Die Geburt eines Sonnensystems

Denken wir einmal kurz in kosmischen Maßstäben: Der Stern TW Hydrae (er selbst ist auf diesem Foto gar nicht zu sehen, weil er zu klein ist) ist noch jung: gerade einmal zehn Millionen Jahre alt; und er ist nicht weit entfernt: 175 Lichtjahre, das sind "nur" 1,65 Billiarden Kilometer.

Was auf dem Bild aber zu sehen ist, ist etwas, das andere Sterne nicht mehr haben: TZW Hydrae besitzt eine sogenannte protoplanetare Scheibe aus Staub und Gas. Die heißt so, weil sich möglicherweise darin gerade neue Planeten bilden. Auch die sind nicht zu sehen, nur die Spuren, die sie hinterlassen. Astronomen halten die dunklen Ringe für Umlaufbahnen, auf denen die Protoplaneten kreisen und dabei weitere Materie einsammeln.

Die beiden möglichen Spurrillen sind drei und sechs Milliarden Kilometer vom Zentralstern entfernt, etwa so weit wie die Planeten Uranus und Pluto von der Sonne.

Elektrisiert hat die Astronomen jedoch der dunkle Punkt in der Mitte. Denn in der Vergrößerung ist das kein Punkt, sondern ebenfalls ein protoplanetarer Ring – und zwar in etwa so weit vom Zentrum entfernt wie die Erde von unserem Zentralgestirn. Es könnte also gut sein, dass wir hier gerade der Entstehung eines neuen, erdähnlichen Planeten zusehen.

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