Erreger in der Tüte So keimbelastet sind Fertigsalate

Abgepackte Mischsalate sparen Vorbereitungszeit in der Küche. Doch eine aktuelle Untersuchung zeigt: Erschreckend viele von ihnen enthalten zu viele Keime
Mischsalat

Praktisch, aber oft keimbelastet: Mischsalat aus der Plastiktüte

Für Freunde der schnellen Küche ist es eine schlechte Nachricht: Abgepackte, „verzehrfertige“ Mischsalate sind nach Untersuchungen des Max Rubner-Instituts für Ernährung und Lebensmittel stark mit Keimen belastet.

Drei Jahre lang haben die Mitarbeiter des Instituts insgesamt 600 Produkte im Einzelhandel in Süd- und Norddeutschland eingekauft und analysiert. Darunter auch Gurken, Kräuter, Karotten, Pilze und Sprossen. Der jetzt vorliegende Abschlussbericht zeigt: Fast alle Produktgruppen waren in puncto Keimbelastung „nicht zu beanstanden“ oder zumindest „akzeptabel“. Abgepackte Mischsalate und Sprossen jedoch waren auffällig oft mit Bakterien oder Schimmelsporen belastet, die der menschlichen Gesundheit schaden könnten.

"Gesundheitsgefährdung nicht auszuschließen"

Die Mischsalate lagen sogar mit 42 Prozent der Proben über dem Richtwert für die Gesamtzahl von Keimen, den die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) festlegt. Und 16 Prozent der Proben lagen über dem Richtwert für Bacillus cereus. Das Bakterium kann Erbrechen und Durchfall verursachen. Auch Schimmelpilze fanden die Forscher in Fertig-Salaten: Bei mehr als jeder fünften Probe wurde der Warnwert der DGHM überschritten.

"Aufgrund der Überschreitung der Warnwerte für präsumtive Bacillus cereus in einigen verzehrfertigen Mischsalaten und Sprossen ist eine Gesundheitsgefährdung von Verbrauchern nicht auszuschließen", schreibt das Institut in einer Pressemitteilung.

Das Max Rubner-Institut empfiehlt, solche Salatmischungen vorsorglich nur so lange wie unbedingt nötig im Kühlschrank aufzubewahren, am besten bei Temperaturen von höchstens vier Grad Celsius. Und sie dann rasch zu verzehren.

Wer das Risiko von krank machenden Keimen (und seinen Plastikkonsum) weiter reduzieren will, sollte am besten gleich zu frischem Salat greifen – idealerweise vom Markt.