Klimasünder: Zement Die Forschung schürft nach neuen Ideen für unseren wichtigsten Baustoff

Zement ist ein präzise verarbeiteter Baustoff. In einer Kugelmühle entscheidet sich, welche Materialeigenschaften er erhält: Wie viel Wasser benötigt der Zement? Oder: Wie schnell wird er fest?
Zement ist ein präzise verarbeiteter Baustoff. In einer Kugelmühle entscheidet sich, welche Materialeigenschaften er erhält: Wie viel Wasser benötigt der Zement? Oder: Wie schnell wird er fest?
© Heidelberg Cement AG
Im Alltag machen wir uns wenig Gedanken darum: Zement ist eine Grundzutat von Beton, hält unsere Zivilisation zusammen – und befördert die Erwärmung der Erde stärker als der Flugverkehr. Die Forschung sucht deshalb nach Alternativen für Herstellung, Material und Recycling
Von Thomas Wagner-Nagy

Er heißt CEM I 42,5 R oder VLH III/C 22,5 und hält praktisch die gesamte Zivilisation zusammen: Zement ist eine der Grundzutaten von Beton und sorgt als Bindemittel für dessen Aushärtung. Unsere Häuser, Straßen, Plätze sind auf und mit Zement gebaut. Geht man nach Gewicht, ist Zement nach Wasser die meistgenutzte Substanz weltweit.

Aber Zement hat ein großes Problem: seine Umweltbilanz. Wäre die Zementindustrie ein Land, stünde sie mit ihrem CO2-Ausstoß auf Platz drei hinter China und den USA. Sie zeichnet verantwortlich für bis zu acht Prozent der globalen Emissionen – dreimal so viel wie der globale Flugverkehr und etwas weniger als die gesamte Landwirtschaft mit 12,5 Prozent.

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