Oberbaumbrücke, Berlin

Seit 1896 verbindet die Berliner Oberbaumbrücke die Stadtteile Friedrichshain und Kreuzberg. Vor allem Ausgehpublikum nimmt häufig die Warschauer Straße über die Spree. An beiden Ufern befinden sich viele der beliebtesten Berliner Clubs. Im Hochparterre verlaufen die Gleise der ältesten U-Bahn-Linie der Stadt. Das Tragwerk ist mittelalterlich geschmückt, mit ihren Türmen erinnert sie an brandenburgische Burgen. Der Name geht auf den Oberbaum zurück, an dem früher die Zölle eingetrieben wurden.

Krämerbrücke, Erfurt

Sie erinnert ein wenig an die Ponte Vecchio in Florenz, mit ihren dicht aneinandergereihten Kaufmannshäusern, die über der Gera zu schweben scheinen. Die Krämerbrücke in Erfurt hat ihrem italienischen Pendant aber eines voraus: Sie ist durchgehend mit Häusern bebaut und damit die längste ihrer Art in Europa. Bereits im Mittelalter erbaut, war sie Teil der Handelsroute Via Regia. Schon damals stellten Händler links und rechts des Weges ihre Krambuden auf. In den 32 Häusern gehen heute Kunsthandwerker und Antiquitätenhändler ihrem Geschäft nach.

Teufelsbrücke, Kassel

Die Teufelsbrücke in Kassel überspannt, natürlich, den Höllenteich. Der Bergpark Wilhelmshöhe ähnelt jedoch eher einem Paradies. Brücke und Teich haben ihren Namen aus der Mythologie. Denn nicht weit entfernt liegt die Grotte, in der Pluto, der römische Gott des Totenreichs, gesessen haben soll - so heißt es zumindest der Sage nach. Einst eine Holzkonstruktion, besteht die geschwungene Fußgängerbrücke nun aus solidem Metall.

Alte Nahebrücke, Bad Kreuznach

Die Alte Nahebrücke ist das Wahrzeichen von Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Auf ihren Pfeilern ruhen große Holzfachwerkhäuser. Die Gebäude wurden ab 1480 aus Platzmangel errichtet - zunächst als unerlaubte Bauten der sich eingeengt fühlenden Bürger. Früher wurden die Kammern der Brückenbefestigung als Pulverlager genutzt, später dienten sie als Keller der Häuser. Den besten Blick auf die Brücke hat man von der Geißenbrücke am Mühlenteich. Dann sind auch die Holzstreben zu sehen, die das überstehende Mauerwerk sichern. An einem der Häuser erinnert eine Kanonenkugel noch an die Eroberung der Stadt durch schwedische und spanische Truppen im Dreißigjährigen Krieg.

Rakotzbrücke, Kromlau

Sie schlägt einen filigranen Bogen, sodass sich mit ihrem Spiegelbild im Rakotzsee fast ein perfekter Kreis ergibt: Dieses optische Spiel macht die Rakotzbrücke, im Volksmund auch „Teufelsbrücke“ genannt, zu einem beliebten Fotomotiv. 1860 erbaut, überspannt sie den See im Kromlauer Park in Sachsen an einer engen Stelle. Oxidierende Braunkohle färbt das Wasser fast schwarz. Obwohl sie 2017 saniert wurde, ist das Betreten verboten – dafür ist der Steg dann doch zu dünn.

Schweriner Schlossbrücke

Großherzog Friedrich Franz II. wünschte etwas Prächtigeres: Bis 1844 führte nur eine unspektakuläre Holzkonstruktion zum prunkvollen Schweriner Schloss, das sich auf einer Insel in der Stadt erhebt. Bereits ein Jahr später wurde die Schlossbrücke eingeweiht. Markant ist ihr großzügiges Ziegelgewölbe, im Laufe der Jahre wurde die Überquerung immer aufwändiger geschmückt. 1876 kamen etwa die Rossbändigerskulpturen am Portal hinzu.

Göltzschtalbrücke, Sächsisches Vogtland

Wirklich wahr: Die größte Ziegelsteinbrücke der Welt steht im sächsischen Vogtland. Wie ein gigantisches römisches Viadukt überspannt sie das Tal der Göltzsch zwischen Netzschkau und Reichenbach. Die Brücke ruht auf 98 Bögen, die sich auf bis zu vier Etagen aufeinander stützen. Erbaut wurde sie Mitte des 19. Jahrhunderts als Teil der Eisenbahn-Trasse zwischen Leipzig und Nürnberg. Das tiefe Tal mit seinen nebeneinander fließenden Strömen Weiße Elster und Göltzsch stellte die Bauleiter vor eine gewaltige Herausforderung – bis dato hatte niemand eine solch riesige Brücke konstruiert. Erstaunlich ist bis heute die handwerkliche Präzision: Jeder Stein sitzt nahezu perfekt.

Alte Mainbrücke, Würzburg

Auf den ersten Blick wähnt man sich auf der Prager Karlsbrücke – doch die ist 320 Kilometer entfernt. Dieses von Heiligen und Herrschern flankierte Kopfsteinpflaster liegt auf der Alten Mainbrücke in Würzburg. Deren Bau zog sich ab 1476 durch die Jahrhunderte: Zunächst standen nur die Pfeiler aus Muschelkalk, es folgten Holzkonstruktionen, die Steinvariante ließ bis Anfang des 18. Jahrhunderts aufgrund von Geldmangel auf sich warten. Im Zweiten Weltkrieg sprengte sie die Wehrmacht, heute erstrahlt das verkehrsberuhigte Wahrzeichen der Stadt in voller Pracht.

Basteibrücke, Sächsische Schweiz

Ein Klassiker in der Sächsischen Schweiz: Die Bastei gilt als die berühmteste Felsformation der Gegend und zieht jedes Jahr unzählige Touristen an. Raubritter versteckten sich hier, später brachte der Ort Romantiker bis heute zum Schwärmen. Von der 76,5 Meter langen Brücke aus schaut man auf ein einzigartiges Panorama, markante Punkte sind der Königstein oder der Lilienstein. Über die Brücke erreicht man die Runie der Felsenburg Neurathen, die größte Mittelalterburg der Region.

Holzbrücke, Bad Säckingen

Eine Brücke in die Schweiz, und zwar eine der rustikalen Art: Die Bad Säckinger Brücke ist die längste überdachte Holzbrücke Europas. Sie verbindet die gleichnamige deutsche Stadt mit der schweizerischen Gemeinde Stein. Seit 1272 musste sie immer wieder aufgebaut werden, da sie bei Hochwassern des Rheins und in Kriegen mehrfach zerstört wurde. Erst 2014 wurde bekannt, dass die Pfeiler noch immer mit Sprengstoff der Schweizer Armee bestückt waren – für eine Sprengung im Verteidigungsfall.

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