Religion Warum der Mensch glaubt – und was im Gehirn dabei passiert

Neurowissenschaftler ergründen, warum der Mensch glaubt 
Neurowissenschaftler ergründen, warum der Mensch glaubt 
© mauritius images / Science Photo Library / Sebastian Kaulitzki
Lange Zeit beschäftigte sich vor allem die Philosophie mit dieser Frage. Seit einigen Jahren aber versuchen auch Forschende aus der Neurobiologie, dem Sinn des Glaubens auf die Spur zu kommen. Einige der Experimente liefern erstaunliche Ergebnisse

Saulus hatte sich einen Namen als religiöser Fundamentalist und Chris­tenfeind gemacht. Doch als er eines Tages nach Damaskus wandert, um dort vehement gegen die Anhänger Jesu vorzu­gehen, blendet ihn plötzlich ein gleißendes Licht. Er stürzt zu Boden und hört eine Stimme: "Saul, Saul, was verfolgst du mich?"

Es ist die Stimme des Herrn. Sie gebietet ihm, seine Reise nach Damaskus fortzusetzen und dort auf weitere Instruktionen zu warten. Nur mit Hilfe seiner Weggenossen kann der Mann, der fortan als Apostel Paulus bekannt sein wird, dem Befehl folgen: Drei Tage lang ist er blind und kann weder essen noch trinken. Danach macht er sich auf, die Lehre Christi zu predigen – so leidenschaftlich, wie er sie zuvor bekämpft hat.


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