Leben nach dem Ziffernblatt Geburt der Zeitnot: Wie die Erfindung der Uhr den Mensch von der Natur entfremdete

Weltzeituhr am Alexanderplatz bei Nacht
© picture alliance / Wolfram Kastl | Wolfram Kastl
Die Menschen wussten schon lange das Jahr in Abschnitte einzuteilen. Dann wurde der Zeitmesser erfunden – und führte zu einem neuen Gefühl: Zeitnot. Die Geschichte einer rasanten Beschleunigung

Der Kirchenlehrer steht vor einem Mysterium. Um 400 n. Chr. fragt sich Augustinus von Hippo: "Was also ist die Zeit? Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich’s; will ich’s aber einem Fragenden erklären, weiß ich’s nicht." Der kluge römische Kirchenlehrer ist längst nicht der Einzige, den das Phänomen rätseln lässt. Es beschäftigt Menschen seit Jahrtausenden.

Der Versuch, Zeit einzuteilen und zu messen, ist so alt wie die Zivilisation selbst. Und die immer genauere Zeiterfassung – Tagesabschnitte, Stunden, Minuten, Sekunden – hat eine völlig neue Form gesellschaftlichen Zusammenlebens hervorgebracht.


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