Mythen-Check Fünf populäre Irrtümer über Schokolade

Schokolade macht glücklich und ist gut fürs Herz. Denken viele. Aber stimmt das auch? Wir machen den Mythen-Check
Schokolade

Kein Mythos: Schokolade gehört zu Weihnachten wie der Weihnachtsmann

1. Schokolade ist gut fürs Herz

Richtig ist: Schokolade senkt laut einer englischen Studie das Risiko eines Herzinfarkts. Diese Wirkung geht auf Polyphenole im Kakao zurück, von denen Zartbitterschokolade mit ihrem 70 Prozent und mehr Kakaoanteil am meisten enthält. Doch auf Rezept wird Schokolade wohl nie erhältlich sein. Die Wirkung ist einfach zu gering, und Schokolade ist generell nicht besonders gesund. Milchschokolade enthält weniger Kakao, dafür umso mehr gesundheitsbedenklichen Zucker, außerdem ordentlich Kalorien und Fett. Das alles lässt in Kombination mit Bewegungsmangel und Übergewicht das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko wieder steigen. Und kompensiert so die positive Wirkung der Polyphenole.

2. Schokolade macht glücklich

Das würde wohl jeder Schokoladen-Fan bestätigen. Einen glückseligen Vollrausch beschert uns Schokolade aber nicht. Denn sie enthält keine oder nur sehr geringe Mengen wirksamer Inhaltsstoffe, die - wie das Glückshormon Serotonin - direkt auf das Gehirn wirken. Für einen messbaren Effekt müsste man schon Schokoladenjunkie sein und eine Tafel nach der anderen vertilgen - was irgendwann zu Übelkeit führen würde. Das vorhandene Glücksgefühl beim Verzehr liegt wohl eher am leckeren Geschmack und der cremigen Konsistenz.

3. Weihnachtsmänner werden zu Osterhasen umgeschmolzen

Dabei handelt es sich nur um ein Gerücht. Alleine schon, weil das deutsche Lebensmittelrecht es verbietet, einmal ausgelieferte Schokolade zurückzunehmen und neu zu verarbeiten. Die Hygiene würde leiden, und neu eingeschmolzene Schokolade auch einfach nicht schmecken. Und auch wenn die Firmen das geschickt umgehen würden: Es wäre einfach zu teuer, die alte Ware einzusammeln und einzuschmelzen. Auch ein schlichtes Neuverpacken mit Osterhasenfolie wäre zu teuer. Wenn die Firmen gut kalkuliert und geplant haben, bleiben nach dem Weihnachtsgeschäft idealerweise gar keine oder nur wenige Weihnachtsmänner übrig.

Und wenn doch? Wer einmal darauf achtet , wird feststellen, dass Schokoweihnachtsmänner nach Weihnachten mit deutlichem Preisnachlass verkauft werden. Der Rest wird in der Regel an Tafeln und ähnliche Einrichtungen gespendet.

4. Weiße Schokolade ist besonders gesund - weil sie viel Milch enthält

Weiße Schokolade ist nicht etwa wegen einer satten Extraportion Milch so hell, sondern weil sie schlichtweg kein dunkles Kakaopulver, sondern nur die hellgelbe Kakaobutter enthält. Man mag sich streiten, ob es sich deswegen überhaupt um vollwertige Schokolade handelt. Aber beliebt ist sie trotzdem.

Weiße Schokolade enthält übrigens weder frische Milch noch Vollmilch. Diese könnte bei der Schokoladenherstellung technisch gar nicht verarbeitet werden. Der Milchanteil in der Schokolade kommt daher von Milchpulver. Aber auch wenn weiße Schokolade davor nur so strotzen würde, wäre sie nicht gesünder als dunkle Sorten – sie enthält immer noch viel Zucker und ist sehr kalorienreich.

5. Auch Hunde naschen gerne

Schokolade ist für Hunde und Katzen absolut tabu, auch wenn die Tiere mit noch so treuem Blick danach schielen sollten. Die Tiere vergiften sich mit Schokolade, vor allem mit dunkler Zartbitterschokolade. Denn die enthält Theobromin, ein Alkaloid, das vor allem für Hunde potenziell tödlich ist und eine totale Überreizung des Nervensystems bewirkt. Eine Vergiftung mit Theobromin ist ein tiermedizinischer Notfall.