frauchen behaupten von sich, ihre Vierbeiner sehr gut "lesen" zu können und Veränderungen zu bemerken. Doch eine neue Studie zeigt nun: Wenn Hunde leiden, bleibt das sehr oft unbemerkt. Wie Forschende der Universität Utrecht <a rel="noopener" target="_blank" href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371%2Fjournal.pone.0344512" class="external-link">im Fachjournal "PLOS One"</a> berichten, unterschätzen oder erkennen viele Halterinnen und Halter Schmerzen bei ihren Tieren nicht zuverlässig. Selbst offensichtliche Symptome werden häufig fehlinterpretiert.</p><p>Eine zentrale Ursache dieses Problems: Hunde sind wahre Meister darin, Schmerzen zu verbergen. Dieses Verhalten hat evolutionäre Gründe – in freier Wildbahn wäre sichtbare Schwäche ein Risiko. Für Menschen erschwert das jedoch die Einschätzung. Laut den Forschenden verlassen sich viele Halterinnen und Halter zu stark auf offensichtliche Signale wie Jaulen oder Lahmheit – solche Symptome treten jedoch oft erst in fortgeschrittenen Stadien auf.</p><p></p><p>Für die aktuelle Studie baten die Forschenden 530 Hundebesitzer sowie 117 Personen ohne Hund, unterschiedliche Anzeichen für Schmerzen bei Hunden zu identifizieren. Dafür kamen geschilderte Fallbeispiele sowie <a rel="noopener" target="_blank" href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0195561623001171" class="external-link">eine Liste mit 17 subtilen Hinweisen</a> zum Einsatz, die eine Gruppe um den britischen Forscher Daniel Mills bereits im Jahr 2024 identifiziert hatte, und die die Probanden beurteilen sollten.</p><h3>Folgende Anzeichen auf Schmerzen sollten die Studienteilnehmer einschätzen:</h3><ol class="rte--list"><li>Veränderung der Persönlichkeit</li><li>zögerliches Anheben der Pfote</li><li>schwankende Stimmung</li><li>vermindertes Spielverhalten</li><li>vermehrtes Kratzen</li><li>Veränderungen des Fells</li><li>verändertes Erscheinungsbild</li><li>vermehrte Fellpflege</li><li>Abwenden von Kopf oder Körper</li><li>vermehrtes Blinzeln</li><li>Lecken der Luft</li><li>Erstarren</li><li>Lecken von Oberflächen</li><li>Lecken der Lippen</li><li>Lecken der Nase</li><li>Gähnen</li><li>Schnüffeln in der Luft</li></ol><p><strong>Das Ergebnis:</strong> Offensichtliche Symptome wie deutliches Humpeln oder starke Bewegungsunlust wurden von den meisten Teilnehmenden zuverlässig als Schmerzsignal erkannt. Schwieriger wurde es bei subtileren Veränderungen, etwa nächtlicher Unruhe, veränderter Mimik oder dem ständigen Hinterherlaufen der Bezugsperson. Gerade diese leisen Signale stuften viele Befragte nicht oder nur zögerlich als schmerzbedingt ein – obwohl sie aus veterinärmedizinischer Sicht wichtige Hinweise sein können.</p><h2>Hundebesitzer nicht sensibler als andere Menschen</h2><p>Eine überraschende Erkenntnis der Studie: Hundehalterinnen und -halter schnitten beim Erkennen der feinen Schmerzsignale nicht grundsätzlich besser ab als Menschen ohne eigenen Hund. Zwar ordneten sie einige Hinweise etwas häufiger korrekt als schmerzassoziiert ein, insgesamt blieb die Trefferquote bei den subtilen Anzeichen aber ernüchternd. Persönliche Erfahrung spielte dagegen eine wichtige Rolle: Wer schon einmal einen Hund mit schmerzhafter Erkrankung betreut hatte, war sensibler für versteckte Warnsignale.</p><p></p><p>Die Forschenden vermuten, dass viele Halter stark auf spektakuläre Signale wie Jaulen, Winseln oder plötzliche Lahmheit fixiert sind – also auf Situationen, in denen Schmerzen bereits deutlich fortgeschritten sind. Subtilere Veränderungen im Alltag des Hundes, etwa weniger Begeisterung beim Spaziergang oder neues Meideverhalten, werden dagegen häufig übersehen oder als "Laune" interpretiert. Gerade chronische Schmerzen äußern sich jedoch oft nicht in dramatischen, sondern in schleichenden Veränderungen. Das macht die Einschätzung schwer: Ein Hund, der nicht humpelt und nicht jault, gilt schnell als "gesund". Die Utrecht-Studie unterstreicht jedoch, dass dieses Bild zu simpel ist – und dass Unwissen über feine Signale die Lebensqualität der Tiere spürbar beeinträchtigen kann.</p><p></p><p>Die Forschenden plädieren dafür, die 17 Warnsignale stärker in der Beratung von Hundehaltern zu verankern – etwa in Tierarztpraxen, Hundeschulen oder Aufklärungskampagnen. Schon einfache Fragebögen könnten helfen, das Bewusstsein für subtile Schmerzsymptome zu schärfen und Halter zu ermutigen, frühzeitig tierärztlichen Rat zu suchen.</p><p>Für Hundehalter bedeutet das: genau hinschauen. Wer seinen Hund genau beobachtet, kann viel gewinnen. Plötzliche Veränderungen im Verhalten, in der Aktivität oder im Sozialkontakt sollten ernst genommen werden – insbesondere bei älteren Tieren oder bekannten Vorerkrankungen. Denn Schmerzen, die unentdeckt bleiben, sind nicht nur ein Tierwohlproblem, sie können auch Aggressionen und unerwartetes Beißen begünstigen – und damit zur Gefahr für Mensch und Hund werden.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Solvejg Hoffmann</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Der Pate der Riffe: Eine Arche für Korallen: Wie Charlie Veron das Great Barrier Reef retten will | GEOplus</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/das-korallengehirn--wie-charlie-veron-das-great-barrier-reef-retten-will-37271256.html</link>
      <description>Der Biologe John "Charlie" Veron kennt die Riffe Australiens wie niemand sonst. Hunderte Arten von Korallen hat er bestimmt, jetzt will der 80-Jährige ihre Zukunft sichern – an Land</description>
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      <category>Great Barrier Reef</category>
      <category>Korallen</category>
      <category>Meer</category>
      <category>Ozean</category>
      <category>Forschung</category>
      <category>Klimawandel</category>
      <category>Expedition</category>
      <pubDate>Tue, 07 Apr 2026 07:02:00 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Lars Abromeit</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Ecuador: Neu: Nachhaltige Landnutzung anstelle von Monokulturen</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/regenwaldverein/nachhaltige-landnutzung-anstelle-von-monokulturen-in-der-intag-region-37285742.html</link>
      <description>In den letzten 20 Jahren ging ein Viertel der artenreichen Nebelwälder an Weiden und Ackerflächen verloren. Vielerorts reicht die Landwirtschaft bereits bis an die Grenzen der von uns eingerichteten Schutzgebiete. An den Steilhängen führen Monokulturen zu  Erosion und zu Erdrutschen; dazu kommt ein unkontrollierter Einsatz von Agrochemikalien. Zwei Drittel der Anbauflächen gelten inzwischen als stark degradiert, resistente Schädlinge zerstören ganze Ernten. Deshalb wächst das Interesse an Alternativen zu dieser „modernen“ Landwirtschaft</description>
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      <pubDate>Mon, 06 Apr 2026 18:07:55 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>In den letzten 20 Jahren ging ein Viertel der artenreichen Nebelwälder an Weiden und Ackerflächen verloren. Vielerorts reicht die Landwirtschaft bereits bis an die Grenzen der von uns eingerichteten Schutzgebiete. An den Steilhängen führen Monokulturen zu  Erosion und zu Erdrutschen; dazu kommt ein unkontrollierter Einsatz von Agrochemikalien. Zwei Drittel der Anbauflächen gelten inzwischen als stark degradiert, resistente Schädlinge zerstören ganze Ernten. Deshalb wächst das Interesse an Alternativen zu dieser „modernen“ Landwirtschaft</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Unser im Juli 2025 begonnenes Projekt setzt genau hier an:  Finanziert durch die <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.mast-stiftungen.de/stiftungen/klaus-friedrich-stiftung/" class="external-link">Klaus-Friedrich-Stiftung</a>, unterstützen wir 120 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern darin, ihren Anbau standortgerecht und ökologisch zu gestalten. Außerdem helfen wir, Bio-Produkte zu verarbeiten und zu vermarkten. </p><p>Umgesetzt wird das Projekt von der einheimischen Organisation <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.losaliados.org/" class="external-link">Aliados</a>. Sie ist spezialisiert auf nachhaltige Landnutzung in wertvollen Ökosystemen.</p><p></p><p>Unsere Aktivitäten:</p><p>Wir fördern 120 Kleinbauern (davon mindestens 50% Frauen) in vier Bezirken der Intag-Region darin, ihre Produktionssysteme zu verbessern.</p><ul class="rte--list"><li>Auf Pilotflächen von jeweils einem halben Hektar bewirtschaftet jede Familie ihre Monokulturen biologisch. Organischen Dünger und Biopestizide produzieren sie gemeinsam. </li><li>Jede Familie verwandelt außerdem ein Viertel Hektar Steilgelände in einen Agroforst: 400 Bäume, darunter viele Obstsorten, schützen durch ihre Wurzeln vor Erosion und schaffen zukünftig vielfältigere Einkommensquellen. </li><li>Wissensvermittlung &amp; Eigenverantwortung: Wir  vermitteln den Bauern Grundlagenwissen und unterstützen sie darin, neue Methoden zu planen, zu testen und auszuwerten. Wir stärken den "Farmer to Farmer-Extension"-Ansatz, bei dem Bauern ihr Wissen und ihre Erfahrungen direkt untereinander teilen.</li><li>Wertschöpfung steigern: Ab dem zweiten Projektjahr unterstützen wir sechs ausgewählte Initiativen darin, Produkte weiter zu verarbeiten und zu vermarkten. Ziel ist es, das Einkommen um mindestens 10% zu steigern.</li><li><p>Zugang zu Ressourcen: Neben der Schulung erhalten die Projektteilnehmenden Zugang zu wichtigen Betriebsmitteln (Inputs) zu subventionierten Preisen.</p><p></p><p> </p><p> </p></li></ul><p> </p><p> </p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Nach Frost und Futtermangel: Wie gut haben Deutschlands Vögel den Winter überstanden?</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/wie-gut-haben-deutschlands-voegel-den-winter-ueberstanden--37284508.html</link>
      <description>Der Winter hat manchen Vögeln zugesetzt. Bei anderen war es die Vogelgrippe. Welche Tiere noch auf dem Rückflug sind und was für einen guten Frühling wichtig ist</description>
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      <category>Vögel</category>
      <category>Tiere</category>
      <category>Natur</category>
      <category>Umwelt</category>
      <pubDate>Tue, 07 Apr 2026 08:56:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Der Winter hat manchen Vögeln zugesetzt. Bei anderen war es die Vogelgrippe. Welche Tiere noch auf dem Rückflug sind und was für einen guten Frühling wichtig ist</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Mit dem Frühling sind viele Vögel zurück in Deutschland oder erholen sich von dem teils heftigen Winter. "Sie haben den Winter gut gemeistert, wenn man bedenkt, dass er doch recht harsch war", sagte Martin Rümmler, Vogelschutzexperte beim Naturschutzbund (Nabu). Für einige Vogelgruppen seien die Witterungsbedingungen eine Herausforderung gewesen. </p><p>Dabei sei in der Regel nicht die Kälte das Problem gewesen, sondern der durch Schnee und Eis eingeschränkte Zugang zu Nahrung, erklärte der Experte. Aufgrund von zugefrorenen Gewässern hatten Wasservögel wie Enten und Schwäne Probleme, offene Wasserstellen zu finden. </p><p></p><p>Auch fischfressende Vögel wie Eisvogel oder Kormoran stellte das vor Schwierigkeiten. Für Arten, die auf dem Boden Samen oder Insekten suchen, konnte die Schneedecke zum Problem werden. Es könne sein, dass beispielsweise das Rebhuhn deswegen größere Verluste erlitten habe. </p><h2>Viele Zugvögel wieder zurück</h2><p>Rümmler geht davon aus, dass es auch andere Arten Probleme hatten. Es sei jedoch nicht ungewöhnlich, dass manche Arten im Winter leicht dezimiert würden. "Das sind also normale Populationsschwankungen", sagte er. Inwiefern sich das auf die Bestände ausgewirkt habe, lasse sich frühstens im nächsten Jahr sagen.</p><p>Inzwischen sind viele Vögel, die in wärmeren Gefilden überwintert haben, wieder zurück in Deutschland. Aus ihren Winterquartieren südlich der Sahara kommen laut des Vogelexperten derzeit die Rauchschwalben nach Deutschland, bald folgen die Mehlschwalben. Bis spätestens im Mai seien dann alle Brutvögel wieder da. </p><h2>Was ist mit der Vogelgrippe?</h2><p>Eine Bedrohung für die Vogelwelt war in den vergangenen Monaten auch die Vogelgrippe. Am stärksten unter der Krankheit litten vergangenen Herbst die Kraniche, wie Rümmler sagte. Diese seien auch beim Rückflug zum Teil davon betroffen gewesen, allerdings nur in vergleichsweise wenigen Fällen.</p><p></p><p>Ein Grund dafür könnte sein, dass sich das Virus verändert oder sich eine gewisse Immunität bei den Tieren entwickelt habe. Vor allem liege das jedoch am Verhalten der Kraniche, erklärte der Experte. Anders als beim Zug in den Süden, wo sie sich an großen Plätzen ansammeln, ziehen sie auf dem Rückweg in relativ kleinen Gruppen, um schnell in ihre Brutgebiete zu kommen. Dadurch werde die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung deutlich geringer.</p><p>Aufgrund eingesammelter Opfer gehe man davon aus, dass rund ein Zehntel der 400.000 Kraniche, die im Herbst über Deutschland zogen, an der Krankheit gestorben seien. Die Population der Kraniche sei aber sowohl in Deutschland als auch europaweit sehr gesund und kräftig. "Das heißt, noch gibt es erst mal keinen Grund zur Sorge", sagte Rümmler.</p><p>Damit das Frühjahr für die Vogelwelt erfolgreich wird, sollte es ihm zufolge nicht zu trocken werden. Dann könnten Pflanzen und Insekten gedeihen, die als wichtige Nahrungsgrundlage für eine erfolgreiche Brut dienen. Etwaige Verluste aus dem Winter seien dann "eigentlich relativ schnell wieder aufgehoben oder kompensiert".</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Anpassungsfähige Vögel : In Deutschland gibt es so viele Störche wie nie</title>
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      <description>Sie haben neue Nahrungsquellen gefunden und müssen nicht mehr so weit fliegen. Die einst aus dem Mittelmeerraum stammenden Störche breiten sich immer weiter aus</description>
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      <category>Störche</category>
      <category>Vögel</category>
      <category>Tierwelt</category>
      <pubDate>Tue, 07 Apr 2026 09:48:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Sie haben neue Nahrungsquellen gefunden und müssen nicht mehr so weit fliegen. Die einst aus dem Mittelmeerraum stammenden Störche breiten sich immer weiter aus</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>An dem Mythos des Kinder bringenden Klapperstorchs gemessen, müsste Deutschland einen Babyboom erleben. Es gibt laut jüngster Bilanz vermutlich so viele Weißstörche wie noch nie. Zwar ist noch unklar, wie stark die Vogelgrippe die Population reduziert hat – Experten erwarten aber keinen Einbruch. Der Großvogel ist sehr anpassungsfähig. Seine langanhaltende Verehrung durch die Menschen und neue Nahrungsquellen etwa im Zuge der Landwirtschaft erleichtern dem Weißstorch das Leben. </p><h2>Tonnenschweres Storchennest </h2><p>Dabei sah es vor rund 35 Jahren schlecht aus. Petershagen an der Weser im nördlichen Zipfel Nordrhein-Westfalens auf der Luftlinie Osnabrück - Hannover war der letzte NRW-Zufluchtsort. "Das war um 1990, da hatten wir in ganz NRW noch drei Paar Störche. Und die waren alle hier", sagt der Vogelschützer und Autor Alfons Rolf Bense, der in dem Ort das Westfälische Storchenmuseum aufgebaut hat.</p><p></p><h2>Seit wann bringt der Storch angeblich Kinder?</h2><p>"Das ist nicht älter als etwa um 1700. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kam der Pietismus auf, eine Wiederbelebung der strengen Frömmigkeit." Da sei alles Fleischliche und insbesondere das Sexuelle verpönt gewesen, sagt Bense. "Mit dem Storch hat man nun eine Möglichkeit zu erklären, wie die Kinder gebracht werden" – jenseits von Sexualität.</p><h2>Wie viele Störche gibt es in Deutschland?</h2><p>Auf einen Abwärtstrend bis Ende der 1980er folgte ein kräftiger Anstieg: "In den letzten 10, 15 Jahren ist der Bestand vor allem Dingen in Westdeutschland sehr stark angestiegen, sodass wir heute deutschlandweit etwa 14.400 Paare haben", sagt Storchenexperte Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut des Nabu in Schleswig-Holstein. Die Zahl für 2025 sei die höchste der Statistik ab 1934. Es könne höchstens sein, dass es um 1900 noch mehr Störche gab. </p><p>Thomsen spricht von einer "Zweiteilung" Deutschlands: In Westdeutschland ziehen die Störche meist Richtung Westen. Statt den langen kraftraubenden Flug bis nach Afrika zu absolvieren, überwinterten sehr viele schon nach einer Kurzstrecke in Frankreich, Spanien und Portugal. Entscheidend für den Storch seien ausreichende Nahrungsmengen, Wärme sei zweitrangig. Beispiel Spanien: Dort fänden Störche Futter auf Mülldeponien und Krebse in Reisfeldern. </p><p></p><p>"In Ostdeutschland brüten vor allen Dingen ostziehende Weißstörche, die bis ins ostafrikanische Sahel und weiter bis nach Südafrika ziehen", erläutert Thomsen. Deren Zahl sei nicht gewachsen. Weil es etwa in Nordrhein-Westfalen so viele Störche wie noch nie gebe, bereiteten sich westziehende Störche Richtung Osten nach Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt aus. In Schleswig-Holstein seien es mittlerweile etwa gleich viele Ost- und Westzieher. </p><h2>Gruppendynamik bei der Zugrichtung </h2><p>"Es ist auch so, dass der Zugweg, den die Störche nehmen, nicht oder nur bedingt angeboren ist", erklärt Biologe Thomsen. Die Jungvögel zögen zwei Wochen vor ihren Eltern ab und träfen dann auf Störche, die schon mal gezogen sind. "Und diese Störche ziehen die Jungvögel dann mit auf die eigentliche Zugroute, also nach Südwesten oder nach Südosten." </p><h2>Was bereitet dem Storch den Boden?</h2><p>Laut einer Studie sind Weißstörche als echte Nutznießer durch Menschen beeinflusster Landschaftsveränderungen, insbesondere intensiver Rodungen und großer landwirtschaftlicher Flächen. "Ihr Vorteil gegenüber vielen anderen Arten war und ist, dass sie zu keiner Zeit und an keinem Ort aktiv gejagt wurden. Die Bewunderung der Menschen für Weißstörche hat es ihnen ermöglicht, sich bis heute ständig neue Lebensräume und Gebiete zu erschließen", schreiben die Autoren zu Ausbreitung in Europa. </p><p></p><h2>Wie lange lebt er schon um Umfeld des Menschen? </h2><p>Den Erkenntnissen zufolge kamen Weißstörche vor rund 2.000 Jahren ausschließlich auf dem Gebiet des Römischen Reiches vor. Die nördliche Grenze ihres Verbreitungsgebiets verlief demnach zu der Zeit entlang des Rheins und der Donau. Seit etwa 1.000 Jahren breitet sich der Weißstorch dem Szenario zufolge Richtung Nordosten in Europa aus. Die Studie basiert auf 89 Ausgrabungsstätten, an denen Überreste von Weißstörchen gefunden wurden.</p><h2>Welche Rolle spielt der gute Ruf? </h2><p>"Egal wo er auftaucht und sich ausbreitet, er ist immer willkommen. Davon können andere Tierarten wie Wolf und Bär nur träumen", sagt Ulrich Schmölcke vom Leibnitz-Zentrum für Archäologie. Der Nabu-Storchenexperte Thomsen ist wie Schmölcke Mitautor der Studie.</p><p>Dass die Zahlen in Deutschland wieder deutlich stiegen, liegt aus Sicht von Thomsen neben den neuen Nahrungsquellen auch an engagierten Menschen. Das "Aktionskomitee Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke", dem auch Bense angehört, konnte den Appell "Rettet die" dank der Erfolge inzwischen schon aus dem Vereinsnamen streichen.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Giftige Doppelgänger: Worauf beim Sammeln von Bärlauch zu achten ist</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/baerlauch-sammeln--gefahr-von-giftigen-doppelgaengern-37257084.html</link>
      <description>Wer frischen Bärlauch im Wald sammelt, kann fantastische Gerichte kochen. Wer jedoch einen seiner giftigen Doppelgänger erwischt, begibt sich in Lebensgefahr. Worauf Sie achten sollten</description>
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      <category>Wildkräuter</category>
      <category>Pflanzen</category>
      <category>Gift</category>
      <category>Wildblumen</category>
      <category>Ratgeber</category>
      <pubDate>Fri, 03 Apr 2026 07:42:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Wer frischen Bärlauch im Wald sammelt, kann fantastische Gerichte kochen. Wer jedoch einen seiner giftigen Doppelgänger erwischt, begibt sich in Lebensgefahr. Worauf Sie achten sollten</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Im Frühjahr sprießt eine krautartige, etwa 20 Zentimeter hohe Pflanze in den Wäldern unserer Breitengrade. Meist an schattigen Plätzen, unter Bäumen oder hohen Sträuchern, in Laub- und in Mischwäldern. Der Bärlauch. <em>Allium ursinum</em>, wie der Bärlauch in der Fachsprache heißt, ist verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. Eine einzelne Pflanze treibt meist zwei, in seltenen Fällen auch drei ihrer länglichen Blätter aus. Anfang März sprießt der Bärlauch aus dem Waldboden, im April hat er Hochsaison, bevor er im Mai anfängt zu blühen und seine Blätter bitter werden, also ihren charakteristischen Geschmack verlieren.</p><p>Das heißt: Im Frühjahr ist Erntezeit! Kenner streifen oft stundenlang durch den Wald, weil sie wissen, dass sich aus Bärlauch fantastische Gerichte zaubern lassen. Er gibt dem Spargel eine leicht scharfe und knoblauchartige Note, macht eine Soße zu Pasta fast überflüssig oder ist die aromatische Grundlage für leckere Frischkäse-Cremes.</p><h2>Wer sich nicht auskennt, spielt beim Bärlauchsammeln mit seinem Leben</h2><p>Doch: Wer Bärlauch sammelt, der sollte wissen, was er tut. Zum einen, um die Pflanzen und ihren Bestand zu schonen. Expertinnen raten, immer nur eine der beiden grünen Blätter pro Pflanze zu pflücken. In bestimmten Regionen ist der Bärlauch sogar komplett tabu. Rund um Hamburg zum Beispiel steht <em>Allium ursinum</em> auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Pflanzen, weshalb Liebhaber die Blätter unbedingt als Kulturpflanze beim Gemüsehändler kaufen sollten.</p><p>Im Süden Deutschlands hingegen ist Bärlauch noch deutlich weiter verbreitet. Doch auch hier gilt: Lieber etwas zu ausführlich über die Regeln in der eigenen Region informieren, als ungewollt die heimische Natur zu gefährden! Fachwissen beim Sammeln ist aber auch nötig, um das eigene Leben zu schützen. Bärlauch sieht nämlich <strong>einigen sehr gefährlichen Doppelgängern</strong> zum Verwechseln ähnlich:</p><ul class="rte--list"><li>dem <strong>Maiglöckchen</strong>,</li><li>der <strong>Herbstzeitlosen</strong></li><li>und dem <strong>Aronstab</strong>.</li></ul><p></p><p>Wer aus Versehen Maiglöckchen verzehrt, den erwarten Übelkeit und Erbrechen. Die Blätter der Herbstzeitlose und des Aronstabs jedoch sind derart giftig, dass schon der Verzehr eines einzelnen Blattes Lebensgefahr bedeutet. Deshalb sollten Sammler genau wissen, was sie tun.</p><h2>Bärlauch riecht nach Knoblauch</h2><p>Zum einen <strong>erkennt man Bärlauch am charakteristischen Geruch</strong> seiner Blätter. Zerreibt man diese zwischen den Fingern, sollte es <strong>stark nach Knoblauch duften</strong> - wenn das nicht der Fall ist, ist Vorsicht geboten. Sich allein auf seinen Geruchssinn zu verlassen, ist aber hochriskant. So mag die Methode bei den ersten fünf Blättern noch einigermaßen zuverlässig sein, spätestens dann aber riechen die eigenen Finger nach Knoblauch - und damit jegliche Pflanze, die man zwischen ihnen verreibt.</p><h2>Auch optisch lässt sich Bärlauch identifizieren</h2><p>Also sollten Sammlerinnen auch mit bloßem Auge in der Lage sein, Bärlauch von giftigen Doppelgängern zu unterscheiden.</p><ul class="rte--list"><li>Die Unterseite von <strong>Bärlauchblättern</strong> ist mattgrün. Die Blätter wachsen einzeln, aber dicht nebeneinander aus dem Boden und weisen einen deutlichen, dünnen Blattstiel auf. Die Oberseite der Blätter glänzt im Licht. Außerdem knicken die Blätter in frischem Zustand leicht ab und lassen sich leicht verreiben.</li><li>Die Blätter der <strong>Herbstzeitlosen</strong> wachsen ohne Blattstiel aus einer Rosette direkt am Waldboden. Die jüngeren Blätter werden dabei von den älteren umgriffen, alle Blätter sind biegsam und glänzen die Ober- und Unterseite. Sie sind nicht so biegsam wie die des Bärlauchs und lassen sich auch nicht so leicht zwischen den Fingern verreiben.</li><li>Bei <strong>Maiglöckchenblättern</strong> glänzt nur die Unterseite im Licht, außerdem bilden mehrere Grundblätter eine Blattscheide - die einem einzelnen Blattstiel zum Verwechseln ähnlich sehen kann. Die einzelnen Blätter sind sehr biegsam.</li><li>Die Blätter des <strong>Aronstabs</strong> sind so breit wie die des Bärlauchs und verlaufen eher pfeilförmig und unregelmäßig. Besonders charakteristisch ist die netznervige Blattäderung, die sich auf der Blattunterseite erkennen lässt.</li></ul><p></p><p>Das klingt alles einigermaßen eindeutig - ist es aber nur in der Theorie. Denn - und das ist besonders fies - der Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger wachsen oft an ähnlichen, manchmal sogar an denselben Orten. Dann gilt immer die Faustregel: Wer sich nicht hundertprozentig sicher ist, dass er gerade Bärlauch pflückt - der lässt besser ganz die Finger davon.</p><p></p><p>Sollte doch etwas schief gegangen sein, macht sich zum Beispiel eine Vergiftung mit der Herbstzeitlosen erst nach mehreren Stunden bemerkbar. Wem es also nach dem Bärlauchessen übel geht, sollte sofort eine Ärztin rufen. Im Zweifel kann das Leben retten.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Matthias Thome</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Interview: Wissen Wale, dass sie sterben?</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/wissen-wale--dass-sie-sterben--37277710.html</link>
      <description>Das Drama um den Buckelwal in der Wismarer Bucht zeigt: Wir wissen wenig darüber, wie Wale ihr Leben beenden. Ein Interview mit der Expertin Tamara Narganes Homfeldt</description>
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      <category>Wale</category>
      <category>Meeressäuger</category>
      <category>Ozean</category>
      <pubDate>Thu, 09 Apr 2026 04:00:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Das Drama um den Buckelwal in der Wismarer Bucht zeigt: Wir wissen wenig darüber, wie Wale ihr Leben beenden. Ein Interview mit der Expertin Tamara Narganes Homfeldt</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><h4>GEO: Frau Narganes Homfeldt, der Fall des Buckelwals in der Wismarer Bucht sorgt seit Tagen für Aufsehen. Was ist Ihre Einschätzung – hat der Wal sich ins flache Wasser begeben, um zu sterben?</h4><p><strong>Tamara Narganes Homfeldt:</strong> Dass er dahin geschwommen ist, um zu sterben, können wir nicht sicher sagen. Aber dass er es getan hat, um sich auszuruhen, das ergibt für mich Sinn. Denn flache Gewässer sind für schwächere Wale eher sichere Gewässer. Sie wissen: Im offenen Ozean wären sie eine leichte Beute für die Jäger der Meere.</p><h4>Über das Leiden des Tieres wissen wir noch wenig. Aber ist es nicht eher unüblich, dass Wale an die Küsten kommen, um zu sterben?</h4><p>Ja, die meisten Wale sterben auf hoher See. Es kommt zwar vor, dass kranke Tiere angespült werden, meist sind die Tiere aber schon tot, bevor sie stranden. Wenn ein Wal zum Beispiel desorientiert ist, "falsch abgebogen" ist, dann kann es natürlich sein, dass er in flachere Gewässer kommt. Und falls er dann nicht allein zurückfindet, stirbt er eben an Ort und Stelle. Es kommt immer auf die individuellen Umstände an.</p><h4>Woran leiden Wale am Ende ihres Lebens – und wie sterben sie normalerweise?</h4><p>Wale sind Säugetiere – und unterscheiden sich bei den ganz grundlegenden Körperfunktionen gar nicht von uns Menschen. Woran sie am häufigsten sterben, lässt sich kaum angeben. Wir wissen von vielen Fällen menschlicher Einwirkungen, Verfangen in Fischernetzen, Kollisionen mit Schiffen, Unterwasser-Detonationen, Plastiktüten im Magen, andere sterben an Infektionen oder durch Angriffe von Räubern – oder einfach an Altersschwäche. Am Ende, davon können wir wohl ausgehen, sind sie zu schwach, um weiter an der Oberfläche zu atmen.</p><h4>Und ertrinken dann?</h4><p>Das ist das Wahrscheinlichste. Allerdings muss man wissen, dass Wale bewusst atmen. Sie haben keinen Atemreflex wie wir Menschen. Es könnte also sogar sein, dass sie sich am Ende ihres Lebens entscheiden, mit dem Atmen aufzuhören.</p><h4>Gibt es über die letzten Momente von Walen auf hoher See Augenzeugenberichte?</h4><p>Da muss ich passen, ich kenne keinen. Aber es ist natürlich auch wahnsinnig unwahrscheinlich, dass ein Mensch so etwas beobachtet. Vergangene Woche wurde davon berichtet, dass zum ersten Mal überhaupt ein Mensch die Geburt eines Pottwal-Babys beobachtet hat.</p><p></p><h4>Wie viel Selbstbewusstsein haben Wale? Wissen sie, dass es mit ihnen zu Ende geht?</h4><p>Es ist natürlich Spekulation, wissenschaftlich bestätigen können wir es bei Bartenwalen nicht. Ich persönlich denke aber schon, dass Wale ein Selbstbild haben und verstehen, in welcher Lage sie sich befinden. Zutrauen würde ich es ihnen auf jeden Fall.</p><h4>Trauer von Müttern um ihre Kinder ist dokumentiert, etwa bei Schwertwalen. Trauern Wale auch um erwachsene Artgenossen?</h4><p>Dass so etwas mal beobachtet wurde, ist mir nicht bekannt. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass sie trauern – wenn auch nicht so, dass man es an ihrem Verhalten eindeutig ablesen kann. Vielleicht müssen wir einfach genauer hinschauen.</p><h4>Jeden Tag sterben Wale, überall in den Weltmeeren. Was meinen Sie – woher kommt die menschliche Emotionalität und das riesige Interesse an dem sterbenden Wal in der Ostsee?</h4><p>Zum einen sind Großwale faszinierend, und ihr Auftauchen an unseren Küsten ist etwas sehr Ungewöhnliches. Hinzu kommt, dass die Hilflosigkeit dieses Wals unseren Wunsch weckt, Anteil zu nehmen, irgendwie zu helfen, auch wenn es dafür vielleicht zu spät ist. Sicher auch deswegen, weil wir viele Gemeinsamkeiten mit Walen haben: Buckelwale sind intelligent, sie haben Gesänge, sie können kommunizieren, sie haben eine Kultur.</p><p><em>Die Meeresbiologin Tamara Narganes Homfeldt ist Koordinatorin Meeresschutz und Wissenschaft bei der Walschutzorganisation </em><a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://de.whales.org/" class="external-link"><em>Whale and Dolphin Conservation</em></a><em> (WDC).</em></p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Peter Carstens</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Frühjahr: Was wissen Sie über unsere Frühlingsboten?</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/naturquiz/quiz--was-wissen-sie-ueber-fruehlingsboten--37251032.html</link>
      <description>Kommen Störche zusammen aus dem Süden zurück? Wie können wir hungrigen Igeln helfen und ab welcher Temperatur fliegen die Bienen? Zeigen Sie, was Sie über das Frühjahr wissen!</description>
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      <category>Quiz</category>
      <category>Frühling</category>
      <pubDate>Thu, 02 Apr 2026 06:32:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Kommen Störche zusammen aus dem Süden zurück? Wie können wir hungrigen Igeln helfen und ab welcher Temperatur fliegen die Bienen? Zeigen Sie, was Sie über das Frühjahr wissen!</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Kommen Störche zusammen aus dem Süden zurück? Wie können wir hungrigen Igeln helfen und ab welcher Temperatur fliegen die Bienen? Zeigen Sie, was Sie über das Frühjahr wissen!</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Ähnlich wie Haustiere : Auch Hühner genießen Streicheleinheiten</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/studie-zeigt--auch-huehner-geniessen-streicheleinheiten-37276732.html</link>
      <description>Eine Studie zeigt, dass junge Küken menschliche Nähe suchen – und ganz offenbar Gefallen an Berührungen finden</description>
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      <category>Tiere</category>
      <category>Verhaltensforschung</category>
      <category>Vögel</category>
      <pubDate>Thu, 02 Apr 2026 09:48:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Eine Studie zeigt, dass junge Küken menschliche Nähe suchen – und ganz offenbar Gefallen an Berührungen finden</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Nicht nur Katzen und Hunde genießen Streicheleinheiten: Einer britischen Studie zufolge mögen auch Hühner ähnlich wie Haustiere menschliche Zuwendung. Forschende der Universität Bristol berichten im Fachjournal "<a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.cambridge.org/core/journals/animal-welfare/article/gentle-human-interactions-trigger-positive-emotions-in-chicks/91BFFAAD75C51547F8EA47A61885720D" class="external-link">Animal Welfare</a>", dass sanfte Interaktionen mit Menschen bei Hühnerküken positive Emotionen auslösen.</p><p>Dass sich Zuwendung von Menschen positiv auf den Stresspegel von Nutztieren im jungen Alter auswirkt, wusste man der Studie zufolge bereits. Bislang war demnach allerdings unklar, ob Berührungen tatsächlich als angenehm empfunden werden. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass sanfter menschlicher Kontakt positive Emotionen bei jungen Küken auslösen kann", wird Studienleiter Ben Lecorps in einer Mitteilung der Universität zitiert. </p><p>Bei der Studie konnten 20 Küken von Legehennen zwischen zwei jeweils mit einem Farbsignal markierten Kammern wählen. In dem einen Bereich erfuhren die Hühner sanfte Interaktionen mit Menschen – etwa Streicheln und leises Zureden. In der anderen Kammer dagegen war zwar auch ein Mensch anwesend, der verhielt sich jedoch still und neutral. </p><p></p><p>Nach mehreren Durchgängen zeigte sich im zweiten Teil der Studie dann, dass die Küken jene Kammer bevorzugten, in der sie Zuwendung bekommen hatten. Dies belege eine positive Verknüpfung mit dieser Erfahrung, folgert das Team.</p><p>Das bedeute allerdings nicht, dass die Küken den neutralen Bereich ohne Interaktion meiden würden. Vielmehr deute das Verhalten darauf hin, dass eine Umgebung mit angenehmem menschlichem Kontakt anziehend wirke. "Die Studie belegt, wie ein einfacher, ruhiger Umgang das Potenzial hat, die Mensch-Tier-Beziehung von einer angstauslösenden zu einer positiven Beziehung zu gestalten und damit das Wohlergehen der Küken zu verbessern", erklärt Studienleiter Lecorps.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Meinung: Wolfs-"Angriff" in Hamburg: Panik ist jetzt der falsche Reflex!</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/wolfsangriff-in-hamburg--bitte-keine-panik--37274494.html</link>
      <description>Mitten in der Hansestadt wurde eine Frau von einem Wolf verletzt. Das ist kein Grund zur Panik. Es zeigt, dass wir über unsere neuen Mitbewohner noch viel lernen müssen</description>
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      <category>Wolf in Deutschland</category>
      <category>Wölfe</category>
      <category>Wildtiere</category>
      <category>Grüner Bereich</category>
      <pubDate>Wed, 01 Apr 2026 13:37:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Mitten in der Hansestadt wurde eine Frau von einem Wolf verletzt. Das ist kein Grund zur Panik. Es zeigt, dass wir über unsere neuen Mitbewohner noch viel lernen müssen</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>"Wolf beißt Frau!" Zum ersten Mal seit der Rückkehr der Wildtiere nach Deutschland vor einem Vierteljahrhundert. Viele werden sich jetzt bestätigt sehen: Der Wolf ist gefährlich. Seine Wiederkehr sollte nicht bejubelt – sondern streng "reguliert" werden.</p><p>Tatsächlich steht der Wolf schon seit Längerem unter verschärfter Beobachtung: Erst kürzlich wurde er in das Jagdrecht aufgenommen. Das bedeutet: Ein Wildtier, das unter strengem Naturschutz steht, darf nun ganz offiziell erschossen werden – und zwar nicht nur, wenn es darum geht, sogenannte Problemwölfe zur Strecke zu bringen. Manche Bundesländer arbeiten schon an Managementplänen. Teil davon ist auch die "Entnahme", also die Tötung "überzähliger" Tiere.</p><p>Aber was ist eigentlich geschehen? Ein junger Wolf hat sich auf das Hamburger Stadtgebiet verirrt und ist in eine Einkaufspassage geraten. Eine Frau, die ihn offenbar für einen Hund hielt, wollte ihm helfen. Verständlich. Das Tier, das durch Geräusche, Menschen, Hunde und Glasschiebetüren ohnehin gestresst war, fühlte sich in die Ecke gedrängt. Und ging auf die Frau los, schnappte vielleicht zu. Zu dem genauen Hergang gibt es abweichende Berichte. Die leicht verletzte Frau konnte noch am selben Tag aus dem Krankenhaus entlassen werden. Von dem "ersten Angriff eines Wolfs auf einen Menschen" seit der Wiederkehr der Wölfe in Deutschland ist nun die Rede. </p><p>Heute leben mehr als 1600 Wölfe im dicht besiedelten Deutschland. Tatsächlich gab es immer wieder Begegnungen zwischen Mensch und Wildtier. Vor allem in Form von Verletzungen und tödlichen Unfällen im Straßenverkehr. Begegnungen in der freien Wildbahn sind selten: Der Wolf ist und bleibt ein scheues Tier, das Menschen und Hunde meidet. Und: Die Zahlen <a href="https://www.geo.de/wissen/monitoring-bericht--wolfspopulation-stagniert-erstmals-in-deutschland-36339388.html" title="Monitoring-Bericht: Wolfspopulation stagniert erstmals in Deutschland">stagnierten im vergangenen Jahr erstmals</a>. Es werden also nicht "immer mehr" Wölfe in Deutschland, wie manche warnen.</p><h2>Ein "Angriff" unter besonderen Vorzeichen</h2><p>Die Formulierung von einem "ersten Angriff" verengt den Blick auf die bloße Tatsache, dass ein Mensch von einem Wolf verletzt wurde. Und verdeckt so die besonderen Umstände des Vorfalls, blendet den fast skurrilen Hergang aus: Der verängstigte Wolf hat sehr wahrscheinlich aus Notwehr gehandelt. Und mit Sicherheit nicht, weil er die Frau fressen wollte.</p><p>Menschen gehören nicht zum Beutespektrum des Wolfs. Angriffe sind darum extrem selten. Und die häufigsten Gründe dafür, nach Expertenmeinung: Krankheit, Provokation und die Gewöhnung an Fütterung durch Menschen. Menschliches Fehlverhalten also.</p><p>Wir Menschen müssen noch lernen, in einer Umwelt, die wir mit Landwirtschaft, Straßen, Bahntrassen, Siedlungen, Glasschiebetüren fast komplett an unsere speziellen Bedürfnisse angepasst haben, mit den wilden Rückkehrern umzugehen. Angriffe auf sogenannte Nutztiere, das soll nicht verschwiegen werden, sind ein Problem. Tierhalterinnen und -halter müssen in die Lage versetzt werden, wehrlose und eingesperrte Schafe gegen Attacken zu sichern. Die Optionen des "Herdenschutzes" sind bekannt, sie müssen nur in die Breite getragen werden.</p><p>Wir müssen lernen, was es heißt, jenen Tieren, die wir in Deutschland vor 120 Jahren ausgerottet hatten, Lebensraum und Lebenschancen zurückzugeben. Und nicht reflexhaft fordern, Wölfe, die in irgendeiner Weise auffällig sind, zu töten.</p><p>Und wir müssen lernen, Ruhe zu bewahren: Der Vorfall in Hamburg war außergewöhnlich, aber sicher kein Weckruf. Im Jahr 2024 wurden allein in Berlin <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.berlin.de/sen/verbraucherschutz/aufgaben/hundehaltung/hundebiss-statistik/hundebiss-statistik-2024/" class="external-link">523 Menschen durch Hunde verletzt</a>, 77 davon schwer.</p><p><em>Anmerkung: Wir haben am 9.4. den Text leicht verändert und schreiben nicht mehr von einem "Biss". Dass die Frau in Hamburg leicht verletzt wurde, ist Fakt, wie es dazu kam, nicht restlos geklärt. So stellt es auch die </em><a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/aktuelles/pressemeldungen/wolf-ausgewildert-und-unter-intensiver-beobachtung-1162360" class="external-link"><em>Hamburger Umweltbehörde</em></a><em> dar.</em></p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Peter Carstens</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Vorfall in Hamburg: Müssen wir uns an mehr Wildtiere in der Stadt gewöhnen?</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/wolf-in-hamburg--warum-wir-uns-an-wildtiere-in-staedten-gewoehnen-muessen-37275154.html</link>
      <description>Ein Wolf verletzt mitten in Hamburg eine Frau und irrt dann durch die Stadt. Müssen wir uns künftig auf mehr Begegnungen mit Wildtieren einstellen? Eine Einordnung</description>
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      <category>Foto</category>
      <category>Wölfe</category>
      <category>Wolf in Deutschland</category>
      <category>Wildtiere</category>
      <pubDate>Wed, 01 Apr 2026 11:58:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Ein Wolf verletzt mitten in Hamburg eine Frau und irrt dann durch die Stadt. Müssen wir uns künftig auf mehr Begegnungen mit Wildtieren einstellen? Eine Einordnung</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Mitten in Hamburg kommt es in einer Einkaufsstraße am Montag zu einem Wolfsangriff auf eine Frau. Viele Menschen reagierten geschockt auf den Vorfall. Was verheißt das für die Zukunft? Ist ein Wolf in deutschen Großstädten demnächst kein Einzelfall mehr? Fest steht: Seit der Wiederansiedlung 1998 ist die Wolfspopulation in Deutschland deutlich gewachsen. Zuletzt stagnierte die Anzahl der Tiere zwar etwas, im Zeitraum der Überwachung von 2014/15 bis 2024/25 stieg sie jedoch insgesamt um 500 Prozent an – von 268 auf 1365 Wölfe.</p><p>Dennoch sind Begegnungen zwischen Wolf und Mensch äußerst selten. In der Regel meiden Wölfe Menschen, sind ihnen gegenüber von Natur aus äußerst misstrauisch. "Es gab noch keinen solchen Fall seit der Wiederansiedlung 1998", sagt eine Sprecherin des Bundesamts für Naturschutz der Nachrichtenagentur DPA.</p><p></p><p>Auf Anfrage des <em>stern</em> teilt das Lupus-Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland mit, dass sich das Jungtier in Hamburg offenbar auf Abwanderung aus seinem Geburtsrudel befand. Dabei geriet der Wolf in die Innenstadt. "Da Wölfe sehr weite Strecken abwandern können – oft Hunderte bis Tausende Kilometer –, laufen sie sehr viel durch unbekanntes Gebiet und können sich dabei auch in Städte verirren", heißt es. Das komme vorwiegend bei jüngeren und unerfahrenen Wölfen vor.</p><h2><strong>Was der Wolfsangriff in Hamburg für Großstädte bedeutet</strong></h2><p>Allerdings kann diese ungewohnte Umgebung Wölfe unter Stress setzen, "da die Tiere in der Regel nachts wandern und dann erst tagsüber merken, dass sie sich in einer Stadt mit sehr vielen Menschen befinden". So hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Sichtungen von Wölfen gegeben, die sich auf Wanderschaft verirrt hatten.</p><p></p><p>Das Lupus-Institut erklärte, dass es in Städten aufgrund der geringen Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere womöglich noch wichtiger sei, das Tier nicht zu bedrängen. Wer versehentlich auf einen Wolf trifft, sollte "Abstand halten und die zuständigen Behörden informieren, auch damit die Sichtung ins Monitoring eingehen kann. Wenn möglich, ein <a href="https://www.geo.de/wissen/forschung-und-technik/das-erste-foto-der-welt---die-geschichte-der-fotografie-34286542.html" title="Analoge Fotografie: Foto" class="autolinker">Foto</a> machen". Die gute Nachricht für besorgte Bürger: Der Vorfall deutet eher nicht auf eine grundlegende Verhaltensänderung bei Wölfen hin. Doch "es kann natürlich rein statistisch häufiger passieren, wenn es mehr Wölfe gibt", heißt es.</p><h2><strong>Wildtiere als Bereicherung</strong></h2><p>Während Wölfe selten in urbanen Gebieten zu sehen sind, gehören andere Wildtiere seit Jahrzehnten zum Stadtbild. "Rotfüchse, als eine der ersten Pionierarten, leben beispielsweise schon seit den 1950er-Jahren in Berlin, andere Arten folgten", sagt Konstantin Börner, Wildtierbiologe am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung.</p><p></p><p>Dabei könnten sogenannte euryöke Tierarten<strong></strong>große Schwankungen von Umweltfaktoren aushalten und sich ihnen anpassen – in diesem Fall der Großstadt und dem Menschen. Zudem hätten sich die Städte ausgeweitet und böten heute mehr Lebensräume für Wildtiere.</p><p>Die Anpassung geht dabei in beide Richtungen. Laut Börner gewöhnen sich die Menschen zunehmend daran, dass wilde Tiere in ihrer Umgebung auftauchen. "Wildtiere werden immer Teil der Stadt bleiben", sagt er. Eine Ablehnung entstünde hauptsächlich, wenn die Tiere etwa Schäden am eigenen Haus oder Garten verursachten. "Wildtiere in der Stadt werden von vielen auch als Bereicherung angesehen", so Börner. Die Wahrscheinlichkeit, einen Fuchs oder ein Wildschwein in Berlin zu sehen, sei größer als in Brandenburg. "Das bietet den Menschen einen direkten Zugang zu diesen Tieren."</p><h2><strong>Welche Wildtiere sind gefährlich?</strong></h2><p>Seinen Worten zufolge stellten die allermeisten Wildtiere in der Großstadt keine Gefahr dar, sie lebten friedlich neben den Menschen. Bei größeren, wehrhaften Tieren könne es in seltenen Fällen zu brenzligen Situationen kommen. "Das bloße Aufeinandertreffen führt jedoch nicht zu einer Konfrontation", erklärt Börner. "Es muss ein zusätzlicher Faktor hinzukommen wie etwa freilaufende Hunde, das Tier ist verletzt oder krank, oder es ist Futter-konditioniert." </p><p></p><p>Der Vorfall mit dem Wolf in Hamburg zeige, dass man die Tiere nicht unter Stress setzen sollte. Der Experte empfiehlt daher: "Bleiben Sie stehen und ziehen Sie sich dann langsam zurück, (…) beobachten Sie aus der Ferne." In der Regel komme es dann zu einem "wunderbaren Naturerlebnis".</p><p><em>Dieser Inhalt ist zuerst </em><a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.stern.de/" class="external-link"><em>auf stern.de</em></a><em> erschienen.</em></p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Auslese in der Vagina: Bremsen Pavianweibchen ungeeignetes Sperma aus?</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/sexuelle-auslese--pavianweibchen-bremsen-unliebsames-sperma-aus-37267730.html</link>
      <description>Nicht jedes Männchen zeugt genetisch fitten Nachwuchs. Äffinnen beeinflussen die Vaterschaft deshalb nach der Paarung, wie eine aktuelle Studie nahelegt</description>
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      <category>Affen</category>
      <category>Forschung</category>
      <category>Tiere</category>
      <category>Zeit</category>
      <pubDate>Wed, 01 Apr 2026 07:17:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Nicht jedes Männchen zeugt genetisch fitten Nachwuchs. Äffinnen beeinflussen die Vaterschaft deshalb nach der Paarung, wie eine aktuelle Studie nahelegt</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Lange galten Männchen als aktive Treiber der Evolution. Sie fechten blutige Kämpfe aus, beeindrucken durch Balzgehabe oder stellen ihre Fitness durch ein prächtiges Erscheinungsbild zur Schau. Wer aus dem Kräftemessen als Sieger hervorgeht, darf das wartende Weibchen begatten und so seine Gene an die nächste Generation weitergeben. Zu Darwins Zeiten war die sexuelle Auslese eine revolutionäre Idee. Doch sie war geprägt vom passiven Frauenbild der viktorianischen <a href="https://www.geo.de/wissen/forschung-und-technik/was-ist-zeit--geo-beantwortet-die-grosse-frage-34812378.html" title="Endlich verstehen: Zeit" class="autolinker">Zeit</a>. </p><p>Seit etlichen Jahrzehnten ist klar, dass Weibchen einen viel aktiveren Part bei der Partnerwahl spielen, als Darwin glaubte – sowohl vor der Paarung als auch danach. Denn oft ist die Frage der Vaterschaft mit Vollzug des Geschlechtsakts noch nicht entschieden. Paaren sich die Weibchen mit mehreren Männchen, folgt bei manchen Arten eine verborgene Auslese, bei der die angehenden Mütter die Strippen ziehen. "Cryptic Female Choice" heißt dieses Prinzip. Es hat zum Ziel, dass nur die geeignetsten Spermien die Eizellen befruchten. Eine aktuelle Studie zeigt nun: Offenbar setzen auch unsere nahen Verwandten, die Paviane, darauf.</p><h2>Verstoßenes Sperma und chemische Signale</h2><p>Mütter investieren im Durchschnitt mehr Zeit und Energie als Väter in ihren Nachwuchs. Entsprechend interessiert sind sie an dessen Fitness. Die Evolution hat daher vielfältige Mechanismen der verborgenen weiblichen Auswahl hervorgebracht. Bankivahühner, die wilden Verwandten unserer Haushühner, können Sperma beispielsweise direkt nach dem Sex wieder ausstoßen. Weibliche Guppys beeinflussen durch die Dauer der Paarung, wie viel Ejakulat in ihren Körper gelangt. Im weiblichen Geschlechtstrakt der Taufliege <em>Drosophila melanogaster </em>haben besonders große Spermien die besten Chancen – mit dem Ergebnis, dass die Samenzellen der Männchen inzwischen beinahe so lang sind wie die Fliegen selbst. </p><p>Verbreitet ist unter Weibchen auch die Fähigkeit, Spermien mehrerer Männchen im Fortpflanzungstrakt zu speichern – eine weitere Möglichkeit, Einfluss auf die Vaterschaft zu nehmen (während die Spermien gleichzeitig untereinander konkurrieren). Selbst beim Endspurt zur Eizelle greift die Selektion, etwa durch chemische Signale, die Samenzellen anlocken, ausbremsen oder aktivieren. Versuche in der Petrischale zeigen beispielsweise, dass menschliche Spermien unterschiedlich auf die Follikelflüssigkeit reagieren, die bei einem Eisprung freigesetzt wird. </p><p></p><p>Die meisten Mechanismen des Cryptic Female Choice wirken im Körper der Weibchen, weshalb sie schwer nachzuweisen und noch schwerer zu beobachten sind. Manche Interaktionen zwischen Zellen lassen sich zwar unter dem Mikroskop nachstellen. Doch solche Experimente liefern ein unvollständiges Bild natürlicher Vorgänge. Forschende müssen daher clevere Versuche entwerfen, die das Unsichtbare bei lebenden Tieren messbar machen. Für Säugetiere existieren bislang vor allem Daten zu Mäusen und Ratten – Spezies, die mit dem Menschen nur entfernt verwandt sind.</p><p>Deutlich näher stehen uns die Anubispaviane, die ein internationales Team um Rachel Petersen und James Higham von der New York University nun unter die Lupe nahm. In dem aufwendigen Experiment durften sich neun weibliche und vier männliche Affen nach einem festgelegten Schema miteinander paaren. Nach dem Sex maßen die Forschenden den pH-Wert und die Immunaktivität in der Vagina der Pavianweibchen. Zuvor hatten sie die Tiere mit Belohnungen darauf trainert, einen Abstrich vornehmen zu lassen. </p><h2>Gegensätze ziehen sich an</h2><p>Ein besonders niedriger pH-Wert und eine aggressive Immunantwort machen Spermien das Leben schwer, verringern also die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft. Besonders abweisend reagierte das vaginale Milieu der Weibchen auf den Samen von Männchen, die ihnen genetisch ähnlich waren. Als Maß dafür diente den Forschenden der Major Histocompatibility Complex (MHC), ein Abschnitt des Erbguts, der bei Säugetieren in vielen verschiedenen Varianten existiert. Der MHC spielt eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern. Je vielfältiger die genetische Ausstattung eines Individuums, desto besser ist es gegen Infektionen gewappnet. Studien deuten darauf hin, dass der MHC die Partnerwahl bereits vor der Paarung beeinflussen kann: Manche Tierarten scheinen etwa am Geruch zu erkennen, wessen Gene die eigenen Erbanlagen optimal ergänzen. </p><p>Die Studie mit Anubispavianen, die nun in der Fachzeitschrift "PLoS Biology" <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://plos.io/4r6BjBy" class="external-link">erschien</a>, deutet darauf hin, dass der MHC auch nach der Paarung eine Rolle spielt, nämlich bei der Spermien-Auslese. Die Forschenden gaben sich große Mühe, mögliche Fehlerquellen auszuschließen. Sie maßen etwa den pH-Wert und die Immunaktivität in der Vagina der Weibchen zunächst in verschiedenen Zyklusphasen, um Veränderungen nach der Paarung von natürlichen Schwankungen unterscheiden zu können. Auch das Ejakulat der Männchen analysierten sie. Bevor die Äffinnen auf zeugungsfähige Partner trafen, lebten sie mit sterilisierten Männchen zusammen. </p><p>Trotzdem seien die Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen, betont das Team. Denn die Zahl der untersuchten Affen ist extrem klein. Um statistische Ausreißer auszuschließen, sind Versuche mit einer größeren Anzahl von Tieren nötig. Gemessen wurde außerdem nur die unmittelbare Antwort der vaginalen Umgebung nach dem Sex – es gibt keine Daten dazu, wie diese die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft beeinflusst. </p><p></p><p>Erschwerend kommt hinzu, dass bislang wenig über die Rolle des weiblichen Immunsystems bei der Fortpflanzung bekannt ist. Es muss den Schutz vor Infektionen mit einer ausreichenden Toleranz gegenüber dem Ejakulat in Einklang bringen. Kommt es zur Befruchtung, wird es noch komplizierter: Jetzt wächst im Körper der Mutter ein Wesen mit teilweise fremden Genen heran, das nicht bekämpft, sondern geschützt und genährt werden soll. Ob der Kinderwunsch bei menschlichen Paaren an fehlender genetischer Kompatibilität scheitern kann, ist bislang übrigens nicht geklärt.</p><p>Das New Yorker Forschungsteam wirft auch die spannende Frage auf, welche Strategien die Männchen wohl entwickelt haben, um der postkoitalen Spermienauslese ein Schnippchen zu schlagen. Denn im Kampf der Geschlechter gibt es keine endgültigen Sieger, sondern nur ein fortwährendes Wettrüsten.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Nora Saager</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Anatomie: Katzen landen zumeist auf allen vieren. Forschende wissen jetzt, warum</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/katzen-landen-immer-auf-allen-vieren--nun-weiss-die-wissenschaft--warum-37267082.html</link>
      <description>Es kommt schon fast einem Wunder gleich: Wenn Katzen abstürzen, fallen sie auf ihre vier Pfoten. Nach anatomischen Studien ist nun klar: Es liegt an einem besonderen Detail</description>
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      <category>Katzen</category>
      <category>Wissen</category>
      <category>Forschung</category>
      <pubDate>Tue, 31 Mar 2026 13:52:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Es kommt schon fast einem Wunder gleich: Wenn Katzen abstürzen, fallen sie auf ihre vier Pfoten. Nach anatomischen Studien ist nun klar: Es liegt an einem besonderen Detail</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Es ist ein akrobatisches Kunststück, das jeden staunen lässt: Wenn Katzen in die Tiefe stürzen, drehen sie sich geschwind in der Luft – und landen so gut wie immer auf den eigenen vier Pfoten. Seit mehr als einem Jahrhundert versuchen Forschende zu verstehen, wie dieses "Air-Righting", dieses "Sich-richtig-Stellen" im Flug, funktioniert. Immerhin handelt es sich um eine Bewegung, die flüssig, wie automatisiert und präzise abläuft. Und die an Magie glauben lässt.</p><p>Eine aktuelle <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://anatomypubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/ar.70165" class="external-link">Studie</a> legt nun nahe, dass diese Fähigkeit ganz irdische Gründe hat. Beziehungsweise anatomische. Der Schlüssel ist in einer Region der Wirbelsäule zu suchen. Forschende um den Veterinärphysiologen Yasuo Higurashi von der Universität von Yamaguchi in Japan haben herausgefunden, dass die Brustwirbelsäule von Katzen eine außergewöhnliche Fähigkeit zur Verdrehung besitzt – und damit eine zentrale Rolle bei der Rotation im freien Fall spielt. </p><p>Um dem Mechanismus auf die Spur zu kommen, kombinierten die Forschenden zwei Ansätze: mechanische Tests an den Wirbelsäulen verstorbener Tiere und Bewegungsanalysen lebender Katzen während eines Falls. Dabei analysierten die Wissenschaftler die Belastbarkeit, Beweglichkeit und Steifigkeit des Rückgrats. Es zeigten sich deutliche Unterschiede entlang der Wirbelsäule: Die Brustregion erwies sich als bemerkenswert flexibel, mit einem deutlich größeren Bewegungsradius und geringerer Steifigkeit als die Lendenregion, die vergleichsweise starr blieb.</p><h2>Katzen besitzen eine Art "Drehgelenk" in der Wirbelsäule</h2><p>Diese Unterschiede sind bedeutsam. Während die Lendenwirbelsäule Stabilität garantiert, ermöglicht die elastischere Brustwirbelsäule eine ausgeprägte Rotation – sie fungiert gewissermaßen wie ein eingebautes Drehgelenk im Rumpf. Besonders auffällig: In der Brustregion existiert eine Zone, in der sich die Wirbelsäule nahezu widerstandsfrei verdrehen lässt. In der Lendenregion fehlt ein solcher Spielraum vollständig.</p><p></p><p>Doch was bedeuten diese mechanischen Eigenschaften für die Beweglichkeit und Fallkompetenz der Stubentiger? Hochgeschwindigkeitsaufnahmen von zwei Katzen, die aus geringer Höhe fallen gelassen wurden, lieferten ein entscheidendes Indiz: Die Bewegungstalente drehten nicht ihren gesamten Körper auf einmal. Stattdessen erfolgte die Rotation in zwei Phasen. Zunächst richtete sich der vordere Teil des Körpers aus – Kopf, Vorderbeine und Brust. Erst danach folgte die hintere Hälfte.</p><p>Mit anderen Worten: Katzen können den vorderen Teil ihres Körpers wahrscheinlich relativ unabhängig vom Rest bewegen. Sie unterstützen das, indem sie ihre Vorderbeine anziehen und die hinteren Extremitäten ausstrecken. Das verlagert – sehr vereinfacht gesagt – die Masse auf geschickte Weise an die passende Stelle. Anschließend rotiert der hintere Teil nach. Die flexible Brustwirbelsäule liefert offensichtlich genau jene Beweglichkeit, die für diese gestaffelte Bewegungsabfolge wohl nötig ist.</p><p><br/><br/>Andere Erklärungsansätze verlieren damit etwas an Bedeutung. Etwa die Vorstellung, eine Katze nutze ihren Schwanz wie einen Propeller und richte sich mit dessen Hilfe im freien Fall aus. Zwar kann das Körperteil zur Stabilisierung beitragen, doch selbst schwanzlose Katzen sind in der Lage, sich kompetent auszurichten und sicher auf allen vieren zu landen.</p><p>Allerdings deutet einiges darauf hin, dass Katzen nicht nur die Wirbelsäulentechnik hilft, sondern sie unterschiedliche Mechanismen miteinander kombinieren. Eine Beobachtung der Studie wirft zudem neue Fragen auf. Die untersuchten Probanden zeigten eine Vorliebe für eine Drehrichtung: Sie rotierten überwiegend nach rechts. Das könnte Zufall sein, eine Gewohnheit der Testtiere. Oder auf feinste anatomische Asymmetrien zurückgehen, etwa die Position innerer Organe. Auf jeden Fall scheint damit ein weiteres Thema für die Zukunft der Katzenforschung gefunden zu sein.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Jörn Auf dem Kampe</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Tipps der Expertin: Wie verhält man sich richtig, wenn man einem Wolf begegnet?</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/wolf-in-hamburg--was-tun--wenn-man-einem-wolf-begegnet--37270624.html</link>
      <description>In Hamburg hat ein Wolf eine Frau gebissen. Viele fragen sich deshalb: Was sollte man tun, wenn man auf einen Wolf trifft? Eine Expertin vom NABU gibt Tipps</description>
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      <category>Wolf in Deutschland</category>
      <category>Natur</category>
      <category>Wölfe</category>
      <pubDate>Tue, 31 Mar 2026 10:08:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>In Hamburg hat ein Wolf eine Frau gebissen. Viele fragen sich deshalb: Was sollte man tun, wenn man auf einen Wolf trifft? Eine Expertin vom NABU gibt Tipps</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Mitten in Hamburg hat am frühen Montagabend ein Wolf im Stadtteil Altona eine Frau angegriffen und verletzt. Das Tier lief danach weiter bis in die Innenstadt und wurde schließlich von Polizeibeamten aus der Binnenalster gezogen und abtransportiert. Nach Angaben der Umweltbehörde hatten mehrere Menschen den Wolf bereits seit Samstag im Stadtgebiet gesichtet, zunächst in Parks entlang des Falkensteiner Ufers in Blankenese, später auch weiter stadteinwärts in Nienstedten und Othmarschen. </p><p>Viele stellen sich aufgrund der jüngsten Ereignisse daher die Frage: Wie sollte man idealerweise reagieren, wenn man einem Wolf begegnet? Die Wolfsexpertin Marie Neuwald vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) gibt Tipps, wie man sich in einer solchen Situation richtig verhält.</p><h2>219 Wolfsrudel leben in Deutschland</h2><p>Genau wie andere Wildtiere vermieden auch Wölfe ein Aufeinandertreffen mit Menschen meist. "Die Wahrscheinlichkeit, in Deutschland einen Wolf beim Spaziergang zu treffen, ist sehr gering. Vielmehr sehen Wölfe eher Menschen und entfernen sich", so Marie Neuwald. Gänzlich auszuschließen seien solche Begegnungen wie kürzlich in Hamburg aber nicht. Einer Frau, die am Abend im Stadtteil Altona unterwegs war, war plötzlich ein Wolf begegnet. Dass Wölfe derart weit in das Zentrum von Städten laufen, ist ungewöhnlich.</p><p></p><p>Insgesamt leben laut NABU derzeit 219 Rudel in Deutschland <a rel="noopener" target="_blank" href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/deutschland/index.html" class="external-link">(Monitoring 2024 / 2025)</a> – mit durchschnittlich sechs bis acht Tieren. Wölfe beanspruchen viel Platz für sich: Ein Rudel lebt im Schnitt auf 200 bis 250 Quadratkilometern. Das sei vergleichbar mit der Fläche von Frankfurt am Main oder dem Nationalpark Bayerischer Wald.</p><p>"In den nächsten Jahren wird die Zahl der Wölfe in Deutschland wegen der guten Lebensbedingungen sicherlich steigen, eine Wolfsbegegnung wird trotzdem nicht wahrscheinlicher. Wölfe sind sehr territoriale Tiere, die ihr Gebiet gegen andere Rudel verteidigen. Somit wird es nicht mehr Wölfe auf kleiner Fläche geben", so Neuwald.</p><h2>Was tun bei einer Wolfsbegegnung?</h2><p>Wer bei einem Spaziergang einem Wolf begegnet, sollte ruhig bleiben, nicht wegrennen, nicht auf den Wolf zugehen und ihm die Möglichkeit zum Rückzug geben. "Es kann auch helfen zu klatschen, laut zu rufen, sich groß zu machen und sich langsam zurückzuziehen", rät Neuwald. Im Idealfall seien die Rufe nur laut und nicht panisch. Hundebesitzer sollten den Hund anleinen und nah bei sich halten.</p><p></p><p>Eine Begegnung zwischen Mensch und Wolf verlaufe in der Regel unaufgeregt. Wer die Möglichkeit hat, könne den Wolf fotografieren oder filmen. Wichtig sei es, den Vorfall an <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.dbb-wolf.de/die-dbbw" class="external-link">Monitoring-Stellen</a> zu melden, um die Wolfsbegegnungen in Deutschland zu dokumentieren. Seien Wölfe zu stark an Menschen interessiert, könnten Fachleute sie vergrämen, zum Beispiel durch den Beschuss mit ungefährlichen Gummigeschossen.</p><h2>Gefahr für Wolfsangriffe ist sehr gering</h2><p>Forscherinnen und Forscher des Norwegischen Instituts für Naturforschung (NINA) haben untersucht, wie groß die Gefahr eines Wolfsangriffs ist. Die <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="https://www.nabu.de/news/2021/04/29806.html" class="external-link">NINA-Studie</a> analysierte Angriffe von Wölfen auf Menschen zwischen 2002 und 2020. Ergebnis: Ein Angriff durch einen Wolf, wie auch durch andere Wild-, Nutz- oder Haustiere, kann niemals völlig ausgeschlossen werden. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist jedoch äußerst gering, gefährlich ist der Wolf für den Menschen in der Regel nicht. </p><p></p><p>In Europa (ohne Russland) und Nordamerika gab es im Untersuchungszeitraum 14 Angriffe, zwei davon in Nordamerika verliefen tödlich. "In den allermeisten Fällen haben die Wölfe vorher schon ein auffälliges Verhalten gezeigt. Sie wurden beispielsweise durch Anfüttern an den Menschen gewöhnt und haben ein übersteigertes Interesse an Menschen entwickelt", erklärt Neuwald. Wolfsangriffe weltweit gehen seit den 1950er-Jahren häufig auch auf Tollwut zurück. Ein Angriff wie der jüngste Vorfall in der Hamburger Innenstadt ist hingegen äußerst selten.</p><p><em>Wir haben bereits 2021 mit der Expertin des NABU gesprochen und diesen Artikel aus gegebenem Anlass aktualisiert.</em></p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Solvejg Hoffmann</dc:creator>
      <dc:creator>Rebecca Häfner</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Schädlinge: Alarmstufe Motte! Wenn der Kammerjäger ins Museum kommt | GEOplus</title>
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      <description>Ungeziefer ist der schlimmste Feind des Archivs. Wenn gefräßige Krabbler in der Sammlung Einzug halten, ist es Zeit für Pascal Querner</description>
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      <category>Museum</category>
      <category>Insekten</category>
      <category>Tiere</category>
      <pubDate>Tue, 31 Mar 2026 08:36:00 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Tanja Beuthien</dc:creator>
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    <item>
      <title>Artenvielfalt: Warum Raupenfutterpflanzen so wichtig sind</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/raupen-und-ihre-lieblingspflanzen-37261198.html</link>
      <description>Raupen erfüllen wichtige Funktionen im Ökosystem. Ohne sie gäbe es zum Beispiel keine Schmetterlinge. Damit sie sich entwickeln können, brauchen sie geeignete Futterpflanzen</description>
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      <category>Schmetterlinge</category>
      <category>Insekten</category>
      <category>Garten</category>
      <category>Artenvielfalt</category>
      <pubDate>Fri, 27 Mar 2026 16:18:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Raupen erfüllen wichtige Funktionen im Ökosystem. Ohne sie gäbe es zum Beispiel keine Schmetterlinge. Damit sie sich entwickeln können, brauchen sie geeignete Futterpflanzen</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Schmetterlinge sind nach Käfern die artenreichste Insektenordnung, mit mehr als 3700 Arten allein in Deutschland. Viele sind bedroht, einige gelten bereits als ausgestorben oder verschollen. Die Entwicklung ihrer Raupen ist unmittelbar mit dem Vorhandensein der richtigen Futterpflanzen verbunden. Während manche Raupen zu den Generalisten zählen und eine Vielzahl von Pflanzenarten fressen können, sind andere auf bestimmte, teilweise seltene Arten angewiesen. Wieder andere beschränken sich auf Pflanzenfamilien, etwa der Schwalbenschwanz, dessen Raupen sich von verschiedenen Doldenblütlern (Apiaceae) ernähren. Dazu zählen zum Beispiel Wilde Möhre, Bibernelle, Fenchel oder Dill.</p><p>Bevor ein Falter durch den Garten flattern kann, durchläuft er mehrere Entwicklungsstadien: Aus dem Ei schlüpft eine Raupe, die an ihrer Futterpflanze frisst und im Rekordtempo zu wachsen scheint, bis sie sich verpuppt und im letzten Stadium schließlich als adulter Schmetterling (Imago) schlüpft. Dauer und Zeitpunkt der einzelnen Phasen unterscheiden sich. Einige Falter überwintern als Puppe, andere als Raupe, wieder andere, wie der Zitronenfalter, überstehen sogar als Imago frostige Temperaturen.</p><p></p><p>Das letzte Entwicklungsstadium erreicht allerdings nur ein Bruchteil der Raupen, denn sie dienen vielen anderen Tieren als Nahrung. Blaumeisen etwa müssen laut LBV pro Tag an die Tausend Raupen finden, um eine Brut von zehn Küken zu versorgen.</p><p>Dass trotzdem genug Raupen zu Faltern heranwachsen, hat eine große ökologische Bedeutung, denn Schmetterlinge sind wichtige Bestäuber unzähliger Pflanzen. Um das Überleben der Raupen zu sichern, setzen viele Arten auf Masse: So legt das Weibchen des Tagpfauenauges etwa 200 Eier. Auf Fressfeinde kann die große Ansammlung zuckender Raupen abschreckend wirken.</p><p></p><p>Manche Arten wie der Segelfalter legen ihre Eier einzeln an sorgfältig bedachten Plätzen ab. Das Schachbrettfalter-Weibchen hingegen wirft sie im Flug ab – sie ernähren sich von Gräsern. Das Landkärtchen stapelt seine Eier zu kleinen Türmchen an der Blattunterseite von Brennnesseln. Und der Wiesenknopf-Ameisenbläuling legt sie direkt in die Blüte des Großen Wiesenknopfs.</p><p></p><h2>Raupenfutterpflanzen: Tipps für Garten und Balkon</h2><p>Ohne großen Aufwand kann man Raupen im Garten oder auf dem Balkon fördern. Zu den wichtigsten Raupenfutterpflanzen gehören zum Beispiel die Große Brennnessel, die Ackerkratzdistel, Kleearten sowie Obstgehölze und einige Gemüsearten. Wer eine wilde Ecke wachsen lässt und im Obst- und Gemüsegarten auf Gift verzichtet, tut schon eine Menge für die Raupenvielfalt. Trotzdem bietet es sich an, Raupenfutterpflanzen gezielt anzupflanzen.</p><p><strong>Sal-Weiden</strong> und andere heimische <strong>Weidenarten</strong> gehören zu den besten Raupenfutterpflanzen. Laut der Plattform NaturaDB ernährt die Sal-Weide ganze 198 Raupenarten, wovon 49 spezialisiert sind.</p><p><strong>Kirschen</strong> und andere <strong>Obstgehölze</strong> sind für viele Raupen interessant. Dafür braucht es keinen großen Garten: Obstbäume gedeihen auch im Kübel auf der Terrasse oder dem Balkon.</p><p><strong>Schlehen</strong> ernähren den Schlehen-Bürstenspinner, den Segelfalter und viele weitere Arten. Auch die Raupen von Gespinstmotten fressen mit Vorliebe die Blätter. Dass sie die Sträucher dabei einspinnen, sorgt bei vielen Gartenfans für Irritation, doch meist treiben die Gehölze zum Sommer wieder aus. In ihrem weißen Gespinst sind die Raupen vor Fressfeinden und der Witterung geschützt.</p><p><strong>Birken</strong>, <strong>Erlen</strong> und <strong>Pappeln</strong> sind ebenfalls beliebte Raupenfutterpflanzen. Ein besonderes Schauspiel veranstalten die Larven der Erlenblattwespen, die oft in großer Zahl an den Blättern sitzen. Fühlen sie sich bedroht, nehmen sie eine S-förmige Schreckhaltung ein.</p><p></p><p><strong>Heimische Wildpflanzen</strong> stehen bei vielen Raupen hoch im Kurs. An der <strong>Brennnessel</strong> kann man neben dem Tagpfauenauge auch die Raupen vom Kleinen Fuchs, Admiral und Landkärtchen beobachten. Viele Feuerfalter fressen am <strong>Wiesen-Sauerampfer</strong>. Verschiedene Scheckenfalter, Eulenfalter und Bärenspinner nutzen den <strong>Spitzwegerich</strong> als Futterpflanze, und der Distelfalter mag neben der <strong>Ackerkratzdistel</strong> auch die <strong>Nickende Distel</strong>, den <strong>Beifuß</strong> und den Gewöhnlichen <strong>Natternkopf</strong>. Am <strong>Rotklee</strong> fressen neben dem spezialisierten Rotklee-Bläuling auch zahlreiche andere Arten, den <strong>Hornklee</strong> lässt sich das Sechsfleck-Widderchen schmecken und an der <strong>Knoblauchsrauke</strong> trifft man mit etwas Glück die Raupen von Aurorafalter und Kohlweißling. Wer den Kohlweißling aus dem Gemüsebeet locken möchte, kann außerdem <strong>Kapuzinerkresse</strong> als Opferpflanze anbieten.</p><p></p><p>Auch <strong>Gräser</strong> dienen als Futterpflanze, etwa die <strong>Weiße Segge</strong>, das <strong>Einjährige Rispengras</strong> und der <strong>Schaf-Schwingel</strong>, an dem Wiesenvögelchen, Mohrenfalter und das Kleine Ochsenauge anzutreffen sind.</p><p>Wer spezialisierte Arten wie das Taubenschwänzchen bei der Metamorphose beobachten möchte, muss ein ausreichend großes Angebot ihrer Futterpflanzen anbieten. Ab Mai erfolgt die Eiablage an <strong>Labkräutern</strong> wie dem Echten Labkraut oder dem Wiesen-Labkraut.</p><p></p><p>Die Liste empfehlenswerter Raupenfutterpflanzen ließe sich noch lang weiterführen. Grundsätzlich sollte man auf eine artenreiche Mischung heimischer Gehölze, Sträucher, Stauden, Kräuter, Wildblumen und Gräser setzen. Nur so lässt sich im eigenen Garten oder auf dem Balkon die eindrucksvolle Vielfalt unserer heimischen Raupen fördern und beobachten.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Laura Evers</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Meeresbiologie: Wal verlässt Lübecker Bucht – wann strandet der nächste?</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/wal-verlaesst-luebecker-bucht---wann-strandet-der-naechste--37260384.html</link>
      <description>Der gefangene Buckelwal hat sich befreit. Zurück bleiben Fragen: Wie wahrscheinlich ist es, dass sich ein solches Ereignis wiederholt? Ist der Fall gar ein Vorbote für weitere?</description>
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      <category>Buckelwale</category>
      <category>Meeressäuger</category>
      <category>Forschung</category>
      <category>Wissen</category>
      <pubDate>Fri, 27 Mar 2026 15:30:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Der gefangene Buckelwal hat sich befreit. Zurück bleiben Fragen: Wie wahrscheinlich ist es, dass sich ein solches Ereignis wiederholt? Ist der Fall gar ein Vorbote für weitere?</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Die Bilder sind noch sehr präsent: ein gewaltiger Wal im flachen Wasser der Ostsee, gefangen auf einer Sandbank. Umzingelt von Menschen, die helfen wollen. Oder auch flankiert von Baggern, die den Boden abgraben, um dem Meeressäuger einen Fluchtweg zu eröffnen. Am Ende das große Finale, zumindest vorerst: Das Tier befreit sich selber aus der Zwangslage, steuert nun offenbar tiefere Zonen an. Während sich darüber allmählich Erleichterung breitmacht, wirft der Fall grundsätzliche Fragen auf. Werden solche Giganten häufiger an den Strand getrieben als früher? Könnte der Buckelwal-Fall vom Timmendorfer Strand also gar ein Vorbote sein für mehr? </p><p>Walstrandungen gehören seit jeher zur Naturgeschichte der Ozeane. Sie sind aus historischen Berichten bekannt, die Jahrhunderte zurückreichen. Und auch die Lage von Tausende Jahre alten Fossilien, die Forschende identifizierten, beweist, dass dies kein Phänomen des Industriezeitalters ist. Alte oder geschwächte Tiere wurden seit jeher an Land gespült. Und doch hat sich etwas verändert. Weltweit werden inzwischen Tausende Strandungen pro Jahr registriert. In einigen Regionen zeigen die Daten außerdem deutliche Zunahmen, etwa an den Küsten Großbritanniens. Aber was steckt dahinter?</p><p>Die Deutung ist komplex. Denn zwei Entwicklungen überlagern sich – und beide haben mit dem Menschen zu tun. Zum einen bringt <em>Homo sapiens</em> heute mehr Tiere in Schwierigkeiten als noch vor hundert Jahren. Vor allem durch Kollisionen mit Schiffen: Verletzte Wale stranden häufig. In Netzen und Leinen der Fischerei verheddern sie sich, was mit ähnlichen Konsequenzen einhergehen kann. Und: Meeressäuger verfügen über ein empfindliches Gehör, das ihnen auch bei der Orientierung hilft. Unterwasserlärm beeinträchtigt diesen Sinn massiv, etwa das Brummen von Schiffsmotoren, der Sound des Sonars oder Explosionen bei Sprengungen. All das wird in Zukunft vermutlich kaum weniger störend sein. Und sich womöglich eher noch verstärken.</p><p>Umweltgifte und Plastikmüll tragen darüber hinaus zur Belastung und Schwächung der Wale bei. Und das könnte die Zahl der Strandungen erhöhen. Wahrscheinlich ist auch: In vielen Fällen wird es eine Mehrzahl von Gründen sein, die Meeressäuger aufs Ufer treiben. Das macht Ursachenforschung und Prognosen nicht einfacher.</p><h2>Viele Studien sehen in Strandungen ein Anzeichen für ökologischen Stress</h2><p>Aber: Es existiert eben noch die zweite menschliche Komponente – wir widmen den Tieren weit mehr Aufmerksamkeit als früher. Durch ein systematisches Monitoring, durch bessere Technik etwa lassen sich die Routen der Wale besser verfolgen, werden Vorfälle vermutlich häufiger gemeldet, auch weil Strandbesucher schnell mal ihr Handy zücken und Bilder posten.</p><p>Was früher unbemerkt blieb, wird heute also eher dokumentiert. Viele Studien jedoch sehen in den Strandungen sehr wohl ein Anzeichen für ökologischen Stress mit steigender Tendenz. Gut möglich, dass es also in Zukunft häufiger zu lebensbedrohlichen Anlandungen der tonnenschweren Tiere kommt, auch in Deutschland. In der Nordsee wie auch in der Ostsee, wo jetzt der Buckelwal in die Bredouille geriet. </p><p></p><p>Normalerweise ist die flache Ostsee nach Angaben der Deutschen Stiftung Meeresschutz gar nicht als Heimat für große Wale bekannt. Dass sie überhaupt hier auftauchen, liegt mit großer Wahrscheinlichkeit am Hunger: Auf der Suche nach Nahrung folgten sie Fischschwärmen, sagte Almut Neumeister vom Deutschen Meeresmuseum der Deutschen Presse-Agentur. Gerade junge Wale würden auch gern ihre Umgebung sondieren. Allein 2025 seien einige Buckelwale gesichtet worden. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Meeresschutz tauchten in den vergangenen Jahrzehnten aber auch schon Belugas, Narwale und Zwergwale in der Ostsee auf.</p><p>Auch eine wachsende Walpopulation könne ein Grund sein, vermutet Almut Neumeister, warum in den vergangenen Jahren häufiger große Wale die Ostsee durchkreuzten. Viele Tiere fänden aber den Weg zurück in die Nordsee. Und sie stranden gar nicht. Bleibt zu hoffen, dass es der Buckelwal aus der Lübecker Bucht ebenfalls in die Freiheit schafft.</p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Jörn Auf dem Kampe</dc:creator>
    </item>
    <item>
      <title>Tödlicher Schutz: Australiens Hainetze machen die Meere zur Todesfalle</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/hai-netze-in-australien--schutz-und-todesfalle-zugleich-37260486.html</link>
      <description>An vielen Stränden in Australien stehen Netze im Meer, die Begegnungen mit Haien verhindern sollen. Was erst einmal beruhigend klingt, stößt in der Praxis allerdings auf viel Kritik</description>
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      <category>Haie</category>
      <category>Tierschutz</category>
      <category>Tierwohl</category>
      <category>Tierwelt</category>
      <category>Australien</category>
      <pubDate>Fri, 27 Mar 2026 10:09:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>An vielen Stränden in Australien stehen Netze im Meer, die Begegnungen mit Haien verhindern sollen. Was erst einmal beruhigend klingt, stößt in der Praxis allerdings auf viel Kritik</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Australien hat in den vergangenen Monaten auffällig viele Haiangriffe erlebt. Besonders ein Fall im Januar, bei dem ein 12-Jähriger an Verletzungen mutmaßlich durch einen Bullenhai starb, bewegte viele Menschen. Im Bundesstaat New South Wales setzt man auf Netze, um Bullenhaie, Weiße Haie und Tigerhaie von den Stränden fernzuhalten. Daran gibt es allerdings Kritik von Tierschützern und Experten, weil sich auch Tiere wie Meeresschildkröten darin verfangen und sterben. </p><p>Nur etwa zehn Prozent der Tiere, die in New South Wales in die Netze geraten, seien Haie als potenziell gefährlich geltender Arten, sagt Lawrence Chlebeck, Meeresbiologe bei der Naturschutzorganisation Humane World for Animals Australia. </p><p>In der Saison 2024/25 wurden nach Daten des Bundesstaats mehr als 200 Tiere gefangen, darunter 24 Bullen-, Tiger- und Weiße Haie. Daneben verhedderten sich 117 Haie harmloser Arten sowie 56 Rochen, 13 Schildkröten und 4 Delfine in den Netzen. Und das, obwohl diese jedes Jahr für mehrere Monate eingeholt werden, um den Beifang zu reduzieren, insbesondere zum Schutz von Meeresschildkröten während der Wanderphasen. </p><h2>Für Haie ist es leicht, am Netz vorbeizuschwimmen</h2><p>Optisch riesigen Volleyballnetzen ähnlich hängen die Hai-Netze etwa 500 Meter entfernt vom Strand entfernt im Meer. Anders als viel kleinmaschigere sogenannte Hai-Barrieren, die einen Bereich komplett einzäunen - und für die meisten Strände in Australien ungeeignet sind - reichen die Netze weder bis zum Meeresboden noch bis zur Wasseroberfläche und schließen auch an den Seiten nicht ab. </p><p></p><p>Es passiert darum regelmäßig, dass ein Hai daran vorbeischwimmt. Viele ins Netz gegangene Haie befänden sich auf der Innenseite, seien also gerade dabei gewesen, vom Strand weg wieder hinaus aufs Meer zu schwimmen, sagt Robert Harcourt, Meeresökologe und emeritierter Professor an der Macquarie University in Sydney.</p><h2>Fangnetze, die zum Ersticken führen</h2><p>Den Strand komplett abzuschirmen, sei aber auch nicht Sinn und Zweck der Netze, erklärt Harcourt. Vielmehr gehe es darum, die Zahl als potenziell gefährlich eingestufter Haie zu vermindern. Im Netz verfangene Haie sterben oft rasch: Tiere bestimmter Arten wie dem Weißen Hai müssen schwimmen, um sauerstoffreiches Meerwasser durch ihre Kiemen zu leiten, sonst ersticken sie. «Es wird gerne gesagt, dass die Netze zur Abschreckung dienen, aber es sind kommerzielle Fischernetze, die dafür gedacht sind, Fische und Haie zu fangen und zu töten», sagt Chlebeck. </p><p>Sinnlos sind die Netze nicht, wie Harcourt betont: Die Zahl der Hai-Begegnungen werde tatsächlich deutlich gesenkt. «Die Netze sind sicher nicht perfekt, aber es sind deutlich weniger Menschen gestorben, nachdem sie eingeführt wurden.» Allerdings sind in den vergangenen Jahrzehnten auch die Haipopulationen stark geschrumpft.</p><p>Umstritten ist, ob Hai-Netze auch heute noch der beste Weg dafür sind, die Zahl der Hai-Angriffe zu reduzieren. Regionen wie Neuseeland, Hawaii oder die im Indischen Ozean gelegene Insel Réunion haben sich von der Methode verabschiedet und setzen auf Aufklärungsprogramme und verstärkte Überwachung etwa mit Hilfe von Drohnen.</p><h2>Mehr als tausend Weiße Haie mit Trackern versehen</h2><p>Eine weitere Möglichkeit ist, möglichst viele Haie mit Trackern zu versehen und so nachzuvollziehen, wo sich das jeweilige Tier gerade befindet. Kommt ein markierter Hai in Strandnähe, wird eine Warnung auf der «Shark Smart App» angezeigt, die es aktuell für New South Wales und Westaustralien gibt. Harcourt zufolge wurden in New South Wales bereits weit über tausend Weiße Haie sowie hunderte Bullen- und Tigerhaie markiert.</p><p>Eines der besten Mittel gegen Hai-Angriffe sei, die Menschen gut zu informieren, betont Chlebeck. Zum Beispiel sei zu vermeiden, in der Abend- oder Morgendämmerung ins Wasser zu gehen. Auch nach starkem Regen sollte das Schwimmen für ein paar Tage vermieden werden, denn manche Haie jagten gezielt in trübem Wasser, um Beute besser überraschen zu können. Zudem spüle Regen organisches Material, Abfälle und verendete Tiere aus Flüssen und Kanälen ins Meer, was kleinere Fische und damit wiederum auch Haie anlocken könne.</p><p>In New South Wales hatten aufgrund der Kritik drei Gemeinderäte geplant, die Netze an manchen Stränden zu entfernen. Kurz bevor der Versuch anstand, gab es aber einen tödlichen Haiangriff im Norden Sydneys. Daraufhin wurde entschieden, die Netze vorerst doch zu behalten.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Eingeschleppte Arten: Gefährliche Ameisenart erstmals in Deutschland entdeckt</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tierwelt/gefaehrliche-ameisenart-erstmals-in-deutschland-entdeckt-37261262.html</link>
      <description>Erstmals ist in Deutschland die Asiatische Nadelameise nachgewiesen worden. Ihre Stiche können allergische Schocks auslösen. Was Forschende im Stuttgarter Rosensteinpark entdeckten</description>
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      <category>Ameisen</category>
      <category>Insekten</category>
      <pubDate>Fri, 27 Mar 2026 14:17:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Erstmals ist in Deutschland die Asiatische Nadelameise nachgewiesen worden. Ihre Stiche können allergische Schocks auslösen. Was Forschende im Stuttgarter Rosensteinpark entdeckten</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>In einem Stuttgarter Stadtpark ist eine neue eingeschleppte Ameisenart entdeckt worden, deren Stich zu allergischen und damit lebensgefährlichen Schocks führen kann. Nach Angaben der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (Frankfurt) und der Stuttgarter Universität Hohenheim ist es der erste gesicherte Nachweis einer Asiatischen Nadelameise in Deutschland. </p><p>"Die Insekten werden von der Europäischen Union aufgrund ihrer möglichen Schadwirkung und ihrer potenziell allergieauslösenden Stiche als besonders problematisch eingestuft", teilten die Experten der Senckenberg Gesellschaft mit. Die Art war im vergangenen Sommer in die höchste Gefahrenklasse der EU heraufgestuft worden. </p><h2>Student meldete Fund im Stuttgarter Zoo Wilhelma</h2><p>Forschende sind nach eigenen Angaben im vergangenen Juni im Stuttgarter Rosensteinpark auf Nachweise für die aus Ostasien stammende Ameise gestoßen. "Wir konnten in dem Park eine vollständige Kolonie der Asiatischen Nadelameise mit Nachwuchs entdecken", sagte Brendon Boudinot vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. "Das zeigt, dass es sich nicht nur um einzelne eingeschleppte Tiere handelt, sondern sehr wahrscheinlich um eine lokale überwinterungsfähige Population". </p><p></p><p>Boudinot ist Erstautor einer Studie zum deutschen Erstnachweis, die nun im wissenschaftlichen Fachjournal "Zootaxa" erschienen ist. Einer der Co-Autoren, der Stuttgarter Biologie-Student Max Härtel, hatte nach Angaben der Universität Hohenheim bereits kurz zuvor ein Exemplar der Asiatischen Nadelameise (Brachyponera chinensis) im Stuttgarter Zoo Wilhelma entdeckt und bestimmt.</p><p>Die Asiatische Nadelameise stammt ursprünglich aus Ostasien. In Europa wurde die Art unter anderem 2020 in Neapel gefunden. Invasive Ameisen verursachen weltweit erhebliche Schäden: Sie können öffentliche Grünanlagen und private Gärten beeinträchtigen, Nutztiere sowie geschützte Arten angreifen und ganze Lebensräume verändern. Verbreitet werden die Tiere häufig unbemerkt, etwa über den internationalen Pflanzenhandel, in Containern oder im Reisegepäck. Begünstigt wird Verbreitung dieser Arten auch durch steigende Temperaturen im Zuge des Klimawandels.</p></div></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Auf der Fensterbank: Tomaten vorziehen: Alles Wichtige zu Saatgut, Zeitpunkt und Pflege</title>
      <link>https://www.geo.de/natur/tomaten-vorziehen--mit-dieser-anleitung-klappt-s-37255006.html</link>
      <description>Wenn ein Gemüse sich jetzt zu säen lohnt, dann Tomaten: Die Sortenvielfalt! Die Wüchsigkeit! Das Ernteglück! Damit es auch wirklich klappt, hier die besten Tipps für die Voranzucht</description>
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      <category>Tomaten</category>
      <category>Selbstversorgung</category>
      <category>Ratgeber</category>
      <category>Garten</category>
      <category>Gemüse</category>
      <pubDate>Fri, 27 Mar 2026 10:11:00 GMT</pubDate>
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      <updated xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">2026-03-27T10:11:00Z</updated>
      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Wenn ein Gemüse sich jetzt zu säen lohnt, dann Tomaten: Die Sortenvielfalt! Die Wüchsigkeit! Das Ernteglück! Damit es auch wirklich klappt, hier die besten Tipps für die Voranzucht</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Tomaten selbst zu ziehen hat viele Vorteile. Es macht Spaß, ihnen beim üppigen Wachsen zuzusehen, spart Geld, und man kann aus der Vielfalt der Sorten die schönsten und schmackhaftesten wählen. Außerdem ist es leicht. Tomaten zählen zu den Anfängergemüsen, ob im Beet oder Topf.</p><h2 class="anchor">Ab wann kann ich auf der Fensterbank Tomaten vorziehen?</h2><p>Die Antwort hängt von der eigenen Erfahrung und der vorhandenen Ausrüstung ab. Wer über ein (beheiztes) Gewächshaus verfügt, kann schon Mitte Februar mit der Voranzucht beginnen. Alle anderen warten bis März. </p><p>Mit einer speziellen Pflanzlampe und viel Platz kann man sich Anfang März an die Aussaat wagen. Wer nur das Licht auf der <strong>Fensterbank </strong>nutzt, für den lohnt es sich, <strong>bis Mitte oder sogar Ende März zu warten</strong>, wenn die Tage länger werden. Später gesäte Tomaten holen das Wachstum oft auf, weil die Lichtverhältnisse einfach besser sind.</p><p></p><p>Haben Sie im Hinterkopf, dass Sie die Tomaten je nach Wetterlage erst <strong>Mitte Mai ins Freiland</strong>, beziehungsweise Mitte April ins Gewächshaus auspflanzen können. So lange müssen die Pflanzen in der Wohnung ausharren. Bekommen sie nicht genug Licht oder fehlt der Platz zum Umtopfen, werden die Pflanzen schwächlich, und der Vorteil der frühen Aussaat ist dahin. Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür, wann der richtige Moment gekommen ist.</p><h2 class="anchor">Saatgut: Wie finde ich die Tomatensorte, die zu mir passt?</h2><p>Schätzungen nach soll es mehr als 10.000 Sorten geben. Die optische und geschmackliche Bandbreite reicht von grün und gelb über orange, schwarz, lila, gestreift, gescheckt, murmelgroß, fleischig, tropfenförmig, rauchig bis quietschsüß.</p><p></p><p>Was von einer Tomatensorte zu erwarten ist, kann der Beschreibung auf der Saatgutverpackung oder im Internetshop entnommen werden. Es gibt neben der Auswahl im lokalen Handel Dutzende professionelle und private Saatguthändler, die Tomatensamen anbieten und per Post versenden.</p><p></p><p>Bevor Sie Ihre Wahl treffen, sollten Sie die wichtigsten Merkmale kennen:</p><ul class="rte--list"><li><strong>Buschtomaten, Stabtomaten oder Wildtomaten: </strong>Buschtomaten eignen sich vor allem für den Kübelanbau, da sie kompakt wachsen und nicht ausgegeizt werden müssen. Der dichte Wuchs macht sie je nach Sorte aber auch anfälliger für Krankheiten im ungeschützten Freiland. Stabtomaten wachsen luftiger, brauchen aber einen Stab, eine Schnur oder ein Gitter, an dem sie nach oben ranken können. Wildtomaten wiederum wachsen ausufernd in alle Richtungen und bilden murmelgroße Früchte. Sie gelten als besonders robust gegen Krankheiten.</li><li><strong>Cocktailtomaten oder Fleischtomaten: </strong>Cocktailtomaten bilden kleinere, dafür aber mehr und aromatischere Früchte als Fleischtomaten. Außerdem reifen sie schneller. Für die Kultur im Kübel sind sie daher besser geeignet. Fleischtomaten liefern bei ausreichend Platz im Beet oder Gewächshaus hohe Erträge, haben aber eine längere Reifezeit. Sie eignen sich häufig perfekt für Saucen. Viele Sorten liegen irgendwo zwischen kleiner Cocktail- und großer Fleischtomate.</li><li><strong>Gewächshaus- oder Freilandtomaten: </strong>Im Gewächshaus lässt sich beides anbauen. Im Garten oder auf einem ungeschützten Balkon sind jedoch Freilandsorten zu bevorzugen. Sie sind robuster. Das bedeutet vor allem, dass sie sich bei nasser Witterung nicht so schnell mit der <a rel="noopener" target="_blank" href="https://30653180" class="external-link">Kraut- und Braunfäule</a> infizieren.</li><li><strong>Samenfeste Sorten oder Hybridsorten: </strong>Von samenfesten Sorten kann man eigenes Saatgut gewinnen. Sie punkten mit intensiven Aromen, sind aber oft weniger ertragreich als Hybridsorten (F1-Hybride), die für den Erwerbsanbau entwickelt wurden. Hybridsorten eignen sich nicht zur Weitervermehrung (warum, ist <a rel="noopener" target="_blank" href="https://www.geo.de/wissen/tomatensamen-gewinnen--mit-dieser-anleitung-gelingt-es--35003618.html" class="external-link">hier</a> erklärt). Auch wer die Samen von Tomaten aus dem Supermarkt oder vom Wochenmarkt verwenden möchte, sollte darauf achten, dass es sich nicht um Hybride handelt.</li></ul><p></p><p><strong>Extratipp:</strong> Tomatensamen bleiben jahrelang keimfähig, mit etwas Glück sogar zehn Jahre und länger. Allerdings lässt die <strong>Keimrate</strong> mit der Zeit nach. Daher empfiehlt es sich, bei älterem Saatgut vorsorglich etwas mehr auszusäen.</p><h2 class="anchor"><strong>Tomaten aussäen: So einfach geht es!</strong></h2><p>Die Aussaat ist denkbar simpel, denn im Vergleich zu vielen anderen Gemüsesorten sind Tomaten dankbare Keimer. Man fülle einen <strong>Topf oder eine beliebige Plastikschale</strong>, die unten Löcher aufweist, mit Erde. Dies kann Aussaaterde sein, leicht gedüngte Erde oder gut abgelagerter Kompost. Als Starkzehrer vertragen Tomaten zu Anfang mehr Nährstoffe als anderes Gemüse.</p><ul class="rte--list"><li>Drücken Sie die Erde gleichmäßig an, und legen Sie die Tomatensamen mit mindestens<strong> einem Zentimeter Abstand</strong> darauf (je enger Sie säen, desto früher müssen Sie pikieren).</li><li>Anschließend die Tomaten locker mit Erde bestreuen oder übersieben. Da Tomaten <strong>Lichtkeimer</strong> sind, dürfen sie nicht zu tief vergraben werden. Die Erde nun gründlich befeuchten. Eine <strong>Ballbrause</strong> verhindert, dass die Samen freigespült werden. <strong>Beschriften</strong> nicht vergessen.</li><li>Zum Keimen stellen Sie das Pflanzgefäß an einen möglichst warmen Ort, der konstant <strong>um die 20 bis 24 Grad Celsius</strong> aufweist. Das kann in der Nähe eines Heizkörpers sein oder auf der Fußbodenheizung im Bad.</li><li>Um zu verhindern, dass die Erde durch die Hitze austrocknet, was für die Samen tödlich wäre, empfiehlt es sich, eine <strong>Haube oder Plastiktüte</strong> über das Aussaatgefäß zu stülpen. Diese sollte aber entfernt werden, sobald die Köpfchen aus der Erde lugen. Das kann je nach Sorte und Saatgutqualität schon nach <strong>drei bis vier Tagen</strong> geschehen.</li></ul><p></p><p><strong>Extratipp:</strong> Eierkartons oder Klopapierrollen eignen sich weniger gut als Anzuchtgefäße, weil sie zum Schimmeln und Austrocknen neigen. Wer upcyceln möchte, kann Gemüseschalen aus dem Supermarkt oder aufgeschnittene, am Boden perforierte Tetra Paks verwenden.</p><h2 class="anchor"><strong>Tomaten pikieren: </strong>Nach dem Keimen kommt das Vereinzeln</h2><p>Sobald die Jungpflanzen ihre Keimblätter aus der Erde schieben, sollten sie an einen <strong>kühleren, möglichst hellen Ort</strong> gestellt werden. Dies kann zum Beispiel ein helles Südfenster in einem wenig beheizten Raum sein. Um die Lichtmenge zu erhöhen, können Sie einen <strong>hellen Karton oder einen Spiegel</strong> hinter die Pflänzchen stellen. Profis nutzen ein Pflanzlicht, zwingend nötig ist das nicht.</p><p>Wer dicht gesät hat, sollte die Pflanzen <strong>pikieren</strong>, also vereinzeln, sobald die Tomaten ihr erstes echtes Blattpaar entwickeln. Es erscheint nach den lanzettförmigen Keimblättern und unterscheidet sich optisch deutlich von diesen. Zum Pikieren kann man entweder alle Tomaten samt Erde aus dem Topf herausziehen und vorsichtig vereinzeln. Oder man hebelt die Pflänzchen mit einem <strong>Pikierstab </strong>samt Wurzel heraus. Als Pikierstab eignet sich etwa ein Stift oder ein Essstäbchen. </p><p></p><p>Sodann füllen Sie einen Topf mit vorgedüngter Erde und bohren mit dem Finger ein Loch hinein. <strong>Manövrieren Sie das Pflänzchen mit der Wurzel zuerst in das Loch</strong>, sodass nur noch die Keimblätter herausschauen. Falls das nicht auf Anhieb ganz klappt, können Sie die Wurzeln mit dem Pikierstäbchen sanft tiefer in das Pflanzloch ziehen. Anschließend das Loch mit Erde füllen, gut andrücken und gießen.</p><p><strong>Extratipp:</strong> Die Pflänzchen <strong>nicht am Stiel anfassen</strong>, weil hier die lebenswichtigen Leitungsbahnen verlaufen, die nicht gequetscht werden dürfen. Fassen Sie stattdessen an den Blättern an. </p><p></p><h2 class="anchor">Tomaten gießen, düngen – und streicheln</h2><p>In einem großen Topf (siehe Foto) können die Jungpflanzen einfach bis zum Auspflanzen weiterwachsen. Sollten die Wurzeln jedoch anfangen, im Kreis zu wachsen, muss zwischendurch noch einmal <strong>umgetopft</strong> werden. Sind die Wurzeln bereits verfilzt, werden sie gelockert und gegebenenfalls mit einer sterilen Schere leicht eingekürzt. </p><p></p><p><strong>Gedüngt</strong> wird nach drei Wochen mit einem um die Hälfte verdünnten Flüssigdünger oder wenn die Blätter sich hell färben (Stickstoffmangel). Sparsam gießen und nach Möglichkeit von unten, also in den Untersetzer. Wenn sich die Erde nach zehn Minuten vollgesogen hat, restliches Wasser entfernen. Achtung: <strong>Staunässe</strong> lässt die Wurzeln absterben, was ebenfalls gelbe Blätter nach sich zieht.</p><p><strong>Extratipp</strong>: Streicheln sie mindestens einmal täglich sanft über die Köpfe der Jungpflanzen. Das simuliert den Wind, der in der Wohnung fehlt, und lässt die Tomaten kräftiger und gedrungener wachsen.</p><h2 class="anchor">Hilfe, meine Tomaten sind vergeilt! Was nun?</h2><p>Von Vergeilen spricht man, wenn der Tomatenkeimling in die Höhe schießt und sich gefährlich zur Seite neigt. Der Grund für Vergeilen ist zu viel Wärme bei gleichzeitig zu wenig Licht. In diesem Zustand droht der Keimling umzufallen; insbesondere wenn das Substrat sehr feucht ist und Trauermücken und Pilzkrankheiten an den Wurzeln nagen.</p><p></p><p>Die gute Nachricht: Die meisten vergeilten Tomaten lassen sich retten, indem man sie einfach tiefer setzt. Denn sie können auch am <strong>Spross Seitenwurzeln</strong> ausbilden. So hat es sich bewährt, vergeilte Tomaten sofort umzutopfen und sie bis zu den Keimblättern in die Erde zu setzen. Anschließend sollten sie an einen kühleren und möglichst hellen Platz gestellt werden.</p><h2 class="anchor">Der Sommer naht, wann soll ich die Tomaten pflanzen?</h2><p>Ist kein Frost mehr zu befürchten und die Temperaturen liegen auch nachts konstant über zehn Grad, dann ist es Zeit, die Tomaten draußen abzuhärten, um sie an Sonne, Wind und Temperaturschwankungen zu gewöhnen.</p><p></p><p>Dafür werden sie eine Woche lang jeden Tag ein bisschen länger nach draußen gestellt. Zunächst eine Stunde in den windstillen Schatten, später auch in die Sonne und über Nacht. Nur Regen gilt es so lange wie möglich zu vermeiden, da er Kraut- und Braunfäule fördert. Nach sieben Tagen sind die Jungtomaten dann bereit, in den Kübel oder ins Beet zu wandern.</p><p></p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Maria Kirady</dc:creator>
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      <title>Prachtgemüsebeet: Gärtnern wie beim Sonnenkönig: So gelingt der royale Küchengarten</title>
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      <category>Garten</category>
      <category>Gemüse</category>
      <category>Selbstversorgung</category>
      <category>Buchtipp</category>
      <pubDate>Wed, 25 Mar 2026 15:35:00 GMT</pubDate>
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      <content:encoded><![CDATA[<div><div class="rtf-content-wrapper"><p>Ein Prachtgemüsebeet verspricht reiche Ernte und besticht optisch. Denn viele Gemüse haben attraktive Blätter, Blüten und Formen. Wie der ansprechende Küchengarten gelingt</p></div><div class="rtf-content-wrapper"><p><em>Den Reiz schöner Gemüsesorten erkennen – dazu lädt Bärbel Steinberger in ihrem Buch <strong>"Alte Gemüsepflanzen wiederentdeckt" </strong>ein. Lesen Sie bei uns exklusiv ein Kapitel (leicht gekürzt):</em></p><p>Ein Gartenbeet kann man in ein wahres Prachtgemüsebeet verwandeln, das über Wochen verzaubert. Nicht der Nutzen steht hier an erster Stelle, sondern die Augenweide und die Lust an ungewohnter Kombination von Gemüsen mit ansprechender Gestalt.</p><p></p><h2>Der Küchengarten des Königs</h2><p>Einst unerlässliche Quelle für die Eigenversorgung der Klöster sowie die Belieferung der höfischen und adligen Küche mit Gemüse, Obst und Kräutern, sind die historischen Küchengärten heute fast gänzlich in Vergessenheit geraten. Adel und Klerus liebten die Kombination von Genuss und Schönheit. Der heute größte Küchengarten weltweit, der "Potager du Roi" des Renaissanceschlosses Villandry an der Loire, wurde im 16. Jahrhundert unter Ludwig XIV. als irdisches Paradies konzipiert.</p><p>Mit seinen buchsbaumumsäumten Beeten, in denen die ausgefallensten Pflanzenkombinationen zu bestaunen sind, ist er ein lebendes Denkmal und dient gleichzeitig vielen anderen Potagers als Vorbild. Gemüse, Kräuter, Blumen und Obst sind kunstvoll kombiniert, ergeben Muster, beeindrucken durch ihr Farben- und Formenspiel – eine ungewöhnliche, bestaunenswerte Mischung aus Ästhetik und Nutzen.</p><p>Diese extravagante Art der Pflanzenverwendung inspirierte in den letzten Jahren sowohl Gartendesigner als auch Privatgärtner. Ob in "West Dean Gardens" und "Walmer Castle" (England), in "Kasteel Twickel" und "Kasteel Muiderslot" (Niederlande), am "Chateau Saint Jean d’Beauregard" oder am "Chateau de Miromesnil" (Frankreich): der "Potager du Roi" ist zum Vorbild einer neuen Gartengeneration geworden.</p><p>Auch in Deutschland begeistert dieses Thema mittlerweile, und alte Schlösser werden mit ihm wiederbelebt. Ob am Schloss Eutin, am Schloss Benrath oder im Hofgarten Veitshöchheim: Der Küchengarten lebt und mit ihm die Verwendung alter Gemüsearten und -sorten in ihrer unglaublichen Vielfalt. Krauser Grünkohl neben fedrigem Dill, lilafarbene Bohnen zu magentafarbener Melde und pink gestreiftem Mais: das Experimentierfeld ist groß, der Gärtner braucht nur etwas Mut und Leidenschaft.</p><p></p><h2>Schönheit, Nutzen, Bequemlichkeit</h2><p>Nach Jean de la Quintinye, Leiter des Potagers am Hof Ludwigs XIV. von Frankreich, sollte ein Küchengarten drei Grundeigenschaften besitzen: Nutzbarkeit, Schönheit und Bequemlichkeit. Das ist auch in der heutigen Zeit gefragt. Es gilt, den Reiz des schönen Gemüses zu entdecken: Die filigranen Blüten der Zucchini, die rot-grün gesprenkelten Salatköpfe, die winzigen gelben Johannisbeertomaten, den mächtigen Blütenstand des Rhabarbers oder die imposante Erscheinung des Palmkohls.</p><h2>Augenschmaus und Gaumenfreude</h2><p>Betrachtet man das Gemüse nicht nur kulinarisch, sondern auch optisch, ist man verwundert, wie viele Gemüse zum Beispiel höchst attraktive Blätter haben, die sich in Größe, Form, Farbe und auch Textur stark voneinander unterscheiden. Oder aber, wie viele unterschiedliche Formen die Gattung Kürbis hervorbringt, von der Variabilität der Tomaten ganz zu schweigen. </p><p></p><p>Die Kombinationsmöglichkeiten sind unendlich. Jahr für Jahr besteht die Kunst darin, ästhetische Aspekte mit den Anforderungen einer gesunden Mischkultur zu vereinbaren. So kann sich jeder im eigenen Garten seinen persönlichen "Potager" gestalten und Augenschmaus mit Gaumenfreude verbinden. Was die Bequemlichkeit betrifft, die der Hofgärtner damals als dritten Punkt aufzählte, muss man aber erwähnen, dass es ganz ohne Arbeit nicht funktioniert. Nur mit sorgfältiger Planung, Pflanzung und Pflege ist ein Abbild von Villandry zu schaffen. Doch der Lohn für diese Mühen ist gewiss: Ein paar zuckersüße Erdbeeren hier, ein paar frisch gepalte Erbsen dort und ein pflückfrischer krauser Blattsalat zum Abendessen. Hat man erst einmal den Blick für die Schönheit von Gemüse bekommen, fällt es manchmal schwer, es zu ernten. Auberginefarbene Kapuzinererbsen erfreuen eben fast mehr das Auge als den Gaumen.</p><p></p><h2>Prachtgemüsebeet anlegen: Pflanztipps</h2><p>Die Pflanzen des Prachtgemüsebeets gehören vorwiegend zu den Starkzehrern, das bedeutet, sie benötigen reichlich Nährstoffe, vor allem Stickstoff. Vor der Pflanzung gibt man deshalb eine große Portion Kompost aufs Beet und arbeitet ihn oberflächlich in den Boden ein. Sinnvoll ist zu Beginn eventuell eine zusätzliche Düngung mit Hornmehl oder nach der Pflanzung mit Brennnesseljauche. Cardy, Federkohl und Palmkohl wachsen nur prächtig, wenn sie mit genügend Nährstoffen versorgt werden. </p><table><tbody><tr><td><strong>Gemüse</strong></td><td><strong>Besonderheiten</strong></td></tr><tr><td>Cardy</td><td>silberlaubig, große Blätter; braucht Platz; Cardy ist mehrjährig (mit Winterschutz!), ab dem zweiten Jahr blaue Blüten; die Stängel können nach 3 bis 4 Wochen gekocht werden</td></tr><tr><td>Federkohl "Hoher Roter Krauser"</td><td>magentaroter Federkohl; wird recht hoch; gewelltes Laub; Blätter erst nach dem ersten Frost essen</td></tr><tr><td>Palmkohl "Nero di Toscana"</td><td>dunkelgrün; etwas kleiner als Federkohl, weniger frosthart</td></tr><tr><td>Rote Gartenmelde</td><td>einjährig; hält nicht die ganze Saison; rasch wachsend; kann pinciert werden und wächst dann buschiger; versamt sich leicht, wird aber nicht lästig; wenn die Blätter Ende August braun werden, können sie entfernt werden; rote Blätter wie Spinat verwenden</td></tr><tr><td>Roter Mangold</td><td>dekorative rotstielige Sorte; verwenden wie den gewöhnlichen Mangold</td></tr><tr><td>Winterlauch</td><td>bläulich gestreifte Blätter; frostresistent; überwintert draußen und blüht wunderschön im zweiten Jahr</td></tr><tr><td>Rote Bete "Non Plus Ultra" oder "Bull's Blood"</td><td>dekoratives dunkles Laub mit durchscheinenden Farbtönen in Gelb und Grün; in kleinen Gruppen eher am Beetrand pflanzen; Ernte vor dem ersten Frost</td></tr><tr><td>Lattich "Forellenschluss"</td><td>rot-grün gesprenkeltes Laub; wenn er zu blühen beginnt, nach Belieben entfernen; zum Verzehr vor der Blüte ernten; in die Lücke kann nochmals Salat gepflanzt werden</td></tr><tr><td>Stangenbohne "Blauhilde"</td><td>blauhülsig mit blauen Ranken; können den Sommer hindurch geerntet werden</td></tr></tbody></table><p>Gepflanzt wird relativ dicht, die Pflanzendecke soll sich bald schließen. Bei der Verwendung von Prachtge­müsen wird ebenso vorgegangen wie bei Zierpflanzen. Sie werden also nicht wie Gemüse üblicherweise in Reih und Glied gepflanzt. Man unterscheidet sogenannte Leitstauden, das sind die stattlichen und dominanten Pflanzen, die "Chefs" im Beet, und ihre kleineren Begleiter. Zuerst platziert man die Gemüse mit Leitfunktion. Dies sind Cardy und Stangenbohne. Den Ort für die Stangenbohnen markiert man mit Bohnenstangen: Man steckt drei davon im Abstand von 50 bis 60 Zentimetern in den Boden, sodass sie ein Dreieck bilden. Die oberen Enden bindet man zusammen. Die Bohnensamen werden jedoch erst Ende Mai gesät! Cardy hat einen ausladenden Wuchs, die Stangenbohnen hingegen streben rasch in die Höhe und bilden so einen Blickpunkt. Anschließend gruppiert man die Begleiter, das Beigemüse, hinzu. Zuerst die größeren, das heißt den Federkohl "Hoher Roter Krauser" und den Palmkohl "Nero di Toscana". Vor allem der rote Federkohl kann sehr imposant werden, der Palmkohl wächst dagegen etwas gedrungener. Die kleineren Gemüse setzt man in Grüppchen dazu, so den rotstieligen Mangold, die Rote Bete "Non Plus Ultra", die Gartenmelde und den Lattich "Forellenschluss".</p><p></p></div></div>]]></content:encoded>
      <dc:creator>Bärbel Steinberger</dc:creator>
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