Tollwut Amerikaner stirbt nach Fledermaus-Biss – besteht auch in Deutschland Gefahr?

Nur selten werden Menschen von Fledermäusen gebissen. Doch wenn es passiert, kann das tödliche Folgen haben, wie ein Fall aus den USA zeigt
Das Große Mausohr, eine Fledermaus

Sieht gefährlicher aus, als es ist: das streng geschützte Große Mausohr. Trotzdem ist beim Kontakt mit Fledermäusen Vorsicht geboten

Kein Alligator, kein Hai: In Florida ist jetzt ein Mensch nach dem Angriff eines vollkommen harmlos scheinenden Wildtieres gestorben. Die Person wurde von einer Fledermaus gebissen. Sie starb aber nicht an der Bisswunde – sondern an Tollwut-Erregern, die durch den Biss übertragen worden waren, wie das Florida Department of Health mitteilte.

Die Tollwut ist in Florida noch verbreitet, vor allem bei Fledermäusen und Waschbären. Sie kann auch auf nicht geimpfte Nutztiere – und Menschen – übertragen werden und muss sofort behandelt werden. Genau das scheint in diesem Fall das Problem gewesen zu sein: Das Opfer war offenbar weder geimpft, noch hatte es sich nach dem Biss in ärztliche Behandlung begeben.

Während eine Infektion ohne Behandlung so gut wie immer tödlich verläuft, kann sie in den ersten Stunden nach einem Biss mit einer Impfung behandelt werden. Bis sich die ersten Symptome zeigen, können aber mehrere Wochen oder Monate vergehen. Oft beginnt die Krankheit mit Erkältungssymptomen, später können Lähmungen und Verwirrtheit dazukommen, schließlich unkontrollierte körperliche Aggression. Die Erreger befallen das Nervensystem und arbeiten sich bis zum Gehirn vor, wo sie schließlich eine Hirnhautentzündung auslösen. Darum ist ein Biss im Gesicht gefährlicher als etwa am Fuß – weil die Erreger schneller ihr Ziel erreichen.

Tollwut: Die Situation in Deutschland

In Deutschland ist die Tollwut seit 2008 so gut wie ausgerottet. Eine Ausnahme bilden Tiere, die aus anderen Ländern eingeführt und nicht geimpft werden. Der letzte Tollwutfall in Deutschland wurde im Jahr 2007 dokumentiert. Der Mann war in Marokko von einem streunenden Hund gebissen worden.

Auch Fledermäuse kommen in Deutschland – zumindest theoretisch – als Überträger in Betracht. Denn sie können Träger der Fledermaustollwut sein und lassen sich - anders als Füchse - mangels geeignetem Köder nicht impfen. Die Fledermaustollwut kann auch Menschen gefährlich werden; dass man sich infiziert, ist allerdings extrem unwahrscheinlich. In den vergangenen 50 Jahren ist das in Deutschland kein einziges Mal vorgekommen. Von 1000 Fledermäusen, das ergab eine Untersuchung des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, waren nur sechs infiziert. Und im Jahr 2016 gab es in Deutschland insgesamt nur 13 Fälle von Fledermaustollwut.

Die Vorsichtsmaßnahmen sind in den USA wie in Deutschland dieselben: Meiden Sie den Kontakt mit jeglichen Wildtieren, und fassen Sie auch verletzte Fledermäuse nur mit Handschuhen an. Sollten Sie doch einmal gebissen werden, suchen Sie sofort einen Arzt auf.