Sterben in Schönheit

Planetare Nebel, die entstehen, wenn sich ein sterbender Stern nach und nach seiner Gashüllen entledigt, heißen nicht etwa so, weil sich daraus später wieder Planeten bilden würden. Sondern weil sie in den frühen, schlecht auflösenden irdischen Fernrohren einen ähnlich verwaschenen Anblick boten wie die Planeten unseres Sonnensystems. Dieser Planetare Nebel - er trägt die Bezeichnung NGC 2371 - befindet sich im Sternbild Zwillinge und ist etwa 4300 Lichtjahre von der Erde entfernt. Der Stern, der ihn geschaffen hat, hatte einst ungefähr die Masse unserer Sonne; jetzt aber erscheint er nur noch als ein Schatten seiner selbst, ein rosafarbenes Pünktchen im Zentrum eines farbenprächtigen Kugelsargs. Sein Schicksal ist vorgezeichnet: Über die viele Millionen Jahre wird er langsam auskühlen und zu einem Weißen Zwerg werden.

Noch allerdings ist er heiß - das Abstoßen von Gas uns Staub hat noch einmal alle seine Energiereserven mobilisiert. Und obwohl bereits sehr viel kleiner, ist seine Oberfläche noch 25-mal heißer als die der Sonne, mit einer Temperatur von 130.000 Grad Celsius. Die pinkfarbenen Bereiche rechts und links des Zentralsterns sind vermutlich auskühlende Gasklumpen. Sie entstanden, als der alte Stern im Todeskampf hochenergetische Jets herausschleuderte, die das abgestoßene Gas mit sich gerissen haben.