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Unbekannte Gesundheitsgefahr Erstmals Mikroplastik im Fleisch von Kühen und Schweinen nachgewiesen

In ihrer Pilotstudie suchten die Forschenden im Fleisch von Schweinen und Kühen nach Kunststoff-Teilchen, die 700 Nanometer (= 0,0007 Millimeter) oder größer waren
In ihrer Pilotstudie suchten die Forschenden im Fleisch von Schweinen und Kühen nach Kunststoff-Teilchen, die 700 Nanometer (= 0,0007 Millimeter) oder größer waren
© krumanop/Adobe Stock
Im Fleisch und im Blut von Rindern und Schweinen haben niederländische Forschende winzige Plastikpartikel gefunden. Und sie haben auch eine Erklärung für die gefundenen Konzentrationen

Mikroplastik findet sich praktisch überall auf der Erde, von den Polkappen bis zur Tiefsee. Kaum verwunderlich also, dass Forschende der Freien Universität Amsterdam es im vergangenen Jahr auch im menschlichen Blut nachweisen konnten. Nun legten sie nach: Auch im Fleisch und im Blut von Rindern und Schweinen fanden sie mikroskopische Plastikpartikel – und in ihrem Futter.

Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler*innen für ihre Pilotstudie 16 Fleisch-, 25 Milch, und 24 Blutproben – teils direkt aus landwirtschaftlichen Betrieben, teils aus Produkten aus dem Supermarkt. Drei von vier Fleischproben wiesen demnach eine Kontamination mit Mikroplastik auf – und jede der Blutproben. Die überwiegende Mehrheit der Milchproben dagegen wies keine erkennbaren Verunreinigungen auf.

Mikroplastik verteilt sich über die Blutbahn im ganzen Körper

Die Ergebnisse liefern weitere Hinweise darauf, dass sich Mikroplastik-Partikel – darunter Polyethylen und Polystyrol – über die Blutbahn im Körper verteilen und in Geweben wie Organen und Muskeln anreichern können. Die Analyse des Tierfutters gab zudem einen Hinweis auf eine wichtige Quelle des Mikroplastiks: Während frisches Grünfutter frei von Plastik war, wies jedes der getesteten Pelletfutter eine Verunreinigung auf.

"Da Futtermittel Mikroplastik enthalten, ist es wenig überraschend, dass eine deutliche Mehrheit der getesteten Fleisch- und Milchprodukte Mikroplastik enthält", sagt Maria Westerbos von der NGO Plastic Soup Foundation, die die Studie in Auftrag gegeben hatte. "Wir müssen dringend das Plastikproblem im Tierfutter loswerden, um die Gesundheit von Farmtieren und Menschen zu schützen."

Risiken für Menschen: unbekannt

Menschen nehmen nicht nur über die Atemluft und Getränke, sondern auch über die Nahrung Mikroplastik-Partikel auf. Erst im vergangenen Jahr konnten Forschende in der Schweiz Mikroplastik in Supermarkt-Milch nachweisen.

Die Folgen für die menschliche Gesundheit sind bislang jedoch unklar. "Es bleibt unbekannt, ob diese Ergebnisse auf potenzielle toxikologische Risiken hindeuten", heißt es in der aktuellen Studie. Dass Mikroplastik menschliche Zellen schädigen kann, haben Forschende im vergangenen Jahr in einer Laborstudie nachgewiesen.

Eben darum sollte die Studie Anlass geben, "den vollen Umfang der Exposition und alle Risiken, die damit verbunden sein können, weiter zu untersuchen", sagte die an der Studie beteiligte Heather Leslie von der Freien Universität Amsterdam laut dem britischen Guardian.

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