Übergewicht Verborgene Mechanismen machen uns dick – wer sie versteht, kann gegensteuern

Übergewicht: Verborgene Mechanismen machen uns dick – wer sie versteht, kann gegensteuern
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Auf welches Gewicht sich unser Körper im Laufe des Lebens einpendelt, hängt entscheidend von der persönlichen Veranlagung ab. Dennoch spielen auch der individuelle Lebensstil und das soziale Umfeld eine wichtige Rolle. Die Wissenschaft versteht immer besser, welche Faktoren oft zu ­Übergewicht führen – und welche Strategien dagegen hilfreich sind
Ute Eberle

Mithilfe eines ungewöhnlichen Experiments wollte der US-Forscher Ethan Sims herausfinden, was genau im Körper geschieht, wenn Menschen an Gewicht zulegen. Der Mediziner rekrutierte schlanke Häftlinge in einem Gefängnis und versprach ihnen eine üppige Verpflegung. Im Gegenzug erklärten sie sich bereit, für die Forschung dick zu werden: Die Männer sollten sich binnen kurzer Zeit ein erhebliches Übergewicht anfuttern.

Doch das Vorhaben erwies sich als ungemein mühsam: Obwohl die Häftlinge aßen und aßen, brauchten viele von ihnen Monate, bis sie ein Fünftel ihres Körpergewichts zugelegt hatten. Manche mussten täglich mehr als 10000 Kilokalorien zu sich nehmen, um das Ziel zu erreichen – das ist mehr als dreimal so viel wie der mittlere Kalorien­bedarf eines Mannes. Und nach dem Ende des Experiments blieben die meisten Insassen nicht etwa dick – sondern nahmen schneller ab, als sie zuvor zugenommen hatten.

Das klingt überraschend, zumindest für jene Menschen, die gern weniger wiegen würden. Doch die Erfahrung der Häftlinge könnte Einsichten in jene Frage liefern, die viele Über­gewichtige quält: Warum eigentlich ist es so schwer, abzunehmen?


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