Vom Beruf in den Rente Übergang in den Ruhestand: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Wer aufhört zu arbeiten, kann seine Zeit selbst gestalten. Das gibt Freiheit, wirft aber auch Fragen auf
Älterer Mann sitzt am Laptop

Menschen, die vom Berufsalltag in den Ruhestand wechseln, stehen vor einigen wichtigen Fragen

1. Ist ein früher Ruhestand empfehlenswert?

Mehrere Studien haben Hinweise darauf geliefert, dass sich der vorgezogene Ruhestand negativ auf den psychischen und körperlichen Gesundheits­zustand und vor allem auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirkt. Weniger gefährdet sind allerdings jene Ruheständler, die den neuen Lebensabschnitt aktiv gestalten und sich etwa neuen Herausforderungen stellen.

2. Wie lange sollte man möglichst weiterarbeiten?

Eine lange Teilnahme am Arbeits­leben kann entscheidend zur Erhaltung der geistigen Fitness beitragen. Allerdings nur, wenn die Stressbelastung nicht überhandnimmt: Der damit verbundene Bluthochdruck begünstigt vermutlich manche Demenzerkrankungen.

3. Darf man im Rentenalter unbegrenzt Geld verdienen?

Ja. Wer eine reguläre Altersrente bezieht, darf beliebig hinzuverdienen, ohne dass die Rente gekürzt wird. Bei einer vorgezogenen Altersrente allerdings gelten jährliche Hinzuverdienstgrenzen. Eine Ausnahme bilden nur die so genannten Mini- oder 450-Euro-Jobs.

4. Ist Weiterbeschäftigung möglich?

Nein, einen Rechtsanspruch darauf gibt es nicht. Aber eine Reihe von Fällen, in denen Arbeitgeber und Beinahe-Ruheständler vereinbart haben, das Arbeitsverhältnis noch über das Erreichen der Regelaltersgrenze hinaus zu verlängern. Eine Befristung dieser einvernehmlichen Weiterbeschäftigung verstößt übrigens nicht – so urteilte 2018 der Europäische Gerichtshof – gegen geltendes EU-Recht, ist also nicht etwa Alters­diskriminierung.

5. Welche Hobbys halten das Hirn fit?

Alle, die das Gehirn immer neu und möglichst vielfältig herausfordern – genau in dem Maße, wie es noch Spaß macht: etwa das Lernen einer neuen Sprache. Überschätzt werden Kreuzworträtsel – sie trainieren zwar das Fakten­gedächtnis, bringen aber keine positiven Effekte für andere Gehirnfunktionen.

6. Welche Tätigkeiten sind ratsam?

Ideal ist es, wenn sich möglichst viele Aspekte verbinden lassen: soziale Kontakte, körperliche Bewegung, geis­tige Anstrengung. Beschäftigungen, die außerdem mit einem Gefühl von Sinn und einem klaren Ziel verbunden sind, können sogar lebensverlängernd wirken – etwa ehrenamtliche Aufgaben.

7.Wie finde ich ein Ehrenamt?

In vielen Städten und Gemeinden gibt es inzwischen Einrichtungen, die Freiwillige in Ehrenämter vermitteln – eine Übersicht liefert etwa die Website der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen. Anlaufstellen finden sich auch auf den Internetseiten der Aka­demie für Ehrenamtlichkeit Deutschland.