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EU-Behörde Grünes Licht für Biontech-Impfstoff für Kinder ab 5 Jahre

Corona-Impfung bei Kindern
Die EMA hat sich für die Zulassung des Biontech/Pfizer-Impfstoffes für Kinder ausgesprochen. Offiziell muss die EU-Kommission nun noch zustimmen. Foto: David Young/dpa/dpa-tmn
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Die Corona-Zahlen steigen und steigen. Viele Eltern warten auf einen Impfstoff für Kinder. Jetzt ist es soweit. Die Experten der EMA machen den Weg frei. Doch wann es in Deutschland losgeht, ist noch unklar.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer für Kinder ab fünf Jahren gegeben. Das teilte die EMA nun in Amsterdam mit.

Es wird der erste Corona-Impfstoff, der in der EU für Kinder unter zwölf Jahre zugelassen wird. Offiziell muss die EU-Kommission nun noch zustimmen - das aber gilt als Formsache.

Nur ein Drittel der Erwachsenen-Dosis

Kinder ab fünf Jahre sollen von dem Biontech/Pfizer-Impfstoff nur ein Drittel der Erwachsenen-Dosis erhalten und zwei Dosen im Abstand von drei Wochen. Die EMA betonte, dass das Vakzin nach Studien sicher und effektiv sei. Bisher seien keine schweren Nebenwirkungen festgestellt worden, allenfalls milde Reaktionen wie Fieber, Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder Kopfschmerzen. Die Experten hatten seit Oktober Studien der Hersteller geprüft.

Bislang ist dieser Impfstoff in der EU nur für Menschen ab 12 Jahren zugelassen. Doch in Israel und auch den USA dürfen damit auch bereits Kinder ab fünf Jahre geimpft werden.

In Deutschland stehen nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ab dem 20. Dezember 2,4 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs für Kinder zur Verfügung. Weitere Lieferungen seien in den ersten Monaten des neuen Jahres zu erwarten.

Kinder erkranken selten schwer an Covid-19

Kinder erkranken zwar nur höchst selten an Covid-19. Doch, so sagen die EMA-Experten, auch sie könnten schwer krank werden. Die Vorzüge der Impfung seien daher höher zu bewerten als mögliche Risiken.

Die Entscheidung der EMA heißt aber nicht, dass nun auch die Impfung von Kindern empfohlen wird. Das müssten nationale Regierungen beziehungsweise Gesundheitsbehörden entscheiden, betont die EMA. In Deutschland wird zunächst ein Gutachten der Ständigen Impfkommission (Stiko) erwartet. Sie will ihre Empfehlung zur Corona-Impfung für Kinder von fünf bis elf Jahren vor Jahresende abgeben.

Der Vorsitzende der Stiko, Thomas Mertens, äußerte Verständnis für Eltern, die skeptisch sind. «Das kann ich sehr gut verstehen, und es entspricht im Grunde auch dem Problem, vor dem die Stiko mit ihrer Empfehlung steht - nämlich dem Abwägen von Nutzen und möglichen «Restrisiken» bei den Kindern in dieser Altersgruppe», sagte Mertens der «Schwäbischen Zeitung».

Bisher keine schwerwiegenden Impfreaktionen beobachtet

In einer Zulassungsstudie der Firma Biontech/Pfizer seien keine schwerwiegenden Impfreaktionen oder Nebenwirkungen dokumentiert worden, sagte Mertens. Die Wirksamkeit des Impfstoffs entspreche bei den Kindern nach einer relativ kurzen Beobachtungszeit zudem etwa der bei den Erwachsenen. Zahlen aus den aktuellen Studien reichten aber nicht aus, um seltene Nebenwirkungen auszuschließen. Man müsse die Ergebnisse früherer Studien und Anwendungsdaten einbeziehen. Man bereite die Entscheidung über eine Empfehlung vor, sagte Mertens.

Ein zweiter Impfstoff für Kinder könnte bald folgen. Die EMA-Experten prüfen zur Zeit einen Antrag des US-Herstellers Moderna.

Corona-Impfung hilft vor allem chronisch kranken Kindern

Die Zulassung des ersten Corona-Impfstoffs für Fünf- bis Elfjährige in Europa ist nach Einschätzung des Kinderärzte-Verbands vor allem für chronisch kranke Kinder wichtig. «Insbesondere diese Kinder und ihre Eltern haben dringend auf die Zulassung gewartet, da sich die Familien teilweise komplett sozial isoliert haben, um ihre Kinder zu schützen. Eine Impfung bedeutet hier eine große Erleichterung», erläuterte die Göttinger Kinderärztin Tanja Brunnert, die in Niedersachsen für den Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) spricht. Sie hob insbesondere neurologisch erkrankte Kinder und Kinder mit einer Trisomie hervor.

Grundsätzlich sei es aber sinnvoll, die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) abzuwarten, da die Fünf- bis Elfjährigen von komplizierten Corona-Verläufen kaum betroffen seien. Gesunde Kinder dieser Altersgruppe hätten daher «persönlich in Bezug auf ihre eigene Gesundheit nur wenig Nutzen von der Impfung», sagte Brunnert. Seltene Nebenwirkungen und Komplikationen in dieser Altersgruppe seien zudem bisher unter Umständen noch nicht zu erkennen.

Seitens der Eltern gebe es bereits viele Nachfragen zur Corona-Impfung bei Kindern. Das bedeute jedoch nicht, dass alle Eltern gleich einen Impftermin haben wollen. Viele wollten zunächst einmal die Meinung und Empfehlung der Kinderärzte hören.

dpa

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