Hygiene Zehn Gebote für den Hausputz

"Wir sind völlig hysterisch, was die Hygiene anbelangt", sagt Hanne Tügel, die Autorin des Buches "Sind wir noch ganz sauber?". Dennoch gibt es ein paar wichtige Ratschläge, die wir beim Hausputz beherzigen sollten
Bett machen

Bettwäsche sollten morgens regelmäßig im Freien oder ins Freie ausgeschüttelt werden

1. Feuchtigkeit im Haushalt vermeiden

Bakterien lieben es feucht. Deshalb ist es sinnvoll, Küche und Bad nach dem Putzen durchzulüften, Wischlappen und Schwämme auszuwringen, zum Trocknen aufzuhängen und die Waschmaschine offenzulassen, wenn sie nicht gebraucht wird.

2. Betten lüften

Bettwäsche (Zudecken, Kopfkissen, Betttücher usw.) morgens regelmäßig im Freien oder ins Freie ausschütteln! Dann haben Hausstaubmilben weniger Nahrung.

3. Mikrofasertücher benutzen

Sie wirken durch ihre Struktur wie eine feine Bürste und entfernen Schmutz dadurch ganz ohne oder mit minimalem Putzmitteleinsatz.

Interview zum Thema

Im Interview spricht Wissenschaftsjournalistin Hanne Tügel über unnötige Desinfektionsmittel und unsere irrationale Angst vor Bakterien

4. Frisch entstandenen Schmutz sofort entfernen

Ist der Schmutz erst eingetrocknet, ist der Aufwand höher und braucht mehr Chemie. Das gilt besonders für Backofen und Herdplatten; vergessene Schmutzreste können sich beim nächsten Erhitzen einbrennen.

5. Kühlschrank nicht vergessen

Beim Putzen das Kühlschrankinnere nicht vergessen! Mindestens alle vier Wochen sollte man ihn auswischen.

6. Schneidebretter sauber halten

Schneidebretter vor allem nach Kontakt mit rohem Fleisch, Fisch und Salat gut abwaschen! In diesen Lebensmitteln können unwillkommene Keime wie Salmonellen stecken. Erhitzen macht sie unschädlich, aber bei der Verarbeitung gelangen sie auf die Arbeitsgeräte.

7. Putzwirkstoffe vor dem Wegspülen lange einwirken lassen

Gegen Urinstein hilft es zum Beispiel, beim WC-Putzen herkömmlichen Sanitärreiniger auf Klopapier zu geben, es auf die betroffenen Stellen zu klatschen und erst ein paar Stunden später zu spülen.

8. Feuchtes Toilettenpapier meiden

Feuchtes Toilettenpapier gehört auf den Index! Jedenfalls nach Benutzung nicht ins WC, sondern in den Hausmüll. Bei einem Test hatten sich 8 von 10 Sorten noch nach über einer Woche nicht zersetzt. Die Kläranlage erreichen sie bereits nach 9 Stunden. Vorher können sie sich im Abfluss zu unentwirrbaren Strängen verwickeln und die Pumpen der Abwasseranlagen außer Gefecht setzen.

9. Diese Dinge gehören nicht ins Klo

Niemals Medikamente, Lackreste und Lösemittel durch den Ausguss oder ins Klo spülen! Arzneien lassen sich in Kläranlagen oft nicht abbauen und gefährden Wasserorganismen. Lacke und Lösemittel können die Bausubstanz der Kanalisation angreifen.

10. Verzichten Sie auf Duft-Schnickschnack

Weg mit WC-Beckensteinen, Duftbäumchen und Raumsprays! Sie entfernen unangenehmen Geruch nicht, sie übertünchen ihn nur mit Duftstoffen, die zum Teil allergen und umweltgefährdend sind. Normales Putzen und Lüften ist besser!

Buchcover "Sind wir noch ganz sauber?"

Die Tipps stammen aus Hanne Tügels Buch "Sind wir noch ganz sauber? Klüger mit Schmutz umgehen, gesünder leben, der Umwelt helfen" (erschienen im Februar 2019, 288 Seiten, 17;95 Euro). Die Autorin arbeitet mit Vorliebe an Themen an der Schnittstelle zwischen Gesellschaft und Wissenschaft - viele Jahre in der GEO-Redaktion, nun als freie Autorin.