Highlights am Sternenhimmel Bald grüßt die ISS: Das sind die Astro-Hingucker im Mai

In Kooperation mit dem Planetarium Hamburg stellt dessen Direktor Thomas W. Kraupe bei uns ab jetzt jeden Monat die Highlights am Sternenhimmel vor. Den Anfang machen der vorübergehende Abschied von der Venus und ein menschengemachter Wanderstern
Bald grüßt die ISS: Das sind die Astro-Hingucker im Mai

Venus, Merkur und Mond strahlen für dieses Jahr im Mai ein letztes Mal gemeinsam am Abendhimmel

Schon seit Februar leuchtet Abendstern Venus über dem Westhorizont und übertrifft dabei alle anderen Gestirne an Helligkeit. Doch nun heißt es, Abschied nehmen: Während Venus Anfang Mai noch bis 1 Uhr nachts zu sehen war, verschwindet sie zum Monatsende schon kurz nach dem Sonnenuntergang unter dem Horizont.

Mitte des Monats stürzt Venus geradezu auf die Sonne zu. Während sie Anfang Mai noch 63 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist, sind es am Monatsende nur noch 43 Millionen Kilometer. Das ist weniger als ein Drittel der Entfernung der Erde zur Sonne. Am 3. Juni 2020 tritt Abendstern Venus dann zwischen Sonne und Erde. Wir sehen nun zunehmend die sonnenabgewandte Nachtseite unseres Nachbarplaneten. Schon am 21. Mai 2020 kann man versuchen, den sonnennächsten Planeten Merkur nahe des viel helleren Abendsterns Venus zu sehen. Sofern wir am 24. Mai 2020 perfekte Sichtbedingungen haben, so können wir links neben Merkur auch noch die dünne Sichel des zunehmenden Mondes erkennen.

Raumstation ISS grüßt ab Mitte Mai

Doch während Venus und Merkur ihren diesjährigen Abschied vom abendlichen Firmament nehmen, erwartet uns ab Mitte Mai mit der Internationalen Raumstation ISS ein neuer Hingucker. Sie umrundet die Erde alle 90 Minuten mit 28.800 Kilometer pro Stunde. Und in den Sommermonaten sind die Bedingungen zur Sichtung der ISS ideal. Denn sie wird jedes Mal, wenn ihre Bahn sie in rund 400 Kilometer Höhe über uns hinweg führt, von der bei uns knapp unter dem Nordhorizont stehenden Sonne angestrahlt. Vor dem dunklen Himmelshintergrund ist sie dann gut zu sehen – als heller ‚Wanderstern‘, der innerhalb von rund fünf Minuten von West nach Ost zieht.

Bald grüßt die ISS: Das sind die Astro-Hingucker im Mai

Direktor des Hamburg Planetariums: Professor Thomas W. Kraupe

Professor Thomas W. Kraupe studierte Mathematik und Physik an der Universität München. Seit dem Jahr 2000 leitet er als Direktor das Planetarium Hamburg und hat es zum erfolgreichsten Sternentheater im deutschsprachigen Raum gemacht. An dieser Stelle wird er nun monatlich die Highlights am Sternenhimmel erklären, die uns erwarten.