World Press Photo "Ich wusste, dass es ein wichtiges Foto ist"

Beim renommierten "World Press Photo Contest" siegte der US-Fotograf John Moore. Seine Aufnahme eines bitterlich weinenden Mädchens an der Grenze zwischen den USA und Mexiko wurde zum Pressefoto des Jahres gekürt. Das Foto hatte im vergangenen Jahr Menschen in der ganzen Welt berührt
World Press Photo 2019

Das Gewinnerbild des World Press Photo Contest 2019: Ein kleines Mädchen weint bei einer Grenzkontrolle an der Grenze zwischen den USA und Mexiko

Aus fast 79.000 Einsendungen wählte die Jury des renommierten Fotowettbewerbs "World Press Photo" dieses aus: "Das weinende Mädchen an der Grenze" von Fotograf John Moore.

Das Bild zeigt wie unter einem Brennglas die katastrophalen Zustände an der Grenze zwischen Mexiko und den USA im Sommer 2018: Nach einer wochenlangen Odysse durch Mittelamerika weint die kleine Yanela Sanchez aus Honduras hilflos vor dem Auto eines Grenzbeamten, während ihre Mutter bei der Festnahme durchsucht wird. Ein Bild, das Millionen bewegte - und weltweiten Protest gegen die unbarmherzige Politik des US-Präsidenten hervorrief. Donald Trump hatte angeordnet, dass Kinder illegal Eingewanderter von ihren Eltern getrennt und in gesondert untergebracht werden sollten.

John Moore: "Sie haben politisches Asyl in den USA beantragt"

Zwar stellten US-Behörden später klar, dass Yanela nicht zu den betroffenen Kindern gehörte. Dennoch bewirkte die Welle der Empörung, dass US-Präsident Trump seine Anweisung am 20. Juni rückgängig machte.

"Ich glaube, dass dieses Bild das Herz vieler Menschen berührte, so wie es mein eigenes berührte - weil es eine größere Geschichte menschlich macht", sagt Fotograf John Moore über sein Gewinner-Foto. "In dem Moment, als ich den Auslöser drückte, wusste ich, dass es ein wichtiges Bild ist. Aber ich konnte nicht ahnen, wie bedeutsam es wird. In der heutigen Zeit kannst du einfach nicht vorhersagen, was mit deinen Bildern passiert", sagt Moore im Gespräch mit GEO. Mit Yanela und ihrer Mutter Sandra steht der Fotograf bis heute in Kontakt. "Sie haben politisches Asyl in den USA beantragt. Das Verfahren läuft allerdings noch", so Moore.