1. Nur Holzkohle sorgt für den typischen Grillgeschmack

Für viele ist ein Holzkohlegrill die ursprünglichste und einzige Art zu grillen – denn nur mit Kohle kommt echtes Grillgefühl auf und Fleisch bekommt den typischen Grillgeschmack. Nun gut, über das Grillgefühl kann man sich streiten, der typische Grillgeschmack ist dabei aber ein subjektiver Eindruck. Holzkohle besteht überwiegend aus Kohlenstoff und verbrennt zu geschmackneutralem Kohlendioxid, das keinen Geschmack abgeben kann. Geschmacksträger beim Grillen sind unter anderem die sogenannten Röstaromen, die beim scharfen Anbraten von Grillgut aus Eiweißen entstehen. Aber: Diese Aromen entstehen auf Elektro- und Gasgrills genauso.

2. Grillgut sollte man möglichst oft wenden

Nein, besser nicht. Denn ständiges Wenden lässt Fleisch weder schneller garen noch wird es dadurch in irgendeiner Form saftiger, weil sich angeblich rundum irgendwelche Poren schließen. Die hat Fleisch als Muskelfaserbündel nämlich überhaupt nicht! Häufig gewendetes Fleisch ist vielmehr oft von außen schon schwarz, innen aber noch fast roh, da der Garvorgang im Inneren immer wieder aufs Neue unterbrochen wird.

3. Bier verbessert den Geschmack von Fleisch

Eine Bierdusche macht Fleisch viel würziger und aromatischer - so jedenfalls die weitverbreitete Meinung. Also wird das Grillgut ab und zu mit einem kräftigen Schuss Bier übergossen. Wer das allerdings macht, verschwendet bloß sein Bier. Denn das wird gar nicht vom Fleisch aufgenommen und kann dessen Aroma daher gar nicht beeinflussen, es läuft einfach seitlich am Fleisch ab und verdampft in der Glut. Dabei wirbelt das Bier meistens noch Asche auf und macht das Fleisch in Endeffekt bloß dreckig.

4. Elektrogrills sind gesünder

Ein Elektrogrill ist der absolute Sprinter unter den Grills und man kann oft schon 20 Minuten nach dem Einschalten mit dem Servieren von saftigem Fleisch beginnen. Aber auch wenn die Geräte Nichtraucher sind und keine offenen Flammen haben, ist das Grillen damit nicht gesünder. Denn tropft Fett auf die Heizstäbe, können die gleichen schädlichen Stoffe wie bei Gas- oder Holzkohlegrills entstehen. Wer das vermeiden möchte, grillt am besten indirekt.

5. Nachbarn müssen sich mit dem Grillabend abfinden

Stimmt nicht ganz. Generell ist das Grillen im Garten, auf dem Balkon oder auf der Terrasse zwar zulässig – sofern es nicht laut Mietvertrag ausdrücklich verboten ist. Allerdings gilt das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme. Sprechen Sie mit Ihren veganen Nachbarn also lieber, wenn Sie regelmäßig Steaks auf den Rost hauen. Zwar gibt es mittlerweile einige Gerichtsurteile zum Thema Grillen. So befand ein Essener Gericht, es dürfe nur einmal pro Monat gegrillt werden - und nur nach Ankündigung bei den Nachbarn 48 Stunden vorher. Das ist aber kein Gesetz, sondern eine Einzelfallentscheidung. Also: Grillen Sie, wo Sie wollen, aber nehmen Sie Rücksicht auf Menschen, die der Rauch stören könnte.

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