Highlights am Sternenhimmel Zwei Sternbildgiganten zeigen sich am Sommerhimmel

In Kooperation mit dem Planetarium Hamburg stellt dessen Direktor Prof. Thomas W. Kraupe bei uns jeden Monat die Highlights am Sternenhimmel vor. Im Juli stechen zwei Sternbilder besonders ins Auge
Schlangenträger

Der Schlangenträger gilt als altgriechischer Halbgott der Heilkunst und ist besonders im Juli am Himmel zu sehen

Zwei Helden und Halbgötter der Antike schmücken im Juli als große Sternbilder unseren Sommerhimmel: Ophiuchus, der Schlangenträger, und der bärenstarke Herkules. 

Der Schlangenträger wird auch als Asklepios (griechisch) oder Aesculapius (lateinisch) bezeichnet und gilt passend zur Corona-Pandemie als altgriechischer Halbgott der Heilkunst. Der Legende nach ist er der Sohn Apollons und der Nymphe Koronis. Nach der Trennung von seiner Mutter, hier kursieren verschiedene dramatische Geschichten, brachte ihn Apollon zum heilkundigen Zentauren Chiron. Das Mischwesen aus Pferd und Mensch nahm sich des Kindes an und unterwies es in der Heilkunst. Dank seines mythologischen Ursprungs gilt Asklepios als unvergleichlicher Arzt und Wohltäter der Menschheit. Als er jedoch selbst Tote zum Leben erweckte, empfand Zeus dies der Legende nach als Anmaßung und erschlug ihn mit einem Blitz. Unter die ewigen Sterne versetzt – Kopf an Kopf mit dem Sternbild Herkules – prangt er nun am sommerlichen Nachthimmel. Sein Sternbild steht sehr ausgedehnt zwischen dem Herkules und dem Skorpion und gehört zu den 48 Sternbildern der Antike, die von Ptolemäus definiert wurden. Es gilt auch als “13. Tierkreissternbild”, da die Sonne vom 30. November bis 18. Dezember durch dieses Sternbild wandert

Zwei Sternbildgiganten zeigen sich am Sommerhimmel

Direktor des Hamburg Planetariums: Professor Thomas W. Kraupe

Professor Thomas W. Kraupe studierte Mathematik und Physik an der Universität München. Seit dem Jahr 2000 leitet er als Direktor das Planetarium Hamburg und hat es zum erfolgreichsten Sternentheater im deutschsprachigen Raum gemacht. An dieser Stelle wird er nun monatlich die Highlights am Sternenhimmel erklären, die uns erwarten.

So finden Sie das fünftgrößte Sternenbild

Beim Herkules handelt es sich um das fünftgrößte Sternbild des Himmels, das unter anderem in direkter Nachbarschaft zum Schlangenträger und Drachen zu finden ist. Bei genauer Betrachtung lässt sich ein Trapez mit Verlängerungen an den Ecken erkennen. Versteht man das Viereck als Körper und die Ecken als Extremitäten, ergibt sich das Bild eines Menschen, der auf dem Haupt des Drachen sitzt – mit einem Bogen in der Hand. Beim dazu passenden abgeschossenen Pfeil handelt es sich um das Sternbild Pfeil, lateinisch Sagitta. In den hellen Julinächten überquert der Herkules gegen Mitternacht hoch am Himmel den Meridian.

Auch der Herkules hat seinen Ursprung in der griechischen Mythologie. So handelt es sich bei ihm um Herakles, den Lieblingssohn des Gottes Zeus. Er wurde unehelich mit der Alkmene, der Frau des Amphitryon, gezeugt. Schon als Baby bewies er übermächtige Kräfte und erwürgte Schlangen, die ihm in feindlicher Absicht in die Wiege gelegt wurden. Durch einen Trick seines Vaters wurde er schließlich unsterblich und bewies seine Intelligenz und Kraft in zwölf schier unlöslichen Aufgaben.  

Wenn wir am Nachthimmel zum Herkules schauen, so blicken wir "voraus" oder auch "nach vorne". Denn wir rasen mit unserem Sonnensystem relativ zu unseren Nachbarsternen mit 20 Kilometern pro Sekunde in diese Richtung.