Schottland Prähistorischer Steinkreis entpuppt sich als Fake

Eine Miniaturausgabe von Stonehenge in Schottland wurde zu Beginn des Jahres als sensationelle Entdeckung gefeiert. Jetzt stellt sich heraus: Ein Farmer errichtete den Steinkreis vor 20 Jahren
Steinkreis, Aberdeenshire

Der jüngst gefeierte, bislang unbekannte Steinkreis ist ein Fake

Anfang des Jahres sorgte eine Meldung aus Schottland für Aufsehen. Ein Archäologenteam wollte in einer abgelegenen Gegend, rund 40 Kilometer westlich von Aberdeen, einen prähistorischen Steinkreis entdeckt haben. Die zehn Findlinge, rund einen Meter hoch, waren in einem Kreis von 7,70 Meter Durchmesser angeordnet. Das Monument war, so schätzten die Archäologie-Experten des Aberdeenshire Council und von Historic Environment Scotland, zwischen 3500 und 4500 Jahre alt.

Mehr als 90 solcher Steinkreise sind im Nordosten Schottlands bekannt. Die meisten von ihnen sind allerdings größer. Seltsam auch, dass die Neuentdeckung auf keinen Karten verzeichnet und in keinen historischen Aufzeichnungen erwähnt war - dabei aber erstaunlich gut erhalten. Allerdings sei die Anlage ortsansässigen Bauern "seit Generationen" bekannt.

Jetzt meldete sich ein Bauer bei den Entdeckern. Er habe den Kreis in den 90er-Jahren errichtet - aus Feldsteinen, die auf dem Acker störten.

Der Steinkreis ist nicht echt, aber gut gemacht

Der Archäologe Neil Ackermann vom Aberdeenshire Council gab sich auf Twitter zerknirscht: "Falls Sie einen schrecklichen Tag auf der Arbeit haben - wenigstens sind Sie nicht der Typ, der der Presse einen bislang unbekannten prähistorischen Steinkreis präsentiert hat, der, wie sich jetzt herausstellt, rund 20 Jahre alt ist."

Allerdings, so sagte Ackermann auf livescience, sei der Kreis gut gemacht. Eine Täuschungsabsicht wollte er dem Bauern nicht unterstellen. In einer Pressemitteilung teilt der Aberdeenshire Council mit: "Es liegt in der Natur der Sache, dass archäologisches Wissen sich ständig verbessert und auf neue Informationen und Erkenntnisse reagiert."

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