Medikamente Depressionen als Nebenwirkung: Wann das Risiko besonders hoch ist

In der Packungsbeilage erstaunlich vieler Medikamente findet sich Depressionen unter den Nebenwirkungen. Wie hoch das Risiko ist - insbesondere, wenn man mehrere Mittel gleichzeitig einnimmt - haben amerikanische Wissenschaftler untersucht
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Vorsicht, Nebenwirkungen: Es lohnt sich, den Beipackzettel zu lesen

Machen zu viele Medikamente depressiv? Das ist durchaus möglich. So besagt eine Studie aus den USA. Die Wissenschaftler untersuchten, welche Arzneimittel rund 26000 Erwachsene binnen zehn Jahren eingenommen hatten. 

Depressionen als Nebenwirkungen aufgeführt

Auf den Beipackzetteln von mehr als 200 Medikamenten waren Depressionen als mögliche Nebenwirkungen aufgeführt. Darunter fanden sich gängige Präparate wie die Verhütungspille oder Mittel gegen Bluthochdruck, Schmerzen und Magenleiden.

Etwa 15 Prozent der Teilnehmer, die drei oder auch mehr solcher Arzneien gleichzeitig einnahmen, litten währenddessen an Depressionen. Dagegen waren es nur fünf Prozent, wenn keines dieser Präparate eingenommen wurde. Die Wahrscheinlichkeit für das seelische Leiden war also durch "Polypharmazie" erhöht. 

Auf ein mögliches Depressionsrisiko achten

Die Studie ist allerdings kein Beweis dafür, dass psychisch gesunde ­Menschen durch die Präparate depressiv würden, sagt Studienleiterin Dima Qato von der University of Illinois. Weitere Untersuchungen dazu seien nötig.

Sowohl Patienten als auch in Gesundheitsberufen Tätige sollten jedoch auf ein mögliches Depressionsrisiko achten, wenn mehrere Medikamente mit derar­tigen Nebenwirkungen gleichzeitig eingenommen werden.