Geophysik Darum wachsen Berge nicht höher als neun Kilometer in den Himmel

Warum gibt es eigentlich auf der Erde keine Berge, die höher sind als 9000 Meter? Dahinter steckt ein geophysikalisches Phänomen
Mount Everest

Der Mount Everest ist der höchste Berg der Erde. Und er wächst jedes Jahr um weitere Millimeter

Für die Tibeter ist es Chomolungma, die "Mutter des Universums", für uns Westler einfach nur der höchste Berg der Erde. So oder so ist der Mount Everest mit seinen 8848 Metern eine der imposantesten Strukturen auf unserem Globus - und die höchste Erhebung über dem Meeresspiegel.

Unbeweglich ist das gigantische Massiv darum nicht: Denn die Indische Kontinentalplatte schiebt sich jedes Jahr um mehrere Zentimeter unter die Eurasische - und hebt den Everest dabei um mehrere Millimeter an. Dass der Berg trotzdem nicht immer weiter in den Himmel wächst, hat zwei Gründe:

Erstens erodiert er an seiner Spitze: Schnee, Eis und Wind schleifen, hobeln und sprengen den Fels rundherum millimeterweise ab.

Neun-Kilometer-Grenze gilt nur für die Erde

Zweitens hat der Berg eine Höhe erreicht, die nach irdischen Maßstäben - und nach Ansicht von Geowissenschaftlern - ein absolutes Maximum darstellt. Mehr als rund neun Kilometer ist nicht drin. Denn je höher ein Berg, desto größer seine Basis und seine Masse. Die übt auf den Untergrund, über dem sich der Berg erhebt, einen immensen Druck aus. Überschreitet der ein kritisches Maß, verflüssigt sich das Gestein - und genau das ist der limitierende Faktor.

Die Neun-Kilometer-Grenze gilt allerdings nur für die Erde. Auf dem kleineren Mars sieht die Sache anders aus, denn hier ist auch die Anziehungskraft geringer - um fast zwei Drittel. Das lässt Berge in den Mars-Himmel wachsen. Der höchste Berg auf dem Roten Planeten misst in der Höhe unglaubliche 26 Kilometer über der ihn umgebenden Tiefebene. Seine Basis hat einen Durchmesser von rund 600 Kilometern.