ISS über Deutschland Wie Sie die Raumstation jetzt mit bloßem Auge am Himmel sichten

Wer schon immer mal die ISS sehen wollte, hat jetzt Gelegenheit dazu. Denn in den nächsten Nächten wird die Internationale Raumstation über dem deutschen Nachthimmel zu sehen sein
ISS am Himmel

Dieses Foto von der ISS entstand mit einer Langzeitbelichtung

"Könnt ihr uns sehen?", fragt Alexander Gerst und weist mit zwei Bildern (unten) darauf hin, dass die Internationale Raumstation in den nächsten Nächten über dem deutschen Nachthimmel zu sehen sein wird. "Als der hellste Stern am Firmament. Und als der allereinzige mit Menschen an Bord", schreibt @Astro_Alex bei Twitter.

Wann und wo die ISS über Deutschland zu sehen ist

Die ISS mag für die meisten von uns unendlich weit weg erscheinen. Tatsächlich kreist sie aber nur in einer Höhe von 400 Kilometern um unseren Planeten. Zwar können wir mit bloßem Auge von der Erde aus keine Konturen erkennen, doch Dank ihrer fußballfeldgroßen Solarpaneele erscheint die Raumstation wie ein heller vorbeiziehender Stern.

Zumindest dann, wenn sie noch oder schon von der Sonne angestrahlt wird, während der Himmel relativ dunkel ist. Diese Bedingungen sind nur kurz nach Sonnenuntergang oder kurz vor Sonnenaufgang gegeben.

Bei 28 800 Stundenkilometern braucht das fliegende Labor gerade einmal 90 Minuten, um die Erde einmal zu umrunden. Die Zeitfenster, in denen die ISS über dem deutschen Himmel zu sehen ist, sind also kurz. Für eine Sichtung ist es deshalb hilfreich, die genauen Uhrzeiten zu kennen. Wer wissen will, wann die ISS das nächste Mal über das eigene Zuhause fliegt, wird auf der Seite Spot the Station fündig.

ISS beobachten: Das sollten Sie beachten

Die Raumstation kommt immer aus westlicher Richtung – also von da, wo zuvor die Sonne untergegangen ist. Um sie gut erkennen zu können, sollte Sie einen Standort wählen, bei dem keine blendenden Lichtquellen – etwa Straßenlaternen – in direkter Nähe sind. 

Und noch ein Tipp für Fotografen: Wenn Sie spannende Bilder machen möchten und nicht bloß einen hellen Punkt festhalten wollen, wählen Sie eine lange Belichtungszeit. Dann erscheint die ISS als Leuchtspur, wie bei dieser Aufnahme aus dem Jahr 2015. Das Foto entstand am frühen Morgen mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden.

Foto: VYACHESLAV OSELEDKO/AFP/Getty Images, Alexander Gerst
Horizons
Verfolgen Sie hier die Mission von Alexander Gerst
Zum zweiten Mal fliegt der deutsche Astronaut Alexander Gerst zur Internationalen Raumstation ISS, diesmal als Kommandant. Ein Online-Special von GEO.de