Highlights am Sternenhimmel Jetzt wird der Mars zum König der Planeten

In Kooperation mit dem Planetarium Hamburg stellt dessen Direktor Prof. Thomas W. Kraupe bei uns jeden Monat die Highlights des Sternenhimmels vor. Im September übertrifft der rote Planet Mars den Jupiter an Helligkeit und wird zum „König der Planeten“
Mars am Nachthimmel

Im September 2020 scheint der Mars sogar heller als der "König der Planeten", Jupiter. Das Foto stammt aus dem Juli 2018, als der Mars besonders hell über Port Canaveral in Florida schien und zuletzt der Erde besonders nahe kam

Planet Mars entwickelt sich in diesem Monat zum nächtlichen „Superstar“. Die Mars-Helligkeit nimmt deutlich zu und übertrifft schließlich sogar die des „Königs der Planeten“ Jupiter. Spätestens gegen 22 Uhr fällt unser äußerer Nachbarplanet als heller Lichtpunkt unterhalb des Herbstvierecks im Sternbild der Fische auf. Am Monatsende „regiert“ er dann von Beginn bis zum Ende der Nacht den Himmel und ist mit seiner roten Färbung nicht mehr zu übersehen. Gegen 3 Uhr morgens thront Mars am höchsten über der Südrichtung.

Wenn Sie die Position des Planeten unter den Sternen genau vergleichen, dann erkennen Sie, dass Mars ab dem 9. September „rückläufig“ wird. Er bewegt sich also nach einem „Stillstand“ entgegengesetzt zur üblichen Laufrichtung nicht ostwärts, sondern für einige Wochen westwärts vor dem Sternenhintergrund der Fische. Dies zeigt an, dass wir mit unserer Erde den Roten Planeten auf seiner Bahn um die Sonne bald einholen – und dann überholen werden. Von der schnelleren Erde aus gesehen scheint er daher zurückzubleiben. Bis Ende September hat sich unser Abstand zu Mars von 74 auf 62 Millionen Kilometer verringert. Wir steuern also erkennbar auf die engste Begegnung mit Mars zu, die sich schließlich im Oktober ereignen wird.

Jetzt wird der Mars zum König der Planeten

Professor Thomas W. Kraupe studierte Mathematik und Physik an der Universität München. Seit dem Jahr 2000 leitet er als Direktor das Planetarium Hamburg und hat es zum erfolgreichsten Sternentheater im deutschsprachigen Raum gemacht. An dieser Stelle wird er nun monatlich die Highlights am Sternenhimmel erklären, die uns erwarten.

Prächtiges Dreigestirn zum „Astronomy Day“

Bereits in der Nacht vom 5. auf den 6. September „hofiert“ der Mond den Roten Planeten, so dass die beiden ein schönes Paar bilden. Und sobald sich unser Erdtrabant im letzten Monatsdrittel wieder etwas früher am Abendhimmel zeigt, bahnt sich das nächste Highlight an: Ein abendliches Dreigestirn vom 24. bis 26. September, das sich Interessierte nicht entgehen lassen sollten. Als Auftakt zum internationalen „Astronomy Day“ bilden Mond, Jupiter und Saturn eine prächtige Dreier-Formation.

Der Planet Jupiter und sein „kleinerer Bruder“, der Ringplanet Saturn, sind zu Beginn des Monats noch bis gegen 1 Uhr morgens im Sternbild Schütze zu sehen. Am Monatsende verschwindet das auffällige Planetenpaar schon gegen 23 Uhr im Horizontdunst.

Am Abend des 24. September pirscht sich der zunehmende Mond von Westen an Jupiter heran. Saturn, Jupiter und unser Mond bilden abends über dem Südhorizont eine schöne Dreierreihe. Am 25. September steht unser Trabant zwischen Saturn und Jupiter, bevor sich uns am „Astronomy Day”, dem 26. September erneut eine prächtige Perlenkette der drei Wandelsterne bietet – diesmal in der Formation Mond, Saturn und Jupiter.

Zu diesem besonderen Tag werden viele Sternwarten und Planetarien weltweit den Blick zum Mond, den Planeten und fernen Sternen zelebrieren und mit dem Planetariumsprogramm BIG ASTRONOMY auch eine weltweite virtuelle Forschungsreise in den Kosmos vorstellen – so zum Beispiel in den Planetarien in Hamburg und Berlin.