Endlich verstehen Was Schutzwesten kugelsicher macht

Im Ernstfall können kugelsichere Westen Leben retten. Aber wie funktioniert das eigentlich?
Polizisten mit Schutzwesten

Ohne Schutzwesten wären Polizeieinsätze noch gefährlicher

Moderne Schutzwesten werden aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen Konstruktionen gefertigt. Experten unterscheiden zwischen Hart- und Weichballistik-Schutzwesten: Bei ersteren trifft das Geschoss auf eine mehrschichtige Netz- oder Folienstruktur aus reißfestem Aramidfaser-Gewebe wie Twaron oder Kevlar. 

Diese sind etwa fünfmal so fest wie Stahl. Außerdem gibt es Schutzwesten, die mit Kunststoff­fasern wie Zylon oder Dyneema gefüttert sind. Weil sie extrem reißfest sind, ­absorbieren sie die Geschossenergie einer Kugel und sorgen dafür, dass zumindest Kleinwaffengeschosse in ihnen stecken bleiben.

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Bei Hartballistik-Schutzwesten trifft die Kugel dagegen auf eine Platte aus ­einem besonders harten Material. Dabei verformt sich dieses zwar durch die Geschossenergie – die Kugel durchschlägt die Platte jedoch nicht.

Neben Metallplatten, etwa aus ballistischem Stahl, werden heute auch Keramik- oder ­Poly­ethylenplatten zur Herstellung beschusshemmender Westen verwendet.

Kugelsichere Westen bald noch sicherer?

Die Schutzkraft wird in Klassen von 1 bis 4 angegeben. Als die sichersten Schutzwesten (Klasse 3 und 4) gelten jene, die beide Konstruktionsprinzipien kombinieren, etwa wenn eine weichballistische Weste an Front und Rückseite hartballistische Einlagen besitzt.

Vielleicht werden beschusshemmende Westen bald noch sicherer: Ein Forscherteam von der North Carolina State University in Raleigh, USA, stellte 2016 einen Metallschaum vor, der sogar panzerbrechende Munition stoppt.