Das alte Tokio Die Stadt der arbeitslosen Samurai, prunksüchtigen Kaufleute und Prostituierten

In den Hallen des großen Tuch- und Kleidungsgeschäfts Mitsui kümmern sich Dutzende Verkäufer um die Kundschaft. Fertig geschneiderte Kimonos hängen als Musterstücke von der Decke. Nicht wenige Geschäftsleute machen in Edo ein Vermögen. In der offiziellen Hierarchie der Gesellschaft stehen sie jedoch ganz unten
In den Hallen des großen Tuch- und Kleidungsgeschäfts Mitsui kümmern sich Dutzende Verkäufer um die Kundschaft. Fertig geschneiderte Kimonos hängen als Musterstücke von der Decke. Nicht wenige Geschäftsleute machen in Edo ein Vermögen. In der offiziellen Hierarchie der Gesellschaft stehen sie jedoch ganz unten
© Musée Guimet/RMN photos/bpk-images
Um 1700 steigt Edo, das spätere Tokio, zur gewaltigsten Metropole Japans auf. Während die Macht des alten Kriegeradels schwindet, gewinnen Kaufleute und andere Bürger an Einfluss – und feiern ihren Reichtum. Zum Beispiel in Freudenhäusern. So sah der Alltag in der Stadt aus

Früher Morgen. Schrilles Glockengeläut gibt den Beginn der sechsten Tageszeit bekannt. Edo erwacht. Jene Stadt an der Südostküste Honshus, die einmal Tokio heißen wird. Tausende Kilometer entfernt, in Europa, schreiben Chronisten das Jahr 1705.

Edo ist die größte Stadt Japans, die Kapitale von Politik und Verwaltung, das Machtzentrum des Kriegeradels. Es ist die Hauptstadt der Lüste, Metropole der schönen Künste und des Handels, eine Geburtsstätte des Bürgertums. In Edo wird die Tradition bewahrt und die Neuerung gefeiert. Nirgendwo im Inselreich sind die Sitten rauer, an kaum einem Ort entspringt so viel kulturelle Raffinesse.

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