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Podcast Divertikel: Was hilft, wenn die Darmmuskulatur schwächelt


Je älter wir werden, desto mehr erlahmt in vielen Fällen die Muskulatur des Darms. Dann kann es zu entzündlichen Ausstülpungen kommen, den sogenannten Divertikeln. Nicht immer macht das Beschwerden, aber oftmals kann es zu Krämpfen und Blähungen führen, in selten Fällen auch zu gefährlichen Blutungen. Bei Naturvölkern ist dieses Problem allerdings praktisch unbekannt. Daher stellt sich die Frage, was das Auftreten von Divertikeln mit unserer Lebens- und Ernährungsweise zu tun hat.

Eine neue Folge von "Gesunder Darm" erscheint jeden zweiten Mittwoch bei AudioNowSpotifyApple und Deezer. Natürlich können Sie den Podcast auch direkt auf GEO.de hören:

Etwa bei jedem zweiten älteren Menschen treten Darm-Divertikel auf. Eine Ernährungsumstellung hilft dann meist gegen die Beschwerden

Wenn im Alter die Darmmuskulatur schwächer wird, können sich Teile der Schleimhaut durch die Darmwand ins Körperinnere wölben. Das Vorkommen solcher ballonartigen Ausstülpungen wird als Divertikulose bezeichnet und tritt bei 60 Prozent aller über 70-Jährigen auf. Führen diese Ausstülpungen zu Beschwerden oder Komplikationen, spricht man von Divertikelkrankheit.

Die meisten Menschen mit einer Divertikulose bleiben ein Leben lang beschwerdefrei. Bisweilen können die Ausstülpungen aber auch schubweise Bauchkrämpfe, Verstopfung oder Durchfall auslösen. Mitunter kommt es zu Blutungen, die so stark werden können, dass ein Krankenhausaufenthalt nötig ist. Gefährlich wird es auch, wenn sich die Ausstülpungen entzünden, etwa weil sich Darminhalt darin festgesetzt hat. Das kann zu Schmerzen, Fieber und schlimmstenfalls zu einem Darmdurchbruch mit lebensbedrohlicher Bauchfellentzündung führen.

Divertikel bilden sich meist in dem s-förmigen Abschnitt vor dem Rektum, wo der Darminhalt am stärksten auf die Wände drückt. Betroffen sind vor allem Menschen mit schwachem Bindegewebe, Übergewicht oder eingeschränkten Darmbewegungen. Rauchen, eine ballaststoffarme Ernährung und wenig Bewegung begünstigen vermutlich die Krankheit. Divertikel können auch erblich bedingt sein.

Häufig werden Divertikel bei einer Darmspiegelung entdeckt oder können mittels Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes festgestellt werden. Bei leichten Beschwerden hilft oft schon eine Umstellung auf ballaststoffreiche Kost und viel Flüssigkeit, um den Darminhalt aufzuweichen und den Druck auf die Darmwand zu verringern. Klingt eine akute Divertikelentzündung nicht ab, werden Antibiotika und Schmerzmittel gegeben. Eine Operative Entfernung ist auch möglich.

Text: Redaktion

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