Sie trommeln sich in Trance

„Trance“ nennt man einen Bewusstseinszustand zwischen Wachen und Schlafen, in dem Alltagsverstand und äußere Sinneswahrnehmung ausgeblendet werden und die Seele offen wird - etwa um Visionen und Botschaften aus der Welt der Geister zu empfangen. Der monotone Rhythmus der Trommel, hier geschlagen von der erfahrenen Schamanin Jutta Qu’Ja Hartmann, lässt das rastlose Karussell der Gedanken zur Ruhe kommen.

Sie reisen in „andere Wirklichkeiten“

Neben unserer sichtbaren, messbaren Welt gibt es noch eine andere – davon sind Schamanen überzeugt. In dieser spirituellen Welt sind die Gesetze von Zeit und Raum aufgehoben...

...sind Mensch und Natur, Lebende und Verstorbene innig miteinander verbunden. Spezielle Zeremonien, etwa mit einem „Medizinrad“ aus Kerzen, sollen den Weg dorthin öffnen.

Sie spüren Kraftorte in der Natur auf

Die Natur ist nicht nur lebendig, sie ist beseelt. In der schamanischen Weltanschauung gibt es keine „tote Materie“;  jeder Baum, sogar jeder Stein besitzt eigene spirituelle Energie. Und es gibt Orte, an denen diese sich diese Energie besonders konzentriert, wie etwa Quellen oder Wasserfälle. Sie eignen sich besonders, um Heilrituale und schamanische „Taufen“ zu zelebrieren

Sie halten Zwiesprache mit Bäumen

Spürt es ein Baum, wenn Menschen mit ihm reden, ihn achtsam berühren oder gar zärtlich umarmen? Anhänger der schamanischen Weltsicht sind davon überzeugt. Und auch davon, dass der Baum auf seine Weise antwortet: Wenn man sich unter ihn setzt, den Rücken an den Stamm gelehnt, und eine Weile still zuhört, kann man Ratschläge für wichtige Lebensentscheidungen empfangen.

Sie verwandeln sich in Tiere

Jeder Schamane hat sein Krafttier, dem er sich besonders verbunden fühlt, und das ihn auf Trance-Reisen in die „Andere Wirklichkeit“ begleitet. Vor manchen Zeremonien bemalen sich die TeilnehmerInnen mit Körperfarbe und werden so buchstäblich „zum Tier“ – etwa zu einer Eule. Anschließend tanzen sie sich in Trance.

Sie halten Kontakt zu Verstorbenen

Der Tod ist nicht das Ende von allem, sondern nur der Übergang in eine andere Welt, in der alles mit allem verbunden ist. Schamanen pflegen die Verbindung zu ihren Ahnen an speziellen Plätzen, die sie mit Kerzen, Blumen und spirituellen Gegenständen schmücken.

"Schamanismus: Alles lebt"

GEO-Fotograf Thomas Ernsting begleitet seit vielen Jahren die Arbeit der Schamanen in Deutschland - und konnte bei vielen Zeremonien mit der Kamera dabei sein. Einige der Bilder für sein Buch "Schamanismus: Alles lebt" (Verlag Neue Erde, 18,90 Euro) erschienen bereits in GEO-Reportagen - u.a. in GEO 03/2013 und GEO Special 02/2012. Die Texte im Bildband stammen von Schamanin Jutta Qu’ja und GEO-Autorin Johanna Romberg.

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