Lebenskunst Wenn Stille spricht: Wie wir in der Ruhe zu uns selbst finden

Auf der Suche nach Stille hat sich eine Wandergruppe in die Wälder New Hampshires (USA) aufgemacht. Doch selbst in der Wildnis entkommen die Teilnehmenden nie ganz den Geräuschen der Zivilisation: Flugzeuge dröhnen, Autos rollen über angrenzende Straßen 
Auf der Suche nach Stille hat sich eine Wandergruppe in die Wälder New Hampshires (USA) aufgemacht. Doch selbst in der Wildnis entkommen die Teilnehmenden nie ganz den Geräuschen der Zivilisation: Flugzeuge dröhnen, Autos rollen über angrenzende Straßen 
© Tristan Spinski/The New York Times/Redux/laif
Sich dem Lärm der Welt entziehen, das wollen viele – und stellen zugleich fest, wie schwierig echtes Stillsein ist. Doch wer sich auf den Weg macht, kann in der Lautlosigkeit Großes finden: Orientierung, Halt, inneren Frieden

"Ersterbend" lautet Gustav Mahlers Spielanweisung für die finalen Takte seiner letzten vollendeten Komposition: Sinfonie Nummer neun. Und so kann, wer dem Ende des Opus lauscht, eine Musik erleben, die umso eindringlicher erscheint, je weiter sie verstummt. Traumwandlerisch steigern sich Tonfolgen immer wieder ins Groteske, kollabieren, erwachen in neuer Gestalt. Eine Flut an Klängen, ein Blick in menschliche Abgründe. Bis das sinfonische Lamento schließlich in Einzeltöne zerfällt, Celli, Bratschen und Kontrabässe noch einmal wie in Verzweiflung aufheulen. Und das Werk mit einem allerletzten Bogenstrich kaum hörbar, trostsuchend verhallt. 

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